Tannenbäume: Von Lichtenradern für Lichtenrade!

Familie Heuschkel verkauft seit 1990 Weihnachtsbäume in Lichtenrade. „Tannen-Tipp“ hat seit dem 1. Adventswochenende am S-Bahnhof Lichtenrade seine Zelte aufgeschlagen und verkauft frisch geschlagene Tannenbäume aus Deutschland.


Vater Jürgen Heuschkel bei der Arbeit...
Die Lichtenrader Familie hat, mit dem rein familiengeführten Betrieb, auf dem Grundstück des Großvaters, am Wendekreis am Kirchhainer Damm, angefangen. Nun sind sie schon seit Jahren vor dem ehemaligen Landhaus Lichtenrade, das besser unter den Namen Haus Buhr gekannt ist. Sven Heuschkel ist Firmeninhaber und hat erst mal seinem Vater die Standleitung überlassen. Wenn hier richtig Betrieb ist, wird Sven, sein Opa und der Bruder seinen Vater unterstützen und die Lichtenrader Käufer bedienen. Ein Gläschen Glühwein wird gerne ausgeschenkt.

300 Stammkunden hat „Tannen-Tipp“ mittlerweile. Die Kunden sind zufrieden und vertrauen fast blind den Heuschkels bei der richtigen Tannenauswahl. Die Tannenbäume werden auch direkt nach Hause geliefert. Der „weiteste Weihnachtsbaum“ ging vor Jahren nach Mallorca. Der Baum kostete 80 DM; die Frachtkosten machten alleine schon 110 DM aus. Nun ist „Tannen-Tipp“ das 24. Mal in Lichtenrade. Die Bäume kommen aus dem östlichen Niedersachsen und aus Schleswig Holstein. Der Lieferant ist ein Förster aus Lüchow-Dannenberg, der auch früher in Lichtenrade gewohnt hat.

Die Nordmanntanne kann man ab 16 Euro erwerben. Die größten Exemplare kosten 75 Euro.

Thomas Moser

www.facebook.de/tannentipp

 

Weihnachtsmarkt ohne viel Weihnachten

Der Weihnachtsmarkt in der Lichtenrader Bahnhofstraße hat es schon seit Jahren schwer. Im Jahr 2013 hat sich nichts Wesentliches verändert. Auch als die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße alleiniger Veranstalter war, waren die letzten Märkte und Feste von vielen kommerziellen Ständen geprägt. Ein „1-Euro-Stand“ ist für die weihnachtliche Stimmung nicht unbedingt förderlich!

Das diesjährige Fest konnte leider auch nicht überzeugen. Nur wenige kunsthandwerkliche Stände sind vertreten.

Ursula Döbel aus Lichtenrade hat jedoch einen wunderbaren Stand auf die Beine gestellt.

Michael Dannenberg mit Schüler Adrian Sabath (16)
Auch die Schülerfirma „MutZe“, des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums, ist beachtenswert. Ältere Menschen, zum Beispiel auch die Omas der Schüler, werden angeregt Mützen zu stricken. Die Schülerinnen und Schüler verkaufen die Mützen und bieten dafür individuelle Gegenleistungen an. Sie können einkaufen gehen oder im Sommer Rasen mähen. Der engagierte Lehrer Michael Dannenberg sucht für seine Schüler immer wieder neue Herausforderungen, die mit ihrem unmittelbaren Umfeld zu tun haben.

Die Betreiberin eines weiteren schön geschmückten Standes wollte sich und ihre kleinen Kunstwerke nicht fotografieren lassen. Sie ist als Lichtenraderin seit 18 Jahren dabei, wird aber nicht mehr kommen. Die Qualität des Marktes möchte sie nicht mehr hinnehmen.

Lutz Fußangel und Jazz auf dem Weihnachtsmarkt

Seit einigen Jahren tobt ein Wettbewerb um die Märkte. Die Qualität hat sich leider nicht verbessert. Veranstalter Joachim Jentsch ist in die Bresche eingesprungen, die nach dem zumindest vorläufigen Ende der Aktionsgemeinschaft als Veranstalter, entstanden ist. Die Einzelhändler in der Bahnhofstraße sind über die Entwicklung der Märkte schon seit vielen Jahren sehr unzufrieden. Sie engagieren sich jedoch auch nicht selbst bei den Märkten. Jentsch war, mit wenig Erfolg, bemüht, die Einzelhändler mit einzubeziehen.

Joachim Jentsch erläutert, dass die wirtschaftliche Situation bei den Märkten sehr schwierig geworden ist und man kaum noch interessante Händler gewinnen kann. Nach Jentsch ist es nur wirtschaftlich, wenn alle drei Märkte der Bahnhofstraße, also auch das Wein- und Winzerfest und der Maientanz, von einem Veranstalter ausgerichtet werden. Für das nächste Jahr sollen sich bereits sieben Bewerber angemeldet haben. Vom Bezirksamt wird in Kürze eine Entscheidung erwartet, wie es mit den Märkten weitergehen soll. Jentsch klagt jedenfalls gegen das letzte Verlosungsverfahren, wo er beim Wein- und Winzerfest nicht den Zuschlag erhielt. Das Wein- und Winzerfest 2013 wurde mit großem Erfolg und einer überzeugenden Qualität von „Family & Friends“, in Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, veranstaltet. Aber auch dieser Veranstalter klagte über wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Wir wünschen der Bahnhofstraße wieder einen richtigen Weihnachtsmarkt, der den Namen auch verdient. Die Veranstalter müssen aber auch in die Lage versetzt werden, diesen wirtschaftlich stemmen zu können. Dafür sollte sich die Politik im Bezirk mitverantwortlich fühlen.

Thomas Moser

Weihnachtmarkt 2013 auf der Lichtenrader Bahnhofstraße:

30.11./1.12.2013 und 14./15.12.2013 von 11-22 Uhr (Samstags) bzw. 11-20 Uhr am Sonntag

http://weblog.thomasmoser.de/archive/2013/11/17/weihnachtsmarkt-in-der-bahnhofstra-e-in-lichtenrade.htm

 

 

Dank an Ehrenamtliche

Seit 35 Jahren weist Walter Strutz den Ehrenamtlichen in Tempelhof-Schöneberg den Weg. Seit einigen Jahren selbst als Ehrenamtlicher, denn nach dem Ende seiner offiziellen Dienstzeit engagierte er sich natürlich weiter für die Ehrenamtlichen im Bezirk.


Der Nachwuchs lauscht andächtig...
 

Im November werden diese zu einer vorweihnachtlichen Festveranstaltung in das Gemeinschaftshaus Lichtenrade eingeladen. Neben wichtigen Reden, der Ehrung von Jubilaren und einem musikalischen Programm, werden die Ehrenamtlichen mit einem vorzüglichen Buffet des Unternehmens „Lindner“ verwöhnt. Seit Jahrzehnten steht dieser Name für hohe Qualität.

Nach ein paar einleitenden Sätzen von Walter Strutz, kommt erst einmal die Musik zu Wort.


Schon als Jugendstadträtin hat die jetzige Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler die Veranstaltung nicht nur besucht, sondern auch unterstützt. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, den Ehrenamtlichen für ihr Engagement zu danken.

Jugendstadtrat Oliver Schworck machte an ein paar Zahlen dieses Engagement deutlich. 80 ehrenamtliche Familienhelfer sind zurzeit im Einsatz, 38 Frauen und 42 Männer. Rund 30.000 Stunden sind sie pro Jahr tätig und kümmern sich um 223 Kinder und Jugendliche in 131 Familien. „Im Gegensatz zu früher gestalten sich nicht mehr alle Kinder- und Familienbetreuungen so ermutigend und enden positiv. Einige Ehrenamtliche leisten in den ihnen anvertrauten Familien erheblich mehr als Profis je leisten könnten“, sagte Oliver Schworck in seiner Dankesrede.

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Ehrung der Ehrenamtlichen, die fünf, zehn oder mehr Jahre tätig sind. Alle bekommen liebevoll von Familie Strutz eingepackte Geschenke, die Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns überreichte.

BVV-Vorsteherin Petra Dittmeyer und der ehemalige Jugendamtsleiter Henning Till

Wie schon im letzten Jahr trat auch diesmal wieder Lisa-Marie Hille mit neuen, teilweise sehr nachdenklichen und zur November-Stimmung passenden Liedern auf.

Zu einer Festveranstaltung gehört natürlich auch ein Festvortrag.

Für diesen hatte Walter Strutz in diesem Jahr den langjährigen Mitarbeiter des Jugendamtes, Ed Koch, eingeladen.

