10 Jahre Ökumenische Umweltgruppe in Lichtenrade

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade wurde am 17. Januar 2017 zum Neujahrsempfang eingeladen.

Ein würdiger Rahmen war es, der Festakt im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in der Goltzstraße. Gekommen waren die verschiedensten Vernetzungspartner und Freunde der Umweltgruppe. Bevor man mit dem Sektglas auf das Jubiläum der Gruppe anstieß, war ein inhaltlicher Rück- und Ausblick vorgesehen.



Ein klassisches Quartett stimmte auf den Abend ein.

Der evangelische Pfarrer im Ruhestand, Reinhart Kraft, vermittelte im Rückblick, welche Triebfeder zur Gründung der Umweltgruppe ausschlaggebend war: Wir waren eine Handvoll Leute und lasen den Klimabericht der Vereinten Nationen. Wir waren erschrocken, was da auf unsere Erde zukommen kann. Wir begannen zu begreifen, dass da etwas aus dem Ruder läuft mit unserer Wirtschaft, mit unserem Konsum und mit unseren Lebensgewohnheiten. Und wir versuchten, uns der Frage zu stellen: was bedeutet in diesem Fall Umkehr zu Gott?“

Es kam zu einer engen Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Gemeinde in Lichtenrade. Im Januar 2008 endete eine selbst organisierte  „Klimakonferenz“ mit Empfehlungen an die Bezirkspolitik, an die eigene Gemeinde und den persönlichen Lebensstil. Diese lokale „Klimakonferenz“ setzte sich u.a. dafür ein, die ehemalige Straßenbahnverbindung zwischen Alt-Mariendorf und Lichtenrade wieder in Betrieb zu nehmen und zum BER weiterzuführen. Auch die Solaranlage auf dem Dach des Gemeindehauses Goltzstraße geht auf diese Klimakonferenz zurück.

Auf der Website der Umweltgruppe wird aufgezeigt, das die Dinge, die sich damals die Gruppe ins „Stammbuch“ geschrieben hat, auch heute noch wichtig sind. So wurde der Kauf von Biolebensmitteln, Wahl von Stromlieferanten mit erneuerbaren Energien und möglichst energiebewusste Entscheidungen der Verkehrsmittel auf Reisen aber auch in der Stadt als wichtige Dinge erkannt: „Bei Fahrten in der Stadt lassen wir das Auto stehen und nehmen Bahn, Bus oder das Fahrrad.“

Beim Festakt wurden dann Ausschnitte des Films "Before the flood" (dt. Version), einem aktuellen Film (Oktober 2016) zum Klimawandel von Leonardo diCaprio gezeigt.

Ein wichtiges Thema des Abends war natürlich Lichtenrade und wie es mit der Bahnhofstraße weitergeht.


Die Gruppe setzte sich von Anfang an auch mit der lokalen Situation auseinander: „Als bekannt wurde, dass vor dem S-Bahnhof ein unverhältnismäßig großes Einkaufszentrum hingesetzt werden sollte, setzte sich die Umweltgruppe intensiv mit der Stadtplanung für den Ortsteil Lichtenrade auseinander. Hierzu gab es Vorträge und Bürgerversammlungen und Workshops. Mit mehrfachen Führungen durch die alte Mälzerei machte die Umweltgruppe auf dieses Baudenkmal aufmerksam und drängte auf eine sozialverträgliche Nutzung. All dies führte dazu, dass das Bezirksamt die Planung dieses Areals in Angriff nahm und dabei die Bürger und Bürgerinnen in Lichtenrade beteiligte.“ Die Umweltgruppe mischt sich nach wie vor intensiv in die Diskussion um die Verbesserung der Bahnhofstraße ein: „Diese Straße ist in unseren Augen ein kostbarer Begegnungsraum, den man so einladend wie möglich gestalten sollte. Dazu gehört, dass alle Verkehrsteilnehmer -Fußgänger, Radfahrer und Autos- sich gleichberechtigt und sicher fortbewegen können. Mit dieser Vision im Kopf hat die Umweltgruppe bisher dreimal das „Frühstück auf der Bahnhofstraße“ und einmal das „Modefrühstück vor der Mälzerei“ veranstaltet.“

Bei der Entwicklung in der Bahnhofstraße geht es auch um die Entwicklung der Alten Mälzerei. In den vergangenen Monaten ist die Mälzerei mehr und mehr zum kulturellen Anziehungspunkt in Lichtenrade geworden. Verschiedene Konzerte, Kinoabende und ein Weihnachtssingen wurden möglich gemacht. Hier waren auch verschiedene Gruppen, zum Beispiel das Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade, mit Unterstützung des Aktiven Zentrums aktiv. Der neue Eigentümer der ehemaligen Mälzerei, Thomas Bestgen, war auch beim Neujahrsempfang dabei. Durch ihn wurden diese Zwischenlösungen unkompliziert möglich gemacht. Zurzeit wird ein Nutzungskonzept für die Alte Mälzerei mit Unterstützung des Aktiven Zentrums Bahnhofstraße Lichtenrade erarbeitet.

Die Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade ist ein Kreis von fünfzehn Leuten, die sich regelmäßig treffen und austauschen: „Neue Gesichter sind sehr willkommen.“

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Thomas Moser

https://www.oekumenische-umweltgruppe-lichtenrade.de

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