Für die Suppenküche: Bundestagsabgeordneter als Praktikant bei Gayermann

Nicht wie hin: Einkauf bei Gayermann

Jan-Marco Luczak bei EDEKA Gayermann an der Kasse – 26.09.2014

Am Freitag, 26. September 2014, wird der Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak an der Kasse bei EDEKA Gayermann in Berlin Lichtenrade arbeiten. Das von Herrn Luczak eingenommen Geld spendet EDEKA Gayermann an die Suppenküche Lichtenrade e.V.

Vor Ort wird Frau Uta Benkel von der Suppenküche Lichtenrade den Spendenscheck von der Leitung von EDEKA Gayermann und Jan-Marco Luczak in Empfang nehmen.

Jan-Marco Luczak MdB bei EDEKA an der Kasse

EDEKA Gayermann, Barnetstr. 41/42, Berlin Lichtenrade (S-Bahnhof Schichauweg)

Freitag, 26. September 2014, 16.00 – 18.00 Uhr

 

10. -12.10.: „Halleluja“: Gospelworkshop in Lichtenrade

Musik liegt in der Luft. An drei Tagen, vom 10. bis 12. Oktober, werden kräftige Stimmen das Evangelische Gemeindehaus mit Musik erfüllen.

Der Lichtenrader Gospelchor lädt Gospel-Freunde, Sänger und Sängerinnen und Chor-Fans zu einem Gospelworkshop LORD TEACH US TO PRAY  in das Evangelische Gemeindehaus in die Goltzstraße 33 ein.

Ein ganzes Wochenende kann man mit der Gospelfamilie verbringen.

LORD TEACH US TO PRAY bedeutet übersetzt "Gott, lehre uns zu beten". In der Ankündigung zum Workshop heißt es: „Wir möchten an eine ganz besondere Form des Betens heranführen und erinnern: den Gesang - den Gospel-Gesang! Beten und hoffen und singen - das ist es, was wir gemeinsam in unserer Gospelfamilie tun...unter Freunden, unter Gleichgesinnten und Musikliebhabern. Und dazu laden wir Sie auf das Herzlichste ein!“

Im Kreise des Lichtenrader Gospelchores findet eine Einführung in die Welt des Gospelgesangs statt. Am Freitag und Samstag werden in intensiven Proben mitreißende Gospels einstudiert. Am Samstagnachmittag wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, in einer extra Arbeitsrunde den Sologesang für sich zu entdecken.

Zur Krönung gibt es dann ein Abschlusskonzert am Sonntag. Es wird alles Geübte gemeinsam auf die große Bühne des Gemeinschaftshauses Lichtenrade in der Barnetstraße gebracht.

Die Arbeit jedes einzelnen Teilnehmers des Gospelworkshops wird im „Masschoir“ (das heißt: alle zusammen auf einer Bühne) mit Begleitung der Band von Lutz Fussangel präsentiert. Die gesamte Gemeinde Lichtenrade unterstützt bei diesem außergewöhnlichen Konzert. So wird die Pfarrerin Carmen Häcker als Vertreterin der Kirchengemeinde Lichtenrade die Veranstaltung begleiten.

Für die musikalische Gesamt-Leitung des Workshops konnte Frank Schreiber gewonnen werden, der nicht nur den „Masschoir“ leiten wird, sondern auch die Proben hierfür durchführt. In zahlreichen Workshops hat sich Frank Schreiber bereits einen Namen in der Berliner Gospelszene gemacht.

Ebenso wird das Konzert musikalisch von Lutz Fussangel unterstützt, der mit seiner Live-Band den „klingenden Teppich für den Masschoir schafft. Chorleiterin Juliane Lahner vom Lichtenrader Gospelchor: „Lutz unterstützt uns regelmäßig bei Konzerten und ist ein fester Bestandteil des Lichtenrader Gospelchores.“ Juliane Lahner wird selbst auch beim Workshop mitwirken, Frank Schreiber bei den Masschoir-Proben unterstützen und einen extra Workshop zum Sologesang anbieten.

Sowohl im Gemeindehaus in der Goltzstrasse als auch im Gemeinschaftshaus in der Barnetstraße ist am gesamten Wochenende für das leibliche Wohl gesorgt. Es wartet ein abwechslungsreiches Buffet und eine große Auswahl an Getränken.

In der Einladung vom Gospelchor heißt es abschließend: „Haben wir Sie neugierig gemacht auf ein Wochenende in unserer Gospelfamilie? Dann kommen Sie vorbei, singen Sie mit uns oder lassen Sie sich am Sonntag beim Abschlusskonzert mitreißen von den Ergebnissen des Gospelworkshops LORD TEACH US TO PRAY!“

Thomas Moser

Gospelworkshop vom 10. bis 12. Oktober 2014

Anmeldung unter www.lichtenrader-Gospelchor.de

Da wird man schnell fündig und druckt sich das Anmeldeformular aus.

Beginn: Freitag, 10. Oktober 2014 um 18.00 Uhr                                  

 

Krieg der Weinfeste – Was kommt danach?

Der gesamte Text ist auch bei "paperpress-Newsletter" (Nr. 509 T vom 15.9.2014) , ohne viele Fotos, nachzulesen: http://www.paperpress-newsletter.de/pdfs/509_september_2014/509.%20T%20-%2015.09.2014%20-%20Krieg%20der%20Weinfeste.pdf

13./14. September 2014 Wer einen kurzen Bericht und ein einfaches Ja oder Nein erwartet, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen. So einfach ist die Welt, auch die kleine Welt in Lichtenrade, nicht. Auch wer keine differenzierte Betrachtung lesen mag, sollte an diese Stelle seine Zeit sinnvoller verbringen.

Lichtenrade hatte 2014 insgesamt 2 Weinfeste zu einem Termin.


Beide Feste nannten sich das „27. Wein- und Winzerfest“ und lagen nur wenige Hunderte Meter Luftlinie voneinander entfernt. Der eine Veranstalter, bzw. jetzt Kooperationspartner hat 27-mal das Fest ausgerichtet, ist nun aber an einem anderen Ort, nämlich den Dorfteich, gezogen. Der andere, ein neuer Veranstalter, beansprucht auch die „27“, weil auf der Bahnhofstraße das 27-igste Mal das Weinfest stattfand, obwohl er vorher nicht Betreiber war. Ein außenstehender Beobachter wird sagen, was soll denn das? Ja, diese Fragen hat man sich als Beobachter der Lichtenrade-Szene in den letzten Wochen öfters gestellt. Aber eins nach dem anderen.

Austragungsort des Kampfes der Titanen war 2014 der Dorfteich Lichtenrade und die Einkaufsstraße Bahnhofstraße in Lichtenrade. Den kleinen Weg zwischen den Festen nannte in der Bezirksverordnetenversammlung ein BVV-Mitglied spaßig „Ausnüchterungsmeile.“

Es entwickelten sich in diesem Zusammenhang vielfältige Streitigkeiten der unterschiedlichen Veranstalter, die sich alle im Recht fühlen. Wer war der Erste, wer war wirklich der Erste und warum ist überhaupt ein zweites Fest bewilligt worden?

Die zwei Veranstalter und ihre Verbündeten

Am Dorfteich, und auch für das letzte Wein- und Winzerfest in der Bahnhofstraße sowie für den Maientanz 2014, zeichnete sich „Family & Friends“, eine Initiative aus dem Westend, verantwortlich. Die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, die sich seit 2 Jahren aus der Organisation von Festen zurückgezogen hat, hat diesen neuen Veranstalter für die Feste gewonnen. Eine Entscheidung, die sich für die Aktionsgemeinschaft als Hauptgewinn herausstellte. Family & Friends können einfach gute Feste organisieren. Verschiedene Lichtenrader Vereine unterstützten dieses Fest. Also die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße feiert gar nicht in der Bahnhofstraße und will auch künftig das Wein- und Winzerfest und den Maientanz am Dorfteich ausrichten.


Jedenfalls hat man die ehemalige Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft, Beate Bockenkamp (re. neben den kleinen "Flaschenkönig"), schon lange nicht mehr so glücklich gesehen. „Ihr Kind“, das Wein- und Winzerfest, ist wieder im Aufwind.

Die Veranstalter "Bürgerforum Zukunft Lichtenrade" und ein Winzer im Gespräch mit Sibyll Klotz (v.re.n.lks. Georg Wagener-Lohse, der Winzer, Volker Mönch und Lars Hombach)
Der Veranstalter auf der Bahnhofstraße war das relativ junge Bürgerforum Zukunft Lichtenrade, das von der Händlerinitiative Bahnhofstraße unterstützt wurde. Jüttner Entertainment wurde als für die Durchführung verantwortlich gekennzeichnet. Auch die Bahnhofstraße hatte, zum Beispiel bei der Ausgestaltung des Kinderprogramms, Unterstützung aus einer Lichtenrader Einrichtung.

Mittlerweile hatten sich die Parteien -mehr oder weniger- dem einen oder anderen Fest zugeordnet und ihre Sympathie bekundet. Offen sichtbar wird es dadurch, dass das Weinfest des Bürgerforums Zukunft Lichtenrade auf der Bahnhofstraße als Schirmherrin Stadträtin Dr. Sibyll Klotz (Bündnis 90/Die Grünen) gewinnen konnte und am Dorfteich der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak der Schirmherr war. Erfreulich war zu sehen, dass die Schirmherrin und der Schirmherr auch das jeweils andere Fest besuchten.

Auf einen Nenner hat die Berliner Woche den Stand des Streits in ihrer Überschrift am 8.9. gebracht, wo es „Aussage gegen Aussage“ hieß. Jeder fühlt sich im Recht, jeder war zuerst da, jeder war wirklich zuerst da, und die anderen sind so ungerecht. Aber es gibt hier kein Schwarz und Weiß, oder besser gesagt kein Grün/Rot und Schwarz, sondern eindeutig Grau. So wie das Leben halt ist. Jeder hat irgendwo Recht, jeder hat irgendwo Unrecht, der eine vielleicht mehr, der andere weniger und auf beiden Seiten sind die Fronten massiv verhärtet. Viele persönliche Kränkungen sind erfolgt; Eitelkeiten wurden verletzt. Die Sprachwahl kann dann schon an kriegerische Auseinandersetzungen erinnern, Krieg der Weinfeste halt. Letztendlich sollte es um Lichtenrade gehen, was natürlich beide Seiten auch für sich beanspruchen. Und so ganz nebenbei geht es auch um über 5 Millionen Euro, die in die Entwicklung der Bahnhofstraße fließen sollen. Eines ist ganz sicher, dass ein anhaltender Streit auch die Ausschüttung der Gelder gefährden wird!

Und wie waren nun die Weinfeste?

Wann schreibt er denn nun endlich etwas über die Weinfeste? Wie positioniert sich die Lokalpresse, damit wir dann wieder über sie herfallen können? Eine weitere Vertiefung an dieser Stelle, wie alles warum kam, ist tatsächlich nicht zielführend. Die Diskussionen und Argumente sind zur Genüge in der Lokalpresse und zum Beispiel der Lichtenrader Internetzeitung dargelegt worden.

Daher geht es jetzt um die Betrachtung der Wein- und Winzerfeste, ganz konkret. Zuerst muss gesagt werden, dass man die beiden Feste nicht vergleichen kann. Das ist dann wohl auch schon das Urteil, dass vieles aussagt. Ein direkter Vergleich ist auch unfair.