Koch ist seit 1967 ehrenamtliche im Bezirk tätig. Er berichtete von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Organisator von Rockmusikveranstaltungen mit Amateurbands, die ihn 1967 in die „Jugendtanzbar Bungalow“ am Mariendorfer Damm führten. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann blieb dort hängen und war dann 44 Jahre für das Jugendamt tätig, 30 davon als Leiter von Jugendfreizeiteinrichtungen, und 14 als Leiter der Bildungs- und Begegnungsstätte Tempelhofer Forum. Seit 1997 ist er für den Rocktreff und das Spielfest des Jugendamtes verantwortlich. Zusätzlich übernahm er die Aufgabe des Pressesprechers des Jugendamtes und den Sponsoringbeauftragten. Nebenbei organisierte er ehrenamtlich zwischen 1979 und 2012 320 Reiseprojekte für 7.500 Jugendliche und Erwachsene, darunter Internationale Jugendbegegnungen, Gedenkstätten-, Seminar- und Ferienfahrten.

„Was ist das Ehrenamt? Was ist die Motivation, etwas kostenlos oder für eine geringe Aufwandsentschädigung, für andere zu tun?“, fragte Koch in seiner Rede, und beantwortete die Frage selbst: „Ich sage, es muss neben vielen anderen Motiven auch ein hohes Maß an Leidenschaft dahinter stecken. Seine Fähigkeiten einzusetzen, etwas zu tun, das man für sinnvoll hält, sorgt für ein inneres Gleichgewicht. Faul und nutzlos rumzuhängen und die RTL 2-Familiengeschichten für das wahre Leben zu halten, treibt einen höchstens in die Depression.

1976 habe ich eine kleine Publikation gegründet, paperpress heißt sie. Seit meinem 13ten Lebensjahr war ich schon bei Schülerzeitungen aktiv. Bis heute gebe ich diese Publikation heraus – das kostet unendlich viel Zeit und auch sehr viel privates Geld. Ich will mit dem Blatt nicht die Welt verändern, was ein lächerlicher Anspruch wäre –mir ist auch völlig egal, ob das jemand liest, was ich da schreibe. Nein, es ist schlicht und einfach die Befriedigung einer Leidenschaft, nämlich zu schreiben.

Also: Leidenschaft ist wichtig.

Wenn Ehrenamtliche gefragt werden, warum sie ehrenamtlich tätig sind, sagen viele, weil es mir Spaß macht. Ja, es darf auch Spaß machen. Für mich klingt das aber immer so, als wenn ich Spaß auf Kosten anderer habe. Spaß haben ist viel zu banal, zweit- oder drittrangig.

Wer nur Spaß an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat, greift zu kurz. Die richtige Antwort muss lauten: Weil es wichtig ist, was ich mache! Weil es einen Sinn hat – weil ich damit anderen Menschen, die nicht so agil sind wie ich, helfen kann!

Es ist überhaupt nicht arrogant, wenn Ehrenamtliche von ihrer Arbeit zutiefst überzeugt sind. Und man muss sich immer wieder die Frage, warum man das macht, selbst beantworten: weil es sonst kein anderer macht und weil es gemacht werden muss.

Deshalb: Mehr Selbstbewusstsein im Ehrenamt, liebe Leute.

Als ich 2006 für meine ehrenamtliche Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, hat mich jemand gefragt, ob ich denn nun stolz sei, den Orden bekommen zu haben. Stolz? Das Wort kommt in meinem Sprachschatz nicht vor. Nach 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit ist es ja wohl selbstverständlich, dass sich der Bundespräsident mal bei einem meldet. Was ich damit sagen will, ist, wenn man etwas für die Gemeinschaft tut, dann darf man auch erwarten, dass sich die Repräsentanten bei einem bedanken. Das ist nicht unbescheiden, sondern selbstbewusst. Und deshalb halte ich diese Veranstaltung, die mein Freund Walter Strutz seit gefühlten 100 Jahren durchführt, natürlich für anerkennenswert, aber auch für selbstverständlich Ihnen, den Ehrenamtlichen gegenüber.“

Marian Przybilla, Ehrenamtler der 1. Stunde und Träger des Bundesverdienstkreuzes, im Gespräch mit Stadtrat Oliver Schworck


Zu den kulturellen Leckerbissen gehörte ein klassisches Trio, das Zander-Bläserensemble, die schon erwähnte Lisa Marie- Hille und „Absolutely Unterhaltsam“, eine beeindruckende a-capella-Vorführung, die den Abend ausklingen ließ.


Davor konnten sich jedoch alle Anwesenden vom umfangreichen Programm erholen und sich voll und ganz dem Buffet widmen. Die freundschaftliche und inzwischen auch familiäre Beziehung zwischen den Familien Strutz und Lindner, trägt mit dazu bei, dass die Ehrenamtlichen und anderen Gäste ein Buffet von Feinsten geboten bekommen. Schon beim Betreten des Saales fanden die Gäste auf den Tischen große Teller mit frischem Obst vor. Das Buffet, das soll hier nicht verschwiegen werden, begann mit Broqueta de Serano, vegetarischen Mini-Sommerrollen und Chicoree Salat als Vorspeisen. Zu den Hauptspeisen zählten Provenzalischer Rindertopf, Enten-Curry und Gemüsepfanne. Angereichert war das Lindner-Buffet natürlich mit dem berühmten Brot des Unternehmens, einem Käsebrett, dreierlei Schinken und einer Anti Pasti Platte.

Vor dem Dessert musste man schon seinen Gürtel ein Loch weiter stellen. Macaron Fleur, Macaron Himbeere, Rote Grütze auf Lindner Vanillequark und Lindner Mousse au Chocolat. Neben dem hauseigenen Lindner Apfel- und Orangensaft und Römerquelle-Wasser, gab es ein kräftiges Meckatzer Weiss-Gold Bier aus dem Allgäu und einen Lindner Riesling und Lindner Merlot.

„Absolutely Unterhaltsam“ im Einsatz, vor und nach dem Buffet.

Auch ehemalige, wie der frühere Jugendamtsdirektor Henning Till, und aktive Mitarbeiter des Jugendamtes wie die Controllerin Margit Neuhold und die Regionalleiterinnen Dagmar Jotzow und Claudia Dorow, hatten ihre Freude an der Veranstaltung.


Die ehemalige Jugendstadträtin und jetzige Bürgermeisterin Angelika Schöttler freute sich auch, ihre ehemaligen Fachleiter Detlef Große und Manfred Schulz auf der Veranstaltung wiederzusehen.

Nach dem Ausscheiden aus dem Dienst ist Walter Strutz mit „seinen“ Ehrenamtlichen jetzt beim Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. angesiedelt, dessen Geschäftsführer Georg Zinner auch an der Veranstaltung teilnahm.

Georg Zinner und Oliver Schworck

Jugendamtsleiter Wolfgang Mohns mit Gerd Schmitt (Kiezoase) und Georg Zinner

Quelle: KiTS-Aktuell Nr. 763 noch von Ed Koch!

Persönliche Anmerkung: Der Festvortrag war kurz, knackig, unterhaltsam und hat das Wichtigste auf den Punkt gebracht. Büttenredner beim Karneval würden vor Neid erblassen. Thomas Moser

Fotos Thomas Moser

 

 

Eine Institution im Bezirk: Ed Koch

 Wer mit einigermaßen offenen Augen durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg geht und Zeitung liest, hat von Ed Koch vermutlich schon etwas gehört. In Berichten von Bezirkszeitungen ist Koch öfters zu finden. Er betreibt schon seit Jahrzehnten „PaperPress“, einen jugend- und kommunalpoltischen Pressedienst, der sich immer wieder in Diskussionen einmischt. Nun geht der ruhelose Geist Koch, der hauptberuflich für die Öffentlichkeitsarbeit im bezirklichen Jugendamt verantwortlich ist, in den aktiven Unruhestand.

Ed Koch im PaperPress-Einsatz: hier der Fotograf im Medienpoint Tempelhof

Ed Koch hat natürlich nichts mit dem bekannten ehemaligen New Yorker Bürgermeister zu tun. Persönlich getroffen hat den aber der Berliner Wolfgang Ed Koch schon. Ed Koch hat seine kräftige Figur fast immer mit einem Anzug und Schlips bedeckt; eine eher untypische Bekleidung im Jugendamt. Beim Rocktreff dürfen es dann schon mal neben der Krawatte auch Jeans und Basecap sein. Das ist aber das äußerste Zugeständnis an eine lockere Kleidung. Sein Freund Henning Hamann sagt über Ed Koch: „Er ist, im wahrsten Sinn des Wortes, die graue Eminenz in und von Tempelhof.“

Tschüss Jugendamt, ich bleibe!

Nun verlässt Koch (noch 64) das Jugendamt und macht trotzdem mit vielen Aktivitäten weiter.

