30 Jahre Kinderhaus: Eine Einrichtung feiert Jubiläum!

Das „Kinderhaus“ vom Tannenhof steckt schon längst nicht mehr in den Kinderschuhen!

Das Kinderhaus-Straßenansicht (Foto: BerLi-Press)

Eine etablierte und bundesweit anerkannte Einrichtung, zur Betreuung von Kindern mit drogenabhängigen Eltern, feiert ihr 30zig jähriges Jubiläum.

(Foto: BerLi-Press)
Der Geschäftsführer vom TANNENHOF Berlin-Brandenburg e. V., Horst Brömer, ist begeistert von diesem „tollen Erfolgsmodell Kinderhaus“.

Schöne Räume und ein großes Gelände mit Spielplatz

Direkt an der Lichtenrader Mozartstraße liegt das große Grundstück vom TANNENHOF. Die roten Klinkersteine vom Kinderhaus leuchten fast bei Sonnenschein, auch wenn hohe Bäume das Grundstück an vielen Stellen überschatten. Die Räume sind hell und freundlich ausgestattet. Hier im Haus und auf dem grünen Grundstück werden Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren betreut.



(Fotos -3- TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.)
In der stationären Reha-Einrichtung werden drogenabhängige Frauen und Männer ab 18 Jahre therapiert. Sie haben den körperlichen Entzug hinter sich und nehmen an einer in der Regel sechsmonatigen Entwöhnungsbehandlung teil. Diese Maßnahme wird vom Renten- bzw. Krankenversicherungsträger finanziert.

Für die Betreuung der Kinder werden 16 teilstationäre Plätze im Rahmen von Jugendhilfeleistungen zur Verfügung gestellt. Es gibt die „Sonnenkäfer“ – Gruppe, die für die ganz kleinen Kinder zur Verfügung steht. Die „Stadtpiraten“ sind dann die etwas älteren Kinder ab 3 Jahren.

Wie fing alles an?

Im Juli 1979 wurde der Tannenhof Berlin-Brandenburg e. V. gegründet, der damals noch unter dem Namen „Drogenhilfe Tübingen in Berlin e. V.“ seine Arbeit begann. Anfang der 1980er Jahre wurde primär der Fokus auf die süchtigen Eltern gelegt und die Folgebelastungen für die Kinder wurden in vielen Therapieeinrichtungen nur wenig mit einbezogen. Im Sommer 1982 wurde die erste suchtkranke Mutter mit ihrem Kind aufgenommen. 1983 hat die Kindergruppe ihre Anerkennung erhalten.

Die Kinder motivieren oft ihre suchtkranken Eltern!

Die Eltern wohnen mit ihren Kindern in speziell ausgestatten Räumen im Haupthaus. Brömer ist sehr stolz darauf, dass deutlich mehr Eltern die Therapie regulär beenden und die Abbrüche signifikant zurückgegangen sind. Die Beziehung zu den eigenen Kindern ist für suchtkranke Eltern häufig eine wichtige Motivation für die Therapie. Der Erfolg beruht laut dem Geschäftsführer im Wesentlichen darauf, dass man im Tannenhof die therapeutischen Notwendigkeiten und die menschlichen Aspekte verbindet. So wird parallel zur Sucht-Rehabilitationsbehandlung der Eltern gemeinsam mit den Kindern und Eltern ein pädagogisch-therapeutisches Konzept umgesetzt.

Was verbirgt sich hinter dem fachlichen Ansatz?

Die Familientherapeutin Heike Tzschoppe ist die Leiterin vom Kinderhaus. Mit dem sogenannten Zentrum I arbeiten die Fachkräfte ganz eng in Teams zusammen.

Die verantwortlichen systemischen Familientherapeuten beschreiben ihren lösungsorientierten Ansatz so: „Wir wenden uns den Familien respektvoll mit großer Neugier zu, unterbreiten Ihnen verlässliche Beziehungsangebote, hinterfragen vorangegangene Lösungsversuche, indem wir das bestehende System mit Fragen irritieren, aus dem Gleichgewicht bringen und somit einen Raum schaffen neue Lösungen zu erproben. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kinder auf eine entwicklungsfördernde Familienatmosphäre im Vordergrund.“ 

Seit 1983 wurden 639 Kinder betreut. Davon wurden in den letzten fünf Jahren circa 200 Kinder begleitet. 

Der Träger TANNENHOF Berlin-Brandenburg e. V. hat noch mehr Angebote!

Das Gesamtangebot des Trägers umfasst inzwischen die Betreuung von Kindern mit erhöhtem Betreuungsbedarf, bei denen nicht zwangsläufig ein Suchthintergrund vorhanden ist. So gibt es noch weitere Tagesgruppen in Lichtenrade und Marienfelde und eine stationäre Wohngruppe.

Neben der Suchthilfe an verschiedenen Standorten ist der Träger auch im Bereich Prävention, Schule und Ausbildung tätig. Auch wird eine ambulante Rehabilitation mit tagesklinischer Betreuung für Psychosomatik angeboten.

Und jetzt wird gefeiert!

Anfang September wird „30 Jahre Kinderhaus“ mit einem Fachtag, einem Festakt und einem großen Kinder- und Sommerfest für alle Bewohner, Ehemaligen und Teams der Einrichtungen begangen. Besonders das Ehemaligentreffen findet immer wieder großen Anklang.

Wir wünschen dem Träger, den Eltern und besonders den Kindern weiterhin viel Erfolg!

Thomas Moser

Interview mit der Leiterin vom Kinderhaus Tannenhof, Heike Tzschoppe, Dipl.-Sozialpädagogin:

(Foto TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.)

Warum ist das Kinderhaus wichtig?

H. Tzschoppe: Weil wir mit Familiensystemen arbeiten und mit der Entwicklung der Eltern die Entwicklung der Kinder einhergeht.

Ist die Arbeit eher anstrengend oder eher erfüllend?

H. Tzschoppe: Sie ist sehr erfüllend und abwechslungsreich, weil jede Familie die Fachkräfte vor neue Herausforderungen stellt und Entwicklung schnell sichtbar und erlebbar wird. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Kinderhauses?

H. Tzschoppe: Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Eltern den ersten Schritt, ihr Leben im Sinne ihrer Kinder zu verändern, wagen und sich für eine stationäre Therapie im Zentrum I entscheiden. 

 


www.tannenhof.de

 

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