Lichtenrade/Marienfelde: Das Biotop wird zur Oase für Tier und Mensch!

Vor einem Jahr fingen die Arbeiten beim Biotop am ehemaligen Grenzstreifen in Lichtenrade an. Jetzt kann man schon richtig etwas sehen! Der Zugang zum Biotop ist am Ende der Blohmstraße (Ecke Egestorffstraße), dort wo jetzt schon seit Jahren sich der Internationale „Blohmgarten“ befindet.


NaturRanger Björn Lindner stellte die ersten Schilder im Juni 2012 auf, damit sich die Fußgänger über das Biotop informieren konnten. Holzschilder wiesen in der Marienfelder Feldmark zum Beispiel auf das „Amphibien-Schutzgebiet“ hin. Die Zugänge und Wege wurden erstmal nur provisorisch durch weiß-rotes Flatterband abgeteilt. So konnte man schon eine ungefähre Vorstellung von den Planungen bekommen.

Das Vorhaben erläuterte damals Björn Lindner: „Bänke sollen die Besucher zum Verweilen einladen, Schulklassen und Kitas sollen die Natur, Pflanzen und Tiere näher gebracht werden.“ Lindner hatte große Hoffnung und freute sich: „Eine gute Chance für die Lichtenrader Kinder, die Natur ganz nah zu erleben!“ Etwas ganz Wichtiges war die Planung, die Wasserstelle einzufrieden, damit die Hundebesitzer das einzigartige Biotop nicht als Badestelle für ihre Vierbeiner nutzen.

Im November bekam der NaturRanger Hilfe durch das THW. Mit schwerem Gerät ging es an die sumpfigen Flächen. Björn Lindner erklärt, dass diese Arbeiten mit dem Radlader für die Natur dringend notwendig waren und per Hand gar nicht zu schaffen waren. Der Kompostboden, der teilweise für eine sumpfige Fläche verantwortlich war, hat schlechten Einfluss auf das Gewässer. Der Boden muss nach und nach mit Sand und Steinen gemischt werden.

Der eine oder andere Fußgänger war erstmal entsetzt, dass man die Natur mit Radladern bearbeitet. Björn Lindner erzählt aber geduldig allen Interessierten von den Notwendigkeiten bei solchen Flächen. Der NaturRanger sieht sich als Mittler zwischen Natur und Mensch. Diese Fläche ist ein wichtiges Scharnier zwischen der Großstadt und dem Umland und soll weiter, im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, genutzt werden!


Noch mitten im Winter, im Januar 2013, halfen viele JuniorRanger bei den ersten Arbeiten für eine richtige Umzäunung. Den Kindern erklärte NaturRanger Lindner: „Hier soll eine „Autobahn der Natur“ entstehen.“ Björn Lindner redet begeistert von Zauneidechsen, vom Neuntöter (der Vogel wird auch Rotrückenwürger genannt) oder vom Moorfrosch.



Im Frühsommer ging es jetzt ganz schnell. Der Zaun wurde fertiggestellt, ein extra Zugang für Wildschweine geschaffen und Schafe und Ziegen halten sich hier teilweise im abgrenzten Bereich auf. Eine überdachte Sitzgruppe lädt zum Verweilen für die Fußgänger ein. Die Holzbänke wurden in der Nähe vom Feuchtbiotop eingerichtet. Schon nach kurzer Zeit nahmen gerne die Fußgänger und Radfahrer diese neue Oase an. Informationstafeln informieren über die Arbeiten und über die Flora und Fauna.

Hinter dem Biotop soll noch eine Streuobstwiese entstehen, die der Marienfelder Bauer Wiese schon freigeräumt hat. Hinter dem "Blohmgarten" tummeln sich auch Zauneidechsen. Hier ist extra ein geschütztes Ersatzhabitat für Zauneidechsen angelegt worden. Die Eidechsen mussten an einer anderen Stelle für den Bau von Reihenhäusern weichen.

