Aus dem Jugendhilfeausschuss Tempelhof-Schöneberg

Bericht aus der Region Lichtenrade

Am 8.02.2012 tagte die RAG Lichtenrade auf Einladung von Fr. Lienke in der Bruno-HBürgel-GS zum Schwerpunktthema „Zuzug von Familien mit Kindern ohne Deutschkenntnisse“.

Die Bruno-H-Bürgel-GS ist ein neuer Standort für 2 „Willkommensklassen“ (Sprachklassen für Kinder, die kein Deutsch sprechen) mit einer Klassenstärke von 12 Kindern. Hr. Bonne von der Kiepert GS war Gast und berichtete von seinen langjährigen Erfahrungen. Außerdem berichtete nochmals eine Mitarbeiterin vom IB zur Auflösung des Wohnheims Riemenschneiderweg (Schöneberg) und Verlagerung nach Lichtenrade als Dezentrale Wohnraumvergabe (Nahariyastraße, Skarbinastraße, Groß-Ziethener-Straße). Inzwischen leben in den Wohnungen insgesamt 25 Kinder, 10 Kleinkinder und 15 schulpflichtige Kinder.

Am 13.02.2012 fand das erste Arbeitstreffen 2012 des FUA-Projektes Bildungsraum Lichtenrade Mitte (bisheriger Arbeitstitel „Bildungsraum Barnetstraße“) statt. Teilgenommen haben die Annedore-Leber-GS, die Theodor-Haubach-Schule, der Kinder- und Jugendclub Barnetstraße, die pädagogische Sachbearbeitung und die Regionalleitung. Abgesagt haben die Carl-Zeiss-Schule und das Georg-Büchner-Gymnasium. Es wurden weitere Arbeitstreffen für 2012 verabredet und ein gemeinsames Projekt, eine Ralley zum Kennen lernen von Angeboten, verabredet. Außerdem sagten die beiden teilnehmenden Schulen (Annedore-Leber-GS und Theodor-Haubach-Schule) ihre Unterstützung für einen Aktionstag im Mai 2012 (Jugendvollversammlung) zu.

Die regelhaft alle zwei Monate stattfindende Sitzung zur Fallunspezifischen Arbeit (FUA) der beiden Lichtenrader Fallteams fand am 20.02.2012 statt. Bevor eine thematische Planung für 2012 stattfindet, wurde in dieser Sitzung anhand des Positionspapiers unseres Jugendamtes zur Fallunspezifischen Arbeit die bisherige Themensetzung reflektiert und hinterfragt, insbesondere unter dem Fokus „FUA als Unterstützung für den Fall“.

Auf der nächsten Sitzung sollen die Erkenntnisse aus den einzelnen Fallvorstellungen im Fallteam zur Fragestellung „Was kann der Kiez für diesen Fall tun? Was gibt es, was fehlt?“ zusammengetragen und ausgewertet.

Veranstaltungen in der Region Lichtenrade

Am Dienstag, dem 13.03.2012, wird der Lortzingclub Kontaktstelle des Deutschen Kinderhilfswerkes! Die Eröffnung ist für 15:30 Uhr geplant.

Der LortzingClub ist eine von 40 Kontaktstellen in Deutschland und eine von nur drei weiteren in Berlin. Das ist das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen der Freizeiteinrichtung und dem Deutschen Kinderhilfswerk und bedingt einen weiteren wichtigen Schritt zur Schaffung eines kinderfreundlichen Bezirkes und zur aktiven Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen. Der Koordinator für regionale Aufgaben des Deutschen Kinderhilfswerkes, Michael Kruse, wird an der Veranstaltung teilnehmen, ebenso die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Jugendstadtrat Oliver Schworck. Weiterführende Informationen zur Arbeit des Deutschen Kinderhilfswerkes können im Internet abgerufen werden.

Der Workshop Theaterspiel im Lortzingclub kann dank einer Spende fortgesetzt werden. Veranstalter ist der Förderverein Rückendeckung e.V. in Kooperation mit dem Träger AHB-Berlin Süd gGmbH und dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Diesmal ist „Ein Sommernachtstraum“ von W. Shakespeare auf dem Spielplan. Jeden Donnerstag von 17:00 bis 18:30 Uhr sind die Proben im Lortzingclub für spielbegeisterte junge Menschen von 8 bis 15 Jahren. Der Besuch des Workshops ist kostenfrei.

