Ein junger Politiker in der Bezirkspolitik: Lichtenrade hat eine große Chance!

Vor einem Jahr ist der junge CDU-Politiker Patrick Liesener (26) in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Tempelhof-Schöneberg nachgerückt. Auf seiner Webseite betont er, dass ihm der Ortsteil Lichtenrade besonders am Herzen liegt. Die letzten 4 Jahre wohnte er in Lichtenrade, nachdem er direkt an der Bezirksgrenze Buckow/Lichtenrade groß geworden ist. Neben dem Gesamtbezirk ist ihm Lichtenrade jedoch nach wie vor wichtig, obwohl er erst vor einigen Wochen mit seiner Frau zurück nach Buckow gezogen ist. Hier hat das junge Paar dann das passende Zuhause gefunden.

Mittlerweile hat Patrick Liesener schon sein 10-jähriges CDU-Parteijubiläum feiern können. So eine „Ochsentour“ sieht dann im Lebenslauf so aus: Eintritt in die CDU und in die Junge Union im Jahr 2005, in mehreren Funktionen in der Jungen Union, auch berlinweit, Bürgerdeputierter im Gesundheitsausschuss und im Jahr 2014 dann in die BVV nachgerückt. Viele Zwischenstationen lagen noch dazwischen.

Seine schulische Laufbahn schloss Patrick Liesener in der Marienfelder Gustav-Heinemann-Schule ab und war in dieser Zeit auch Vorsitzender des Bezirksschülerausschusses: "Ich war noch der letzte Jahrgang, der mit Karl Pentzliehn (Redaktion: ehemaliger langjähriger Schulleiter) das Abitur machen durfte. Bei ihm hatte ich auch den Politik-Wissenschafts-Kurs."

Das Interview mit Patrick Liesener

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Wo war bei Ihnen der "Trigger-Punkt" für den Start in die Politik?

PATRICK LIESENER: Es fing bei mir schleichend vor 10 Jahren an, kurz bevor ich in die CDU eingetreten bin. Meine Verwandten sind sich bei großen Familientreffen bei der Politik oft in die Haare gekommen. Ich wollte dann nicht nur diskutieren, sondern mitmachen. Da hat mein Vater gesagt: Schau dir alle Parteien an, bevor du dich für eine entscheidest. Das habe ich dann auch wirklich gemacht. Dann bin ich in Tempelhof bei der Jungen Union gelandet. Da war der jetzige Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak Kreisvorsitzender der Jungen Union. Es war kurz vor dem Wahlkampf. Das hat mir gut gefallen. Eine meiner ersten Aktionen war, Plakate im Innenhof des Rathauses Schöneberg zu kleistern. Die Schule hat aber beim Interesse für Politik schon eine große Rolle gespielt. In die Gustav-Heinemann-Schule wurden viele Politiker zu Gesprächen eingeladen. Eines meiner ersten Gespräche, bei denen ich teilnahm, war in diesem Zusammenhang mit Angela Merkel, als sie CDU-Parteivorsitzende war. Man merkt dann schon schnell, in welche Richtung man sich eher hingezogen fühlt.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Haben Sie Schwerpunkte in der Politik?

PATRICK LIESENER: Ja, ich war vor meiner BVV-Zeit schon einige Jahre Bürgerdeputierter im Gesundheitsausschuss. Dies wollte ich als Bezirksverordneter gerne weitermachen, weil ich da schon Erfahrung mit einigen relevanten Themen hatte. Gerade die Gesundheitspolitik auf kommunaler Ebene ist für mich ein unterschätztes Themengebiet. Es ist ein breites Gebiet, das fängt bei Einschulungsuntersuchungen des Gesundheitsamtes an und hört bei Legionellen-Richtlinien von der EU auf. Der zweite Schwerpunkt ist der Stadtentwicklungsausschuss. Das hat sich mit meinen Schwerpunkt Lichtenrade gut verbunden, als es mit dem ISEK-Verfahren (Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts für die Aufnahme der Lichtenrader Bahnhofstraße in das Förderprogramm „Aktive Zentren“ -AZ) und den einzelnen Bürgerkonferenzen losging.

Ich sehe in diesem Verfahren Probleme, weil sich da viele Menschen nicht mitgenommen fühlen. Da gibt es viele Kommunikationsbarrieren. Für mich ist es wichtig, dass man nicht erst große Hoffnung und Illusionen weckt. Enttäuschungen sind bei städteplanerischen Projekten nie ein guter Begleiter. Aufklärung kommt da manchmal zu kurz. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die die letzte Kampagne zum Bürgerhaushalt "Ran an die Bouletten" nennen. Da wurden aus meiner Sicht Erwartungen geweckt, die gar nicht einzuhalten waren.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Was macht mehr Freude und was nervt in der Bezirkspolitik?