Das Wein- und Winzerfest am Dorfteich war ein so gutes Wein- und Winzerfest, wie es Lichtenrade seit etlichen Jahren nicht mehr erlebt hat. Die Location am Dorfteich war für das Weinfest neu und ist mit der eher tristen Bahnhofstraße nicht vergleichbar. Der Dorfteich, oder besser gesagt die Straßen um den Dorfteich, sind ideal für so ein Fest. Man kann nur hoffen, das dieser Standort nicht wegen irgendwelcher vermuteter Belastungen für die Natur im Politikgeschäft zerredet wird. Der Dorfteich und die Anlagen um den Dorfteich wurden nicht für das Fest genutzt. Es waren wirklich nur die Straßen drum herum. Andererseits wird der Dorfteich ohne Fest abends öfters zum Feier- und Sauf-Ort mit den entsprechenden Hinterlassenschaften genutzt. Außerdem hat die Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“, die das Fest am Dorfteich stark unterstützt hat, am kommenden Samstag einen Aktionstag zur Pflege des Dorfteichs ausgerufen.

In Gesprächen mit mehreren „ganz normalen“ Bürgerinnen und Bürgern, aber auch mit den Winzern, konnte man eine breite Zustimmung für das Fest am Dorfteich hören. Der Dorfteich sollte als hochwertige „Fest-Meile“ für Lichtenrader erhalten bleiben!

Weinfeste waren nicht wirklich vergleichbar

Gegen den Dorfteich konnte die Bahnhofstraße gar keine echte Chance haben. An den Dorfteich kamen dann deutlich über 20 treue Winzer, die oft schon seit Jahren mit der Aktionsgemeinschaft zusammenarbeiten. Auf die Bahnhofstraße kamen unter 10 Winzer bzw. Weinvertriebe; Versuche an den letzten Tagen vor dem Fest noch Winzer zu werben und abzuwerben und für das eigene Fest zu gewinnen, blieben offensichtlich erfolglos. Zumindest ein Winzer hat an beiden Festen seinen Stand aufgebaut.

Nach Auskunft von Markus Kohl (vom Weingut Fritz Kohl), der den Stand in der Bahnhofstraße betreute, wird man die Feste am Ende in aller Ruhe auswerten.


Winzermeister Heinz Friedrich Kost (hier im Gespräch mit der Organisatorin von Family & Friends Claudia Scholz), von Horrweiler bei Bingen/Rhein, der seinen Stand am Dorfteich hatte, sieht eindeutig einen positiven Trend: „Das Publikum ist wieder interessierter geworden.“ Er ist seit dem 2. Wein- und Winzerfest in Lichtenrade dabei und würde auch ein nächstes Fest am Dorfteich besuchen.


Niels der Kupferklopfer kommt aus Lichtenrade
Die kunsthandwerklichen Stände & Co waren mit der höheren Qualität am Dorfteich vertreten. Das Musikprogramm kann man mit 1:1 unentschieden bewerten, wobei in der Bahnhofstraße das Konzept der Zusammenarbeit mit der Musikschule, mit „Jazz für Alle“ und dem Hauptverantwortlichen Lutz Fußangel mehr als beachtlich war. Ein extra Sternchen dafür!

Das heißt in der Gesamtschau nicht, dass das Fest in der Bahnhofstraße nur schlecht war. Es wurde durchaus auch von Besuchern angenommen. Wenn es mehr Weinhändler gehabt hätte, wäre es noch besser gewesen. Da konnte man gegen die jahrelangen Kontakte zu den Winzern kein wirkliches Gegengewicht bieten. Somit hätte das Bahnhofstraßenfest auch nur eine echte Chance gehabt, wenn am Dorfteich keines stattgefunden hätte. Winzer haben nur festgelegte Wochenenden für Weinfeste und sind somit stark zeitlich eingegrenzt. In der Bahnhofstraße war das Bemühen erkennbar, den Schwerpunkt nicht auf Billigwaren zu legen. Aber auch hier muss man fairerweise sagen, dass die Billigwaren vor der Tankstelle neben Reichelt nichts mit dem Fest zu tun hatten. Das „Eingangstor“ hatte dadurch schon einen Makel. Leider setzte sich dieses „Ambiente“ an den ersten Ständen auf der Bahnhofstraße so fort. In den letzten Jahren (mit Ausnahme des letzten Jahres –hier war Family & Friends der Veranstalter in der Bahnhofstraße) war dieser negative Trend aber schon deutlich erkennbar gewesen.

Händler waren nur halbherzig beteiligt

Dann hat die Bahnhofstraße mit der Teilnahme der Händler geworben. Das war dann aber wohl nichts!

Gesichtet wurde am Samstag ein Stand der Lindenapotheke; der Inhaber Lars Hombach ist der Sprecher der Händlerinitiative der Bahnhofstraße. Einen großen eigenen Stand hatte Markus Bassin von „SpielFilmMusik“, der in der Bahnhofstraße aktiv mitarbeitet. Jahrelang hatte er sein Geschäft in der Bahnhofstraße (jetzt Wünsdorfer Straße).


Etliche andere Händler hatten ihre Geschäfte mit Luftballons behängt und waren auch bis 18 Uhr geöffnet. Das war schon ein kleiner Fortschritt. Besucher kamen jedoch kaum zu den Einzelhandelsgeschäften durch, da die Geschäfte bei den vorgelagerten Ständen oft nicht wahrgenommen wurden. Und wie gesagt, eigene Stände der Händler auf dem Markt gab es so gut wie nicht. Schade! Die Hoffnung war, dass die Händler sich dieses Jahr zusammenraufen und doch etwas auf die Beine stellen. Eine Unterschrift ist vermutlich schnell gegeben, und das eigene aktive Handeln steht dann auf einem anderen Blatt. Irgendwie mag der Einzelhandel diese Feste nicht, zumal die negativen Erfahrungen offensichtlich festsitzen. So erfüllt sich die Erwartung der Händler immer wieder selbst (self fulfilling prophecy) und die Bahnhofstraßenfeste bleiben schwierig. Aber wie gesagt, viel getan haben die Lichtenrader Händler für einen Umschwung nicht. Zur Entschuldigung muss auch hier ein kleines „aber“ angefügt werden. Uns erläuterte ein Händler, dass ein gesonderter Stand auf dem Fest, mit extra Personal, sich nicht gerechnet hätte. Die kleinen Einzelhändler der Bahnhofstraße können sicherlich sowieso keine großen Sprünge machen. Aber mit so wenig Rückhalt kann eine Stärkung der Bahnhofstraße als Geschäftsstraße nicht wirklich mit Festen unterstützt werden. Vielleicht sollte man hier lieber neue innovative Wege gehen. Warum immer die großen Feste? Wenn die Händler zum Beispiel einmal im Jahr vor ihre Geschäfte gehen, Kleinigkeiten anbieten und echte Händlerfeste machen, das prägt sich dann für die Besucher und Kunden positiver und nachhaltiger ein und hat eine echte Chance für die Identitätsstiftung. Ein echtes Fest der Händler für die Lichtenrader! Ein Versuch wäre es wert…

Lieber Wein trinken, als Wein zu lesen

Die Info-Tafeln über Wein in der Bahnhofstraße waren grundsätzlich eine gute Idee.

Aber in der Praxis sah es dann doch etwas trostlos aus. Einige Besucher versuchten sich durch die vielen Meter Text durchzulesen (wie jetzt bei diesem sehr umfangreichen Bericht). Aber mit einer ansprechenden Darstellung hatte das nichts zu tun. Der Weinfestbesucher will halt Wein trinken und nicht Wein lesen. So war es eher eine Meile der Langeweile.

Beide Feste waren gut besucht – Publikum unterschied sich

Beide Feste waren gut besucht, zumal das Wetter auch mitspielte.

Das Fest auf der Bahnhofstraße

Das Fest am Dorfteich
Etliche waren durchaus auch auf beiden Festen. Das Dorfteichfest lag im positiven Votum eindeutig vorne, hatte wohl auch etwas mehr Besucher (zumindest wirkte es so) und war eher von den typischen Lichtenradern (wenn es die überhaupt gibt) und anderen Weinliebhabern frequentiert. Jedenfalls bestätigen dies auch Winzer. Auf der Bahnhofstraße schien sich eher das angereiste Publikum aufzuhalten, dass gar nicht den Weg zum Dorfteich gefunden hat oder finden wollte. Die Bahnhofstraße ist verkehrstechnisch mit der S-Bahn eindeutig im Vorteil für auswärtige Besucher.

Bei den Spielangeboten für Kinder lag die Bahnhofstraße vorne; andererseits war das Angebot am Dorfteich dadurch eingeschränkt, dass die Grünflächen (die eine so hohe Qualität nicht haben) aus Naturschutzgründen nicht benutzt werden durften.

Die Eröffnung der Feste

Die Eröffnung der Feste ist halt Geschmackssache. Auf der Bahnhofstraße hat man es mit kleinen Reden bewenden lassen.

Dr. Georg Wagener-Lohse und Dr. Sibyll Klotz

Apotheker Lars Hombach
Die Begrüßung erfolgte vom Vorsitzenden des Bürgerforums, Dr. Georg Wagener-Lohse, einem Grußwort der Schirmherrin Sibyll Klotz und von Lars Hombach.

Dr. Luczak am Mikro, 2.v.re. Hagen Kliem


Am Dorfteich wurde ein großer Bahnhof geboten. Alle beteiligten Organisationen belagerten die Bühne, eine eher lustlose Pfälzer Weinprinzessin stand dabei und es wurde ein Scheck vom Erlös eines Benefizkonzertes über insgesamt 2000 Euro an die Suppenküche Lichtenrade und an verschiedene Schulen überreicht. Die Eröffnung moderierte Hagen Kliem, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, und der Schirmherr Dr. Luczak eröffnete das Fest.


Die Versteigerung des kleinen „Flaschenkönigs“, ein Werk der Lichtpunkt 49-Künstlerin Sylvia Zeeck, nahm Andre Groß mit Unterstützung der Weinprinzessin und dem Schornsteinfeger-Glücksbringer vor. Für 140 Euro hat dann Angelika Heigl (die in der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße mitarbeitet) den kleinen König ersteigert und wird ihn als Dekoration in ihrem Geschäft präsentieren.

Töne der Vernunft und die Verantwortung von Politik

Erfreulicherweise waren doch Töne der Vernunft zu vernehmen.

Die Schirmherrin und Stadträtin Dr. Klotz sprach sich deutlich dafür aus, dass die verschiedenen Gruppen die Differenzen überwinden müssen. Auch verschiedene offizielle Vertreter, besonders des Festes an der Bahnhofstraße, gaben Signale der Hoffnung und wollen die Sprachlosigkeit und die Begrenztheit überwinden. Das hörte sich auch ehrlich an, weil die Lage durchaus sehr differenziert eingeschätzt wurde. Aber es gab natürlich auch andere Stimmen.

Hier hat Politik eine große Verantwortung! Es sollte weniger um die Stärkung irgendwelcher Lager gehen, sondern gerade die eigenen „Verbündeten“ sollten zu ihrem Glück gezwungen werden. Lichtenrade darf an dieser Stelle kein Profilierungsort für Politik sein, denn die Bahnhofstraße und die Lichtenrader haben mehr verdient!

Ich sehe durchaus eine Chance, diese Situation zu überwinden. Jeder scheint einige Kernkompetenzen auf sich zu vereinen. Da sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man nicht Wege aus dieser Misere findet. Man muss sich ja nicht gleich lieben.

Also, an alle Sturköpfe dieser Welt oder in diesem Fall aus Lichtenrade: Reißt euch zusammen und versucht ehrlich neue Wege zu gehen! Sucht nicht gleich in jedem Wort die Boshaftigkeit! Obwohl die Unterschiede unüberbrückbar scheinen, Lösungen scheinen möglich zu sein. Eine unabhängige Mediation könnte dabei helfen und ist nach meiner Ansicht unabdingbar. Es darf jedenfalls nicht darum gehen, dass es Sieger und Verlierer gibt. Jeder muss zurückstecken und gewinnen. Positiv ausgedrückt nennt man es neudeutsch „Win-Win-Situation.“

Ich hoffe, dass der Blick nach vorne etwas klarer wird!

