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Leidenschaftliche "Klimakonferenz" in Lichtenrade

Folgender Artikel und die Erklärung wurden von Pfarrer Reinhart Kraft übermittelt:

Etwa achtzig Menschen aus Lichtenrade waren am vergangenen Wochenende zur sog. " Lichtenrader Klimakonferenz" ins evangelische Gemeindehaus gekommen. Mit sichtlicher Betroffenheit nahmen die Besucher die Bilder und Zahlen aus dem Hauptvortrag des Abends auf. Wer das Abschmelzen der Polkappen auf Sattelitenfotos gesehen hat, der begreift, wie schnell die Erderwärmung um sich greift. "Wir haben nur noch einen kurzen Bremsweg. Es bleibt nicht viel Zeit, die Erderwärmung in einer grade noch erträglichen Grenze von unter 2 Grad Celsius zu halten.. Aber noch kann man etwas tun. Es ist durchaus möglich, den Energieverbrauch deutlich zu senken und doch gut zu leben. Dazu brauchen wir eine politische und persönliche Weichenstellung hin zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien." Das war im Kern die Botschaft des Referenten Jörg Haas von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Danach diskutierten die etwa achtzig Teilnehmer am Freitag und am Samstag mit Sachverständigen über Themen wie Gebäudeenergieeffizienz, das Für und Wider von Biokraftstoffen, den Einsatz von erneuerbare Energien, über Stromanbieter und eine Klimasteuer für den rasant steigenden Flugverkehr. Zum Schluss rangen die Teilnehmer der Versammlung mit Leidenschaft und Schärfe um eine Erklärung, in der zum Ausdruck kommt, was jetzt zu tun ist. Diese Erklärung wurde im Ökumenischen Gottesdienst am Sonntag in der katholischen Salvator- Kirche verabschiedet und hat folgenden Wortlaut:

 

Erklärung der "Klimakonferenz Lichtenrade" Januar 2008

Gott hat uns unsere Erde anvertraut, damit wir uns mit allen unseren Mitgeschöpfen an ihr freuen und sie pflegen wie einen schönen Garten. Wir sind vor Gott und vor den Menschen für diese Erde verantwortlich und können nicht länger die Augen davor verschließen, dass das Leben auf dieser Erde ernsthaft in Gefahr ist. Unser Klima kann den Ausstoß von Treibhausgasen nicht mehr ertragen. Mit unserem Energieverbrauch und unserem Konsum sind wir alle beteiligt an der Erderwärmung. Darum ist es Zeit für einen tiefgreifenden Wandel in unserer Lebensweise. Wir halten es für ein Gebot der Nächstenliebe, für eine entschlossene Klimapolitik einzutreten und unseren Energieverbrauch zu senken.

Für unser eigenes Leben machen wir uns folgende Schritte ganz oder teilweise zu eigen:

  • Wir prüfen beim Kauf von Geräten und Fahrzeugen, ob wir sie wirklich brauchen, und achten auf deren Energieverbrauch und Langlebigkeit.
  • Beim Kauf von Lebensmitteln bevorzugen wir Bioprodukte mit kurzen Transportwegen.
  • Als Hausbesitzer lassen wir uns auf eine Gebäudeenergieberatung ein.
  • Wir wählen einen Stromlieferanten aus, der überwiegend Strom aus erneuerbaren
    Energien anbietet und zu deren Ausbau beiträgt.
  • Wir fragen uns bei jeder Reise, ob wir sie wirklich antreten wollen, und nutzen bei Fernreisen, wo immer möglich die Bahn.
  • Bei Fahrten in der Stadt lassen wir das Auto stehen und nehmen Bahn, Bus oder das Fahrrad.

Unsere Vertreter im Deutschen Bundestag fordern wir auf,

  • die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien verstärkt zu fördern,
  • ein generelles Tempolimit auf Autobahnen einzuführen,
  • die KFZ-Steuer am CO2 Ausstoß zu bemessen,
  • den Flugverkehr mit einer spürbaren Klimasteuer zu belegen
  • sowie den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu bringen.

Den Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin fordern wir auf,

  • bei der BVG für eine preislich attraktive Familien-Umweltkarte zu sorgen.

Wir bitten die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof - Schöneberg,

  • die verkehrstechnischen und klimarelevanten Konsequenzen einer Straßenbahn zwischen Alt-Mariendorf und Lichtenrade zu prüfen,
  • die großen Wohnungsgesellschaften in Lichtenrade bei einem "runden Tisch" zu Maßnahmen der Kraft-Wärme-Kopplung zu gewinnen.

Unsere Kirchengemeinden bitten wir,

  • für alle ihre Gebäude eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen,
  • konsequent Recyclingpapier zu verwenden,
  • ein Solardach zur Stromerzeugung als Demonstrationsobjekt zu installieren.

Salvator Kirche Berlin-Lichtenrade am 27. Januar 2008

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Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de!
Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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