 

Jugendarrestanstalt in Lichtenrade vergrößert sich und zieht auf das Nachbargrundstück!

Berlin, 29. Februar 2011 Vor einigen Tagen berichteten wir, dass die Drogenfachabteilung nicht nach Lichtenrade kommt. Heute wurde die Zukunft vom Berliner Jugendarrest im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin behandelt.

Die aktuelle Meldung für die Lichtenrader Jugendarrestanstalt in der Lützowstraße ist, dass wegen der erheblichen Kapazitätsprobleme in diesem Bereich nunmehr ein Umzug auf das benachbarte Grundstück erfolgt. Hier war bislang die Jugenduntersuchungshaftanstalt Kieferngrund untergebracht. Somit kann auch auf den geplanten Erweiterungsbau verzichtet werden kann.
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Hier soll der Jugendarrest einziehen... (Foto:dpa/Tim Brakemeier)
Der Finanzsenator freut sich, da rund 6 Millionen Euro eingespart werden können. Aber auch die Anwohner der Lützowstraße dürften über die neue Entwicklung nicht böse sein. In der Vergangenheit gab es immer wieder Lärmprobleme im Bereich der kleinen Anwohnerstraße. Die erweiterte Arrestanstalt liegt nun etwas weiter entfernt von der Lützowstraße, ist durch eine hohe Mauer begrenzt und der Zugang wird über den Kirchhainer Damm erfolgen.

Aber der Reihe nach: Schon vor einem Jahr war klar, dass die Untersuchungshaftanstalt Kieferngrund nicht mehr benötigt wird, da die Zahlen deutlich rückläufig waren. Der vorherige Senat hatte in der Planung, dass in diese Haftanstalt der Drogenfachbereich einzieht. Es handelt sich bei Kieferngrund um das Gelände, das vom Kirchhainer Damm zugänglich ist. Das Grundstück grenzt, getrennt durch eine hohe Mauer, am Grundstück der bisherigen Jugendarrestanstalt in der Lützowstraße.
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Der bisherige Eingang zum Jugendarrest...(Foto:BerLi-Press)
Die Jugendarrestanstalt konnte schon nach den damaligen Zahlen nicht alle Arrestanten zeitnah unterbringen. Dies wurde und wird pädagogisch als misslich betrachtet, da besonders für straffällige Jugendliche ein schneller erster Kontakt mit dem Justizvollzug als notwendig angesehen wird. Auch die bekannte Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die im Dezember 2010 den Freitod für sich wählte, forderte immer den schnellen Vollzug von Arrest und Strafe. Damit wollte die Richterin erreichen, dass sich kriminelle Strukturen nicht noch verfestigen können. Diesen Weg will nun der neue Berliner Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) konsequent weiter verfolgen.
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Thomas Heilmann (Foto:BerLi-Press/Thomas Moser)
Die bisherige Kapazität im Jugendarrest lag und liegt zurzeit noch bei 33 Plätzen und sollte schon unter der damaligen Senatorin Gisela von der Aue (SPD) fast verdoppelt werden. Es war geplant, dass die Jugendarrestanstalt auf 61 Plätze erweitert wird. Hierfür sollte auf dem Grundstück in der Lützowstraße ein Neubau errichtet werden. Dies war damals nicht der Ansatzpunkt für die Unruhe in der Bevölkerung. Vielmehr gab es in Lichtenrade viele Proteste gegen die angedachte Drogenfachabteilung im Bereich Kieferngrund. Die seinerzeitigen Planungen, rund um den sogenannten „Drogenknast“, wurden auch erst zu einem relativ späten Zeitpunkt veröffentlicht. Die Internetzeitung von Lichtenrade hatte diese Planungen ausführlich dokumentiert.
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Anwohner protestieren...Die ehemalige Justizsenatorin hört zu (Foto:Tim Brakemeier/dpa)
Was ist nun geplant in Lichtenrade?

Wie erst vor einigen Tagen bekannt wurde, zieht die Drogenfachabteilung nun doch nicht nach Lichtenrade. Lichtenrade hat aufgeatmet. „Das ist eine erfreuliche Entscheidung für Lichtenrade", so Frank Behrend, 1. Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V.