Thomas Moser

Persönliche Ergänzung: Auch wenn der Bericht unmöglich lang (Entschuldigung dafür!) und persönlicher ist, hoffe ich unermüdlich auf die Befriedung der aufgeregten Lichtenrader Geister.

In der Bahnhofstraße:



Stadträtin Klotz und Martina Zander-Rade (stellv. BVV-Vorsteherin)

Vom Unternehmernetzwerk Lichtenrade der 1. Vorsitzende Karl Wachenfeld und der 2. Vorsitzende Thomas Schmidt

Am Dorfteich:

Alt-Bürgermeister Wolfgang Krueger mit Alex Benkel von der Suppenküche

Volksparkchef und Unterstützer Wolfgang Spranger

Petra Dittmeyer (re,Vorsteherin der BVV) und Martina Zander-Rade (stellv. Vorst.)





Kooperationspartner vom Fest (Michael Delor und Doris Doem; BI Rettet die Marienfelder Feldmark und BUND Tempelhof-Schöneberg)
Weitere Kooperationspartner waren der Volkspark Lichtenrade, die BI Dresdner Bahn Lichtenrade u.a.







Die Versteigerung ist vorbei
Wieder in der Bahnhofstraße



Musik in der Bahnhofstraße (oben)


Der Gospelchor Lichtenrade unter Leitung von Juliane Lahner sang auf beiden Festen (hier Dorfteich)...wunderbar
Alle Fotos: Thomas Moser

 

20.9.: Bauernmarkt in Lichtenrade / Pfarrer-Lütkehaus-Platz


Foto: Thomas Moser...liebe Veranstalter, informiert doch bitte die Presse. Oder wollte ihr keine Besucher?

In diesem Zusammenhang wurde folgende Presseerklärung vom Eigentümerverein Lichtenrade veröffentlicht:

Ab 20. September Wochenmarkt in Lichtenrade

 Ab dem 20. September 2014 wird immer samstags vormittags zwischen 8 und 13 Uhr auf dem Pf.-Lütkehaus-Platz am S-Bahnhof Lichtenrade ein Wochenmarkt stattfinden. Hier werden Berliner und Brandenburger Händler und Landwirte Ihre Produkte anbieten. Organisiert wird der Markt von der BBM Berlin-Brandenburger Märkte Veranstaltungs- und Service GmbH.

„Wir freuen uns darüber, denn ein guter Wochenmarkt ist für uns ein Stück Lebensqualität und wir hoffen, dass dieser gut und zahlreich von den Lichtenradern angenommen wird.“, so Frank Behrend, 1. Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V.  „Denn nur dann kann dieser Wochenmarkt zu einer dauerhaften Einrichtung werden.“

Entstanden war die Idee eines Wochenmarktes bei einem Workshop des Bürgerforums Zukunft Lichtenrade e.V. zur Entwicklung der Bahnhofstraße und wurde in die Standortkonferenz eingebracht. Dort fand dieser Vorschlag große Zustimmung bei den teilnehmenden Lichtenradern. Es war relativ schnell klar, dass der Bezirk keinen weiteren Wochenmarkt organisieren wird, sondern ein privater Marktbetreiber gefunden werden muss. Diese Aufgabe reizte Jürgen Lütgen aus dem Vorstand des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V., so dass er hier aktiv wurde. Mit Erfolg, wie man sieht.

 

Die Gustav-Heinemann-Oberschule in Marienfelde wird 40: Ein Sommerfest + 1400 Luftballons + eine Spende


Die Gustav-Heinemann-Oberschule (GHO) wurde 40 Jahre. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war für die ganze Schulgemeinschaft ein großes Sommerfest. Der ganze grüne Campus war mit den unterschiedlichsten Ständen gefüllt. Jeder konnte sich über die Aktivitäten an der Schule gut informieren. Natürlich war auch ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt. Auf zwei Bühnen wurden abwechselnd Konzerte angeboten. Mitgemacht haben zum Beispiel die Big Band, die Big Soul Band, die Maryfield Concert Band, eine Bläserklasse und der Chor.

Als besonderen Highlight ließen die Schülerinnen und Schüler 1400 mit Grußworten versehene Luftballons in den Marienfelder Himmel steigen.

Zur Unterstützung der vielen Aktivitäten des Fördervereins der Schule spendete die Berliner Sparkasse–FirmenCenter- 500 Euro. Astrid Strasas, Direktorin der Berliner Sparkasse, übergab den Scheck an Schulleiter Carsten Hintze und an den 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Jürgen Schummel. Der Vorsitzende des Fördervereins freute sich über die großzügige Spende. Astrid Strasas erläutert, dass sie gerne Kiezfest-Aktivitäten unterstützen. Das Sommerfest der GHO zieht auch immer wieder Besucher aus der Nachbarschaft an.








Schulleiter Carsten Hintze, Sparkassen-Direktorin Astrid Strasas und 1. Vorsitzender vom Förderverein der GHO, Jürgen Schummel.
Thomas Moser (auch Fotos)

 

Lichtenrade: Ab 2016 gemeinsame Jugendarrestanstalt für Berlin und Brandenburg

 

In Lichtenrade gibt es schon seit Jahren eine Jugendarrestanstalt. Diese soll künftig auch für Brandenburger Arrestanten genutzt werden.

 


Der Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz Thomas Heilmann und der Brandenburgische Justizminister Dr. Helmuth Markov haben am 11. September 2014 in einer Pressekonferenz übereinstimmend betont, dass es ihr gemeinsamer Wille sei, den Vollzug des Jugendarrestes an Berliner und Brandenburger Arrestierten in einer gemeinsamen Jugendarrestanstalt durchzuführen, ihn konsequent auf die Förderung der Arrestierten auszurichten und sozialpädagogisch auszugestalten. Durch die Errichtung und den Betrieb einer gemeinsamen Einrichtung sollen Synergieeffekte erzielt, bereits bestehende Ressourcen genutzt und die Qualität der Arbeit insgesamt weiter verbessert werden. Beide Politiker zeigten sich überzeugt, dass der Betrieb einer gemeinsamen Einrichtung noch im Jahr 2016 aufgenommen werden könne.

 

Dazu erklärte Justizminister Dr. Helmuth Markov: „Eine gemeinsame Einrichtung hat für beide Seiten nur positive Auswirkungen. In der gemeinsamen Einrichtung kann aufgrund der größeren Zahl der Arrestierten ein differenzierteres und vielfältigeres Angebot an pädagogischen Maßnahmen unterbreitet werden. Aufgrund der zentralen Lage der Anstalt in Berlin-Lichtenrade kann auch die Vernetzung mit Nachsorgeeinrichtungen im Land Brandenburg gut vorangetrieben werden. All dies wird zu Qualitätssteigerungen im Jugendarrest führen – bei zugleich in beiden Ländern sinkenden, weil geteilten Kosten.“

Justizsenator Thomas Heilmann ergänzte „Wir haben den Platz und Brandenburg den Bedarf. Da bietet sich schon aus rein pragmatischen Gesichtspunkten die jetzt vereinbarte Lösung an. Es gibt nicht nur finanzielle Synergien, sondern auch die Chance, die Arbeit mit den straffällig gewordenen Jugendlichen noch besser auszudifferenzieren. Deshalb ist eine Zusammenlegung die einzig logische Konsequenz.“

Foto: dpa/Tim Brakemeier

 

In Brandenburg sehen einige Experten die Zusammenlegung straffälliger Jugendlicher vom Land und aus der Großstadt „auf engstem Raum“ skeptisch. Auf unsere Nachfrage teilt die Berliner Justizpressestelle mit, dass diese Einschätzung ausdrücklich nicht geteilt wird. Als Gründe werden genannt:

 

1. Auch wenn hier Jugendliche aus der Großstadt und vom Land aufeinandertreffen werden, sind sowohl die Straftaten, wegen derer sie zu Arrest verurteilt wurden als auch die Schwere der jeweiligen Straftat vergleichbar. Das heißt, es wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht der Dorfjugendliche, der als Ersttäter beim Ladendiebstahl erwischt wurde gemeinsam mit einem wegen Körperverletzung verurteilten Wiederholungstäter aus der Großstadt gemeinsam arrestiert.  

 

2. Brandenburg beteiligt sich ja an den Kosten für den Betrieb der JAA. Dadurch gibt es mehr Mittel für die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen, als wenn jedes Land die entsprechenden Angebote selbst vorhalten und finanzieren müsste.

 

3. Die derzeitigen durchschnittlichen Belegungszahlen beider Länder sprechen nicht für die These vom „engstem Raum“.

 

Die derzeitige Situation

 

Der Jugendarrest im Land Berlin wird bereits seit März 2012 in der Jugendarrestanstalt in Lichtenrade, Kirchhainer Damm, vollzogen. Die Anstalt verfügt über 60 Einzelplätze, die jedoch nur zur Hälfte belegt sind. Im Land Brandenburg wird der Jugendarrest derzeit in einer Containeranlage - einem Provisorium, da das Amtsgericht Königs Wusterhausen saniert wird, - betrieben. Seit dem 1. September 2014 gilt hier das Brandenburgische Jugendarrestvollzugsgesetz. In Berlin arbeitet die Jugendarrestanstalt noch nach der bundeseinheitlichen Jugendarrestvollzugsordnung und den bundesgesetzlichen Vorgaben. Inhaltlich stimmen das Brandenburgische Gesetz und die Berliner Konzeption größtenteils überein. In beiden Ländern handelt es sich bei den Jugendarrestanstalten um eigenständige Einrichtungen.

 

Die künftige Ausgestaltung

 

In der gemeinsamen Einrichtung sind 40 Plätze für Berliner und 20 Plätze für Brandenburgische Arrestierte vorgesehen. Jedoch soll auch künftigen Bedarfen Rechnung getragen werden. Für den zunächst geplanten Neubau in Brandenburg waren 25 Plätze vorgesehen, da gelegentlichen Belegungsspitzen Rechnung getragen werden sollte. Solch große Kapazitäten sind mit Blick auf die in der gemeinsamen Einrichtung bestehende Möglichkeit, kurzfristig auf freistehende Berliner Plätze auszuweichen, nunmehr nicht mehr erforderlich. Aus verwaltungsökonomischen Gründen werden die Kosten pauschal berechnet werden. Für beide Länder ergeben sich dadurch finanzielle Vorteile.

 

Beide Länder tragen gemeinsam die Verantwortung für die Einrichtung. So bestellt die für Justiz zuständige Senatsverwaltung des Landes Berlin im Einvernehmen mit dem für Justiz zuständigen Ministerium des Landes Brandenburg eine Arrestleiterin oder einen Arrestleiter für die Einrichtung, die oder der die Verantwortung für die sozialpädagogische Ausgestaltung und Organisation des Arrestes trägt und die Bediensteten fachlich anleitet. Auch untersteht die gemeinsame Einrichtung der Fachaufsicht beider Länder.

 

Die Anstalt wird eine Konzeption für die Gestaltung des gemeinsamen Jugendarrestes erarbeiten, die der Zustimmung der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Berlin und des Brandenburgischen Justizministeriums bedarf. So werden die Ideen beider Länder in die Konzeption Eingang finden.

 

Die gemeinsame Position im Einzelnen

 

Der Vollzug des Jugendarrestes dient dem Ziel, den Arrestierten das von ihnen begangene Unrecht und ihre Verantwortung hierfür bewusst zu machen und ihnen Hilfe für eine Lebensführung ohne Straftaten aufzuzeigen und zu vermitteln.