Seine Tätigkeit im Jugendamt endet offiziell erst Ende März 2014. Aber wegen tarifvertraglicher Regelungen und Abgeltungen wird man ab Dezember 2013 Ed Koch vergeblich in seiner bisherigen Jugendamtsfunktion suchen. Aber wer Ed Koch auch nur etwas kennt, weiß, dass der Motor Koch immer weiter gehen wird. Einige befürchten, dass sich die Drehzahl und der Ausstoß von Veröffentlichungen bei „PaperPress“ noch steigern wird.

Ed Koch mit Stadtrat Oliver Schworck beim Spielfest...
Schon jetzt hat Koch erklärt, dass er sich ehrenamtlich als Organisator weiter um das jährlich Spielfest und den Rocktreff im Bezirk kümmern wird. Auch wird er weiter für die Organisation des Tempelhofer Forums, einer Fortbildungseinrichtung für sozialpädagogische Fachkräfte, verantwortlich sein.

Ed Koch hat selbst als Sozialpädagoge verschiedene bezirkliche Jugendeinrichtungen, vor der Bezirksfusion noch in Tempelhof, geleitet.

Mit wenigen Worten ist Ed Koch, der als Wolfgang Koch während der Blockade 1949 in Friedenau geboren wurde, nicht zu porträtieren. Ed Koch ist ein Mensch mit Ecken und Kanten: Man mag ihn und schätzt seine Arbeit oder ist einfach nur verärgert oder genervt von ihm. Jedenfalls kennt „man“ Ed und Ed kennt Gott und die Welt.

Die Institution Ed Koch

Irgendwie ist Ed Koch eine bezirkliche Institution. Er ist seit 1979 der Gründer und Macher von „PaperPress“, kümmert sich engagiert seit Jahren um den Rocktreff im Bezirk und beendet jetzt seine dienstliche Tätigkeit im Jugendamt Tempelhof-Schöneberg, wo er zuletzt neben weiteren Funktionen auch offizieller Pressesprecher war.

Philipp Mengel, Spielefestorganisator und derVeranstaltungskoordinator Ed Koch

30. Rocktreff: Jugendamtsmanager Ed Koch zieht im Hintergrund alle Fäden und ist ein Garant für gelungene Jugendamt-Events (im Hintergrund sein Noch-Chef Stadtrat Oliver Schworck und Andie Kraft)
Ehrenamtliche Arbeit ist für Koch schon jahrzehntelang Ehrensache. Ob er mit „PaperPress“ viele Jugendliche für das Schreiben gewann oder mit dem Verein CPYE partnerschaftliche Jugendaustauschkontakte nach Norwegen und Amerika pflegte und Reisen organisierte, er brauchte immer mehr als nur die reine Erwerbstätigkeit. Viele Jugendliche von Gestern unterstützten Koch´s Lebenswerke nach wie vor. Für Ed Koch sind Freunde immer besonders wichtig. Aber auch der äußere Rahmen muss stimmen. So haben seine Büros immer museale Züge aufgewiesen: „Ich kann nur vernünftig arbeiten, wenn ich mich wohlfühle. Dazu brauche ich eine gewisse Umgebung, Fotos eben.“

Lebensetappen von Ed Koch

Beim Vorhaben, den Werdegang von Wolfgang Ed Koch kurz und vollständig zu beschreiben, stößt man schnell an Grenzen. Dies soll zumindest ein Versuch sein, etwas vom Wirbelwind Koch zu erspüren.

In Friedenau aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat Wolfgang Koch 1967 seine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Schon 1970 begann der heutige Träger des Bundesverdienstkreuzes als Leiter der Jugendtanzbar Bungalow Mariendorf seine hauptberufliche Tätigkeit im Jugendamt und machte eine berufsbegleitende Erzieherausbildung.

Seine „normale“ Arbeit war für Koch nie ausreichend. So hat er schon in jungen Jahren ehrenamtlich Amateurbeatbands gemanagt. Für den sf-beat, einer Musiksendung beim damaligen Rundfunk SFB, hat Koch bei der Organisation von großen Konzertauftritten geholfen und dabei viele Kontakte geknüpft. Mit Hans-Dieter Frankenberg vom sf-beat war er befreundet und auch mit Nero Brandenburg vom RIAS organisierte Wolfgang Koch Veranstaltungen. Weltstars gaben sich damals die Ehre. Den Liedermacher Klaus Hoffmann hat er schon während seiner ersten Lehre kennengelernt. Sie verbindet eine lange Freundschaft.

In seinem Jugendklub Bungalow jagte eine Fete die nächste und als diese Zeit vorbei war, richtete sich der Schwerpunkt auf kulturelle und politische Bildungsveranstaltungen. Viele Diskussionsrunden mit Politikern und anderen Persönlichkeiten wurden organisiert.

Aus lauter Ärger über den Stadtrat wurde „PaperPress“ gegründet

Die Zusammenarbeit mit dem damaligen Jugendstadtrat war für Koch oft unerträglich und so erschien am 1. Dezember 1976 die erste Nummer von „PaperPress“. Im Dezember 2013 wird die 500. Ausgabe herauskommen. Zu „PaperPress“ sagt Koch: „Das ist so mit das Beste, was ich im Leben geschaffen habe, von meinem Sohn natürlich abgesehen.“ Lange Zeit war der Kampf des Stadtrates mit Koch, und umgekehrt, beherrschendes Thema in Tempelhof. Aber wie es die Zeit so wollte, es kamen andere Stadträte, die mit Ed Koch vertrauensvoll zusammenarbeiteten. Letztendlich war Koch sogar Pressesprecher und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Jugendamt. Was für eine Karriere!

Ed Koch genervt und quengelig...hier ist es kalt...
Nach dem Bungalow kam das Jugendfreizeitheim Mariendorf in der Kurfürstenstraße, wo er Leiter wurde. Viele Gedenkstättenfahrten und antifaschistische Stadtrundfahrten wurden organisiert, die beliebte Ski-Börse wurde etabliert und es fanden regelmäßig Diskussionsveranstaltungen mit prominenten Politikern beim „Suppentreff“ statt.

Koch kennt Gott und die Welt

Die Gästeliste ist fast unendlich. An dieser Stelle sollen Peter Ustinov, Günter Grass, Hanna-Renate Laurien, Walter Momper und Hans Rosenthal erwähnt sein.

Ed Koch ist auch eine Art bezirkliche Instanz und Gewissen, der, wie Berliner es sagen würden, die Klappe nicht halten kann. Bei bestimmten Themen kann er sich erbarmungslos, wie ein Terrier, verbeißen. Dadurch hat sich der Mann in der Öffentlichkeit immer wieder angreifbar gemacht und wird nicht nur geliebt. Darauf scheint Koch aber auch Stolz zu sein. Das Motto seiner Website lautet passend: „Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen.“ Und das hatte Koch nie nötig!

Wenn Ed Koch als Unterstützung für sein „PaperPress“ einmal jährlich zum Grünkohlessen einlädt, sind die Karten bei der Bezirks- und auch Berliner Prominenz sehr schnell vergriffen.

Ed Koch und Volksparkchef aus Lichtenrade, Wolfgang Sprenger, im Medienpoint

Alles Gute, Ed!

Ed Koch ist sicher eine streitbare Persönlichkeit. Das macht aber gerade seine Besonderheit aus. Da wir auch in der Zukunft auf Ed Koch nicht verzichten brauchen, erübrigen sich endlose Dankeshymnen. Diese würden Koch sowieso nur nerven. Wir wünschen Ed Koch weiterhin viel Kraft und jede Menge Gesundheit, dass er den Einen oder Anderen weiter auf den Nerv gehen kann.

Thomas Moser

Originaltöne...wenn ich an Ed denke...

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg

Zu Ed Koch hat Jeder und Jede eine Meinung: Die einen schätzen ihn sehr und die anderen wünschen ihn auf eine einsame Insel weit weg.

Für das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg hat er viel bewegt an Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und im Tempelhofer Forum. Leicht ist es nicht mit ihm und ihn zu beschreiben ist es auch nicht. Er hat so viele Ecken und Kanten, dass es in sich schon wieder rund ist. Zum Glück gehört er zu den Menschen, mit denen man über unterschiedliche Auffassungen streiten kann. Denn das muss gelegentlich sein. Ich gehöre in jedem Fall zu den Leuten, die ihn sehr schätzen. Nun hat Ed Koch noch mehr Zeit, sich seinen Hobbies zu widmen - allen voran Paperpress.


Seine Bürgermeisterin Angelika Schöttler...mit Ed Koch

Der ehemalige Radiomann Henning Hamann, Freund und Weggefährte (Medienpoint Tempelhof):

„Er ist, im wahrsten Sinn des Wortes, die graue Eminenz in und von Tempelhof.

