Müllschlucker für Lichtenrade

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Dr. Jan Marco Luczak (CDU), ein Lichtenrader Mitbürger, unterstützt die Mieter der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ dabei, dass sie ihre Müllschlucker behalten. Die Stilllegung der Abfallschächte ist bis spätestens Ende 2013 geplant. Die Abfallschächte sind gemäß § 46 Abs. 3 der Berliner Bauordnung (BauO Bln) bis zum 31. Dezember 2013 außer Betrieb zu nehmen.
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Es wurden bereits 400 Unterschriften gegen eine Stilllegung gesammelt. Am 25. Februar 2012 trafen sich Dr. Jan-Marco Luczak, der Mieterbund der John-Locke-Siedlung und die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, um über dieses Problem zu diskutieren.
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Der Bundestagsabgeordnete Dr. Luczak hat nun eine Postkartenaktion gestartet, damit die Wohnungsbaugesellschaft einen entsprechenden Ausnahmeantrag stellt.
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Es versammelten sich circa 70 vorwiegend ältere und gehbehinderte Mieter in der John-Locke-Str. 21. Die Postkarten wurden dem Bundestagsabgeordneten förmlich aus den Händen gerissen. Die Mieter sprachen sich alle für die Beibehaltung der Abfallschächte aus und sind dafür auch bereit, dass sie höhere Betriebskosten bezahlen. Luczak betont jedoch ausdrücklich, dass er für Umweltschutz und Mülltrennung ist. Dafür muss dann die Wohnungsbaugesellschaft die Voraussetzungen schaffen. Der Bundestagsabgeordnete Luczak betont: „Die Mieter müssen bei solchen Entscheidungen mitgenommen werden und es darf nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden!“
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Bei der Diskussion wurde deutlich, dass die Müllschlucker besonders für alte und gehbehinderte Personen eine große Erleichterung darstellen, da sie sonst lange Wege zu den Mülltonnen haben. Die Mieter haben Angst, dass sich auch die hygienischen Zustände im Haus und in den Fahrstühlen verschlechtern könnten. Die Menschen zeigten sich sehr empört, dass ihre Müllschlucker, die beim Bau der Hochhäuser eine besondere Errungenschaft waren, nunmehr „in die Tonne getreten“ werden sollen. Ein erboster Zuruf macht es noch deutlich: „Dann schmeiß ich meinen Müll eben aus dem Fenster!“
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Die wesentlichsten Argumente gegen eine Stilllegung sind dabei, dass Stadt und Land die Wünsche ihrer Mieter übergeht und besonders die alltäglichen Lebensführung von älteren oder behinderten Menschen durch die Schließung der Abfallschächte erschwert wird.

Weiterhin wird argumentiert, dass der grüne Charakter und der Wohnwert der Siedlung durch die weiträumigen Müllstandsflächen gemindert wird.
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Auf Nachfrage bei der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat die Redaktion der Lichtenrader Internetzeitung bislang keine Antwort erhalten.

Rechtliche Hintergrundinformation:

Nach § 68 BauO Bln gibt es auf Antrag des Grundstückseigentümers die Möglichkeit eine bauordnungsrechtliche Abweichung zuzulassen, also auch von der Verpflichtung Abfallschächte außer Betrieb zu nehmen. Damit könnten Abfallschächte auf Antrag weiter betrieben werden, wenn im Einzelfall nachgewiesen wird, dass die Anforderungen an die Mülltrennung sichergestellt werden können und die negativen Folgen der Offenhaltung der Abfallschächte nicht auftreten.
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Nach der Verordnung werden die Anforderungen an die Mülltrennung nur sichergestellt, wenn durch mehrere Schächte mit jeweils getrennten Einfüllöffnungen und getrennten Sammelbehältern, um die einzelnen anfallenden Wertstoffe und Restabfälle sortenrein sammeln zu können, oder durch geeignete zusätzliche Maßnahmen für eine Mülltrennung gesorgt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn in den Vorräumen der Abfallschächte, die nur für Restabfälle bestimmt und entsprechend gekennzeichnet sind, auch Behälter für die anderen Abfallarten (Papier, Glas, Verpackungsstoffe) aufgestellt und regelmäßig geleert werden. Von der Sicherstellung der Anforderungen an die Mülltrennung kann jedoch nicht ausgegangen werden, wenn bestehende Abfallschächte z. B. für die Entsorgung des Restmülls weiter betrieben werden und für die anfallenden Wertstoffe außerhalb der Gebäude Sammelcontainer aufgestellt werden. ToM/BerLi-Press
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3 Fotos Dr. Luczak mit Bürgern: Büro Luczak
Fotos mit Hochhaus: BerLi-Press

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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