Die Arbeiten, rund um das Biotop, sind jedoch noch nicht abgeschlossen.



Auf der Hinweistafel wird Näheres zum Kleingewässer in der Marienfelder Feldmark ausgeführt:

Vom Kompostplatz zum artenreichen Biotop

Im Süden der ehemaligen Kompostieranlage Blohmstraße 71-73 hat sich infolge von Beräumung, Bodenaushub und Bodenverdichtung ein Kleingewässer gebildet. Dieses wird von Niederschlagswasser und Schichtwasser gespeist. Südlich des Gewässers schließt sich ein strukturreiches Feuchtbiotop mit temporär überstauten Flächen sowie mit wechselnassen und wechselfeuchten Kleinbiotopen, wie Flutrasen und Röhrichten an. Aus dem Geländer des ehemaligen Kompostplatzes erfolgt ein hoher Eintrag von Nährstoffen in das Gewässer. Entsprechend ähnelt das Gewässer in seiner Charakteristik einem natürlichen, nährstoffreichen Söll oder Pfuhl.

Das Feuchtgebiet besitzt eine hohe Bedeutung für den Naturschutz als Trittsteinbiotop zwischen der Marienfelder Feldflur und der angrenzenden Brandenburger Agrarlandschaft. Der Artenbestand des recht jungen Gewässers ist aufgrund seines Strukturreichtum als bemerkenswert einzustufen. So finden hier bereits geschützte Arten wie Moorfrosch, Knoblauchkröte und Ringelnatter ihren Lebensraum.

Sowohl Kleingewässer als auch Röhrichte sind geschützte Biotope und stehen generell unter gesetzlichem Schutz nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung dieser Biotope führen können, sind verboten. Aus diesem Grund wurde ein Schutzraum angelegt, um das Betreten der Fläche zu verhindern und erhebliche Störungen der Brutvögel und Amphibien durch freilaufende und badende Hunde zu vermeiden

http://www.berlin-marienfelde.de/natur/station.shtml


ALLE FOTOS: BERLI-PRESS

 

 

Der Lichtenrader Maler Rudolf Kraus ist verstorben!

Nach langer schwerer Krankheit ist der Lichtenrader Maler Rudolf Kraus am 13. Juni 2013 im Alter von 64 Jahren verstorben. Wir trauern um Rudolf Kraus und möchten den Angehörigen unser tief empfundenes Beileid aussprechen.

Im Jahr 2011 hat sich die Lichtenrader Künstlergemeinschaft „Lichtpunkt 49“ zusammengefunden. Rudolf Kraus war ein Gründungsmitglied. Die „49“ steht für die alte Postleitzahl von Lichtenrade. Die etwas älteren Lichtenrader erinnern sich noch gerne an diese einheitliche Postleitzahl für ganz Lichtenrade.

Rudolf Kraus hat gemeinsam mit der Collagekünstlerin Sylvia Zeeck und dem Photokünstler Thomas Seemann in einigen Gärten vom Rotenkruger Weg, einer Wohnstraße in Lichtenrade, Kunst ganz hautnah ausgestellt. Das war im Herbst des Jahres 2011. Die drei Künstler kannten sich alle aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Die Ausstellung war ein großer Erfolg und etwas ganz Besonderes!

Interessanterweise hatten die drei Künstler zeitgleich die Idee, ihre Werke einmal in Gärten zu präsentieren. In nachbarschaftlichen Gesprächen tauschten sie sich darüber aus und beschlossen diese Aktion gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Der drahtige „Senior“ der Gruppe, Rudolf Kraus, war Koch und Betriebswirt. Seine Liebe zur Kunst hat er schon mit 5 Jahren entdeckt, wo er einen Elefanten aus Ton modelliert hatte. Später hat er sich mit Reproduktionen von Rubens und Rembrandt beschäftigt, dann war es die impressionistische Malerei. Rudolf Kraus erzählte: „Mit dem Erstellen 100facher Reproduktionen konnte ich meinen eigenen Stil erarbeiten.“ Das war bei den vielen Bildern zu bewundern.