Eine tiefe Freundschaft verbindet uns, die 1969 im Tempelhofer Bungalow begann. Ed Koch ist direkt, sagt was er denkt, auch wenn es wehtut, eiert nicht wie andere rum. Kurzum, ein Mann wie sein paperpress-Newsletter, immer voll auf die Zwölf, zuverlässig und akribisch genau wie ein Schweizer Uhrwerk. Das Jugendamt wird es schwer haben, Ed Koch zu ersetzen, eine aussterbende Spezies...“

Ed Koch beim letzten Geburtstag...re. Henning Hamann, hinten Horst-Dieter Keitel von der Berliner Woche (hat Koch gemalt)-Foto: Lothar Duclos

Reiner Hanke, Freund, Vorsitzernder von CYPE e.V.

Ed ist ein Original, ein Typ mit Ecken und Kanten und ein Freigeist mit klarer Meinung wie es ihn nur noch selten gibt. Er hat sich mit ganzer Kraft der Jugendarbeit verschrieben, neben seiner Arbeit auch im langjährigen Ehrenamt. Dort hat er für mich mit seinem unermüdlichen Einsatz Maßstäbe gesetzt. Jetzt geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Das ist für mich, der mit ihm befreundet ist und lange mit ihm zusammengearbeitet hat, schon eine Zäsur. Wie ich ihn kenne, wird er aber als Workaholic weiterhin ehrenamtlich aktiv bleiben. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft von ihm hören werden. Ich wünsche Ed viel Gesundheit und endlich genug Zeit und Muße für die schönen Dinge im Leben!“

25 Jahre CPYE e.V.  mit Bernd Puhlmann, Andie Kraft und Reiner Hanke...(v.lks.n.re.)

Wolfgang Mohns, Jugendamtsleiter Tempelhof-Schöneberg

Dienstlich fallen mit zwei Dinge ein:

Der gemeinsame Weg der Öffentlichkeitsarbeit des Jugendamtes. Die Printausgabevon KiTS und dann verstärkt "KiTS aktuell": immer auf dem neuesten Stand, immer schnell alle Informationen aus dem Jugendamt.  Das Tempelhofer Forum, die Begegnungs- und Fortbildungsstätte des Jugendamtes. Überwiegend und sehr gut genutzt von Tagespflegen und Kita-Beschäftigten. Einzigartig in Berlin.

Persönlich fallen mir mehr als zwei Dinge ein, aber ich beschränke mich:

Er ist humorvoll und begleitet von einen Hauch Zynismus. Er ist immer eindeutig und konsequent, egal ob Freund oder Feind. Er ist ein unermüdlicher Arbeiter. Bon Jovi - den mögen wir beide. Daher fällt mir dazu nur ein Refrain von ihm ein: It's my life / It's now or never / I ain't gonna live forever / I just want to live while I'm alive

Ed Koch, angeregt im Gespräch mit dem Jugendamtsleiter Wolfgang Mohns

… und noch mehr Ed Koch: http://about-edkoch.de

Fotos Thomas Moser und 1*Lothar Duclos

 

 

 

Mehdorn in Lichtenrade

Das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium aus Lichtenrade rief und der Flughafenchef Hartmut Mehdorn kam.

Nicht etwa, dass der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH seinen Wohnort nach Lichtenrade verlegt hat, aber einer Schülerdiskussion stellte sich Hartmut Mehdorn (71) gerne.


In der voll besetzten Aula begrüßte der Schulleiter Thomas Hungs den Manager, der sich trotz eines dichten Terminkalenders die Zeit für die Diskussion genommen hat. Die Diskussion wurde von den Schülern selbst moderiert.

Als Aufhänger für die Einladung von Hartmut Mehdorn wurden die Schulaktivitäten im Rahmen des „Green Day 2013“ genommen.

Lehrer Michael Dannenberg am Mikro...
Der Leistungskurs Politikwissenschaft von Michael Dannenberg nimmt am Projekt JuniorTech vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln teil. Projektaufgabe ist es, zum Thema "Energiewende" eine Geschäftsidee für eine fiktive Schülerfirma zu entwickeln und diese in einem Businessplan und einem Videoclip festzuhalten.


Die Schülerinnen und Schüler planen im Bereich der "Elektromobilität" eine Mietwagenstation am Flughafen BER. Die Besonderheit dabei ist, dass zu 100 Prozent Elektrofahrzeuge verwendet werden, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien beladen werden sollen. Ein Videoclip wurde präsentiert und die Geschäftsidee mit Hartmut Mehdorn diskutiert.


Mehdorn, der schon Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn war und die Air Berlin geleitet hat, erläuterte die Schwierigkeiten: „Bei Unternehmensgründungen müssen vorher genau die Risiken geklärt werden… Mit Geld spielt man nicht!“ Er sagte den Schüler zu, dass er gerne bereit ist sich zur Realisierbarkeit konkreter zu äußern, wenn wichtige Meilensteine in der Projektierung erreicht sind.


In einem zweiten Themenkomplex diskutierten Schüler des Wahlpflichtkurses Sozialwissenschaft der 9. Klasse die Probleme rund um Planung und Bau des BER. Der Leistungskurs Politikwissenschaft von Carmen Stüdemann hatte als Themenschwerpunkt „Manager in der Bundesrepublik: Zwischen sozialer Verantwortung und Gewinnmaximierung" gewählt.


Hartmut Mehdorn legte sich vor den circa 100 Schülern nicht auf einen Fertigstellungstermin fest: „98 Prozent sind fertig.“ Die Verzögerung der Fertigstellung „nervt“ den Manager. Anderseits erläutert er, dass ein neues Brandschutzsystem sein muss: „Es geht um Sicherheit. Damit ist nicht zu spaßen.“ In diesem Zusammenhang sind besonders die Be- und Entlüftungsfragen zu klären. „Das Problem ist, dass der Flughafen zu klein gestartet ist,“ erläutert Hartmut Mehdorn. Schon jetzt wären die Kapazitätsgrenzen des BER erreicht: „Planungsfehler hätte man vermeiden können; aber hinterher ist man immer schlauer.“


Zur Flugrouten- und damit auch Lärmproblematik sagt er eindeutig: „Es geht nicht ohne Lärm!“ Wer die Vorteile von Mobilität haben will, muss auch Nachteile in Kauf nehmen, sagt Mehdorn: „Ohne Mobilität geht keine Wirtschaft.“. Er will aber den Lärm nicht zum Schreckgespenst machen: „Da muss man auch die Kirche im Dorf lassen.“ Lärm gäbe es auch an der Autobahn oder neben Eisenbahnstrecken. Wenn es nach Mehdorn gehen würde, hätte er am liebsten einen 24 Stunden Betrieb: „Keine Hauptstadt der Welt hat seinen Flughafen nicht 24 Stunden geöffnet.“ Er verwies auf den Kompromiss zum Nachtflug und auf die verschiedensten Lärmschutzmaßnahmen. Er kann die besorgten Einwohner verstehen, erläuterte Mehdorn auf kritische Schülernachfragen. Mit den Lärmschutzfenstern könnte man die Fenster schließen „und dann hören sie auch nichts.“ Zu konkreten Flugrouten, auch über Lichtenrade, nahm Mehdorn keine Stellung. Er verwies auf die umfangreichen Abstimmungsprozesse aller Beteiligten: „Es muss juristisch abgearbeitet werden.“



Besonders Augenmerk legten die Schülerinnen und Schüler auf die Situation der Einzelhändler im BER, die von der Verschiebung der Flughafeneröffnung hautnah betroffen sind. Hier ließ Mehdorn keinen Zweifel, dass dies zum unternehmerischen Risiko gehört. Mit den 116 Geschäften ist man in engem Kontakt. Hartmut Mehdorn ist trotz vieler Kritik zuversichtlich, dass nach Fertigstellung der Flughafen schnell durch Taten überzeugen wird.

Die Veranstaltung fand in der Reihe „UvH redet mit!..." statt. Gäste waren bisher u. a. Peer Steinbrück, Renate Künast, Martin Lindner, Ramona Pop. Mit Hartmut Mehdorn wurde zum ersten Mal ein Gast aus der Wirtschaft für eine Diskussion gewonnen.

Thomas Moser (auch Fotos)

 

 

JUPPY ist 65 – Berlins berühmtester Kommunarde ist Rentner

Man kann es kaum glauben: Juppy ist 65 Jahre alt geworden und hat damit das reguläre Rentenalter erreicht. Aber der legendäre Chefkommunarde des Tempelhofer Kulturzentrums „ufa-Fabrik“, Juppy, der als Josef Becher 1948 in Trittenheim bei Trier geboren wurde, geht sicher nicht in den Ruhestand. „Denn Revoluzzer gehen nicht in Rente,“ sagt der Buchautor Daniel Gäsche. Juppy kann sein Alter selbst kaum glauben: „Das darf eigentlich nicht wahr sein, ich war doch gerade erst in der Pubertät."

