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Neu in Lichtenrade: „Kinderhof Lichtenrade“

Am 22. Januar 2015 lud der Tannenhof Berlin-Brandenburg e. V. die verschiedenen Vernetzungspartner zur Facheröffnung vom „Kinderhof Lichtenrade“ ein. Vor über einem Jahr erfuhr der soziale Träger, dass der ehemalige „Lichtenrader Hof“, ein Restaurant mit Biergarten, zu verkaufen ist. Kurz entschlossen griff der Träger zu und hat im letzten Jahr innerhalb der Gebäude viel umgebaut und eine neue freundliche Jugendhilfeeinrichtung geschaffen.

Zwei Tagesgruppen für Kinder im Grundschulalter sind vom Dorfteich einige hundert Meter weiter nach Alt-Lichtenrade 78 gezogen. Weitere Tagesgruppen gibt es in der alten Feuerwache, die sich auch in Alt-Lichtenrade befindet, und in einem Bauernhof in Marienfelde. Insgesamt hat der Tannenhof fünf Tagesgruppen.

Im vorderen Gebäudeteil, wo früher Pensionsgäste übernachteten, wurde eine zweite Wohngruppe für Kinder aufgemacht. Diese „Wohngruppe Kinderhof“ deckt eine 24 Stunden Betreuung ab und bietet Platz für 8 Kinder mit einem intensivtherapeutischen Betreuungsbedarf. Die zweite Wohngruppe „Haus am Hügel“ wurde im Mai 2011 in Lichtenrade eröffnet. Der Träger Tannenhof Berlin-Brandenburg hat in der Lichtenrader Mozartstraße seinen Ursprung. Im Jahr 1979 wurde dort eine Suchttherapieeinrichtung eröffnet, in der die Mitnahme von Kindern suchtkranker Eltern möglich war.

Der „Kinderhof Lichtenrade“ weitet mit der Eröffnung das Jugendhilfeangebot aus und stellt es mit neuen Räumlichkeiten auf eine zuverlässige Grundlage.

Begrüßt wurden die Gäste vom Geschäftsführer des Trägers, Dipl. Psychologe Horst Brömer (Foto re. mit Dipl. Psych. Klaus Seifried) , und der Fachteamleiterin Babett Schott.

In der Eingangshalle des Tagesgruppengebäudes versammelten sich die Besucher.


Der Vorstandvorsitzende vom Tannenhof, Dr. Bert Flemming, erzählte anschaulich, wie es zum Kauf der Einrichtung kam. Lange Zeit zu Überlegen gab es nicht, da der Verkauf an Dritte fast schon perfekt war. Die Voreigentümerin, die auch der Eröffnung beiwohnte, war jedoch vom Tannenhof-Konzept so überzeugt, dass der Zuschlag an den Jugendhilfeträger ging.

Beim Rundgang durch die Einrichtung zeigte sich die Voreigentümerin über die Umbauten sehr angetan.


Der Gastredner Jugendstadtrat Oliver Schworck wünschte den Mitarbeitern der neuen Einrichtung viel Erfolg. Der Stadtrat zeigte in seinem Grußwort die Entwicklung des Trägers und dessen Angebote auf und gab so einen ausführlichen historischen Abriss: „Der Tannenhof ist ein ´gebürtiger´ Lichtenrader, denn er hat den Ursprung in der Mozartstraße.“ Mit dem Jugendamt und den zuständigen Senatsverwaltungen werden in enger Kooperation die Fachkonzepte des Trägers abgestimmt. Schworck führt aus: „Die hohe Fachlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tannenhofs wird geschätzt.

Babett Schott (lks) mit Jugendamtsvertreter/innen
Seit Jahren befinden sich beide, Jugendamt und Tannenhof, in einem regelmäßigen Qualitätsdialog, von dem beide Seiten profitieren. Hervorzuheben ist die seit vielen Jahren bestehende und hervorragende Zusammenarbeit mit dem Tannenhof.“

Schulrätin Gabriele Langel-Carossa hielt einen Kurzvortrag über die erfolgreiche Zusammenarbeit der Schule mit den Tagesgruppen. In der neuen Einrichtung werden die Kinder der dortigen Tagesgruppen und der zwei stationären Wohneinrichtungen beschult.

Für die Durchführung der Beschulung gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit Lichtenrader Schulen. Von der Annedore-Leber-Grundschule war auch Schulleiterin Tamara Adamzik und der Leiter des Schulpschologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg,Dipl. Psych. Klaus Seifried, Gast bei der Eröffnung.

Die Leiterin der Tages- und Wohngruppen für Kinder, Babett Schott, erläuterte das pädagogische Konzept, bevor sie einigen Kindern symbolisch einen gebackenen Schlüssel zur Einrichtungseröffnung übergab.

Der süße „Schlüssel“ wurde von Stadtrat Schworck und Dr. Bert Flemming angeschnitten und fand reißenden Absatz.


Neben dieser Leckerei beköstigte der Küchenmeister vom Tannenhof, Daniel Schade, mit seinen bekannten lukullischen Zaubereien die Gäste. Die Küche vom Tannenhof beliefert ihre Einrichtungen regelmäßig mit Mittagessen.



So gestärkt konnte man sich die Räumlichkeiten der Tagesgruppe einschließlich der vier kleinen Klassenräume und die Zimmer der Kinder in der Wohngruppe ansehen. Die meisten Kinder öffneten gerne ihre Räume für die Besucher.