So ist bei dem Smily-Bild von Rudolf Kraus „Einer ist traurig“ auch der Schalk im Nacken des Künstlers zu erahnen.



2012 arbeiteten die drei Künstler gemeinsam an einer Müllmonster-Skulptur, dem „Selbstvermüller Lichtenrode“, die feierlich der Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“ übergeben wurde. Den notwendigen Müll sammelten die Künstler
beim Frühjahrsputz am ehemaligen Grenzstreifen.

Die ersten Skizzen präsentierte Rudolf Kraus mit viel Engagement bei einem gemeinsamen Fototermin.

Rudolf Kraus
präsentierte für die „Bilderkunst im Grünen“ im Jahr 2012 besonders seine großen freundlichen Blumenbilder.

Rudolf Kraus, den wir als ruhigen, unaufdringlichen und freundlichen Menschen erlebt haben, hat für seine Kunst gelebt. Auch als er schon von der Krankheit gezeichnet war, konnte man seinen Humor immer wieder durchblitzen sehen.

Rudolf Kraus wird uns fehlen! Durch seine Kunst bleibt er jedoch ein Stückchen bei uns in Lichtenrade! Seine Künstlerkollegin Sylvia Zeeck drückt es so aus: „Rudolf, es war eine schöne Zeit mit Dir. Nun bist Du ein - Lichtpunkt - ganz weit weg am Himmel. Wir behalten Dich im Herzen.“ 

Thomas Moser

Rudolf Kraus, geb. am 23.7.1948, verstorben am 13.6.2013

 

 

Kita Blohmstraße

NUSZ und Unternehmensnetzwerk Motzener Straße


Foto: KiTS
Mit berechtigtem Stolz präsentierten Renate Wilkening (Mitte), Geschäftsführerin des Nachbarschafts und Selbsthilfezentrums in der ufafabrik e.V. (NUSZ) und Bettina Zeisler, die Leiterin der Kita „Vier Jahreszeiten“, die Kita Blohmstraße.

Das mutige Eingreifen des NUSZ hat die Insolvenz des bisherigen Betreibers abgewendet und damit den Erhalt des Standortes gesichert. 65 Kinder können somit an ihrem angestammten Ort bleiben und mit den vertrauten Pädagogen weiter die Tage genießen.

Foto: BerLi-Press
Das Verfahren zum Trägerwechsel war umständlich und rechtlich mitunter undurchschaubar. Der Prozess zur Abwendung der Insolvenz hatte vorrangig die wirtschaftlichen Interessen des ehemaligen Betreibers und weniger die Situation der Familien und Kinder im Blick. Da wurde schon mal hoch gepokert, da warteten die Beschäftigten auf ihre Gehälter und auch Eltern, die unberechtigt zur Kasse gebeten wurden, laufen noch heute ihrem Geld hinterher. Aber die Freude über den geretteten Standort überwiegt und das durchaus zu Recht.

Die Kita wurde Jugendamtsleiter Wolfgang Mohns vorgestellt. Das Jugendamt hatte sich intensiv um den Erhalt des Standortes bemüht. Die gute Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Motzener Straße war ein weiterer Garant für den Erfolg. Durch das engagierte Zusammenarbeiten aller Beteiligten, Netzwerk Motzener Straße, Kita-Aufsicht, freier Jugendhilfeträger und Bezirksamt ist das möglich geworden. Nach gut einem Monat Betrieb sind schon deutlich erste Veränderungen in der Kita zu sehen.

Foto: KiTS
So hat die Freifläche das so sehnlich erwartete Sonnensegel erhalten und zusätzliche Sonnenschirme. Im Innenbereich ist wieder Struktur eingekehrt. Hier werden auch die wesentlichen Um- und Erweiterungsbauten erfolgen. DasGebäude bietet tolle Möglichkeiten zur Gestaltung.