Die Entscheidung zur Drogenfachabteilung hat der jetzige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) in einem Interview der Berliner Morgenpost erklärt. Die Pressestelle konnten uns diese Angaben bestätigen. Als Begründung wurde angegeben: „Ausschlaggebend hierfür sind die rückläufigen Belegungszahlen der JSA Berlin.“

Aus dieser Entscheidung resultierten Nachfragen der Internetzeitungsredaktion, was nun weiter in Lichtenrade geplant ist. Thomas Heilmann erklärt, dass bereits zum 1. April 2012 die bisherige Jugendarrestanstalt in das modernere Gebäude Kieferngrund umziehen wird. Die bisherigen Insassen der Untersuchungshaftanstalt sind nicht mehr in Lichtenrade und somit ist der Platz für die Arrestanten frei und der geplante Neubau ist nicht mehr notwendig. Der bisherige Standort in der Lützowstraße soll als Arrestreserve dienen, wird aber bis auf weiteres nicht genutzt werden. Die Baupläne für den Erweiterungsbau bleiben in der Schublade und können im Bedarfsfall wieder reaktiviert werden.

Heilmann ist sich sicher, dass Kieferngrund gut für den Jugendarrest genutzt werden kann. Der Justizsenator erläutert, dass es räumlich keine wesentlichen Unterschiede zur Haft gibt, nur die Abläufe in der Anstalt sind andere.
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Die hohe Mauer umgibt die künftige  Jugendarrestanstalt (Foto:Tim Brakemeier/dpa)
Mit der Entscheidung hat Justizsenator Thomas Heilmann und die Justizverwaltung bereits nach kurzer Amtszeit die Prüfaufträge aus der Koalitionsvereinbarung abgearbeitet und veränderte Planungen vorgelegt. Heilmann: „Am 21. März gehe ich zu den Jugendrichtern und werde dort die veränderten Planungen erläutern.“ Heilmann will in einen Dialog mit den Richtern treten, damit die veränderten Kapazitätsplanungen von den Gerichten besser in ihre Entscheidungen einbezogen werden können. Der Justizsenator legt im Jugendarrest besonderen Wert auf das Kompetenztraining der Jugendlichen, das verschiedene Bereiche umfasst (z. B. Drogen, Gewaltprävention, Opferschutz, Schuldenprävention). Heilmann will aber auch die Wirksamkeit des Jugendarrestes näher betrachten: „Dafür möchte ich eine Erfolgskontrolle einführen.“ Hierfür sollen Indikatoren und Statistiken entwickelt werden.

Nicht näher äußern wollte sich Thomas Heilmann, was für personelle Konsequenzen der Umzug und die Aufstockung der Zahlen im Jugendarrest haben wird. Diese Fragen will der Justizsenator jedoch zeitnah klären, wenn sich die Arrestzahlen dann auch tatsächlich erhöhen. Unbestätigt ist, dass es sich möglicherweise um circa 5 Stellen handeln wird. Der Justizsenator ist zuversichtlich, dass er notwendige Personalressourcen aus dem Justizbereich zur Verfügung stellen kann.

Was ist nun Jugendarrest?

Jugendarrest ist nach dem Jugendstrafrecht ein sogenanntes „Zuchtmittel“, als Folge einer Straftat und keine Strafe. Jugendarrest wird dann richterlich angeordnet, wenn Erziehungsmaßregeln nicht ausreichen, aber andererseits eine Jugendstrafe (noch) nicht geboten ist. Der Arrest dauert in der Regel 14 Tage (maximal 4 Wochen), aber teilweise auch nur tageweise. Im ehemaligen 1928 erbauten Kinderheim Kieferngrund werden einige weibliche, aber meistens männliche Arrestanten untergebracht. Im Jahr 2011 gab es insgesamt 1.224 Zugänge in der Arrestanstalt, wobei es zu 224 Abweisungen kam, die erst zu einem späteren Zeitpunkt Berücksichtigung fanden. In der Regel vergehen zurzeit von Verhängung der Strafe bis zum Arrestantritt 9 Wochen, was als viel zu lange betrachtet wird. Justizsenator Heilmann hat als Ziel angegeben, dass die Zeit vom Urteil bis Strafantritt auf 2 Wochen verkürzt wird.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Lichtenrader Magazin 04/2012

 