 

Aufgrund der sehr kurzen Verweildauer steht von Beginn bis zum Ende des Arrestes die zukunftsorientierte Ausrichtung der erzieherischen Arbeit im Mittelpunkt. Durch die pädagogische Ausgestaltung des Arrestalltages und die Vernetzung mit anderen Institutionen, wie Jugendgerichts- und Bewährungshilfe, Schulsozialarbeit, aber auch externen freien Trägern, kann die Übergangsbegleitung für den jungen Menschen intensiv genutzt werden. Kontakte für die Zeit nach dem Arrest werden hergestellt und Anlaufstellen mit individuellen Hilfs- und Betreuungsangeboten geschaffen.“ Diese Grundsätze finden sich sowohl in der Konzeption der Jugendarrestanstalt Berlin als auch an etlichen Stellen des neuen Brandenburgischen Jugendarrestvollzugsgesetzes.

 

Der Vollzug des Jugendarrestes ist auf die Förderung der Arrestierten ausgerichtet und wirkt auf die Auseinandersetzung der Arrestierten mit ihren Straftaten, deren Ursachen und deren Folgen hin.

 

Der Zeitplan

 

Der Staatsvertrag über die Einrichtung und den Betrieb der gemeinsamen Jugendarrestanstalt soll möglichst noch in diesem Jahr, nach Bildung der neuen Landesregierung in Brandenburg, geschlossen werden. Nach Ratifizierung des Vertrages könnte die gemeinsame Einrichtung dann bereits im Jahr 2016 ihre Arbeit aufnehmen. TOM

Die alte Jugendarrestanstalt in der Lützowstraße ist geschlossen...

Fotos/Bis auf das gesondert gekennzeichnete Foto: Thomas Moser

 

Neue Unterkunft für Asylsuchende in Lichtenrade

Berlin benötigt dringend weitere Unterkünfte, um Menschen die als Flüchtlinge und Asylsuchende in die Stadt kommen, unterzubringen. Vor diesem Hintergrund und in Abstimmung zwischen dem Bezirksamt und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales wird eine weitere Einrichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen, Asylbewerberinnen und Asylbewerbern eröffnet. Es handelt sich dabei um die ehemalige Pflegeeinrichtung am Kirchhainer Damm 74 in Lichtenrade. Dort werden in der kommenden Woche nach Abschluss aller vorbereitenden Arbeiten die ersten Flüchtlinge einziehen, die Gesamtbelegungskapazität von 250 Plätzen wird schrittweise belegt.

Foto: Thomas Moser

Die Menschen werden in der Einrichtung eine Unterkunft finden, bis ihr jeweiliges Verfahren abgeschlossen ist oder sie eine eigene Wohnung anmieten können. In dieser Zeit werden sie durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks gemeinnützige AG (EJF) betreut. Auf das EJF als Betreiber dieser Einrichtung wurden alle Aufgaben, die mit dem Betrieb dieser Gemeinschaftsunterkunft im Zusammenhang stehen, übertragen. In der Einrichtung werden u. a. SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen sowie Wachpersonal beschäftigt sein.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und das Landesamt für Gesundheit und Soziales appellieren an die Lichtenraderinnen und Lichtenrader die neue Unterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende positiv zu begleiten.

Das Bezirksamt ist dabei, in Absprache mit der Senatsverwaltung für Soziales und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, eine Veranstaltung vorzubereiten, bei der den Anwohnerinnen und Anwohnern Gelegenheit geben wird, Fragen zu stellen und sich zu informieren. Dazu wird es eine gesonderte Einladung geben.

Diese Pressemitteilung unterzeichneten die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die stellv. Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin Jutta Kaddatz und die Bezirksstadträtin Dr. Sibyll Klotz.

Fotos: Thomas Moser

 

Die Schweiz liegt in Lichtenrade!

Vorsicht an der Bahnsteigkante: Die Schweizer Bahn ist in Lichtenrade eingefahren!

„Modellbahn hält große Jungs fit“, davon sind sie überzeugt. Die fidelen „Lira Gängster“ sind eine Gruppe von Eisenbahnfreunden mit den unterschiedlichsten Hobby-Schwerpunkten. Der eine baut gerne an der Eisenbahn, der andere erschafft eigene Modelle aus den unterschiedlichsten Materialien und wieder andere beschäftigen sich mit Eisenbahnliteratur. Sie treffen sich immer am 16. Tag eines jeden Monats, immer um 16 Uhr. Heute begrüßt Roland Thoma seine Vereinskollegen und überreicht ihnen, wie sonst auch, eine persönliche Eisenbahnfahrkarte für den Eintritt in sein Spielparadies.

Die Fahrkarte wird stilecht mit einer historischen Fahrkarten-Prägemaschine mit Datumsanzeige entwertet.

Die „Pufferküsser“ aus Lichtenrade treffen sich diesmal im Garten von Roland Thoma (65), der vor vielen Jahren sein Herz für Schweizer Bahnen entdeckt hat.


Seinen Garten hat er fast vollständig mit einer Gartenbahn ausgefüllt. Circa 80 Quadratmeter Fläche nutzt Thoma für seine Rhätische Bahn (RhB). Der Gartenschuppen stellt die Abstellanlage für seine Schätze dar. Es werden zwar keine großartigen Steigungen und Berge überwunden, aber mit geschätzten rund 100 Meter Schienen hat sich Roland Thoma einen kleinen Traum angelegt. Immer abwechselnd drehen 9 Loks mit den verschiedensten Waggons ihre Runden.

Der pensionierte Polizist erzählt, dass ihm die Schweiz im Blut liegt: „Ich bin zu einem Viertel Schweizer. Meine Großmutter ist Schweizerin.“ Der Eisenbahnfreund hat seine Affinität zur Schweiz aber erst während eines Urlaubs im Schweizer Kanton Graubünden entwickelt: „Hier bin ich so richtig ´angefressen´ geworden.“ Thoma schwärmt vom Glacier- und Bernina-Expreß: „Aber auch die ganz normalen Bahnen finde ich toll. Hier kann man noch die Fenster öffnen und ist ganz nahe dran!“

Das meterspurige Eisenbahnnetz fasziniert Roland Thoma.

Mausi hat ein Krokodil!

Roland Thoma erfreut sich an seinem blauen Arosa-Zug, der mit einer roten E-Lok die Runden zieht.


Das Ganze wäre wohl undenkbar, wenn seine Frau Brigitte nicht mit ihrem Mann an einem Strang ziehen würde: „Ich freue mich immer, wenn mein Mann etwas Neues macht!“

Stolz ist Brigitte, die von ihrem Mann nur Mausi gerufen wird, über ihren eigenen blauen Zug und über ihre braunen „Krokodile“.

Das „Krokodil“ ist kein Reptil, sondern ein Spitzname für interessant geformte Elektrolokomotiven mit zwei längeren Vorbauten. Für so ein Gartenbahnmodell muß man mit einem Preis von rund 1000 Euro rechnen.

„Angefangen hat mein Modellbauhobby mit einem Seminar in der Schweiz. Den einwöchigen Kurs hat mir meine Frau geschenkt“, erzählt Roland Thoma. Das erste dort gebaute Diorama, eine kleine komplette Landschaftseinheit, präsentiert er auch heute noch ganz stolz.

Dampflok selbst gebaut

Seine Eisenbahn hat Thoma komplett auf digitale Technik umgestellt, er kann aber auch noch analoge Loks darüber steuern. So konnte der Eisenbahnfreund Rainer Anders seine selbst gebaute Dampflok auf der Strecke des Schweizfans präsentieren.

Erst kürzlich wurde das Meisterstück fertiggestellt. Unzählige Stunden benötigte Anders, um zum Beispiel die 600 klitzekleinen Messingnieten detailgetreu an die richtigen Stellen zu platzieren.

Wilfried Reinsch, ein anderer „Lira-Gängster“, hat seinen kleinen selbstgebastelten Kamerawagen mitgebracht. Die Kamera kommt vor den Zug und nimmt so die Fahrt aus Sicht des Lokführers auf.

Der Heizer vom Grill

Für die Eisenbahnfreunde ist es bei den Zusammenkünften das Wichtigste, dass man sich trifft und quatschen kann. Heute sind zehn Eisenbahnenthusiasten gekommen.


Brigitte sitzt mitten in der Männerrunde, die schon fast alle das Rentenalter erreicht haben. Die Eisenbahn ist Anlaß und gehört zu den Treffen, steht aber nicht immer im Mittelpunkt.

So wird Roland Thoma auch als Grillmeister gefordert. Bei großer Sommerhitze wird zwischen den Gleisen der Grill angeheizt. Da kann sich der Eisenbahnfreund Thoma fast wie ein Heizer in einer Dampflok fühlen. In der Garage sind die Salate und die kühlen Getränke platziert und alle stärken sich erst einmal.

Die Gängster sind keine Gangster!

Die Bezeichnung der geselligen Gruppe „Lichtenrader Gängster“ ist dadurch entstanden, dass sie von ihrem Modellbahnhändler nach zähen Preisverhandlungen zu ihren Gunsten mit den Worten verabschiedet wurden: „Ihr seid ja alles Gangster!“ Die „Gängster“ sind aber keine Gangster, daher die andere Schreibweise, und tragen ihr Logo offen auf T-Shirts und Caps.

Eisenbahn und kein Ende!

Roland Thoma, der bereits mit den verschiedensten Spurweiten von Modellbahnen gearbeitet hat, zeigt noch stolz im Keller seine Schweizer Eisenbahnanlage in Spur 0m (gesprochen: „Null m“; auch eine RhB-Schmalspurbahn).

Es fehlen noch verschiedene Details und viele Bauten, aber die Grundanlage über mehrere Kellerräume ist fertig und auch befahrbar: „Aber da bin ich noch einige Jahre mit beschäftigt. Ich mach das solange, bis ich nicht mehr krauchen kann.“ Im Keller arbeitet Thoma gerne im Winter oder wenn es draußen zu heiß wird. 70 Oberleitungsmasten hat er über Monate selbst gebaut. Auch hat er eigene Brückenportale und Viadukte in mühsamer Handarbeit, sozusagen Stein für Stein, selbst moduliert.

Die „Lira Gängster“ haben sich bei diesem Treffen viel zu erzählen. Sie freuen sich schon auf ihre nächste Eisenbahn-Zusammenkunft.

Für Roland Thoma bleibt an diesem Tag noch die letzte Runde mit seiner Gartenbahn: „Zurückbleiben bitte und Vorsicht an der Bahnsteigkante!“

Thomas Moser (auch Fotos)









Alle Fotos: Thomas Moser

 

 

13. und 14. September: 2 Weinfeste in Lichtenrade + 2 Flyer mit Programmen





Weitere Infos zum Weinfest in der Bahnhofstraße: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2014/08/30/weinfest-in-der-bahnhofstra-e.htm

Weitere Infos zum Weinfest am Dorfteich: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2014/08/30/weinfest-am-dorfteich-und-kunsthandwerk.htm

Weitere Infos zum Streit um die Weinfeste in der "Internetzeitung" von www.lichtenrade-berlin.de ... einfach blättern!

 

27.9. Erntedankfest in Lichtenrade + Ökumenische Prozession

 

Final Countdown: Die Gustav-Heinemann-Oberschule wurde 40!

Die am südlichen Stadtrand gelegene Gustav-Heinemann-Oberschule bläst zum „Final Countdown.“ Unter Leitung von Roland Vogt setzten alle Bläserklassen der Schule dem Festakt zum 40-jährigen Jubiläum, am 10. September 2014, eine gelungene musikalische Krone auf.

Die Regentropfen wurden weggeblasen und die Festgäste und die anderen Schülerinnen und Schüler erfreuten sich an der großen Blaskapelle auf dem Innenhof der Schule. Ein musikalisches Feuerwerk, das unter die Haut ging!


Die Schule liegt am Rand einer Hochhaussiedlung, in der Waldsassener Straße in Marienfelde und ist in viel Grün eingebettet.

Zum Festakt hatte der Schulleiter Carsten Hintze in das Theaterzentrum der Schule eingeladen.


Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste gab der Schulleiter einen Abriss von der Geschichte der Schule und von den Planungen für den Schulneubau. Der geplante Neubau wird wieder am ersten Standort der Schule am Tirschenreuther Ring sein. Carsten Hintze dankt allen, die in der vergangenen Zeit bis heute die Schule mitgestaltet und geprägt haben: „Gemeinschaftlich werden wir die Schule auch in der Zukunft zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln.“


Ein Enkel von Gustav Heinemann, Prof. Dr. Dr. Daniel Wichelhaus erzählte beim Festakt lebendig und anschaulich von einigen persönlichen Erlebnissen mit seinem Großvater. Mit diesen Anekdoten machte Wichelhaus Prinzipien von Gustav Heinemann deutlich. So war die im Grundgesetz in Artikel 1 geregelte unantastbare Menschenwürde für Heinemann ein gelebtes und wichtiges Prinzip. Neben wichtigen Grundhaltungen wie Respekt und Verlässlichkeit gab er seinem Enkel mit auf den Weg: „Folge dem Stern deines Lebens!“ Ein Motto, wie Wichelhaus betont, das er auch den Schülerinnen und Schülern der Gustav-Heinemann-Oberschule (GHO) mit auf den Weg geben möchte.


Zwischen den einzelnen Reden spielte die Big Band der Schule, unter Leitung von Henry Stresnack, Musik aus verschiedenen Perioden.


Bürgermeister und Stadtentwicklungssenator Michael Müller, selbst bis 1982 Schüler in der Marienfelder Schule, lobte das besondere Profil der Schule. Den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der auch sehr gerne gekommen wäre, entschuldigte er wegen dringender Verpflichtungen durch den Besuch der dänischen Königin und richtete seine Grüße aus. Wowereit kannte die Schule gut aus seinen Stadtratzeiten in Tempelhof. Michael Müller erinnerte sich noch deutlich an die klaren Ansprachen der Schulleitung in seiner Schulzeit, die an den Grundprinzipien der Schule keinen Zweifel ließen.


Von der Senatsschulverwaltung vertrat Abteilungsleiter Siegfried Arnz, selbst 10 Jahre Lehrer an der Gustav-Heinemann-Oberschule, den Staatssekretär Mark Rackles. Er überbrachte die Glückwünsche der Schulsenatorin Sandra Scheeres. Arnz ging auf die Diskussionen rund um die Schulstrukturreform ein. Besonders wichtig ist ihm dabei, dass leistungsstärkere Schüler auch die Schwächeren mitziehen können.


Die Schule ist besonders dem Land Japan verbunden. Japanisch wird schon über viele Jahre ab der Klasse 5 bzw. 7 als 2. Fremdsprache angeboten. Auch findet hier ein reger Schüleraustausch statt. So ließ es sich der Botschafter von Japan in Berlin, Takeshi Nakane, nicht nehmen, um Grußworte zu überbringen und besonders den guten Schüleraustausch zu betonen.


Schulstadträtin Jutta Kaddatz ging sehr pointiert auf einige Aspekte in der Schulgeschichte ein. So kann die GHO auch bei den Planungen um den Schulneubau mitwirken, was durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Am 16. Oktober wird das Ergebnis des Architektenwettbewerbes erwartet. Wichtig ist der Schule, dass der Campus-Charakter erhalten bleibt. Die jetzige Schule an der Waldsassener Straße war als Provisorium geplant. Mittlerweile ist sie in 25 Jahren vielen ans Herz gewachsen.


Das letzte Grußwort sprach der Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak, der das besondere politische Engagement an der Schule betonte.

Vertreter der polnischen Partnerschule, die kürzlich bereits ihr 90-igstes Jubiläum gefeiert hat, überbrachten Glückwünsche und übergaben eine Erinnerungsmedaille.

Der Stadtrat, der quasi den Startschuss für die Schule gab, Nils Ferberg, besuchte ebenfalls den Festakt.


Als Gäste waren auch die stellvertretende BVV-Vorsteherin Martina Zander-Rade (Bild vorne lks), der Ex-Bildungsstadtrat und Ex-Bürgermeister Ekkehard Band, der Direktkandidat im Abgeordnetenhaus für Marienfelde, Roman Simon (oberes Bild) und viele Schulleitungen aus den Nachbarschulen vertreten.

Im Anschluss zum offiziellen Festakt wurde im Foyer eine von Schülern gestaltete Dauerinstallation über Gustav-Heinemann vom Schulleiter Hintze und dem Enkel von Heinemann, Dr. Dr. Wichelhaus, feierlich enthüllt.


Zur Ausstellungseröffnung präsentierte sich die Chor-AG unter der Leitung von Adam Smykowski.

Im Bildhintergrund der Enkel von Gustav Heinemann...
Auch wurde eine schön gestaltete Ausstellung mit Karikaturen zu Gustav Heinemann eröffnet.

Nach diesem gelungenen Festakt wird die gesamte Schule am Freitag ein Sommerfest feiern.Dann werden -nach Absprache mit der Flugsicherung- 1400 Luftballons, mit Grußworten der Schülerinnen und Schüler und einer Überraschung für die Finder, in den Marienfelder Himmel aufsteigen.

Mit der traditionellen Heinemann-Meile, der Theateraufführung und den Klassengesprächen hat die GHO einen würdigen Rahmen für ihr Jubiläum gestaltet. Herzlichen Glückwunsch!

Thomas Moser

Ein weiterer ausführlicher Bericht zum Schuljubiläum: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2014/09/05/40-jahre-gustav-heinemann-oberschule-in-marienfelde.htm

 

50 Jahre John-Locke + Eine Siedlung putzt sich

Die John-Locke-Siedlung in Lichtenrade wird nach und nach modernisiert. Eine große Maßnahme nach 50 Jahren! Jetzt wurde auch das kleine Einkaufszentrum und der Nilpferd-Brunnen (erstmal) abgerissen. Netto bleibt die nächsten Monate noch erhalten und ist für die "Siedler" offen. Man kann gespannt sein, wie sich die Siedlung verändert. Bis 2018 sind die Maßnahmen, in verschiedenen Abschnitten, geplant. ToM


Fotos:Thomas Moser
...und hier Fotos vom Abriss...


... und so begann alles..

Fotos: D. Herrmann

 

Künstlergemeinschaft bereichert Weinfest: Wir von „Lichtpunkt49“

Die Künstlergemeinschaft LICHTPUNKT49 hat sich vor 3 Jahren in Lichtenrade gegründet: Die 49 beschreibt die Ortszugehörigkeit der Künstlergruppe, bevor es nach 1990 zur Systemumstellung bei den Postleitzahlen kam.

Sylvia Zeeck (Malerei, Objektkunst, Skulpturen, Mode und Design) hatte diese Gruppe mit Thomas Seemann (Fotokunst) und Rudolf Kraus (Malerei) im Jahre 2011 ins Leben gerufen.Um auf sich aufmerksam zu machen, fanden erste Kunstpfade in Form einer Open Air Galerie in den Vorgärten der Grundstücke entlang ihrer Wohnstraße im Rotenkruger Weg statt.

Bald darauf gab es erste Kontakte zu den Bürgerinitiativen des Bezirks, um künstlerisch Pointen zu setzen. Ziel war und ist es, Lichtenrade mit ein wenig „Pepp“ zu versehen und seiner künstlerischen und kulturellen Entwicklung Gestalt zu geben.

In Zusammenschluss mit BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg / BI Rettet die Marienfelder Feldmark e. V. gestaltete sie im Rahmen der Langen Tage der StadtNatur ein Müllmonster aus gesammeltem Schrott.

Dieser Schrott wurde beim traditionellen Putztag am südlichen Stadtrand eingesammelt. Es entstand ein „Müllmonster“, welches getauft auf „Selbstvermüller Lichtenrode“ auf die sinnvolle Wiederverwertung von Altmaterial aufmerksam machen sollte. Im Jahr darauf wurden auf dem Gelände des Interkulturellen Gartens der UFA Fabrik im Rahmen der Langen Tage StadtNatur große, aus Plastikbechern zusammengesetzte Pilze präsentiert. Hier wollte Lichtpunkt49 auf die explosionsartig aus dem Boden geschossene Verschwendung von Plastikgeschirr und Verpackungsmaterial hinweisen und zum Nachdenken anregen.


Sylvia Zeeck und Thomas Seemann vor dem Kaktus
Beim 26. Wein- und Winzerfest in Lichtenrade 2013 fanden Weinflaschen zu einem großen Kaktus zusammen. Der treibende Gedanke war der eines Weinspenders, der in der Wüste steht und seine kostbare Flüssigkeit bewahrt. Dieses Bewahren dankt der Kaktus, indem er eine wunderschöne Blüte aus der alten Weinflasche treibt. Die Botschaft? Bitte, liebe Leute, geht behutsam mit den Ressourcen dieser Welt um und achtet auch eure Gesundheit!

Weinfest 2014

Im Jahr 2014 haben sich die Akteure ganz neu zusammengewürfelt. Mit Niels, dem Kupferklopfer, und Kati Pfau, Schauspielerin und Märchenerzählerin, erhält die Gruppe ganz neuen Schwung: Niels bietet wunderschön handgearbeiteten, symbolhaften Schmuck aus Silber und Kupfer sowie Taschen aus natürlich gegerbtem Leder. Kati Pfau verzaubert ihre Zuhörerschaft. Sie schreibt auch eigene Bücher über die Märchen der Welt. Hin und wieder kommen auch Gastkünstler oder Kunsthandwerker dazu mit Ideen und Engagement für gemeinsame Projekte - so zum Beispiel Karin Bolz. Sie ist Kunsthandwerkerin und fertigt in Patchworktechnik kunstvolle Wandbehänge und Tischdecken sowie nützliche Kleinigkeiten wie Nadelkissen, Topflappen, Körnerkissen, Taschen und vieles andere mehr.

Sylvia Zeeck: „Wir sind immer wieder gespannt, wie sich die Projekte mit so unterschiedlichen Akteuren bei Lichtpunkt49 neu gestalten und entwickeln.“ Der zum 27. Wein- und Winzerfest 2014 entstandene „kleine Flaschenkönig“ im Kupferkleid ist eine weitere Idee der Gruppe Lichtpunkt49, die Kunstfertigkeit auf hohem Niveau verspricht. „In Anlehnung an die Weinhoheit aus der Pfalz, die für das Weinfest am Dorfteich erwartet wird“, dachte Sylvia Zeeck, „darf auch der Weinkönig nicht fehlen.“ Im spielerischen Umgang verschiedenster Materialien entwickelte sich dieses kleine „Maskottchen“, das auch Symbol für die Wertschätzung der Kultur rund um das Thema Wein ist:

Eine auf einem schwarz lackierten Ofenrohr hockende blaue Weinflasche, zwei Sternenteller sowie 4 unter Hitze gebogenen CDs und Kupferblech fügen sich zu einer kleinen Persönlichkeit zusammen. Und wer genau hinschaut, wird bemerken, dass der König mit seinen 4 Gesichtern den Betrachter stets im Auge hat. So kann man sich fragen, wer hier eigentlich im Fokus der Betrachtung steht?

Kati Pfau, Niels Dettmer und Sylvia Zeeck laden Sie herzlich dazu ein, den „kleinen Flaschenkönig“ am 13. und 14. September 2014 beim Weinfest am Dorfteich besuchen zu kommen: „Sollten Sie Wert auf einen „hochherrschaftlichen Freund“ bei sich zu Hause oder in Ihrem Geschäft legen, dann fühlen Sie sich herzlich eingeladen, den König am Sonntag, den 14.9.2014, um 16.00 Uhr auf der Bühne an der Dorfkirche ersteigern zu kommen. Sie unterstützen damit nicht nur die Künstlergemeinschaft, sondern auch einen Teil der die kulturellen Entwicklungsgeschichte von Lichtenrade“, so Sylvia Zeeck.