Der Freigeist Juppy ist von der ufa-Fabrik nicht mehr wegzudenken. Egal, ob man eine Veranstaltung besucht oder nur im Café Olé einen Kaffee schlürft, Juppy ist mit seinem Zirkushund immer präsent. Sein Markenzeichen ist der schwarzer Hut, der nicht mehr von Juppy wegzudenken ist. Seine langen roten Locken wurden mittlerweile von einer eher grauen Haarpracht verdrängt.

Der Alt-68er Juppy besetzte am 9. Juni 1979 mit circa 100 Gleichgesinnten das ehemalige Gelände des Ufa-Filmkopier-Werkes an der Tempelhofer Viktoriastraße. Das rund 18.500 quadratmetergroße Grundstück, nördlich vom Teltow-Kanal, schien für die alternativen Freigeister ideal zu sein. Es gab im Bezirk und in Berlin parteiübergreifend einen großen Aufschrei und die Besetzung war sehr umstritten. Bezirksbürgermeister a. D. Dieter Hapel, damals Vorsitzender der Tempelhofer Jungen Union, sah es skeptisch, dass sich die Gruppe im bürgerlichen Tempelhof etabliert. Das ist aber alles Schnee von gestern! Dieter Hapel ist mit Juppy längst befreundet und die Wellen im politischen Raum glätteten sich ganz schnell. Juppy hatte nie Probleme auf konservative Politiker zuzugehen. Längst sind alle Stolz auf die ufa-Fabrik. Letztendlich handelt es sich um ein großes alternatives Unternehmen, dass neben den vielen Veranstaltungen auch das Nachbarschaftszentrum NUSZ beherbergt. Heute besteht das ufa-Fabrik-Unternehmen aus mehreren Vereinen und kleinen GmbH-Einheiten und hat einen langfristigen Pachtvertrag. Der scheinbar unverwüstliche Juppy immer an der Spitze als Markenzeichen und ufa-Fabrik-Ikone! "Wir sind so ähnlich wie eine amerikanische Holdinggesellschaft organisiert", erklärt Juppy gegenüber der Berliner Woche.


Juppy und der rbb-Moderator Daniel Gäsche haben sich 2005 für die Biografie „
Juppy – Aus dem Leben eines Revoluzzers“ zusammengetan. Juppy plaudert über seine Lebensgeschichte, vielen interessanten Erlebnissen und über Visionen. "Ein bisschen Schwejk, ein bisschen Hauptmann von Köpenick" charakterisiert Autor Daniel Gäsche Juppy. Und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit bedankte sich beim Revoluzzer Juppy mit den Worten: "Ohne dich und dein Engagement, deinen Enthusiasmus und deine Ideen, wäre aus der ufa-Fabrik wohl nicht solch ein einzigartiger Ort der Kultur, der Begegnung und des sozialen Miteinanders für Menschen aller Altersgruppen geworden.“  

2009, beim 30jährigen Jubiläum der ufa-Fabrik, betont Klaus Wowereit: Es war
sehr positiv, dass die damaligen alternativen Besetzer das Grundstück (erst mal) freiwillig geräumt haben, damit der Weg für den Abschluss von Nutzungsverträgen geschaffen war.“ Die Vorsitzende des Paritätischen Verbandes Prof. Barbara John sieht die ufaFabrik als das einzige gallische Dorf in Berlin: „Eure Stärke ist immer gewesen, dass ihr wild und mild zugleich seid“. Und Renate Künast von Bündnis 90 / Die Grünen spricht von einer Art Leuchtturm „Ihr ward von Anfang an Kosmopoliten!“ Multikulturimpresario Juppy, der mittlerweile bekannt ist wie ein bunter Hund, ist so eine Art Berliner Original geworden. Juppy selbst spricht von der ufa-Fabrik als „Land der begrenzten Unmöglichkeiten.“

Wir wünschen Juppy alles Gute, viel Kraft und jede Menge Gesundheit: „Bleib einfach Juppy!“

Thomas Moser

Wenn ich an Juppy denke… Aktuelle Stimmen von Weggefährten:

Daniel Gäsche hat die Biografie von Juppy geschrieben:

Wenn ich an Juppy denke, sehe ich ein kreatives Kind im Körper eines Mannes. Ein positiv Verrückter, der seine kleine Welt mit all' seinen Ideen nachhaltig verändert hat. Materielle Dinge sind ihm eher fremd.

Wir waren in Hongkong, Vietnam, Simbabwe und überall, wo wir auftauchten, war Juppy ein Phänomen für die Menschen.

Denn er ist ein Geschichtenerzähler, ein Träumer, manche würden ihn Spinner nennen. Ich sage: Spinn' weiter, Juppy, bleib' interessiert, bring' dich ein, zünde in den kommenden Jahren eine neue Kreativ-Rakete. Denn Revoluzzer gehen nicht in Rente... Alles Gute wünscht Dir Dein Freund Daniel.

Literaturtipp: Juppy – Aus dem Leben eines Revoluzzers. Militzke, Leipzig, 2005. ISBN 3-86189-730-X

Ed Koch und PaperPress haben die ufa-Fabrik von Anfang an begleitet:

1979, das war ein heißes Jahr. Im Schnarchbezirk Tempelhof passierte endlich mal etwas. Und paperpress war von Anfang an dabei. Die Morgenpost leistete sich damals noch einen eigenen Bezirksreporter für den Bezirk. Gert Hilde und ich waren ständig bei Juppy, Rudolf Brünger und den anderen und versorgten die Welt mit neuesten Informationen über die Besetzung. Ohne Handy, Tablett oder sonst was. Zur telefonischen Übermittlung des Textes für die Morgenpost nahm ich Gert Hilde mit zu mir ins Büro im nahe gelegenen Jugendfreizeitheim Mariendorf. Wenn das die CDU gewusst hätte. Juppy und seine Freunde haben sich durchgesetzt und durch Kreativität, Leistung und unternehmerisches Geschick überzeugt. Seit 35 Jahren! Ein Glück für Tempelhof, dieses ufa-Gelände und seine Besetzer.

http://www.paperpress.org

Henning Hamann, Seele vom Medienpoint Tempelhof und Nachbar von Juppy und der ufa-Fabrik

Er ist einer der letzten Originale. Wenn der ufa-Multikultur-Impresario Juppi mit seinem schwarzen Hut und "Bodyguard" Hund Willi durch die Straßen spaziert, wandern automatisch alle Augen zu dem stets in schwarz gekleideten 1,90 Meter ufa-Markenzeichen. Juppy, der Ex-Revoluzzer, dessen freundliches Lächeln gepaart mit seinem unerschöpflichen Fundus an Geschichten immer gute Laune verbreitet! Happy Birthday "altes Haus"...

www.kulturring.org Medienpoint Tempelhof, Werderstr. 13, 12105 Berlin

Juppy mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Senatorin Dilek Kolat und Melanie Kühnemann

Informationen zur ufaFabrik unter www.ufafabrik.de

Lichtenrader Magazin Nr. 12/2013


 

Dieter Hildebrandt

"Servus Dieter!"
Der Kabarettist Dieter Hildebrand ist am 20.11.2013 verstorben. Deutschland hat einen wachen und kritischen Geist verloren. Henning Hamann vom Medienpoint Tempelhof erinnert sich an den große Mann mit der spitzen Zunge. Der Medienpoint hat, anlässlich des Todes und zur Würdigung des größten deutschen Kabarettisten, ein "Schnellfenster" in der Werderstraße 13 eingerichet.
Auch möchten wir die sehr persönlichen Erinnerungen an Dieter Hildebrandt von Ed Koch (PaperPress) zur Lektüre empfehlen:
http://www.paperpress-newsletter.de/pdfs/499_november_2013/499.%20L%20-%2021.11.2013%20-%20Dieter%20Hildebrandt.pdf

Henning Hamann erinnert sich an Mai 1992, als er zum 65. Geburtstag von Hildebrand auf RIAS 1 zwei 3-stündige Sendungen, jeweils am Samstag von 9 bis 12 Uhr, mit Dieter Hildebrandt bemacht hat.



Fotos: Henning Hamann
http://www.dieterhildebrandt.com

 

Verleihung des Berliner Umweltpreises

Preisträger 2013 sind:

Repair Café, KingKong-Klasse der Mariannen-Buggenhagen-Schule, BürgerEnergie Berlin Genossenschaft und Berlinerinnen und Berliner für die Energiewende

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) hat am 18.11.13 den Berliner Umweltpreis zum neunten Mal vergeben. In drei Kategorien wurden hervorragende, beispielgebende und bisher einmalige Leistungen im Roten Rathaus geehrt.

