Kanzlerkandidat diskutiert mit Schülern vom Ulrich-von-Hutten-Gymnasium

20. März 2012 Zum winterlichen Frühlingsanfang kam der SPD-Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück, nach Lichtenrade. Rund 180 Schüler und einige Lehrer haben sich in der Aula des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums (UvH) versammelt, um mit Peer Steinbrück zu diskutieren.

Peer Steinbrück hört aufmerksam zu...


Lehrer Michael Dannenberg mit Peer Steinbrück im Gespräch.

Erst vor Kurzem kam der Lehrer Michael Dannenberg mit einer 9. Klasse der UvH beim Wahlpflichtkurs Sozialwissenschaften auf die „Schnapsidee“, dass man Peer Steinbrück einladen sollte. Anlass war, dass aus einer italienischen Partnerschule aus Assisi Austauschschüler erwartet wurden und der Kanzlerkandidat sich gerade über den Wahlausgang in Italien in der sogenannten Klartext-Rede pointiert geäußert hatte ("Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben."). Michael Dannenberg hat sich von Äußerungen der Kollegen „Das klappt doch sowieso nicht; der hat doch soviel andere Termine!“ nicht abschrecken lassen. Und der junge Lehrer hatte Erfolg! Trotz der vielen Wahlkampftermine sagte Steinbrück spontan zu.

Peer Steinbrück wird vor der Tür von Schulleiter Thomas Hungs empfangen.
Gegen Mittag traf der Kanzlerkandidat in Lichtenrade ein. Der Schulleiter Thomas Hungs begrüßte Peer Steinbrück herzlich. Steinbrück nahm sich achtzig Minuten Zeit, um in aller Ruhe mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.


Souverän moderiert wurde die Diskussion von Elena Kochler und Julius Kosack (beide 16), an der auch die italienischen Austauschschüler teilnahmen. Die Schüler, die den Leistungskurs Politikwissenschaft (PW) besuchen, gaben einen kurzen Überblick über die politische Laufbahn des Politikers, stellten einige Fragen und eröffneten dann die Diskussionsrunde. Von den Schülern waren die 9. und 10. Klassen, sowie die PW-Leistungskurs-Schüler vertreten.


Auf die Frage, warum sich Jugendliche politisch engagieren sollten, war die Position von Steinbrück eindeutig: „Es ist nicht alles selbstverständlich. Daher ist es wichtig mitzuwirken, sonst bestimmen Andere!“ Für Peer Steinbrück ist es dabei klar, dass man als Politiker „nicht immer cool“ von Jugendlichen gesehen wird. Der Kanzlerkandidat sieht aber auch, dass Parteien Projekte und Themen, auch im digitalen Bereich, anbieten müssen: „Die Parteien werden sich ändern müssen!“ Eindeutig ist die Haltung von Steinbrück dann, wenn die Meinung zu Parteien in „Gleichgültigkeit und sogar Verachtung“ übergeht: „Dann kriegen sie mich am Hals!“ In der Politik muss man halt, wie im Alltag, Kompromisse finden, führt der Gast aus. Von Gleichgültigkeit war bei den jungen Schülerinnen und Schülern aber nichts zu merken. Sie fragten auch engagiert nach.


Auf eine Nachfrage einer Schülerin, zur mangelnden Transparenz in der Politik, sagt der SPD-Mann, dass „erklären, erklären, erklären“ wichtig ist: „Wichtig ist aber auch, dass von Politikern ehrliche Ansagen gemacht werden, dass man freimütig ist und Keinem zu Munde reden darf.“ Diesen Eindruck hinterließ Steinbrück keinesfalls bei seinen jungen Zuhörern!


Als Hauptthema hatten sich die Schüler auf „Europäische Perspektiven - Was hat die Jugend von Europa?“ vorbereitet. Somit sollte Bildung und Jugendarbeitslosigkeit im Vordergrund stehen. Bei Nachfragen von der italienischen Gruppe zur Europapolitik und der Schuldenkrise appellierte Steinbrück an die Verpflichtung der anderen Länder, sich auch auf nachhaltige Strukturveränderungen einzulassen: „Es ist immer eine Verpflichtung von beiden Seiten!“ Für die italienischen Schüler übersetzte eine Lehrerin die Redebeiträge. Die Nachfrage eines Schülers zum geschichtlichen Bezug und zur Gefahr von Faschismus fand Steinbrück in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Nicht ohne Grund sagt man „Not frisst Demokratie.“ Peer Steinbrück betont, dass die „Dosis beim Sparzwang“ wichtig ist.


Er betont aber auch, dass das Engagement in der Lokalpolitik bedeutsam ist. Weitere Fragen gingen darum, warum man als Jungwähler die SPD wählen sollte und um gesellschaftliche Verteilungsfragen.


Steinbrück kam in dem Gespräch so rüber, wie man ihn aus den Medien kennt. Die befragten Schülerinnen und Schüler äußerten sich alle positiv über den Auftritt des Kanzlerkandidaten. Obwohl der Schulbesuch einer der ersten Termine im Wahlkampf war, hat Peer Steinbrück die Diskussion in keine parteipolitische Veranstaltung abgleiten lassen. Ein Hauptanliegen des Politikers war die Stärkung der Demokratie.

Als kleines Dankeschön erhielt der Gast ein rotes T-Shirt.

Für die UvH, an der bereits der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, sein Abitur abgelegt hat, war es jedenfalls etwas ganz Besonderes, dass Peer Steinbrück Gast war. Wenn es nach dem Schulleiter Thomas Hungs gehen würde, kann Steinbrück nach der Wahl gerne wieder kommen.

Thomas Moser (auch Fotos)

Der Bericht auf der SPD-Website:
http://www.spd.de/aktuelles/93754/20130320_peer_schule.html

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