 

192 neue Wohnungen in Lichtenrade

Am Dienstag, den 26. August 2014, hat die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG (GBSt) den Grundstein für ihr Neubauvorhaben „Südlicht11“ mit 192 Wohnungen in Berlin-Lichtenrade erfolgreich gelegt. Die Genossenschaft investiert in das Projekt rund 35 Millionen Euro. „Damit entsteht im Ortsteil Lichtenrade durch die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eine generationsübergreifende und familienfreundliche Wohnanlage, die sich auch durch eine hohe Energieeffizienz auszeichnet. Das zeigt, dass die Genossenschaften verlässliche Partner bei der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum sind“, sagt Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin. Die Wohnanlage entsteht derzeit zwischen dem Töpchiner Weg und der Straße Alt Lichtenrade und wird künftig auch einem öffentlichen Spielplatz Raum geben.

„Nach dem Neubau von 35 Wohnungen in Steglitz ist „Südlicht11“ nun unser zweites Neubauvorhaben innerhalb von anderthalb Jahren. Diese neue Wohnanlage wird mit Kaltmieten ab 8 Euro pro Quadratmeter vor allem auch den Ansprüchen von Familien gerecht, die sich größere Wohnungen in der Stadt kaum noch leisten können“, erklärt Thomas Ahlgrimm, kaufmännischer Vorstand der GBSt. Der Projektname „Südlicht11“ leitet sich aus der Lage im südlichen Berliner Stadtteil Lichtenrade und denn elf entstehenden Einzelgebäuden ab.

Vorstand, Ehrengäste & Redner zur Grundsteinlegung (v.l.): Siegfried Rehberg, Vertreter des Vorstandes (BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.), Marcus Becker, Geschäftsführer (Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH), Dr. Bernd Hunger, Städtebaureferent (GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.), Prof. Dr. Rainer Schröder, Aufsichtsratsvorsitzender (GBSt), Thomas Ahlgrimm, Vorstand (GBSt), Ulrich Wrusch, Vorstand (GBSt) - Foto: Thilo Kühne

„Unsere 192 Wohnungen werden in elf Häusern mit bis zu vier Wohngeschossen entstehen. Das Baufeld gliedert sich in vier Bauabschnitte, die Fertigstellung ist zum Ende des Jahres 2015 geplant“, beschreibt Ulrich Wrusch, technischer Vorstand der GBSt die Planungen. „Die Wohnungen werden zwischen ein und fünf Zimmern haben, wobei wir einen Schwerpunkt in Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sehen“, so Wrusch weiter. Alle Häuser entstehen im KfW-70-Standard und verbrauchen damit weniger Energie. Jede Wohnung wird über Terrasse oder Balkon verfügen, 52 Wohnungen sind Rollstuhlfahrer gerecht. Zusätzlich werden ausreichend PKW- und Fahrradstellplätze entstehen, heißt es von der Genossenschaft.

Anwohner haben wegen der Parkplätze Befürchtungen ... hier die Sicht von Alt-Lichtenrade (Foto: Thomas Moser)
Hier befürchten einige Anwohner der Umgebung, dass sie Parkplätze auf den angrenzenden Straßen knapper werden. Für die 192 Wohnungen stehen 88 Tiefgaragenplätze zur Verfügung.

Der Geschäftsführer der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH, Marcus Becker, erklärt: „Wir freuen uns sehr, als Generalunternehmer für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz die schlüsselfertige Fertigstellung zu übernehmen und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit einen weiteren Neubau in Berlin zu realisieren. Wir liegen sehr gut im Zeitplan und gehen von einer pünktlichen Übergabe aus."

Der Blick von der Groß-Ziethener-Str. (Foto: Thomas Moser)

 

Sommerfest der Suppenküche

Die Suppenküche ludt zum Sommerfest ein. Die ehrenamtlich Engagierten vergnügten sich einen Abend. Der Spätsommer belohnte die fleißigen Helferinnen und Helfer. Auch waren Unterstützer, Förderer und Vernetzungspartner eingeladen. Die neue, fast fertige Terrasse bestaunten Ingrid und Andrea Kühnemann mit Alex Benkel von der Suppenküche (2. Foto). Es gab die schönsten Leckereien und die fleißigen Grillhelfer kamen ganz schön ins Schwitzen. Der DJ sorgte für die richtige Musik. Einmal im Jahr versorgen die vielen Helfer nicht die Bedürftigen, sondern feiern selbst ausgelassen auf dem Gelände der Suppenküche Lichtenrade in der Finchleystraße. Sie haben es verdient! Danke für Ihre und Eure Arbeit. Es gibt auch in Lichtenrade verdeckte, aber auch durchaus sichtbare Armut. ToM

;




Die fleißigen Grillmeister...



Die Monika (lks) macht wieder Quatsch und schlüpfte in eine andere Rolle...

Fotos Thomas Moser

 

Ein Juwel am Stadtrand - Kita Haus Salem


Begrüßungskomitee für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Florian Graf in der Kindertagesstätte des Eigenbetriebs Süd-West, Hohenzollernstraße: Im Vordergrund rechts die Kita-Leiterin Petra Schneidewind (re) und ihre Stellvertreterin Manuela Röhring-Kumm, rechts hinten Henriette Harms, Regionalleiterin des Eigenbetriebs, sowie der kaufmännische Geschäftsleiter Andreas Hartmann (links) und die pädagogische Geschäftsleiterin Martina Castello (3.v.l.), Ariane Willwerth (2.v.l.)ist zwar die Leiterin des Wahlkreisbüros von Florian Graf, gehört aber eigentlich auch zur Kita, denn ihre Tochter verbringt hier einen großen Teil ihrer Kindheit.

Für den neuen kaufmännischen Geschäftsleiter des Eigenbetriebs, Andreas Hartmann, war der Besuch in der Kita sein erster Außentermin. Und dieser führte ihn und den CDU-Fraktionschef in eine der schönsten Kitas, nicht nur des Eigenbetriebs, sondern auch des Bezirks überhaupt.

Das ehemalige Mutterhaus der Diakonissen in Lichtenrade bietet sehr viel Platz für die unterschiedlichsten Aktivitäten. 120 Kinder besuchen die Kita, die direkt an der Grenze zu Brandenburg steht. Vor 25 Jahren fiel der Blick aus den Fenstern direkt auf die Mauer. Heute stehen auf dem Mauerstreifen Bäume. Die Umgebung der Kita lädt natürlich besonders für Naturerkundungen ein.

Vor 19 Jahren wurde die Kita eröffnet, damals mit viel Prominenz, unter anderem dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. Florian Graf will Diepgen fragen, ob er im nächsten Jahr zum 20-jährigen Jubiläum wieder mit dabei sein möchte.

Die Kita verfügt über einen großen sehr schönen Spielplatz. Die ehemalige Kapelle dient heute als große Turnhalle, in der sich die Kinder austoben können. Hier macht Kindsein so richtig Spaß.

Der CDU-Politiker Florian Graf war bei seinem Besuch aber auch daran interessiert, von der Kita- und Geschäftsleitung des Eigenbetriebs Süd-West, der neben Tempelhof-Schöneberg auch die kommunalen Kitas in Steglitz-Zehlendorf betreibt, zu hören, welche Probleme es gibt. Die Verlagerung der Horte aus den Kitas an die Grundschulen wird immer noch sehr kritisch gesehen. Für den Eigenbetrieb ist der Weggang der Hortkinder auch ein finanzielles Problem. Zwischen 17 und 24 Prozent der Kinder verlassen die Kita vor der Sommerpause. Diese Lücke lässt sich jedes Jahr kurzfristig nicht schließen.

Als nicht im Sinne der Kinder wird auch angesehen, dass die Kita-Gutscheine nur bis zu den Sommerferien und nicht bis zum Übergang zum Hort gelten. Dadurch entsteht die Situation, dass die Kinder ihre angestammte Kita verlassen müssen, um an einen Hort einer Grundschule zu gehen, die später unter Umständen gar nicht ihre Grundschule wird.

Florian Graf sagte, dass dieses Problem erkannt worden sei. Er wolle sich dafür einsetzen, dass hier eine bessere Lösung für die Kinder gefunden werde. Die Kindertagesbetreuung ist für ihn ohnehin seit langem ein Haushaltsschwerpunkt.

Auffällig für den Kita-Eigenbetrieb ist auch der Umstand, dass immer mehr Eltern ihre Kinder zurückstellen, das heißt, sie nicht schon mit 5 ½, sondern ein Jahr später einschulen lassen.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) spricht mit seiner in der BILD-Zeitung am 3. September erschienenen Kolumne sicherlich Floria Graf aus dem Herzen: „Unzufrieden ist die CDU … mit der Einschulung der 5½-Jährigen. Immer mehr Eltern lassen ihre Kinder ein Jahr zurückstellen und auch die Lehrer stöhnen, was sie mit den ‚Babys’ in der Schule sollen“, schreibt Heinz Buschkowsky in BILD. „Jetzt will die Union mit einem Gesetz wieder zurück zur Schulpflicht mit 6. Ich finde, sie hat recht. Dieses deutschlandweite Experiment war der falsche Weg. Wir sollten ihn wieder verlassen.“

Florian Graf hat aus der Kita am Stadtrand gute Anregungen für seine politische Arbeit mitgenommen. Kindertagesstätten sind äußerst wichtige Erfahrungsorte für Kinder. Ja, sie sind auch Bildungseinrichtungen. Das unbeschwerte Spielen darf dabei aber nie zu kurz kommen. Diese Gefahr besteht im Haus Salem, einem Paradies für Kinder, nicht.

Ed Koch (auch Fotos oben)

Quelle: paperpress newsletter Nr. 509 K vom 4. September 2014

Aktuelle Aufnahme Sept. 2014 (Thomas Moser)

Winter-Archiv-Foto: Thomas Moser

 

13.9.: Das dritte -ganz andere- Weinfest: Weinprobe mit Kunst

Didis Weinvertrieb liegt etwas verborgen in einer kleinen Seitenstraße von der Lichtenrader Barnetstraße. Die Dossestraße 4, das Domizil von Didis Weinvertrieb, ist für Weinliebhaber ein kleiner Geheimtipp. Der Weinvertrieb ist eine gemütliche Stube mit einem wunderschön angelegten Garten.

Weinprobe bei Didi

Der beliebte „Tag der offenen Tür“ findet am 13. September statt. An diesem Samstag gibt es von 13 bis 19 Uhr fast das gesamte Weinsortiment (circa 150 Weine) zur Verkostung. Ab sofort können Teilnehmerkarten (inklusive für 2 mal 0,1 Liter Wein) für 5 Euro erworben werden. Dieter Tormann, der von allen nur Didi genannt wird, wird in kleinen Gruppen spezielle Themen besprechen. So stehen „Sprudelchen“ – Sekt und Secco und „Rieslingvarianten“ auf dem Weinseminar-Programm.

KGB-Kunst trifft auf Weinliebhaber: In vino veritas

Aber Didi wäre nicht Didi, wenn er sein Domizil nicht auch Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung stellt. Die Kunstgruppe „KGB“ trifft sich regelmäßig bei Didi und so war es dann fast selbstverständlich, dass die Ausstellung wie im letzten Jahr mit der gut besuchten Weinverkostung kombiniert wurde.

Die Künstlergruppe (vor einem Jahr)...

Bereits seit 1985 besteht in Lichtenrade die Künstlergruppe, die sich hauptsächlich mit Ton- und Keramik beschäftigt. Die „Kunstgruppe Berlin“ hat diesmal kein spezielles Thema für ihre Ausstellung ausgewählt. Die Besucher sollen sich überraschen lassen.

