CPYE e. V. - Die Amerika-Entdecker: ein bisschen wie Kolumbus

Die Tempelhofer Jugendorganisation, CPYE e. V. beziehungsweise der damals noch verantwortliche Paper Press e.V, entdeckte 1985 Amerika. Das war einige Jahre nach dem Seefahrer Christoph Kolumbus im Jahr 1492. Aber wie wir heute wissen, ist Kolumbus auch nicht der erste Entdecker von Amerika gewesen.

CPYE schaut nun auf 25 Jahre seit der Gründung des Vereins zurück. Am 26. August 1988 erfolgte die Vereinsgründung durch Bernd Puhlmann und Ed Koch.

CPYE (ausgesprochen si, pi, wai, i) ist die Abkürzung der englischen Übersetzung des Vereinsnamens „Komitee zur Förderung von Jugendaustauschprojekten e. V.“

Jugendbegegnungen: Wie alles begann?

Aber der Reihe nach! Im Jahr 1978 besuchten junge Norweger Berlin und die Insel Schwanenwerder. Mit aktiven Jugendlichen aus dem Jugendfreizeitheim Mariendorf entstand eine enge Freundschaft, die sich durch jahrelange gegenseitige Besuche immer mehr festigte. Der Norwegenkontakt ist abgebrochen, da sich die Mitarbeiter aus Norwegen „zur Ruhe gesetzt haben.“

Bis 1988 war Paper Press für die Reisedurchführung der Berliner Jugendlichen zuständig, bevor dann CPYE gegründet wurde.

1984 „verschlug“ es einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins, Mathias Nitschke, nach Marion, Kansas, einer kleinen Stadt im „Wilden Westen“. Er wohnte bei der damaligen Bürgermeisterin, Peggy Blackman, des Ortes, die dann die erste Einladung an Berliner Jugendliche in den Osterferien 1985 organisierte.

In den Erinnerungen von Ed Koch ist nachzulesen: „Allein aus der Idee, Mathias in Kansas lediglich besuchen zu wollen, entstand unser USA-Engagement.“


2006 Denver:  stehend 2. v. links Regina Körper (langjährige Projektleiterin), 3. v. links Andie Kraft (Vorstandsmitglied), 4. V. links Nancy Brooks (langjährige damalige Organisatorin), 5. v. links Ed Koch, 6. v. links Zach Brooks (Begründer der Jugendbegegnungen mit Denver) Foto:CPYE


2012 Denver:  1. v. rechts Ed Koch (Ehrenvorsitzender und ehem. Vorsitzender), 2. v. rechts Andie Kraft (Vorstandsmitglied), 4. v. rechts Mathias Kraft (Projektleiter). Hintere Reihe 1. v. links Christian Körper (Projektleiter), 2. v. links Chris Landmann (ehem. Vorstandsmitglied), 3. v. links Reiner Hanke (Vorstandsmitglied). Vordere Reihe 1. Und 2. v. links Darryl und Marjorie Hudspeth (die amerikanischen Organisatoren) und in der Mitte Michael Hancock (Bürgermeister von Denver). Neben der Jugendbegegnungsreise hatte CPYE aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der Begegnungen mit Denver eine Delegationsfahrt gemacht und einen Termin beim Bürgermeister bekommen (Foto:CPYE)
1992 kam ein weiteres USA-Projekt mit Ken Caryl, einem Vorort von Denver, Colorado, zustande. Die dritte Jugendbegegnung im Jahr 1995 führte dann nach Buffalo im US-Bundesstaat New York. Seit der Zeit gab es schon x Reisen mit x Jugendlichen. Die Jubiläumsreise, nach 25 Jahren USA-Jugendbegegnungen, ging dann 2010 nach Ken Caryl und San Francisco. Das war dann die 39ste Begegnungsreise. Im Jahr 2013 wurde für die Statistik bereits die 42. USA-Reise notiert. Etwas über 500 Teilnehmer nahmen alleine an den Reise über den großen Teich teil.

Reisen bildet!

An den Jugendbegegnungsreisen können Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren teilnehmen. Die Reisen werden von zwei ehrenamtlichen Jugendgruppenleitern begleitet. Den Jugendlichen ist bewusst, dass es sich um keine reine Ferienreise handelt. Aber die Fahrten sind auch nicht mit Vorträgen und Besichtigungen vollgestopft. Der Schwerpunkt ist jedoch das Leben in der Gastfamilie, das von fast allen Teilnehmern geradezu überschwänglich beurteilt wird.

Nach der Farewell-Party am Schluss der Reisen sind dann nicht nur die vielen Kalorien der großen Torte zu verdauen, sondern auch die vielen neuen Eindrücke.