Weitere Baumfällungen rund um die ehemalige Mälzerei

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Wir bericheten vor einiger Zeit in der Internetzeitung (LINK), dass nördlich der ehemaligen Lichtenrader Mälzerei ein kleines "Wäldchen" gerodet wurde.
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Nähere Informationen, ob dies evtl. mit den Planungen für ein Einkaufszentrum zusammenhängt, haben wir nicht erhalten. Nun wurde die Redaktion von Mitbürgern informiert, dass auch rund um REWE, an der Steinstraße, einige Bäume gefällt wurden. Wir können zur Zeit nicht sagen, ob dies notwendige Arbeiten waren, die zu dieser Jahreszeit erledigt werden mussten, oder ob andere Gründe dahinterstecken...

Fotos: BerLi-Press

 

Müllschlucker für Lichtenrade

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Dr. Jan Marco Luczak (CDU), ein Lichtenrader Mitbürger, unterstützt die Mieter der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ dabei, dass sie ihre Müllschlucker behalten. Die Stilllegung der Abfallschächte ist bis spätestens Ende 2013 geplant. Die Abfallschächte sind gemäß § 46 Abs. 3 der Berliner Bauordnung (BauO Bln) bis zum 31. Dezember 2013 außer Betrieb zu nehmen.
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Es wurden bereits 400 Unterschriften gegen eine Stilllegung gesammelt. Am 25. Februar 2012 trafen sich Dr. Jan-Marco Luczak, der Mieterbund der John-Locke-Siedlung und die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, um über dieses Problem zu diskutieren.
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Der Bundestagsabgeordnete Dr. Luczak hat nun eine Postkartenaktion gestartet, damit die Wohnungsbaugesellschaft einen entsprechenden Ausnahmeantrag stellt.
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Es versammelten sich circa 70 vorwiegend ältere und gehbehinderte Mieter in der John-Locke-Str. 21. Die Postkarten wurden dem Bundestagsabgeordneten förmlich aus den Händen gerissen. Die Mieter sprachen sich alle für die Beibehaltung der Abfallschächte aus und sind dafür auch bereit, dass sie höhere Betriebskosten bezahlen. Luczak betont jedoch ausdrücklich, dass er für Umweltschutz und Mülltrennung ist. Dafür muss dann die Wohnungsbaugesellschaft die Voraussetzungen schaffen. Der Bundestagsabgeordnete Luczak betont: „Die Mieter müssen bei solchen Entscheidungen mitgenommen werden und es darf nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden!“
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Bei der Diskussion wurde deutlich, dass die Müllschlucker besonders für alte und gehbehinderte Personen eine große Erleichterung darstellen, da sie sonst lange Wege zu den Mülltonnen haben. Die Mieter haben Angst, dass sich auch die hygienischen Zustände im Haus und in den Fahrstühlen verschlechtern könnten. Die Menschen zeigten sich sehr empört, dass ihre Müllschlucker, die beim Bau der Hochhäuser eine besondere Errungenschaft waren, nunmehr „in die Tonne getreten“ werden sollen. Ein erboster Zuruf macht es noch deutlich: „Dann schmeiß ich meinen Müll eben aus dem Fenster!“
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Die wesentlichsten Argumente gegen eine Stilllegung sind dabei, dass Stadt und Land die Wünsche ihrer Mieter übergeht und besonders die alltäglichen Lebensführung von älteren oder behinderten Menschen durch die Schließung der Abfallschächte erschwert wird.

Weiterhin wird argumentiert, dass der grüne Charakter und der Wohnwert der Siedlung durch die weiträumigen Müllstandsflächen gemindert wird.
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Auf Nachfrage bei der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat die Redaktion der Lichtenrader Internetzeitung bislang keine Antwort erhalten.

