Flugsicherung schert sich nicht um Flugroutenkompromiss…oder?

Vermehrt stellen Lichtenrader und Neuköllner Bürger fest, dass in geringer Flughöhe startende Flugzeuge von Schönefeld über ihr Wohngebiet fliegen. Nachdem die Flugsicherung dies anfangs mit veränderten Flugrouten wegen Gewittern begründete, wird nunmehr offen gesagt, dass eine frühzeitige Freigabe der Flughöhe aus „wirtschaftlichen Gründen“ erfolgt. Damit soll Kerosin gespart werden.

Die Flugzeuge mit Startrichtung Westen sollen nach den Flugroutenfestlegungen bis zu einer Höhe von 1.524 Meter geradeaus fliegen, bevor die Freigabe erfolgt. Dann dürfen die Flugzeuge abknicken und überfliegen in größerer Höhe auch den Süden von Berlin. Die Freigaben erfolgten jetzt teilweise schon ab einer Höhe von 400 Meter; die Überflughöhe über Lichtenrade ist dann noch sehr niedrig.


Dieses Flugzeug ist hier noch über Mahlow...
(Foto: BerLi-Press)
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Jan Marco Luczak (CDU) fordert mehr Verbindlichkeit bei den festgelegten Flugrouten. Luczak beurteilt diese Praxis als nicht hinnehmbar. Auf der Website des Bundestagsabgeordneten heißt es dazu: „Abweichungen von den festgelegten Flugrouten - welche über einen monatelangen Prozess hinweg austariert wurden - würden den Kompromiss in Frage stellen und auch das Vertrauen der Menschen in die Verlässlichkeit politischen Entscheidungen. Luczak fordert daher mehr Verlässlichkeit bei der Umsetzung von festgelegten Flugrouten - etwa durch ein Präzisierung des Luftverkehrsgesetzes.“

J.M. Luczak (rechts neben Megafon) war schon bei der 1. Demo dabei!

Erste Fluglärmdemo in Lichtenrade Oktober 2010
ittlerweile hat auch Bundesverkehrsminister Ramsauer die Flugsicherung aufgefordert für mehr Klarstellung bei den Flugrouten zu sorgen. Die Bürgerinitiative Lichtenrade-Mahlow-Nord gegen Fluglärm e.V. hat einen offenen Brief an Dr. Peter Ramsauer geschrieben, der am Ende dieses Berichtes abgedruckt wird.

Noch viele Unterschriften gegen Fluglärm nötig!

Mittlerweile wird auch noch vermehrt für Unterschriften bei der 2. Phase zum Volksbegehren für ein Nachtflugverbot geworben. Siehe auch den Artikel in der Internetzeitung von Lichtenrade: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2012/07/02/volksbegehren--nachtflugverbot--l-uft-schleppend.htm

Für Stände sucht die BI noch dringend Helferinnen und Helfer (Hier kann man sich melden: nstock@web.de oder abwelle@gmx.de.

Weitere Infos unter http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de.

ToM -BerLi-Press (auch Fotos)

 

Offener Brief zur Überflugproblematik Berlin, den 9. August 2012

Sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer,

ich beginne dieses Schreiben an Sie mit einem großen Dank, dass Sie sich erneut der Fluglärmproblematik durch Überflüge über dem südlichen und restlichen Berlin annehmen. Dies hatten Sie bereits dankenswerterweise in der Phase der Flugroutenfindung für den neuen Flughafen BER getan.

Die von Ihnen aufgegriffenen Überflüge reihen sich ein in eine weitaus größere Anzahl von Routenverletzungen, auf die wir seit 1½ Jahren versuchen aufmerksam

zu machen.

Über die Vorgänge um die Flugroutenfestlegung für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg BER sind Sie ja bestens informiert, ebenso um das langwierige Ringen um tragbare und austarierte Kompromisse zwischen den Beteiligten in der Fluglärmkommission, wie z.B. auch der DFS. Zum ersten Mal in der Luftverkehrsgeschichte wurden mit großem Aufwand und unter Beteiligung weiter gesellschaftlicher Kreise Sicherheits-, Gesundheits- und wirtschaftliche Interessen abgewogen und harmonisiert.

Umso instinkt- und rücksichtsloser mutet da die Antwort der DFS auf eine engagierte Anfrage Ihres Parteifreundes Jan-Marco Luczak an, dass die Flugzeuge „regelmäßig Freigaben durch die Flugsicherung“ … erhielten, „etwa um den Flugweg zu verkürzen, wodurch Treibstoff gespart wird.“ Die Freigabe erfolge nicht selten bereits ab einer Höhe von 400 Metern.

Diese Haltung der DFS belegt, dass die im oben beschriebenen Prozess erreichte Flugroutenfestlegung von der Luftverkehrswirtschaft hinsichtlich der Schutzwirkung für die betroffene Bevölkerung nicht verstanden wurde und auch nicht als bindend angesehen wird. Offensichtlich ist ohne eine eindeutige gesetzliche Regelung, von der Luftverkehrswirtschaft keine Rücksichtnahme auf die Bevölkerung zu erwarten.

Unser Gemeinwesen fußt auf Akzeptanz und gegenseitige Rücksichtnahme mit Hilfe gesetzlicher Regelungen. Die Luftverkehrswirtschaft reklamiert und nutzt für sich mit den Argumenten Sicherheit und Wirtschaftlichkeit einseitig grenzenlose Freiräume zu Lasten der Bevölkerung; die bestehenden gesetzlichen Regelungen schränken sie nur marginal ein.

Die derzeit äußerst schlechte Akzeptanz des Flughafens BER ist die Folge einer

Vielzahl weiterer Missstände, die in unseren Augen nur durch tiefgreifende

gesetzliche Maßnahmen zugunsten der belasteten Bevölkerung heilbar sind. Dazu

rechnen wir u.a.:

- Die gesetzliche Verpflichtung zur Flugroutentreue; Abweichungen hiervon bedürfen eng definierten Ausnahmebedingungen,

- Das weiträumiges Herumführen von Flugrouten um Ballungsräume,

- Abweichungen hiervon transparent zu überprüfen und zu rechtfertigen, Verstöße konsequent und schmerzhaft zu ahnden,

- Die Anwendung lärmmindernder An- und Abflugverfahren,

- Die strikte Einhaltung eines konsequenten Nachtflugverbotes von 22:00 bis 6:00 Uhr.

Wir wären Ihnen dankbar und würden es Ihnen hoch anrechnen, wenn Sie sich - über das bisherige Maß hinaus - weiterhin für die vitalen Belange der Überflugbetroffenen einsetzen würden.

Gern würden wir weiterführende Gedanken zu dieser Thematik mit Ihnen austauschen und stehen jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.

Aufgrund der grundsätzlichen Problematik erlauben wir uns, dieses Schreiben auf unserer Homepage zu veröffentlichen und ausgewählten Adressaten zuzuleiten.

Mit den besten Wünschen

für ein erholsames Wochenende

Bernd Röstel

Mitglied des Sprecherrates

BI Lichtenrade-Mahlow-Nord

gegen Fluglärm e.V.

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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