Damit der Start der Einrichtung gut gelingen möge, ließen im Hof der Einrichtung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Tannenhof, sowie die Gäste bunte Luftballons in den Himmel steigen. Der Hof, der jetzt noch das alte Ambiente hat, wird in der nächsten Zeit noch kindgerecht umgestaltet.

Thomas Moser (auch Fotos)

Rede zur Facheröffnung des Kinderhofs Lichtenrade am 22.1.2015 von

Gabriele Langel-Carossa, Schulrätin für Grund-und Sonderschulen in Tempelhof/Schöneberg:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

Bruno Bettelheim (amerikanischer Psychoanalytiker 1903-1990) schrieb schon 1979 „Liebe allein genügt nicht“ und bezog diese Äußerung auf Kinder, die aufgrund psychischer Störungen im normalen Alltag nicht mehr zurechtkamen.

Ist denn in der Erziehung die vielbesprochene Liebe und Zärtlichkeit gemeint oder ist diese Liebe eine eher weniger dramatische Bereitwilligkeit, es sich einige Mühe kosten zu lassen, auf die ausgesprochenen oder unausgesprochenen Bedürfnisse des Kindes einzugehen?

Die modernen Lebensumstände machen es Eltern schwer, ein Milieu zu schaffen, in dem sich sowohl ihre eigenen legitimen Bedürfnisse als auch die Bedürfnisse ihrer Kinder relativ leicht befriedigen lassen. Darum ist Liebe allein nicht genug sondern sie muss von Seiten der Eltern durch absichtliches Bemühen ergänzt werden. Aber immer mehr Eltern ermüden in diesem Kampf, das Leben für ihre Kinder in einer Welt unverständlicher Eindrücke vernünftig einzurichten. Viele erschöpfte Eltern müssen feststellen, dass sie sich nicht mehr die Mühe machen, z.B. die Medien abzustellen und die Konzentration des Kindes auf das Miteinander zu lenken. Es ist weitaus mühsamer das „nein“ durchzusetzen. Es ist einfacher, das Kind wegzusperren, es sich selbst und seinem Medienkonsum zu überlassen.

Es wäre so wichtig, das Kind seine Entdeckungen und Erfahrungen machen zu lassen. Für die Eltern besteht die Ausgabe unter anderem darin, die Fantasie zu nutzen, das Kind vor gefährlichen Situationen zu schützen.

Wird das Kind nur reglementiert oder weggeschickt, verliert es die Freude am Entdecken und an seiner eigenen Entdeckerfreude.

Die Hauptaufgabe in dieser Einrichtung besteht darin, gebrochene, kleine Persönlichkeiten zu ermutigen, ihre Kreativität und Phantasie wieder zu entdecken und weiter zu entwickeln.

Mein Start hier in Berlin 2012 begann damit, dass ich zunächst eine „Besichtigungstour! Durch die Einrichtung machte und mir damit ein Bild machen konnte, in welchen Räumen die Kinder lebten. Dem folgten viele Gespräche mit Frau Schott und Frau Deparade, die ich hier stellvertretend für alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nennen möchte.

Ich saß in Hilfekonferenzen, in denen Lebensumstände deutlich wurden, die ein schnelles Reagieren erforderten, sprich eine Aufnahme in TaLi. So lernte ich „unkonventionelle“ Zusammenarbeit kennen. Wir verständigten uns darüber, was diesen Kindern fehlte und wie eine mögliche Unterstützung aussehen könnte. Hier lernte ich den fachlichen Rat von Frau Schott und Frau Deparade (als Projektleiterin des schulischen Teils dieses Projektes) schätzen.

Anfänglich trafen wir uns halbjährlich in größerer Runde in den Steuergruppen, in denen wir diskutierten, wie die Institution TaLi mehr im Bezirk verankert werden könnte, mehr Ressource zur Verfügung gestellt werden könnte, insbesondere im Schulbereich.

Dieses Projekt steht in Zeiten der Inklusion im Spannungsfeld von Aussonderung versus integrativer Beschulung.

Wie am Anfang erwähnt, stellte Bruno Bettelheim schon in den 70 gern die überforderten Eltern dar. Mit fortschreitender Digitalisierung, mehr Stress am Arbeitsplatz, eine erhöhte Arbeitslosigkeit nimmt die Problematik der Verhaltenskreativität der Kinder zu.

Ich konnte hier erleben, dass es eine enge Verzahnung zwischen Schule und Träger gab, hier seien die beiden Schulleitungen Frau Peters-Brose und Frau Adamzik erwähnt, die durch unermüdliches Engagement dieses Projekt unterstützen und immer wieder darauf achten, dass entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen.

Schon frühzeitig kündigte Frau Schott diesen Umzug an und bereitete die Steuergruppe im Rahmen einer Besichtigungstour auf dieses Areal vor.

Ich bin froh, dass wir Dank intensiver Zusammenarbeit, manchmal über sehr kurze Wege, den Kindern hier neue Lebenswelten eröffnen können, dass die Pädagoginnen und Pädagogen, die hier arbeiten, den Kindern immer wieder den Weg in die Normalität ermöglichen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten für ihr Engagement, für ihren Mut und ihr Vertrauen in die Kinder und ihre Eltern danken.

In diesem Sinne freue ich mich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.

Über mich
Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de!
Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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