Fairer Handel auch beim Wein- und Winzerfest

Den Veranstaltern des Lichtenrader Wein- und Winzerfestes ist neben den vielen Weinangeboten, besonderen Musikdarbietungen und kunsthandwerklichen Ständen, auch immer die Präsentation von Informationen von lokalen Initiativen wichtig.

Die BUND-Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg, der Veranstalter Family & Friends und die AG Bahnhofstraße e. V. wollen bei den Festen in Lichtenrade einen Schwerpunkt auf „Fairtrade“ legen. Sie haben sich auf vielfältige und hochwertige Fairtrade-Stände verständigt, an denen auch Verkostungen stattfinden. Hierbei kann der Zusammenhang zwischen dem Kauf fair gehandelter Produkte und der Verbesserung der Lebensqualität der Produzenten in den Erzeugerländern dargestellt werden.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bemüht sich seit einiger Zeit um den Titel „Fairtrade-Town.“

Doris Deom von BUND mit einer fair gehandelten Puppe (Maientanz 2015-Foto Thomas Moser)

Mit einem Informations- und Verkaufsstand ist die BUND Bezirksgruppe wieder am Lichtenrader Dorfteich dabei, wo sich Interessierte über das Sortiment des Fairen Handels und die Bezugswege informieren können. Auch hier und nicht zuletzt beim Fairtrade-Frühschoppen am Sonntag, den 13. September 2015 ab 12.00 Uhr, wird es eine Verkostung geben.

Weiteren Zuwachs erhält der Markt des Fairen Handels von Ethiquable mit ihrem vegan-vegetarischen Programm wie Marmeladen, Ölen, Snacks und Gebäck. Andere Fairtrade-Partner bringen Ledertaschen und Accessoires kubanischer Machart mit. Die Textilien sind von den Kunas direkt gekauft und fair gehandelt. Selbstentworfene Kleidung, Stoffbeutel und anderes entstehen aus fair bezogenen Stoffen, werden mit Siebdruck veredelt und beispielhaft dem breiten Publikum vorgestellt. Gerne werden Wunschtextilien bedruckt, egal welches fair gehandeltes Modell ausgesucht wird. Außergewöhnlicher Fairtrade-Schmuck und kleidsames Zubehör aus Fairem Handel wird aus Seide, Papier, Horn und Knochen, Tagua, Chirilla, Açai oder Baumwolle neu in Eigenproduktion oder im aufwendigen Upcycling-Verfahren hergestellt.

Und damit nicht genug! Ganz im Zeichen des Upcycling-Verfahrens stehen auch Wohnobjekte. Aus Lampen, Schränken, Tischen, Taschen und Bänken entsteht etwas antik Anmutendes, Gemütliches, Wohnliches oder Tragbares. Specksteingefertigte Tiere und Tierchen, Skulpturen und wohnliche Dekorationsartikel ergänzen das auf dem Markt des Fairen Handels dargebotene Sortiment. ToM

Wein- und Winzerfest am Dorfteich Lichtenrade

Freitag, 11. September 2015, 16.00 – 23.00 Uhr

Sonnabend, 12. September 2015, 12.00 – 23.00 Uhr

Sonntag, 13. September 2015, 10.00 – 20.00 Uhr

 

Hintergründe zu Fairtrade:

Wenn ein Bauer trotz harter körperlicher Arbeit seine Familie nicht ernähren kann, dann liegt das zum Teil auch an ungerechten Welthandelsstrukturen. Im Fairen Handel sind die Strukturen anders: Die Produkte werden zu fairen Bedingungen hergestellt und exportiert. Beim Fairen Handel geht es nicht nur um den Warenhandel, sondern es geht auch darum, auf politischer Ebene für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Zwar ist der Faire Handel nicht die Lösung für alle Probleme dieser Welt, aber er bietet benachteiligten Produzenten eine Möglichkeit, ihre Produkte unter fairen Bedingungen zu vermarkten.

Viele verbinden mit dem Fairen Handel die Zahlung eines fairen Preises. Damit ist gemeint, dass für bestimmte Produkte ein Fairtrade-Mindestpreis garantiert wird. Für diese Produkte muss der Preis immer gezahlt werden – egal, wie niedrig der Weltmarktpreis liegt. Darüber hinaus wird für viele Produkte auch eine Fairtrade-Prämie bezahlt. Die zu Genossenschaften zusammengeschlossenen Bauern entscheiden selbst, wofür die Fairtrade-Prämie verwendet wird, z.B. für:

  • Bau von Trinkwasserbrunnen
  • Bau oder Renovierung von Straßen / Schulen
  • Medizinische Versorgung
  • Fortbildungen

Es gelten partnerschaftliche Prinzipien wie z.B. langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen. Bei Bedarf erhalten die Genossenschaften schon vor der Lieferung eine Anzahlung, die so genannte Vorfinanzierung. Auch die Umstellung auf biologische Landwirtschaft wird im Fairen Handel stark gefördert. Für viele Bauern ist es schwierig, ihre Ware zu vermarkten. Oft fehlt es an den einfachsten Dingen wie zum Beispiel einer Transportmöglichkeit der Produkte. Durch den Zusammenschluss in Genossenschaften haben die Bauern die Möglichkeit, ihre Produkte zu vermarkten, sich fortzubilden und für ihre Rechte einzutreten.

Außerdem sind im Fairen Handel ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten. Angestellte auf Plantagen und in Fabriken erhalten eine angemessene Bezahlung und profitieren unter anderem von Schutzkleidung, bezahltem Urlaub und sozialer Vorsorge – alles Dinge, die bei uns selbstverständlich sind.

Alle Konsumenten entscheiden durch ihr Einkaufsverhalten, welchen Stellenwert faire Arbeits- und Lebensbedingungen im weltweiten Handel haben. Nur dank ihnen ist der Faire Handel möglich. Je mehr Menschen den Fairen Handel auch mit dem Kauf fair gehandelter Produkte unterstützen, desto gerechter geht es im weltweiten Handel zu.

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