Bettina Zeisler als erfahrene Kita-Leiterin ist Patin und Begleiterin für den Umbau, den Neubeginn und das Konzept. Die Freude für den Neubeginn ist bei allen zu spüren. Wenn es nicht so oft und in anderen Zusammenhängen schon gesagt und geschrieben wurde, würde man von einem „Ruck“ sprechen, der durch die Kita gegangen ist. Der Unterschied zwischen „Freiem Jugendhilfeträger“ und privatem „Kita-Unternehmer“ ist offenkundig.

Die Nachfrage ist ungebrochen, die Kita voll ausgelastet und so war klar, dass mit dem Bundesprogramm auch noch neue Plätze geschaffen werden sollen. Die Anträge sind gestellt und die Realisierung ist nur noch eine Frage der Zeit. 15 neue Plätze sollen zusätzlich geschaffen werden und die sind auch dringend nötig. Schaut man in die unmittelbare Nachbarschaft, so sieht man viele neue Einfamilienhäuser entstehen. Hier werden Familien mit Kindern einziehen. Die Nachfrage wird also weiter steigen. Wolfgang Mohns hat zugesagt, mit dem Stadtplanungsamt Kontakt aufzunehmen, um Möglichkeiten der Ausweitung des Angebotes auszuloten.

Dass der Spielplatz der Kita in einen schön anzusehenden, alten Eichenbaumbestand eingebettet ist, verleiht dem Ort Parkcharakter.

Das Problem der Eichenprozessionsspinner musste daher auf dem Grundstück gelöst werden und dies ist auch mit Erfolg geschehen. Leider stehen in der gesamten Blohmstraße noch viele weitere Eichen. Hier muss also auch noch eine Lösung gefunden werden.

Insgesamt ist mit dem NUSZ ein Träger gefunden worden, der die Potenziale des Standortes ausnutzen kann, ein qualitativ hochwertiges Angebot vorhalten wird und der in der Not von Eltern und Kindern tatkräftig eingesprungen ist.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass im Bezirk auch schon an anderen Stellen nur durch die Zusammenarbeit des Jugendamtes mit den freien Trägern einige Kitas vor dem „Aus“ bewahrt wurden. Eine lange Tradition in der Kooperation mit den freien Trägern. Ein Trend, der die Notwendigkeit der freien Jugendhilfe wieder einmal bestätigt.

Quelle KiTS Nr. 713

Das neue Schild:

Foto: BerLi-Press

 

 

Das Ende der Kompostabnahme…

…und…ehrenamtliche Helfer gesucht!!!

Die beliebte Erholungsstätte, der Volkspark Lichtenrade, hat bisher Gartenabfälle zur Kompostierung abgenommen. Zum 1. Juli 2013 muss dieser Service eingestellt werden, teilt der Trägerverein Lichtenrader Volkspark e. V. in einer Pressemitteilung mit.

Im Jahr 1993 fing alles an. Der Trägerverein und BUND-Tempelhof hatten zur Gemeinschaftkompost-Aktion aufgerufen. Die Idee war, biologisch wertvolle und verwertbare Abfälle der Haushalte und Kleingärten zu kompostieren. Alles war dann auch mit dem Bezirksamt Tempelhof vertraglich gesichert und die notwendigen Beschaffungen wurden finanziert. Die Gelder für dieses Projekt kamen aus Gebühren, die seinerzeit das DASS an die Stadt, für das Aufstellen von Sammelbehältern auf Straßenland, zahlen musste. Ein Teil dieser Gebühren musste für gemeinnützige Zwecke ausgegeben werden. So wurde dann das ganze Projekt finanziert.

Dann fing die BSR an, selbst kompostierbare Haushaltsabfälle einzusammeln. Seit der Zeit hat sich der Volkspark darauf beschränkt, Gartenabfälle, wie Rasenschnitt und Laub, zu kompostieren.

