Lichtenrade/Marienfelde: Das Biotop wird zur Oase für Tier und Mensch!

Vor einem Jahr fingen die Arbeiten beim Biotop am ehemaligen Grenzstreifen in Lichtenrade an. Jetzt kann man schon richtig etwas sehen! Der Zugang zum Biotop ist am Ende der Blohmstraße (Ecke Egestorffstraße), dort wo jetzt schon seit Jahren sich der Internationale „Blohmgarten“ befindet.


NaturRanger Björn Lindner stellte die ersten Schilder im Juni 2012 auf, damit sich die Fußgänger über das Biotop informieren konnten. Holzschilder wiesen in der Marienfelder Feldmark zum Beispiel auf das „Amphibien-Schutzgebiet“ hin. Die Zugänge und Wege wurden erstmal nur provisorisch durch weiß-rotes Flatterband abgeteilt. So konnte man schon eine ungefähre Vorstellung von den Planungen bekommen.

Das Vorhaben erläuterte damals Björn Lindner: „Bänke sollen die Besucher zum Verweilen einladen, Schulklassen und Kitas sollen die Natur, Pflanzen und Tiere näher gebracht werden.“ Lindner hatte große Hoffnung und freute sich: „Eine gute Chance für die Lichtenrader Kinder, die Natur ganz nah zu erleben!“ Etwas ganz Wichtiges war die Planung, die Wasserstelle einzufrieden, damit die Hundebesitzer das einzigartige Biotop nicht als Badestelle für ihre Vierbeiner nutzen.

Im November bekam der NaturRanger Hilfe durch das THW. Mit schwerem Gerät ging es an die sumpfigen Flächen. Björn Lindner erklärt, dass diese Arbeiten mit dem Radlader für die Natur dringend notwendig waren und per Hand gar nicht zu schaffen waren. Der Kompostboden, der teilweise für eine sumpfige Fläche verantwortlich war, hat schlechten Einfluss auf das Gewässer. Der Boden muss nach und nach mit Sand und Steinen gemischt werden.

Der eine oder andere Fußgänger war erstmal entsetzt, dass man die Natur mit Radladern bearbeitet. Björn Lindner erzählt aber geduldig allen Interessierten von den Notwendigkeiten bei solchen Flächen. Der NaturRanger sieht sich als Mittler zwischen Natur und Mensch. Diese Fläche ist ein wichtiges Scharnier zwischen der Großstadt und dem Umland und soll weiter, im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, genutzt werden!


Noch mitten im Winter, im Januar 2013, halfen viele JuniorRanger bei den ersten Arbeiten für eine richtige Umzäunung. Den Kindern erklärte NaturRanger Lindner: „Hier soll eine „Autobahn der Natur“ entstehen.“ Björn Lindner redet begeistert von Zauneidechsen, vom Neuntöter (der Vogel wird auch Rotrückenwürger genannt) oder vom Moorfrosch.



Im Frühsommer ging es jetzt ganz schnell. Der Zaun wurde fertiggestellt, ein extra Zugang für Wildschweine geschaffen und Schafe und Ziegen halten sich hier teilweise im abgrenzten Bereich auf. Eine überdachte Sitzgruppe lädt zum Verweilen für die Fußgänger ein. Die Holzbänke wurden in der Nähe vom Feuchtbiotop eingerichtet. Schon nach kurzer Zeit nahmen gerne die Fußgänger und Radfahrer diese neue Oase an. Informationstafeln informieren über die Arbeiten und über die Flora und Fauna.

Hinter dem Biotop soll noch eine Streuobstwiese entstehen, die der Marienfelder Bauer Wiese schon freigeräumt hat. Hinter dem "Blohmgarten" tummeln sich auch Zauneidechsen. Hier ist extra ein geschütztes Ersatzhabitat für Zauneidechsen angelegt worden. Die Eidechsen mussten an einer anderen Stelle für den Bau von Reihenhäusern weichen.

Die Arbeiten, rund um das Biotop, sind jedoch noch nicht abgeschlossen.



Auf der Hinweistafel wird Näheres zum Kleingewässer in der Marienfelder Feldmark ausgeführt:

Vom Kompostplatz zum artenreichen Biotop

Im Süden der ehemaligen Kompostieranlage Blohmstraße 71-73 hat sich infolge von Beräumung, Bodenaushub und Bodenverdichtung ein Kleingewässer gebildet. Dieses wird von Niederschlagswasser und Schichtwasser gespeist. Südlich des Gewässers schließt sich ein strukturreiches Feuchtbiotop mit temporär überstauten Flächen sowie mit wechselnassen und wechselfeuchten Kleinbiotopen, wie Flutrasen und Röhrichten an. Aus dem Geländer des ehemaligen Kompostplatzes erfolgt ein hoher Eintrag von Nährstoffen in das Gewässer. Entsprechend ähnelt das Gewässer in seiner Charakteristik einem natürlichen, nährstoffreichen Söll oder Pfuhl.

Das Feuchtgebiet besitzt eine hohe Bedeutung für den Naturschutz als Trittsteinbiotop zwischen der Marienfelder Feldflur und der angrenzenden Brandenburger Agrarlandschaft. Der Artenbestand des recht jungen Gewässers ist aufgrund seines Strukturreichtum als bemerkenswert einzustufen. So finden hier bereits geschützte Arten wie Moorfrosch, Knoblauchkröte und Ringelnatter ihren Lebensraum.

Sowohl Kleingewässer als auch Röhrichte sind geschützte Biotope und stehen generell unter gesetzlichem Schutz nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung dieser Biotope führen können, sind verboten. Aus diesem Grund wurde ein Schutzraum angelegt, um das Betreten der Fläche zu verhindern und erhebliche Störungen der Brutvögel und Amphibien durch freilaufende und badende Hunde zu vermeiden

http://www.berlin-marienfelde.de/natur/station.shtml


ALLE FOTOS: BERLI-PRESS

 

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