PATRICK LIESENER: Was nervt, sind wirklich die knappen Kassen. Ich habe mich da für eine Straßenlaterne in der Carl-Steffeck-Strasse starkgemacht. Wir sprechen da über einen kleinen fünfstelligen Betrag. Die Gelder sind dafür einfach nicht da. Da kann ich mich noch soviel mit Einwohnern treffen. Ich versuche jetzt über einen anderen Weg an Gelder zu kommen. Das ist sehr mühsam. Und nervt manchmal. Aber was toll ist, dass man ganz konkret dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat, Dinge anpacken und bewegen kann. Das fängt bei solchen Dingen an, dass man auf Altkleidercontainer hinweist, die an bestimmten Stellen stören. Dann kann man schon den Stadtrat mal direkt ansprechen.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Ist die Auseinandersetzung in der eigenen Partei oder mit dem politischen Gegner anstrengender?

PATRICK LIESENER: Naja, politische Auseinandersetzungen finde ich immer dann anstrengend, in der eigenen Partei oder auch mit dem politischen Gegner, wenn die andere Seite nicht für Argumente offen ist.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Sie arbeiten beruflich im Bundestag?

PATRICK LIESENER: Ja, ich arbeite seit 2013 bei der direkt gewählten Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Familienministerin, Dr. Kristina Schröder, als persönlicher Referent. Ich bin aber eigentlich gelernter Medienkaufmann und habe beim Axel-Springer-Verlag gelernt und dort vier Jahre Online-Marketing im Bereich der Zeitung DIE WELT gemacht. Dann habe ich mich mal auf gut Glück beworben. Das hat dann auch geklappt.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Sie wissen auch, wie man politisch die Ideen "verkauft"?

PATRICK LIESENER: Ja, aus Marketing-Gesichtspunkten auf jeden Fall. Das ist für mich auch der Grund, warum ich als Bezirksverordneter entschieden habe -obwohl ich weiß, dass es eine Menge Arbeit macht- auch eine eigene Homepage zu betreiben. Das war bei mir von Anfang an der Anspruch. Denn es ist doch für die Wähler schön, wenn sie sehen können, was ich mache und für was ich mich einsetze, und dass ich nicht nur in den Sitzungen da bin.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Ihre Perspektive für die Zukunft? Berufspolitiker?

PATRICK LIESENER: Möchte ich nicht planen, weil das von ganz vielen Umständen abhängig ist. Ich kann es mir persönlich vorstellen, ja. Aber dann maximal Landesebene, weil ich nah dran bleiben will und der Gegend was zurückgeben möchte, in der ich gelebt habe und lebe. Das ist mir wichtig.

LICHTENRADER INTERNETZEITUNG: Abschließend für Lichtenrade… Wo sehen sie in der nächsten Zukunft -vielleicht in den nächsten zehn Jahren- Chancen und Möglichkeiten?

PATRICK LIESENER: Ich glaube, Lichtenrade hat eine ganz große Chance, weil es starke Initiativen und Menschen gibt, die sich sehr für den Ortsteil einsetzen. Wenn sich dann alle auf ihre eigenen Stärken konzentrieren, kann für Lichtenrade viel erreicht werden. Für mich hängt noch alles von der Entscheidung zur Dresdner Bahn ab und ich würde es begrüßen, wenn bald eine Entscheidung getroffen wird... die für mich natürlich am liebsten Tunnellösung heißt. Für die Lichtenrader ist die Klarheit wichtig. Es gibt nicht nur in Vereinen und Initiativen viele Ideen. Ich merke es auch in den sozialen Netzwerken, dass die Menschen viele Ideen und Vorstellungen zu Lichtenrade haben. Die lassen sich jedoch erst dann konkret umsetzen, wenn man an diesem Punkt Klarheit hat.

Mit Patrick Liesener sprach Kiezreporter Thomas Moser im Rahmen vom Rocktreff/Spielfest 2015


Vor Beginn der Bürgerkonferenz im Januar: Patrick Liesener mit Rainer Welz und Manfred Beck von der BI Lichtenrade-Dresdner Bahn (v.l.n.r.)

Bei der Bürgerkonferenz/Patrick Liesener ist ein gewählter Vertreter

Fotos: Thomas Moser

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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