Der Kompost wurde, nach einer Lagerzeit von ein bis zwei Jahren, umgesetzt und gesiebt. Das war immer viel Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer, die immer älter und auch weniger wurden.

Jetzt gibt es nicht mehr genügend Personal, um die laufenden Arbeiten zu bewältigen, bedauert der Volkspark Chef Wolfgang Spranger. Ihm bleibt nur eine Wahl: „Wie müssen leider die Annahme von Gartenabfällen zum 1. Juli 2013 einstellen! Die angelieferten Mengen übersteigen unsere Leistungsfähigkeit.“

Jetzt haben die Gartenbesitzer die Möglichkeit, entweder selber zu kompostieren oder in Laubsäcken der BSR oder der Firma Oliver Haupt so entsorgen. Die Säcke für die Firma Haupt gibt es beim Haus- Wohnungs- und Grundeigentümer Verein Lichtenrade (Rehagenerstr. 34).

Der Hilfeschrei vom Volkspark-Vereinsvorsitzenden Wolfgang Spranger ist nicht mehr zu überhören: „Wir brauchen dringend ehrenamtlichen Nachwuchs, um unsere Arbeiten zu schaffen. Bei uns kann man viel, rund um die Gärtnerei, lernen. Jeder ist herzlich willkommen.“

Thomas Moser

Fotos: Verein Lichtenrader Volkspark

 

Schülerin war ein Jahr in China

Nicole Buchmin (18) ist Schülerin der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Marienfelde. Sie wohnt in Lichtenrade. Bereits mit 16 Jahren war sie für ein Jahr als Austauschschülerin in China. Nach einem intensiven Auswahlverfahren hat sie diese besondere Chance erhalten.

Japanisch in der Schule, dann ging es aber doch nach China!

Eigentlich sollte die Reise nach Japan gehen, zumal Nicole schon seit der 7. Klasse Japanisch in der Schule lernte. Dann kam aber alles anders! In Japan gab es 2011 das schwere Erdbeben mit Tsunami und den katastrophalen Atomreaktor-Super-GAU in Fukushima. Japan stand nicht mehr auf dem Programm und Nicole entschied sich für China. Sie besuchte einen Sprachkurs an der Volkshochschule und wurde intensiv auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet. In einer Vorbereitungstagung erzählten ehemalige Austauschschüler ausführlich von ihren Erfahrungen.

Das Ganze wurde organisiert über das Deutsche Youth For Understanding Komitee e. V. (YFU).

Für die gemeinnützige Organisation ist es wichtig: „Ein Jahr im Ausland mit YFU bedeutet viel mehr als nur eine Fremdsprache lernen.“ Und genau diese Erfahrung hat auch die junge Nicole gemacht.

„Ein Jahr in China hat mich sehr verändert!“

Das Jahr führte die Jugendliche zu einer Familie nach Shanghai. Während ihre eigene Tochter ein Jahr in den USA verbrachte, nahmen sie Nicole bei sich auf. Dafür unterbrach die Schülerin die 11. Klasse in Berlin und hat es auch nie als eine verschenkte Zeit angesehen. In China besuchte sie die Schule, erhielt nebenbei Sprachunterricht und hat noch viel von der fremden Kultur gelernt.



Nicole mit der Gastfamilie...beim Geburtstag der Gastcousine...
Bei Nicole Buchmin merkt man im Gespräch, dass die junge Frau schon einiges erlebt hat und sich viele Gedanken macht. „Der Aufenthalt hat mich sehr verändert“, erzählt Nicole. „ Durch den Abstand konnte ich mein Leben hier in Deutschland aus einer anderen Perspektive sehen und habe nebenbei auch viel über mich selbst gelernt.“

Mit einem Stipendium wurde es möglich!