Die Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg gratuliert alle Preisträger, mit denen wir schon seit längerer Zeit zusammenarbeiten und es auch in Zukunft tun werden. "Die Preisträger stehen für engagiertes Leben und Wirtschaften in Berlin. Sie kommen aus der Praxis und belegen, wie es auch in schwierigen Situationen gehen kann. Ich hoffe, dass sich viele BürgerInnen daran ein Beispiel nehmen und sich ebenfalls engagieren", so Michael Delor, Sprecher der Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg.


Andreas Faensen-Thiebes von BUND-Bundesvorstand, Michael Delor und anderen Mitglieder
der Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg

Heide Schinowski, BUND Landesvorstand Berlin

Preisträger in der Kategorie „Kinder und Jugend“ ist die Kingkong-Klasse 7a der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte. In der Kategorie „Umweltengagement“ wurde das Repair Café Kunst–Stoffe ausgezeichnet und in der Kategorie „Wirtschaft und Innovation“ überzeugte die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin. In diesem Jahr vergibt der BUND Berlin einen Sonderpreis an alle Berlinerinnen und Berliner, die sich für die Energiewende engagiert haben und mit fast 600.000 Stimmen für den Volksentscheid für eine demokratische, ökologische und soziale Energieversorgung in Berlin gestimmt haben.

Die Jury wählte unter über 40 qualifizierten Bewerbungen die Preisträger aus. Bewertungskriterien waren, neben positiven Effekten für die Umwelt, die Vorbildfunktion und der Berlin-Bezug. Das Repair Café Kunst–Stoffe erhielt 3.000 Euro als Preisgeld der Kategorie „Umweltengagement“. Die Kingkong-Klasse freute sich über 1.000 Euro.

Kategorie „Kinder und Jugend“: Kingkong-Klasse mit Prima Panke - Schatzsuche und Gewässerschutz in Berlin-Buch.

Die Schülerinnen und Schüler der Kingkong-Klasse 7a der Marianne Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte engagieren sich seit zwei Jahren begeistert für den Umweltschutz an der Panke. Sie haben eine GPS-Tour an der Panke entwickelt und umgesetzt, die nun auch andere Klassen und Gruppen gehen oder rollen können.

Per GPS-Daten können die Tourteilnehmer nicht nur die Panke entdecken, sondern machen auch Experimente zum Wasser, lösen Quizfragen und lernen die „Bewohner“ des Parks kennen. Zusammen mit dem Bucher Bürgerverein pflegen sie die Pankeufer und den Bucher Schlossgarten. Sie haben eine Bachpatenschaft abgeschlossen und sind mit ihren Aktivitäten Teil des Flussrenaturierungsprojekt „Panke 2015“. Die Laudatio für die Kingkong-Klasse hielt die Schirmherrin Tita von Hardenberg.

Kategorie „Umweltengagement“: Repair Café Kunst–Stoffe

Seit Anfang des Jahres setzen die Macher des ersten Berliner Repair Cafés einen Gegenpol zu dem allgemeinen Konsumtrend: Sie reparieren Dinge bzw. zeigen wie man Haushaltselektrogeräte und Kleingeräte wieder funktionstüchtig machen kann. Das Konzept scheint in Berlin anzukommen, der monatliche Termin ist mehr als gut besucht. Außerdem hat das Repair Café schon Nachwuchs. Schon vier Weitere haben sich gegründet, zum Teil mit Unterstützung des Repair Cafés Kunst-Stoffe. Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt hielt die Laudatio für die Initiative.

Kategorie „Wirtschaft und Innovation“: BürgerEnergie Berlin e. Genossenschaft

Die BürgerEnergie Berlin eG ist ein freier, parteiübergreifender Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die ein sehr großes Ziel verfolgen: Die Genossenschaft will das Berliner Stromnetz, das größte Deutschlands kaufen, und im bürgereigenen Unternehmen selbst betreiben. Dazu hat sie sich für die Konzession beworben. Denn wer die Konzession erhält und damit das Berliner Stromnetz besitzt und betreibt, entscheidet für die nächsten 20 Jahre die Entwicklung nachhaltig mit. Laudator für diese Kategorie war Horst Evers, Kabarettist und Geschichtenerzähler.

Sonderpreis: Berliner Energietisch stellvertretend für alle Berlinerinnen und Berliner, die sich für eine demokratische, ökologische und soziale Energiewende einsetzen.

Mit diesem Sonderpreis will der BUND die Menschen auszeichnen, die sich in den letzen anderthalb Jahren dafür engagiert haben, dass Berlins Stromversorgung demokratische, ökologischer und sozialer wird. Sie haben mit ihren Unterschriften und Stimmen die Volksbegehren und den Volksentscheid unterstützt und damit ein Zeichen für die Energiewende gesetzt.

„Der BUND hat den Berliner Umweltpreis ins Leben gerufen, da die Stadt in den Bereichen Engagement für Ökologie, Umwelt- und Naturschutz viel zu bieten hat. Und dies zeigen die Preisträger aus unserer Sicht sehr eindrucksvoll. Berlin braucht noch viel mehr Initiativen, Projekte und Unternehmen, die sich so für die Umwelt einsetzen.

Andreals Jarfe, BUND-Landesgeschäftsführer, Michael Delor und anderen Mitglieder der Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND Bezirksgruppe Tempelhof-SchönebergMit dem Preis möchten wir sie ermutigen und würdigen, denn eine solche Anerkennung findet bisher viel zu selten statt“, so Andreas Jarfe, Landesgeschäftsführer des BUND.
 

Bei der Preisverleihung waren aus Tempelhof dabei: Vom Trägerverein Lichtenrader Volkspark, Wolfgang Spranger, und von der Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg Regina Pribyl, Sabine Gerth, Margit Theml, Petra Hallmann, Christine Laskaris und Michael Delor.

Bericht Michael Delor – BI Rettet die Marienfelder Feldmark-BUND Bezirksgruppe Tempelhof-Schöneberg (auch Fotos)

 

 

Kiezspaziergang durch Lichtenrade

Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, rief und über 100 Bürgerinnen und Bürger kamen. Auch waren viele Vertreter von Lichtenrader Vereinen und Initiativen vertreten. Der mittlerweile 9. Kiezspaziergang führte durch den südlichsten Ortsteil im Bezirk: Lichtenrade.


Treffpunkt war der S-Bahnhof Lichtenrade. Angelika Schöttler war inhaltlich gut vorbereitet. Zur Geschichte und Entwicklung von Lichtenrade konnte sie einiges erzählen. Besonders wurde an dieser Stelle die Lichtenrade Künstlerin Hermione von Preuschen (1854 – 1918) erwähnt, die nur einige hundert Meter entfernt wohnte.


Mit der mobilen Lautsprecheranlage ging es weiter zur gegenüberliegenden katholischen Salvator-Kirche. Die eine oder andere Straßenbezeichnung war den Spaziergänger dann doch noch unbekannt.

Entlang der Bahnhofstraße führte der Weg zum historischen Dorfkern.

Vom Café Obergfell ging es über Alt-Lichtenrade zu Bauer Happe auf den Hof. Hier konnte man noch etwas vom ländlichen Flair von Lichtenrade erschnuppern.


Bauer Happe sagt Danke zum Wein-Geschenk...direkt vom Schöneberger Weinberg...

An der Dorfkirche machte die Gruppe ihren nächsten Halt, bevor es zum Mahnmal für das Außenlager vom KZ-Sachsenhausen ging.

Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Lichtenrade wurde das Denkmal mit den Eisenbahnschienen an der Stelle errichtet, wo im Bornhagenweg die Häftlinge in Baracken inhaftiert waren.

Am Lichtenrader Graben lang, ging es dann zum Volkspark Lichtenrade. Hier warteten Volkspark-Chef Wolfgang Spranger und Manfred Könings auf die Besuchergruppe.

Bei den Führungen durch den Park, der aus dem Nichts von ehrenamtlichen Helfern erschaffen wurde, konnte Spranger viel erzählen. So ist hier der Kaiserberg in Lichtenrade entstanden. Auch den „Kleinen Arber“ kann man im Volkspark finden. Wegen einer langen Partnerschaft mit dem Landkreis Cham im Bayerischen Wald sind auch angelegte Wege nach dieser Gegend in Bayern benannt worden. Der Landkreis Cham hat viel geholfen und spendet immer noch jährlich den Weihnachtsbaum, der vor dem Rathaus Tempelhof für eine gepflegte Weihnachtsstimmung sorgt. Der Partnerschaft feiert in den nächsten Tagen ihr 30jähriges Jubiläum. Der Volksparkverein sucht dringend ehrenamtliche Helfer!

Foto von rechts: Wolfgang Spranger, Angelika Schöttler, Doris Doem von der Suppenküche Lichtenrade und Michael Delor (BI Rettet die Marienfelder Feldmark)
Ein warmer alkoholfreier Punsch erwärmte die Spaziergänger an diesem Novemberwochenende.