Hermann Famulla (KGB), Didi und Peter Schueßler (KGB)

Die einzelnen Werkstücke werden geschmackvoll im Garten platziert und laden zum Ausstellungsrundgang ein. Man hat auch Gelegenheit mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Eine freundliche und angenehme Atmosphäre ist bei Didi garantiert. Die Besucher haben ausreichend Zeit über Wein und Kunst zu philosophieren. Denn bekanntlich liegt im Wein die Wahrheit. Na dann: Prost und zum Wohl!

Thomas Moser (auch Fotos)

Dieter Tormann, Dossestraße 4, 12307 Berlin

030 - 745 45 05, Mo-Fr 17-19 Uhr und Samstag nach Vereinbarung

http://www.didisweinvertrieb.de

E-mail: info@didisweinvertrieb.de

 

40 Jahre Gustav-Heinemann-Oberschule in Marienfelde

September 2014 Eine Schule feiert ihr 40jähriges Bestehen und ist längst noch nicht in die Jahre gekommen.


Der Festakt am 10. September 2014 wird die Feierlichkeiten einleiten. Erwartet wurde der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der diese Schule aus Zeiten seiner Stadtratstätigkeit sehr gut kennt. Wegen des Besuchs der dänischen Königin musste jedoch der Regierende kurzfristig absagen und schickt dafür ein Grußwort.

Zum großen Jubiläums-Sommerfest, am Freitag dem 12. September 2014, öffnen sich ab 15 Uhr die Tore der Schule.


Schulleiter Carsten Hintze erläutert das Jubiläumsprogramm.
Kurz vor der Stadtgrenze, in der Waldsassener Straße 62, hat die beliebte Oberschule im Süden vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg seinen im grünen gelegenen Campus, am Rande einer Hochhaussiedlung, aufgeschlagen.

Ein wechselvolle Schulgeschichte!

Die Gustav-Heinemann-Oberschule (GHO) hat eine wechselvolle Geschichte mitgemacht. Nach der Schulgründung im Jahr 1974 hatte die Schule ihren Stammsitz am Tirschenreuther Ring 48. Richtfest wurde am 2. Juni 1974 gefeiert.


Hier entstand eines der vielen Mittelstufenzentren der Stadt, die alle gleich aussahen. Teilweise geliebt wegen ihrer Funktionalität und der kurzen Wege, waren diese Zweckbauten aber auch umstritten, da verschiedene Räume im Binnenbereich ohne Tageslicht auskommen mussten. In der Chronik heißt es dazu: „Immerhin der gewaltige Neubau mit der benachbarten Doppelstockturnhalle am Tirschenreuther Ring imponierte… Die Böden waren mit Teppich belegt, eine Klimaanlage war auf Behaglichkeit programmiert.“

Das Stammgebäude konnte erst nach den Herbstferien des Schuljahres 1975/1976 bezogen werden. Vorher war die Schule Gast in der Lichtenrader Carl-Zeiss-Oberschule.

Zur Namensgebung der Schule nach dem Alt-Bundespräsidenten Gustav Heinmann kam am 4. Oktober 1977 die Witwe, Hilda Heinemann, nach Berlin.

Wegen Asbestproblemen musste der ursprüngliche Bau geschlossen werden. Die Schule zog von 1988 bis 1990 in die nahe gelegene ehemalige Pädagogische Hochschule. Ab 1990 konnte dann das Ersatzschuldorf in der Waldsassener Straße 62 bezogen werden.

Ein Schüler-Modell der neuen Schule vom Schulleiter präsentiert.
Dieses beliebte langjährige „Provisorium“ ist heute noch in Betrieb und wird in den nächsten Jahren einem Neubau weichen, der dann wieder am Tirschenreuther Ring liegen wird. Schulleiter Carsten Hintze hofft sehr, dass der jetzige großzügige Campus-Charakter bei den Schulplanungen Berücksichtigung findet.

Leistungsorientierte Gesamtschule steht auch für Sekundärtugenden

Die Gustav-Heinemann-Schule ist eine Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe, in der das Abitur nach 12 oder 13 Jahren absolviert werden kann. Der Schulzugang ist ab der 5. und der 7. Klasse möglich. Die GHO sieht sich als Alternative zum Gymnasium, weil sie eine leistungsfähige Schülerschaft und ein leistungsorientiertes Kollegium hat. Auf der Website heißt es: „Die GHO ist ein Ort, an dem Spitzenschüler gefördert und nicht diffamiert werden.“ Als besondere Profile bietet die Schule Japanisch, bilingual Englisch, eine Bläserklasse und Mathematik-Informatik an. Ein vielfältiges Kursangebot und zahlreiche Ganztagsangebote in Arbeitsgemeinschaften runden das Spektrum der Schule ab. Es gibt viele internationale Schulpartnerschaften und regelmäßige Klassen- und Kursfahrten sind selbstverständlich. Neben all diesen Möglichkeiten ist der Schule die Umsetzung von sogenannten Sekundärtugenden, wie Zuverlässigkeit, Disziplin, Höflichkeit, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit sehr wichtig.

Für Schulleiter Carsten Hintze ist das „gemeinsam leben lernen“ eine wichtige Grundlage. Carsten Hintze ist stolz auf seine Schule: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Unsere Schüler werden von den Arbeitgebern gern eingestellt, wie ich von unseren Kooperationspartnern immer wieder höre. Und was mir persönlich viel bedeutet: Wir sind eine starke Gemeinschaft!“

Vor kurzem war der Kabarettist, Arzt und Glückforscher Dr. Eckart von Hirschhausen Gast in der Schule. Daraus entwickelte sich auch ein Seminar für Lehrer zum „Lebensfach Glück und Verantwortung“ vom Institut für angewandte sozialwissenschaftliche Forschung e.V..

Beim Sommerfest kann man als Schulfremder den besonderen Hauch der Schule erspüren.

Konkretes zu den Feierlichkeiten

Beim Festakt am 10. September wird die Heinemann-Wand enthüllt und die Gustav-Heinemann-Ausstellung eröffnet. Neben vielen musikalischen Schülerbeiträgen werden auch verschiedene Grußworte erwartet.

Beim Jubiläumssommerfest (Freitag 12. September 2014, 15 bis ca. 19 Uhr) werden auf zwei Bühnen viele Bands und Musikgruppen von den Bläsern bis zu Rock und Pop auftreten. Ein Skilanglauf-Biathlon, Schach und ein Streetballturnier stehen auf dem Programm. Neben einigen Informationsständen wird auch für Speis und Trank gesorgt. Die weitläufige Schuldorfanlage wird der perfekte Ort für das Sommerfest sein.

Der aktive Förderverein ist ein wichtiges Standbein der Schule; so können die vielfältigen Aktivitäten im Schulleben tatkräftig und finanziell unterstützt werden.

Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten gehört die jährlich stattfindende „Heinemann Meile“ und Theateraufführungen des eigens für das Jubiläum inszenierten Schwanks „Grand Malheur“ von Bernd Gombold.

Es werden wieder Schulklassengespräche mit prominenten Personen stattfinden. Zum Jubiläum wird es Schülergespräche mit dem Bürgermeister und Stadtentwicklungssenator Michael Müller, dem Schauspieler Tobias Wollschläger und den Enkeln von Gustav Heinemann, Andreas Ranke und Prof. Dr. Dr. Daniel Wichelhaus, geben.

Thomas Moser

http://www.gho-berlin.cidsnet.de

Vor 40 Jahren

Aus der Festschrift zum 25. Jubiläum der Schule vom langjährigen Schulleiter Karl Pentzliehn:

Einige Auszüge zu Ausführungen über die Gründungsphase: …“Die meisten jungen Kolleginnen und Kollegen fühlten sich den Zielen der 68er-Generation verpflichtet und begriffen die Gesamtschule als Ort, wo ihre Reformvorstellungen Gestalt annehmen und gebraucht würden. Diese Überzeugung machte sie anfangs so stark, dass sie Misserfolge wegsteckten. Die Frustrationstoleranz war enorm, die Leidensfähigkeit ausgeprägt. Delinquentes Verhalten wurde dem System angelastet, nicht den Schülern. Die Existenz von zehn Sozialarbeitern und Erziehern fügte sich in dieses Weltbild: Gemeinsam wird man die Sozialisationsdefizite ausbügeln und die Begabung dynamisieren…“

1976 wurde über den „Schülerberg“ und den Folgen diskutiert. Gesamtschulabsolventen sollten auch dort das Abitur machen können. Die heftige Diskussion wurde unter dem Aspekt der sogenannten „Verdichtung“ mit Raumproblemen diskutiert: „…Die Diskussion verschärfte die Polarisierung des Kollegiums. Eine eher linke GEW-Gruppierung lehnte die Verdichtung entschieden ab, während die Schulleitung und ein VBE-orientierter Teil des Kollegiums die gymnasiale Oberstufe befürworteten und sich dadurch eine stärkere Akzeptanz bei leistungsstarken Schülern versprachen. Am 7. 12. 1977 beschloss die BVV Tempelhof den Ausbau der Gustav-Heinemann-Oberschule zu einer Gesamtschule mit integrierter gymnasialer Oberstufe zum 1.8.1978.“

Auszüge zur Konsolidierungsphase:

„Die Bemühungen um eine Konsolidierung unserer Schule entsprangen dem Eingeständnis von Defiziten… Nahezu jeder zweite Kollege war Lehramtsanwärter oder Referendar, bewegte sich methodisch-didaktisch auf schwankenden Planken, wähnte sich aber als 68-er zumindest ideologisch fest verankert. Dieser Teil des Kollegiums traf auf eine Minderheit eher konservativer Lehrer, die sich –zumal wenn sie Studienräte waren- häufig nur deshalb zur Gesamtschule hatten bewegen lassen, weil Beförderungsstellen lockten… Um Mehrheiten zu formen, wurden Eltern und Schüler von den verschiedenen Fraktionen heftig umworben… Zwei Lehrer, die sich durch ihre orangefarbenen Overalls als Bagwan Jünger zu erkennen gaben, bestanden bei Raumvergabe auf Tageslichtersatzräumen, weil nur hier jener Grad an Dunkelheit zu erzielen war, den sie für die Aufbereitung der Schüler durch Meditation benötigten…Und als ein Schulrat einen kritischen Kollegen an eine Hauptschule versetzte, meldeten sich 20 Lehrer krank… Zuverlässiger Indikator für die Misere war das qualitativ rückläufige Anmeldeverhalten der Eltern, die Zahl der OG-Empfehlungen von anfangs 30 bis 40 pro Jahrgang fiel in den einstelligen Bereich…Gewissermaßen im Schnellballsystem sollten im Sog der Aktivitäten die noch passiven Kollegen zum Mittun –notfalls auch zur Trennung- veranlasst werden. Diese Strategie lag die Überzeugung zugrunde, dass Leistungs- und Projektbereitschaft Freude und Befriedigung vermitteln, aber auch die Einsicht, dass eine Gesamtschule in Berlin Mehrarbeit leisten musste, um gegenüber den Gymnasien wettbewerbsfähig zu werden…

Schulleiter Carsten Hintze ist stolz auf seine Schule...

Fotos:

- Gustav-Heinemann-Schule

- Luftaufnahme: Reinhard Mayer

- Mit Schulleiter Hintze: Thomas Moser

 

Bürgerhaushalt: Buletten in Lichtenrade waren nicht der Renner!

Die erste Veranstaltung zum Thema „Bürgerhaushalt 2015 im Bezirk Tempelhof-Schöneberg“ fand bei den Bürgern nicht die erhoffte Resonanz.

Im großen Saal im Gemeinschaftshaus Lichtenrade blieben viele Stühle leer.


Bezirksbürgermeisterin Schöttler gibt einen Überblick über die Bereiche, in denen man mitreden kann...
Zu zwei Veranstaltungen hatte die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und die Bezirksverordneten-Vorsteherin Petra Dittmeyer die Bürgerinnen und Bürger Anfang September eingeladen.