Für einen Auslandsaufenthalt, auch über die gemeinnützige Organisation YFU, kommen erhebliche Kosten von einigen tausend Euro zusammen. Nicole konnte es sich auch nur leisten, weil sie dabei erheblich finanziell unterstützt wurde: „Ohne das Stipendium der Stiftung Mercator wäre es mir und meiner Familie nicht möglich gewesen!“

 Jährlich nutzen etwa 1.200 Jugendliche aus Deutschland die einmalige Chance dieses intensiven Auslandsaufenthalts.

Nach dem Austausch ist Nicole nun selbst ehrenamtlich bei YFU tätig und will damit etwas zurückgeben. Nur weil so viele Menschen ehrenamtlich mitarbeiten, können die Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Für Nicole, die selbst noch drei Geschwister hat, ist es wichtig, dass viele Jugendliche diese Chance erhalten! Das Austauschjahr soll nicht von der finanziellen Situation der Familien abhängen! Damit möglichst viele Schüler ein Austauschjahr machen können, arbeitet YFU mit vielen Stiftungen und Firmen zusammen, die verschiedene Stipendien für die YFU-Austauschschüler vergeben. Darüber hinaus vergibt YFU auch selbst einkommensabhängige Stipendien für alle 40 Austauschländer.

Gastfamilien gesucht!

Dringend gesucht werden Gastfamilien, die Jugendliche aus aller Welt ein Jahr aufnehmen können. Zwar hat sich der Begriff der Gastfamilien eingebürgert, für YFU ist es jedoch wichtig, dass die Austauschschüler mehr als nur ein Gast sind: „Er oder sie ist wie ein Familienmitglied, das den Alltag ein Jahr lang bereichert und ergänzt.“ Auch die Gastfamilien werden auf den Aufenthalt von YFU vorbereitet.

Mit YFU kommen jedes Jahr rund 600 Austauschschüler aus aller Welt nach Deutschland. Damit dieses Jahr auch wieder Austauschschüler nach Berlin kommen können, sucht YFU auch Gastfamilien hier. Momentan verbringen etwa 20 der 600 Schüler ihr Jahr in Berlin. Sie möchten das Land, die Sprache und vor allem die Menschen kennen lernen. Die Mädchen und Jungen zwischen 15 und 18 Jahren und gehen hier für ein Jahr zur Schule.

Die Gastfamilien bieten Unterkunft, Verpflegung und viele Einblicke in den Alltag. Dafür werden auch die Familien selbst viel über die andere Kultur lernen und internationale Freundschaften schließen. Wer Interesse hat, kann sich auf der Website der Organisation näher informieren und dann persönlich beraten lassen.

Erfahrungen fürs Leben!

Nicole Buchmin hat jetzt in Berlin eine Tandem-Partnerin aus Taiwan. So kann sie ihre chinesischen Sprachkenntnisse in Deutschland weiter vertiefen und die Tandempartnerin lernt auch besser die deutsche Sprache.

Für Nicole ist klar: „Auf jeden Fall will ich noch einmal nach China!“ Auch ist es für die Schülerin sehr wahrscheinlich, dass sie ihre Erfahrungen im Ausland für ihr Studium und den späteren Beruf nutzen wird! Eins spürt man ganz deutlich bei Nicole: Sie brennt für ihr neues Ehrenamt und für das fremde Land!

Thomas Moser

Weitere Infos: http://www.yfu.de  

Bericht in der Berliner Morgenpost/Likes erwünscht!: http://bezirke.morgenpost.de/tempelhof-schoeneberg/schuelerin-war-ein-jahr-in-china

 