Die interessanten Kiezspaziergänge durch den Bezirk finden regelmäßig statt. Der nächste Spaziergang findet im Januar 2014 statt. Treffpunkt am U-Bahnhof Kaiserin-Augusta-Straße.

Thomas Moser (auch Fotos)

Hier ist mehr über die Spaziergänge zu finden: http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/derbezirk/spaziergang/kiezspaziergang.php

 

Zweiter Ökumenischer Adventskalender in der Lichtenrader Bahnhofstraße

Der Advent beginnt – in diesem Jahr genau mit dem 1. Dezember, dem ersten Adventssonntag.

Im letzten Jahr gab es schöne gemeinsame Momente, als vor den Türen der geschäftigen Läden in der Bahnhofstraße eine Viertelstunde innegehalten, gesungen oder ein Gedicht aufgesagt wurde. So sollen auch im Dezember 2014 wieder Türen geöffnet werden, beim 2. Ökumenischen Adventskalender in der Bahnhofstraße.

Jeden Werktag um 17:00 Uhr gibt es einen Treffpunkt, in der ersten Woche vom 2.-6. Dezember die Bahnhofapotheke (Bahnhofstr. 25), vom 9.-13. Dezember das Bestattungsinstitut Grieneisen (Bahnhofstr. 19) und vom 16.-20. sowie am 23. Dezember das Café Obergfell (Alt-Lichtenrade 140).

Was geschieht? 15-20 Minuten nehmen sich Menschen, ob nun die Paten, Besucher oder zufällige Passanten, Zeit, um ein Lied zu singen, einen Text, ein Gedicht oder ein Musikstück vorzutragen, dann dem Stern im Schaufenster einen weiteren Zacken anzuhängen und schließlich ein Vaterunser und ein Segensgebet zu sprechen.

Am 21. November um 19:00 treffen sich alle Paten zur Vorbereitung im Gemeindezentrum Salvator. Wer mitmachen möchte, sollte sich so schnell wie möglich bei Maria Fundeis melden: ma.fundeis@gmx.de  

 

MAERKER nun auch im Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Auch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin nimmt das Bürgerportal MAERKER in Betrieb. Hierdurch können Tempelhof-Schöneberger Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert Missstände im öffentlichen Raum melden.

„Wir freuen uns sehr, dass es mit MAERKER nun leichter wird, über Müllablagerungen oder nicht lesbare Straßenschilder das Bezirksamt zu informieren“, erklärt der für das Ordnungsamt zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schworck.

Hinweise und Information werden ab sofort auf dem Internetportal unter der Adresse

http://www.berlin.de/maerker

bearbeitet bzw. an die zuständige Stelle im Bezirksamt weitergeleitet.

„Ich hoffe sehr, dass viele Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot annehmen und wir es hierdurch gemeinsam schaffen, Missstände im öffentlichen Raum zu beseitigen“, so Bezirksstadtrat Oliver Schworck.

Mit dem Bürgerportal MAERKER können Informationen zu Ordnungsangelegenheiten zielgerichtet beantwortet und Probleme noch schneller und unkomplizierter beseitigt werden.

Mit dem Bürgerportal MAERKER werden:

·       Die Hinweisgeber innerhalb von drei Arbeitstagen verbindlich über die Bearbeitung informiert.

·       Die Umsetzung erfolgt innerhalb der ggf. gesonderten Terminstellung.

·       Alle Meldungen, die bis 14:00 Uhr im System eingestellt werden, erscheinen spätestens am ersten folgenden Arbeitstag um 18.00 Uhr im System.

·       Zulässige Hinweise nicht gefiltert

Sofern die Bezirksverwaltung Tempelhof-Schöneberg von Berlin nicht zuständig ist, wird die Mitteilung innerhalb von drei Arbeitstagen an die zuständige Behörde oder

 

Spende für Café am Dorfteich in Lichtenrade

Am Dienstag, dem 5. November 2013, hat der Weißgerber Lesezirkel einen Scheck über 500 EUR an das Jugendcafé am Dorfteich, Alt-Lichtenrade 103, übergeben.

(Foto: Weißgerber-promo)
Seit 14 Jahren unterstützt das Familienunternehmen das Jugendcafé am Dorfteich in Lichtenrade durch verschiedene Aktionen. Bei einem Sponsorenlauf, der vor kurzem um den Dorfteich Lichtenrade stattfand, hatte der Weißgerber Lesezirkel gehört, dass noch Geld fehlt, um eine Terrasse zu bauen. Die Inhaberin Ute Weißgerber-Knop (Mitte mit Blumenstrauß) entschloss sich spontan, 500 Euro zu spenden. „Damit kann man bestimmt nicht die ganze Terrasse finanzieren, aber es ist ein Anfang. Wir werden auch weiterhin bei verschieden Aktionen Spenden für das Jugendcafé sammeln“, sagte die Chefin vom Weißgerber Lesezirkel.
Die Jugendlichen bedankten sich sehr herzlich bei den Weißgerbers, auch der Seniorchef und seine Frau nahmen an der Scheck-Übergabe teil, ebenso wie Jugendstadtrat Oliver Schworck, Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns und die Leiterin des Jugendclubs Rosa Martins Samuel mit ihren Kolleginnen und Kollegen. (Quelle KiTS Nr. 752)

 

Die wundersame Verwandlung vom Milchkarton zur Handtasche: Öko kann auch schick sein!

Die Brasilianerin Caroline Rego dos Santos (37) zaubert aus gebrauchten Milchkartons geschmackvolle Handtaschen, aus leeren Dosen ansprechende Aufbewahrungsbehälter und aus Stoffresten Aufbewahrbeutel für Schmuck. Die große Vision hinter dieser Geschäftsidee ist, dass die Nachhaltigkeit künstlerisch durch Verwendung von Recycling-Material gestärkt wird.



Caroline und der Lichtenrader RBB-Reporter Daniel Gäsche haben sich im Wonnemonat Mai das Ja-Wort im Rathaus Schöneberg gegeben. In Lichtenrade ist nun die neue gemeinsame Heimat. Ein Zimmer der Wohnung wird als Atelier genutzt.

An der brasilianischen Amazonas-Universität in Belem studierte Caroline Modedesign und entwirft seit der Zeit Mode und Geschenkartikel. Das ist 13 Jahr her. Vor sieben Jahren hatte Caroline ein eigenes Geschäft für Dessous und Unterwäsche in Brasilien aufgemacht, in dem von ihr selbst entworfene und genähte Wäsche verkauft wurde. Und dann kam die Liebe „dazwischen“ und nun lebt Carol in Berlin.

Die Modedesignerin nennt ihr neues Label „C.S.“. Weil ihr Nachname für deutsche Kunden zu schwierig ist, kam sie auf den verkürzten Namen Carol Santos. Für Carol, die mit zehn Geschwistern aufgewachsen ist, ist es wichtig: „Öko kann auch schick sein!“

In Deutschland musste dann erst einmal eine halbindustrielle Nähmaschine beschafft werden, um ihre neue Modephilosophie auch tatsächlich umsetzten zu können. Die entwickelten Handtaschen stehen im Mittelpunkt ihrer Produktion. Aufgeschnittene Getränkekartons werden zusammengeklebt und mit den verschiedensten Stoffen beklebt und vernäht. Es entstehen so Unikate, die einmalig sind und darüber hinaus besondere Eigenschaften haben. Durch die Beschichtungen der Kartons sind die Handtaschen wasserdicht und reißfest. Der Wohlstandsmüll erfüllt so nachhaltig noch gute Zwecke. Die kleinen Handtaschen sind teilweise mit besonderen verdeckten Handgriffen ausgestattet, die so als Diebstahlsicherung dienen. Die Handtaschen werden teilweise in vornehmeren Designs für die Abendgradrobe oder in sehr bunten Stoffen für den Alltag hergestellt.

Vor Carol ist nichts sicher! Ob alte Thunfischdosen, Gurkengläser, die Kerne von Toilettenpapierrollen oder Eiscremedosen. Alles wird im Haushalt von Caroline Rego dos Santos noch für die Umarbeitung in Geschenkartikel oder Modeaccessoires gebraucht. Alte Joghurtbecher oder die leere Dose werden zu Behältern für Büromaterial, beklebte Chipsdosen oder Haushaltspapierrollen können sich zum Schmuck-Behälter oder Blumenhalter verwandeln und Gläser oder Dosen können mit Teelichtern nicht mehr als Recyclingmaterial identifiziert werden. Carol überlegt jedoch, um den Kunden die ursprünglichen Materialien zeigen zu können, ob zum Beispiel im Innern von Handtaschen ein kleines Fenster den Rohstoff sichtbar machen sollte.