Bis 1999 wurden auch Reisen für Erwachsene angeboten. Ed Koch erinnert sich noch gerne an die Besuche im ARD-Studio Washington mit Wolf von Lojewski oder dem RIAS-Korrespondenten Armin Amler in Malibu. Koch beschreibt die Schwierigkeiten mit der damaligen Jugendamtsleitung und den Bemühungen, einen Zuschuss aus dem Bundesjugendplan in Höhe von 8.500 DM zu erhalten: „Sollte ich jemals meine Memoiren schreiben, werde ich den Briefwechsel veröffentlichen.“ Ed Koch betont aber die gute Zusammenarbeit mit der Senatsjugendverwaltung.

2007 NBC: Besuch der Gruppe im NBC-Studio Denver. Hintere Reihe stehend 3. v. rechts Bernd Puhlmann (Vorstandssprecher), vordere Reihe 1. V. rechts Chris Landmann (damaliges Vorstandsmitglied)-Foto CPYE
USA-Sucht: Eine Sucht, die nicht heilbar ist!

Ed Koch beschreibt das besondere Gefühl seiner vielen USA-Reisen, das er nicht richtig einordnen kann. Zurzeit befindet er sich in USA-Pause: „Auch nach der 35sten Landung auf dem amerikanischen Kontinent wurde dieses aufregende Gefühl nicht zur Routine. Vielleicht bin ich USA-süchtig. Ich hoffe, dass dies nicht heilbar ist.“

Auch Chris Landmann, dessen Mutter ihn 1996 auf eine kleine Anzeige von CPYE in einer Zeitung hinwies, ist bei CYPE und Amerika hängengeblieben: „Für mich sind die USA mittlerweile zur zweiten Heimat geworden.“ Besonders betont Landmann die spürbare Freundschaft nach dem 11. September 2011: „Trotz aller Oberflächlichkeit, die den Amerikanern nachgesagt wird und die auch real erlebbar ist, wiegt die Offenheit und Gastfreundschaft, die unseren Jugendlichen und Projektleitern jedes Jahr aufs Neue entgegengebracht wird, positiv.“

So wie bei Chris Landmann, lesen Eltern und Großeltern von CPYE und machen ihre Kinder und Enkel darauf aufmerksam. Aber trotz Förderung kostet so eine Reise immerhin rund 1.400 Euro (ohne Taschengeld). Das kann sich nicht jeder leisten. Manchmal hilft ein besonderer Anlass, wie der achtzehnte Geburtstag oder das bestandene Abitur, um beim familiären Sponsoring der Jugendlichen so großzügig zu sein.

Seit 1997 hat CPYE auch die Trägerschaft über den jährlichen bezirklichen Rocktreff und das Spielfest übernommen.

Zum jetzigen Vereinsvorstand gehören Bernd Puhlmann, Andi Kraft und Reiner Hanke. (FOTO: BerLi-Press)

Reiner Hanke, Vorstandsmitglied, hat uns zum Jubiläum folgendes Interview gegeben.

Was macht CPYE so einzigartig?

Reiner Hanke: Wir sind ein kleiner, aber feiner anerkannter freier Träger aus ehrenamtlichen Aktiven und einer der wenigen Vereine in Berlin, der Jugendbegegnungen mit den USA organisiert.

Welche ganz besonderen Erlebnisse verbinden sie mit den USA-Reisen?

Welches ganz besondere Erlebnis verbinden Sie mit den USA-Besuchen? 

Reiner Hanke: Die Erfahrungen beim Aufenthalt in den Gastfamilien sind unvergleichlich, die Einblicke in die amerikanischen Lebensverhältnisse unbezahlbar. Da zehrt man ein Leben lang von. Die Beziehungen mit unseren amerikanischen Organisatoren und Gesprächspartnern sind sehr herzlich und persönlich, so dass über die Jahre echte Freundschaften entstanden sind.

Was wünschen Sie sich für CPYE in der Zukunft? 

Reiner Hanke: Genug engagierte deutsche und amerikanische Freiwillige, damit wir die Jugendbegegnungen fortführen können.

Wir wünschen CPYE noch viele erfolgreiche Jahre mit Jugendbegegnungen!

Es werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die nächste Fahrt gesucht: Ostern…vom 11 bis 27. April 2014 

Thomas Moser

Alles über den Jugendaustausch: www.cpye.de

Bericht und Fotos vom Jubiläumsfest am 24. August 2013

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Über mich
Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de!
Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
Mehr über mich
Archiv
21Publish - Cooperative Publishing