Abschied vom LortzingClub

Seit neun Jahren ist Oliver Schmidt (42) Leiter des Lichtenrader LortzingClubs. Nun verändert sich der Pädagoge und verlässt Ende Juli 2013 „sein Lortzing-Kind.“ Oliver Schmidt hat auf Lehramt mit zwei Fächern studiert und diese Ausbildung abgeschlossen. Gearbeitet hat er bereits im Studium als Honorarkraft im Bereich der Hilfen zur Erziehung und war auch schon lange Jahre in diesem Bereich tätig. Besonders geprägt hat ihn die Arbeit im Neuköllner Kinderbüro. Oliver Schmidt hat immer eigenverantwortlich und gerne gearbeitet. Mit viel Engagement und Freude hat er sich in die Arbeit mit den Kindern im LortzingClub gestürzt. Die Einrichtung galt schon lange „als tot“, bevor Oliver Schmidt die Kindereinrichtung aus dem Dornröschenschlaf wachküsste. So brachte er seine Liebe zum Theater ein und hat als erstes Kinder-Theaterprojekt im LortzingClub „Dornröschen“ gestartet. Der Erfolg von Oliver Schmidt und seiner Mitstreiterin, Maike Hoffmann, hält bis heute unvermindert an.

Es wurde viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben, ein Förderverein gegründet und immer wieder Finanzmittel angeworben. So konnten einige notwendige Arbeiten in der Einrichtung gemacht werden und ein attraktives Programm geboten werden. Die Kinder und Eltern sind traurig und bedauern den Weggang von „Olli“, wie er gerne von den Kindern genannt wird, sehr. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

Seit 2006 arbeitet Oliver Schmidt auch für das Kinder- und Jugendparlament in Tempelhof-Schöneberg.

Oliver Schmidt geht der Jugendhilfe im Bezirk jedoch nicht verloren. Ab Anfang August wird er im Bereich der Jugendförderung im Jugendamt seine Ideen einbringen und dort eine feste Stelle erhalten.

Zum Abschied vom LortzingClub führten wir, während des Ferien-Abendteuercamps, ein Interview mit Oliver Schmidt.

Was war das Schönste bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Lichtenrade?

Oliver Schmidt: Das Schönste ist der Blick in die Kindergesichter, wenn man ihnen eine tolle Zeit verschafft hat. Wenn die Kinder hier bei einem Projekt sind und sie strahlen einen an: Das ist nicht mit Geld aufzuwiegen!

Was war das Beeindruckendste bei der Arbeit im LortzingClub?

Oliver Schmidt: Meine Lieblingsprojekte waren immer die Theatersachen. Sie wurden von Anfang an gut angenommen, obwohl alle immer gesagt haben, das braucht man gar nicht auszuprobieren. Es ist toll zu sehen, wie sich die Kinder darauf einlassen und sich intensiv eine Woche mit einer Sache beschäftigen. Es ist auch schön zu sehen und beeindruckend, wie die Kinder die Freude nach Hause tragen und mit ihren Eltern den Keller nach Requisiten und anderen Sachen für das Theaterstück durchkramen. Die Eltern haben die Arbeit immer wundervoll unterstützt.

Wie kamen sie zu der Theaterarbeit?

Oliver Schmidt: Das war schon immer mein Hobby. In der Schule hatte ich das Fach „Darstellendes Spiel“. Dabei ist die Liebe zum Theater gekommen. Der tolle Lehrer hatte so manche Wege links und rechts aufgezeigt und konnte viel vermitteln. Da habe ich gedacht, wenn man die Kinder öffnet, kann man hier die gleichen Sachen probieren.

Wie ist die Wahrnehmung des LortzingClubs in der Öffentlichkeit?

Oliver Schmidt: Ich wünsche mir weiterhin eine tolle Berichterstattung über den LortzingClub und über die Aktivitäten, damit man auch sieht und mitbekommt, was für interessante Angebote gemacht werden. Der LortzingClub ist auch ein sozialer Ort, der immer bekannter werden sollte. Manchmal kommen noch Leute, die in der Nähe wohnen, die den LortzingClub bisher nicht kannten. Da muss man immer weiter Öffentlichkeitsarbeit machen.

Was wünschen sie den Lichtenrader Kindern im LortzingClub?

Oliver Schmidt: Ich wünsche dem LortzingClub mindestens weitere 60 Jahre! Dann muss ich jedoch politisch werden. Der LortzingClub sollte auskömmlich finanziert werden! Ansonsten wünsche ich weitere spannende Angebote und auch in der Zukunft Eltern, die engagiert mithelfen und mitgestalten.