Was der Bürgerhaushalt ist, erklären die Veranstalter so: „Der Bürgerhaushalt ist ein Instrument der transparenten Bürgerbeteiligung. Das bedeutet im Einzelnen, dass das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gemeinsam mit Ihnen über die Verwendung der öffentlichen Bezirkshaushaltsmittel und Ihre Vorschläge und Ideen diskutieren. Ziel dabei ist es, mit Ihnen in einen offenen, konstruktiven und proaktiven Dialog zu treten, um die geringen Bezirksfinanzen noch bürgerorientierter einzusetzen.

Mehrsprachige Info-Broschüren und Buletten-Flyer

Unter dem Motto „RAN AN DIE BULETTEN!“ wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirkes mit einer Postwurfsendung eingeladen, sich am Bürgerhaushalt zu beteiligen und ihre Vorschläge einzubringen. Mit einem auffälligen Logo, drei kleine aufgespießte unterschiedliche Bulettchen beziehungsweise Frikadellen, sollten alle neugierig gemacht werden. Zumindest bei der ersten Versammlung ging diese Rechnung nicht auf. Ob es nun daran lag, dass das Thema nicht interessierte oder das Buletten-Logo weniger ein sogenannter „Eyecatcher“ war, sondern eher als klassische gewerbliche Werbung betrachtet wurde, kann der Diskussion in der BVV überlassen werden. Für viele Interessierte wird es aber auch schon von Anfang an klar gewesen sein, dass die Einflussmöglichkeit bei den knappen Haushaltsmitteln sehr begrenzt sein dürfte.

Jedenfalls waren das gesamte Bezirksamt mit allen Stadträtinnen und Stadträten und viele BVV-Mitglieder anwesend. Wenn man die vielen Politik-Vertreter und Verwaltungsmitarbeiter abzieht, kam man in Lichtenrade mit einer wohlwollenden Schätzung auf maximal 50 „normale“ Bürger-/innen. Auch einige wenige Vertreter von Vereinen und Initiativen waren anwesend.

Nach einer Begrüßung der Bürgermeisterin und der BVV-Vorsteherin erläutere Angelika Schöttler die Aufgaben der unterschiedlichen Abteilung. Danach ging es ins Foyer, wo die politischen Vertreter und viele Angehörige der Verwaltung, erkennbar an einem Namensschild, ansprechbar waren.

Infotafeln vor dem "Sturm"

An Informationstafeln der Ämter konnte man sich sachkundig persönlich informieren lassen. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit ihre Fragen bei den Stadträten oder den Fachleuten zu stellen. Es ging oft weniger um Haushaltsfragen, sondern um allgemeine Ärgernisse.


So war auch der Vertreter des Ordnungsamtes in Bürgergesprächen sehr vertieft. Von der Stadtbibliothek, dem Jugend- und Gesundheitsamt und den ganzen anderen Ämtern waren ebenfalls kompetente Ansprechpartner anwesend.

„Ob Schlaglöcher auf der Straße, marode Kinderspielplätze oder unpraktische Sprechzeiten in öffentlichen Einrichtungen: Es gibt immer etwas zu verbessern!“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes. „Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern des Bezirkes über die Verwendung der öffentlichen Bezirkshaushaltsmittel des Haushaltsplans 2015 diskutieren.“

Man hat noch bis zum 10. Oktober Zeit, seine Vorschläge auf den unterschiedlichsten Wegen (per Post, per Sammelbox in einigen Dienststellen, telefonisch oder persönlich, per Internet oder per Mail) zu übermitteln. Diese Vorschläge werden beraten und die Hinweis- und Ideengeber werden dann zu Auswertungsgesprächen erneut eingeladen.

Es bleibt abzuwarten, ob die zweite Veranstaltung am Freitag im Rathaus Schöneberg besser angenommen wird. Sicherlich ist die Einbeziehung von Bürgern positiv zu bewerten. Angesichts der angespannten Finanzlage der Bezirke wird sich die tatsächliche Umsetzung von Vorschlägen aus der Bevölkerung nur in engen Grenzen bewegen können.

Thomas Moser

 

Kein Logistikzentrum am Nahmitzer Damm

In einer Presseerklärung der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg vom 3.9.2014 heißt es:

Auf Initiative der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg hat die BVV im Rahmen ihrer Sitzung vom 27.8.2014 beschlossen, dass es auf der ehemaligen IBM-Fläche westlich des Baumarktes am Nahmitzer Damm kein Logistikzentrum geben, sondern an dieser Stelle produzierendes oder verarbeitendes Gewerbe angesiedelt werden soll.

Hintergrund ist das Bestreben einer großen Discounter-Kette, auf diesem Grundstück ihr regionales Logistikzentrum zu errichten und dafür den jetzigen Standort in Großbeeren aufzugeben.

Christoph Götz, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Die Discounterketten sind auf der Suche nach Berliner Alternativstandorten zu Großbeeren, weil ihre LKW morgens in langen Staus vor der Stadtgrenze stehen müssen. Das kostet. Bei einer Verlagerung der Logistikzentren nach Berlin wäre das Warten im Stau von den Zulieferern zu leisten. Diese Entwicklung ist regional gesehen nicht sinnvoll und würde zu einer weiteren Steigerung des Verkehrsaufkommens an der Stadtgrenze führen. Durch die einfache Verlagerung wären auch keine neuen Arbeitsplätze entstanden. Wir freuen uns daher, dass unser Antrag breite Unterstützung gefunden hat.“

Auf Grundlage des Beschlusses ist das Bezirksamt nun gefordert, den Standort am Nahmitzer Damm hochwertiger zu entwickeln.

Fotos: Thomas Moser

 

Pfälzer Weinprinzessin in Lichtenrade

Vom geplanten Weinfest am Dorfteich wird uns ein Interview übermittelt, das die ehemalige Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, Beate Bockenkamp, mit der Weinprinzessin aus der Pfalz, Marie-Joelle Ohler, geführt hat. Die Weinprinzessin wird das Weinfest am Dorfteich (Veranstalter Family & Friends), dass am 13. und 14. September 2014 stattfindet, besuchen.

Das andere Weinfest in Lichtenrade findet zeitgleich auf der Bahnhofstraße statt und wird vom Bürgerforum Zukunft Lichtenrade veranstaltet.

Beate Bockenkamp: Liebe Frau Ohler, Sie sind die Weinprinzessin aus der Pfalz. Wir von der AG Bahnhofstraße e. V. freuen uns, dass Sie Zeit gefunden haben, das 27. Wein- und Winzerfest in Lichtenrade - das Original am Dorfteich - zu begleiten. Einige unserer Winzer aus der Pfalz sind seit 27 Jahren in Lichtenrade dabei und diesmal ist es ihnen eine besondere Freude, "ihre" Weinprinzessin in Berlin dabei haben zu dürfen. Bitte erzählen Sie doch etwas über sich. Wie hat sich der Wunsch, eine Weinprinzessin werden zu wollen, in Ihnen festgesetzt?

Marie-Joelle Ohler: Also, ich bin jetzt seit letzten Jahr Oktober im Dienste des pfälzischen Weines und erfreue mich jeden Tag an den vielfältigen und interessanten Aufgaben, die dieses Amt mit sich bringt. Besonders die vielen "auswärtigen" Termine beeindrucken mich jedesmal sehr und bleiben bestimmt auch nach dem Amt (Oktober dieses Jahres) in Erinnerung. 

Zum Wein bin ich eigentlich durch meine Oma gekommen. Sie hatte früher ein Weingut und wollte schon immer einmal eine Weinprinzessin in der Familie haben. Da ich schon früh in meinem Heimatort aktiv war, wählte sie mich als die Weinprinzessin der Familie aus.

Sie machte mir dieses Amt über Jahre hinweg so schmackhaft und interessant, dass irgendwann der Wunsch auf mich übergangen ist. 

Ich war dann zwei Jahre lang Hambacher Weinprinzessin in meinem Heimatdorf. Und in dieser Zeit habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir es macht, Menschen für die Pfalz, die Weine und unsere Mentalität zu begeistern. Deshalb habe ich mich im letzten Jahr dazu entschlossen, mehr für den Wein zu machen und ihn als pfälzische Weinhoheit zu vertreten. 

 

B. Bockenkamp: Was macht die Pfalz, die Pfälzer und den Pfälzer Wein so besonders?

 

Marie-Joelle Ohler: Die Pfälzer Mentalität lässt sich meiner Meinung am besten anhand eines Beispiels beschreiben. Wie Sie bestimmt wissen, ist die Pfalz bekannt für die schönen Weinfeste, die sich gerade an der Deutschen Weinstraße zahlreich aneinanderreihen. Wenn man als Tourist alleine ein Weinfest bei uns besucht, findet man sofort Anschluss, wird man mit einbezogen und die Leute rutschen sogar zusammen, um jemandem auf der Sitzbank Platz zu machen.

Gerne teilen wir auch mal unser Schoppenglas (0,5 l Trinkglas, das es nur in der Pfalz gibt) in dem traditionell eine Schorle (Wein mit Wasser meist Riesling) eingeschenkt wird, mit anderen.

Bei vielen von auswärts stammenden Gästen wirkt das zwar zunächst befremdlich, aber für uns zählt das zu der Geselligkeit und gastfreundlichen Art der Pfälzer.

Wir sind auf jeden Fall ein lebensfrohes und offenes Volk sozusagen, das gerne mit anderen in Kontakt tritt und auch sehr wissbegierig ist. Weshalb wir keine Probleme haben, "Fremde" anzusprechen und auf einem Weinfest in unsere Sitzgruppe einzugliedern (sofern diese das möchten). 

Ich persönlich finde, dass Pfälzer Winzer genau diesen Charme und diese Herzlichkeit in ihrem Beruf widerspiegeln. Man kennt das von Frankreich manchmal, dass die Winzer nicht gerade begeistert sind, wenn Gäste Wein probieren möchten oder gar das Weingut betreten. In der Pfalz ist das ganz anders. Viele Winzer, wenn nicht sogar alle (und mir ist bisher in den 3 Jahren meiner Amtszeit nicht einmal das Gegenteil bewiesen worden) öffnen gerne ihre Tore und zeigen den Besuchern mit Stolz ihr Hab und Gut in Sachen Wein und Weingut.  

Auch Flaschen, die noch verschlossen sind, werden gerne geöffnet, um den Interessenten einen Eindruck über das Sortiment zu verschaffen. Die Pfälzer Gastfreundlichkeit spiegelt sich also auch im Handwerk des Winzers wider. 

Gerade die Familienbetriebe sind sehr geprägt durch die Mentalität der Pfalz. 

Die Weine laden zum geselligen Zusammensein und zu gemütlichen Abenden ein. Und trotzdem findet man elegante oder auch internationale Tropfen wieder, die bekannt und beliebt sind. Nicht umsonst stammt jede zweite Flasche, die in Deutschland getrunken wird, aus der Pfalz.

Sie sehen, das Amt hat meine Liebe zu meiner Heimatregion verstärkt und ich bin stolz, aus so einer schönen Region zu stammen. Besonders aufgefallen ist mir, dass auf Messen und Festen in Regionen, wo kaum Weinbau betrieben wird, die Menschen umso mehr das Angebot an unseren Weinen schätzen und sich das ganze Jahr über auf die Messe freuen. 

Das macht uns natürlich sehr stolz. Und mindestens genauso schön finde ich, wie toll ich als Weinhoheit in diesen Städten bisher aufgenommen wurde und wie interessiert die Leute an mir, dem Amt und meiner Heimatregion sind.

Mir macht das Schwärmen über Pfalz und unsere Weine richtig Spaß und ich freue mich schon heute, auf die vielen netten Gespräche bei die Ihnen in Berlin!

 
Über mich
Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de!
Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
Mehr über mich
Archiv
21Publish - Cooperative Publishing