Den ersten großen Auftrag hat Carol von der ufa-Fabrik erhalten, die im September zu der Konferenz über „Kreative Strategien zur Nachhaltigkeit“ eingeladen hatte. Für das 2. Internationale Forum, dass Gäste aus vierzehn europäischen Ländern empfangen hat, sind die Tagungsmappen aus der Werkstatt von Carol Santos gekommen. Natürlich sind die Tagungsmappen aus Milchkartons und jedes Exemplar ist ganz individuell. Sie erfüllen mit den üblichen Innentaschen aber auch den Anforderungen von Konferenzen. Zeitgleich hat der Medienpoint Tempelhof in einer Ausstellung, in der naheliegenden Werderstraße, die Vielfältigkeit der Künstlerin präsentiert. Beim letzten Langen Tag der StadtNatur, im Blohmgarten in Lichtenrade, hatte Carol ihren ersten Verkaufsstand, der großes Interesse bei den Besuchern fand.

Trotz der Individualität und der intensiven Handarbeit ist die Mode von Carol erschwinglich. Für ihre Handtaschen sind 25 bis 35 Euro angesetzt. Carols Traum wäre, von ihrer Mode zu leben, erzählt sie. Aber jetzt ist erst einmal angesagt, dass sie die Schulbank drückt. Über sieben Monate wird sie in einem Spracheninstitut intensiv die deutsche Sprache erlernen.

Zur Zeit nutzen Carol und ihr Mann, Daniel Gäsche, alle Möglichkeiten, um ihre Mode bekannt zu machen. Die Vision für Carol ist: „Ich möchte gerne eine eigene Kollektion entwickeln!“

Ausstellung im Medienpoint Tempelhof im Oktober 2013 (Foto Medienpoint)
Wer noch keine Idee für Weihnachten oder den nächsten Geburtstag hat: Die individuellen, handgefertigten und speziellen Geschenke warten auf Abnehmer, die etwas ganz Besonderes suchen!

So kann man mit Carol Kontakt aufnehmen: caroline-2310@hotmail.com

Thomas Moser (auch Fotos, bis auf letztes Foto)

 

100 Jahre und kein bisschen leise! Das Leben von Hundertjährigen!

„Mit 100 Jahren laufen die Beine nicht mehr so schnell“, erzählt die sehr agile Ulla Müller (101), die mit sieben weiteren Protagonisten zur Ausstellungseröffnung „100 Jahre Rathaus Schöneberg: Hochzeit, Schwarzmarkt und Randale-Hundertjährige erzählen“ erschienen ist.

100 Jahre wird das Rathaus Schöneberg alt. In West-Berlin war hier der Sitz des Senats und des Abgeordnetenhauses und jetzt ist das Rathaus der Hauptstandort vom Bezirksamt Tempelhof–Schöneberg. Auf die Geschichten, die das Leben in einhundert Jahren geschrieben hat, wird in diesen Tagen in einer biografischen Ausstellung mit Hundertjährigen im Rathaus Schöneberg zurückgeblickt. Fast alle 10 Interviewte, 8 Frauen und 2 Männer, sind zur Ausstellungseröffnung in den Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg gekommen.

Dank an die Hundertjährigen

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksstadträtin Dr. Sibyll Klotz, die die Idee für das Projekt hatte, begrüßten die Gäste der Vernissage. Wenn alle Befragten erschienen wären, hätte man die 1.000 Jahre-Grenze schon in der ersten Sitzreihe locker erreichen können.


Für Sibyll Klotz ist die Ausstellung eine Herzensangelegenheit: „Herzlichen Dank, dass sie uns gestattet haben, einen Blick in ihr Leben zu werfen. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich. Vielen Dank für ihr Vertrauen und ihre Offenheit.“ Es ist das zweite Mal, dass Einhundertjährige im Bezirk befragt wurden. Mit der Ausstellung 2011 gibt es eine große Übereinstimmung, betont die Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung. Sibyll Klotz erläutert: „Fast alle Befragten sahen ihr Alter trotz einiger Widrigkeiten positiv.“ Die schlimmen Erlebnisse brachten schon alleine die Kriegs- und Nachkriegserfahrungen mit sich. In der Begrüßungsrede ist die Bezirksstadträtin beeindruckt von den Lebensleistungen: „Immer haben sie nach vorn in die Zukunft geschaut und den Kopf nicht hängen lassen.“

Als kleines Dankeschön wurde das Hörbuch von „Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Janasson, gelesen von Otto Sander, an die Ehrengäste verschenkt.


Der noch fast jugendliche Albert Josef K. (99 Jahre jung), ging kurz entschlossen zum Rednerpult und bedankte sich für den würdevollen Empfang, der von der „Ivy Six Dixieland Jazz Band“ musikalisch begleitet wurde.

Sport hält jung und ein Sportfest in Lichtenrade

Stadträtin Sibyll Klotz unterhielt sich angeregt mit Ulla Müller.


Die ehemalige Leichtathletin sieht auf eine lange sportliche Karriere zurück. Die leidenschaftliche Sportlerin erinnert sich gerne an ihre Erfolge als Kugelstoßerin und die vielen geselligen Stunden im Verein. Seit dem 1.12.1929 ist sie Mitglied im Sportverein TIB (Turngemeinde in Berlin-Tempelhof): „Ab 60 Jahre brauchste keinen Beitrag mehr zahlen“, erklärt Ulla Müller schelmisch. Auch fällt Ulla Müller im Gespräch gleich ein, dass sie Ende der 20iger Jahre an einem Sportfest in Lichtenrade teilnahm. Viele Jahre hat sie erfolgreich als Torsteherin Handball gespielt. „1938 waren wir sogar Deutscher Meister und ein paar Mal Vizemeister“. Bei der Ausstellungseröffnung erzählt Ulla Müller noch: „Wir waren eine dufte Gruppe.“ Das war für die Sportlerin, der man die einhundert Jahre nicht ansieht, immer besonders wichtig. 1997 hat sie mit dem Sport aufgehört.

Ulla Müller lächelt die Ausstellungsbesucher an...
Im Dezember wird sie ihren 102. Geburtstag feiern. Im Interview zur Ausstellung verrät Frau Müller, dass sie ihren 100. Geburtstag im Sportverein gefeiert hat: „Da hab ick ´nen Vortrag gehalten“, der gespickt mit vielen Anekdoten war. Auf die Frage nach einem Ratschlag für die nächste Generation hat Ulla Müller mit ihrem berlinischen Humor geantwortet: „Das mit dem Sport? Ach, das steht doch schon dauernd in der Zeitung. Mit dem Nichttrinken? Nee, das möchte ich ablehnen. Wir haben viel gefeiert! Geraucht habe ick aber nicht.“ Seit vielen Jahrzehnten kann sie von ihrer Schöneberger Wohnung im vierten Stock direkt den Turm vom Rathaus Schöneberg sehen.

Eine besondere Ausstellung mit Hörstationen

In der Ausstellung sind die Gespräche nachzulesen.

Bezirksbürgermeisterin Schöttler mit den 99jährigen Kurt im Gespräch.
Die Interviews kann man sich in den Hörstationen, mit den tatsächlichen Stimmen der Befragten, anhören und bekommt so ein besonderes Gefühl für die erlebten Geschichten. Beim Pförtner des Rathauses stehen dafür Walkmans zur Verfügung. Einige Erinnerungsstücke der Hundertjährigen runden die Ausstellung ab.

Die spannenden Interviews, die viele persönlichen Geschichten erzählen, wurden von Rita Preuß geführt. Marion Schütt setzte die Hundertjährigen fotografisch ins richtige Licht.

Die Fotografin Marion Schütt zeigt Helga G. (101) "ihre" Ausstellungstafel.

In den Gesprächen wird auch von den Erlebnissen rund um das Rathaus Schöneberg berichtet. Bei Ulla Müller gehörte die Rede des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 26. Juni 1963 dazu: „Der kann doch nicht herkommen und sagen, er ist ein Berliner. Das ärgert mich noch heute. Nicht, dass ick den nicht leiden kann. Aber diese Art von Spruch hat mich jeärgert. Der Platz war knackend voll und es wurde begeistert geklatscht.“ Andere erinnern sich an Austellungen, die eigene Hochzeit und Besuchen von bekannten Persönlichkeiten.

Interview und Bilder von Gertrud (99).

Hildegard J. (99): "Es enkelt ganz schön."
Gelebte Geschichte kann bei dieser besonderen Ausstellung hautnah nachvollzogen werden. Ein besonders interessantes Projekt, dass von den Verantwortlichen äußerst gelungen umgesetzt wurde! Ein Besuch lohnt sich!

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Ausstellungsdauer vom 2.11. bis 15.12.2013, täglich von 9 bis 18 Uhr, im Foyer des Rathauses Schöneberg am John-F.-Kennedy-Platz 1.

 

 
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