Was ist an der Arbeit im Kinder- und Jugendparlament (KJP) so wichtig?

Oliver Schmidt: Die Arbeit im Kinder- und Jugendparlament war und ist eine getrennte Sache von der offenen Arbeit in der Einrichtung. Aber die Anliegen sind gleich!

Kinder und Jugendliche zu beteiligen, weil sie es können, klingt wie ein Werbespruch, aber so ist es auch! Es ist wichtig, dass der andere Blick von Kindern eingebracht wird und das sich Erwachsene und Kinder aufeinander zubewegen. Die Kinder und Jugendlichen sind auch Bürger und Teil dieser Stadt!

Hat die Arbeit des KJP etwas bewirkt?

Oliver Schmidt: Ja! Es ist dabei nicht immer wichtig, dass jeder Antrag Erfolg hat. Aber es ist ein Erfolg, dass über jeden Antrag vernünftig, verständlich und ernsthaft gesprochen wird. Das KJP von Tempelhof-Schöneberg hat eine Stimme, die im Bezirk und überregional gehört wird. Die Kinder sind regelmäßig im bezirklichen Jugendhilfeausschuss (JHA) und berichten dort selbst über ihre Arbeit. Die Vorsitzende des JHA, Marijke Hoeppner, unterstützt dabei die Arbeit der Kinder sehr. Beim KJP wird auch oft von AGs, für Veranstaltungen und sogar vom Bundestag angefragt.

Was konnte das KJP bisher erreichen?

Oliver Schmidt: Es ist nicht so, dass, wie Grönemeyer es singt, Kinder an die Macht kommen sollten. Aber es ist bedeutsam, dass ihre Stimme gestärkt wird! Es ist dabei auch immer wichtig, dass die Kinder selber sprechen und ich nie Übersetzer der Anliegen war. Besonders stolz sind die Kinder über die selbstverwalteten 500 Euro pro Regionalgruppe. Das ist was ganz Praktisches, womit die Kinder dann auch konkret umgehen können. Da darf dann auch kein Erwachsener reinreden. Ein Indikator für eine gute Arbeit des KJP ist sicher auch, dass viele Kinder und Jugendliche schon sieben Jahre dabei sind. So werden die Kinder immer selbstständiger und können schon viele Sachen selber vorbereiten.

Was war ihre Arbeit im KJP?

Oliver Schmidt: Ich bin so eine Art Sekretär gewesen. Meine Arbeit war dabei zu helfen. Zum Beispiel habe ich gezeigt, wie man Präsentationen fertigt und Arbeitsgruppen leitet. Auch bereite ich Sachen vor, damit die Jugendlichen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Aber die Entscheidungen trifft dann immer das KJP.

Wenn sie drei Wünsche frei hätten…?

Oliver Schmidt: Der erste Wunsch wäre eine auskömmliche Finanzierung in der Jugendarbeit. Dann wünsche ich mir engagierte und interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendeinrichtungen, die professionell, aber auch mit viel Spaß und Freude für die Sache brennen. Als letzten Wunsch hätte ich, dass es weiter Kinder und Jugendliche gibt, die sich für verschiedene Sachen begeistern können.

Danke für das Interview, für die tolle Arbeit im LortzingClub und viel Erfolg und Freude bei der künftigen Arbeit!

Die Kinder- und Jugendeinrichtung in der Lichtenrader Lortzingstraße 16 wurde bereits 1948 unter amerikanischer Leitung eröffnet. Genau vor 60 Jahren, am 1. Juli 1953, hat der Bezirk Tempelhof die Einrichtung übernommen. Der LortzingClub ist immer noch im Eigentum des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und wird vom AHB-Berlin Süd gGmbH betrieben.

Thomas Moser, der auch das Interview führte (auch Fotos!)

 
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