Rechtliche Hintergrundinformation:

Nach § 68 BauO Bln gibt es auf Antrag des Grundstückseigentümers die Möglichkeit eine bauordnungsrechtliche Abweichung zuzulassen, also auch von der Verpflichtung Abfallschächte außer Betrieb zu nehmen. Damit könnten Abfallschächte auf Antrag weiter betrieben werden, wenn im Einzelfall nachgewiesen wird, dass die Anforderungen an die Mülltrennung sichergestellt werden können und die negativen Folgen der Offenhaltung der Abfallschächte nicht auftreten.
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Nach der Verordnung werden die Anforderungen an die Mülltrennung nur sichergestellt, wenn durch mehrere Schächte mit jeweils getrennten Einfüllöffnungen und getrennten Sammelbehältern, um die einzelnen anfallenden Wertstoffe und Restabfälle sortenrein sammeln zu können, oder durch geeignete zusätzliche Maßnahmen für eine Mülltrennung gesorgt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn in den Vorräumen der Abfallschächte, die nur für Restabfälle bestimmt und entsprechend gekennzeichnet sind, auch Behälter für die anderen Abfallarten (Papier, Glas, Verpackungsstoffe) aufgestellt und regelmäßig geleert werden. Von der Sicherstellung der Anforderungen an die Mülltrennung kann jedoch nicht ausgegangen werden, wenn bestehende Abfallschächte z. B. für die Entsorgung des Restmülls weiter betrieben werden und für die anfallenden Wertstoffe außerhalb der Gebäude Sammelcontainer aufgestellt werden. ToM/BerLi-Press
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3 Fotos Dr. Luczak mit Bürgern: Büro Luczak
Fotos mit Hochhaus: BerLi-Press

 

Später Erfolg: Drogenknast nicht nach Lichtenrade!

Es folgt die Stellungnahme vom Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. zu der aktuellen Entwicklung, dass die Drogenfachabteilung der Justizvollzugsanstalt nicht nach Lichtenrade verlegt wird (siehe auch Artikel in der Internetzeitung vom 21. Februar 2012: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2012/02/21/drogenfachabteilung-jetzt-doch-nicht-nach-lichtenrade.htm. Zu den weitergehenden Planungen hat sich die Senatsjustizverwaltung auf unsere Anfrage bislang nicht geäußert.

Der  Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V.  begrüßt die Entscheidung des neuen Justizsenators Thomas Heilmann, die Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt Berlin nicht nach Lichtenrade zu verlegen und am bisherigen Standort in Charlottenburg zu belassen. Heilmann begründete die Rücknahme des Umzugsplanes des früheren Senats in einem Zeitungsinterview mit der Entwicklung der Gefangenenzahlen, die einen Umzug entbehrlich machten.

"Das ist eine erfreuliche Entscheidung für Lichtenrade", so Frank Behrend, 1. Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V.. Anfang 2011 war bekannt geworden, dass die damalige Justizsenatorin den Umzug plane. Gegen diesen Plan protestierten daraufhin viele Lichtenrader Bürger und Geschäftsleute. Bemängelt wurde ferner, dass die Öffentlichkeit seinerzeit nicht rechtzeitig informiert worden war.

 

 

Nachruf: Norbert Junge

Der Ehrenvorsitzende vom Trägerverein Lichtenrader Volkspark e. V., Norbert Junge, ist am 26. Januar 2012 verstorben. Die Urnenbeisetzung ist am Donnerstag, dem 1.3.2012 um 12 Uhr auf dem Ev. Friedhof Lichtenrade, Paplitzer Straße.
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Hier der Nachruf vom Trägerverein Lichtenrader Volkspark e.V.:

Unser Ehrenmitglied und langjähriger Vorsitzender Norbert Junge trat dem Verein im September 1981 bei. Er engagierte sich besonders bei den Arbeiten im neu zu gestaltenden Park. Er kümmerte sich um die Planung und die Realisierung der Pläne, von Wasserleitungsbau bis Besorgung von Boden zur Auffüllung des Geländes. Bald übernahm er auch Funktionen im Vereinsvorstand, zunächst als Schriftführer. Norbert Junge machte gerne Urlaub in der Oberpfalz, im Landkreis Cham. Er bekam dort Kontakt mit dem damaligen Landrat Ernst Girmindl und hatte die Idee, mit dem Landkreis eine Patenschaft für den Volkspark Lichtenrade auszuarbeiten. Im Jahr 1983 kam diese Patenschaft zustande. Der Landkreis verpflichtete sich in einem Patenschaftsvertrag, den Park mit Sachspenden zu unterstützen. Pflanzen und Parkmöbel sowie Baumaterial wurden nach Berlin gebracht. Im Gegenzug verpflichtete sich der Trägerverein Lichtenrader Volkspark e.V. für die Urlaubsregion Bayerischer Wald Werbung zu machen. Diese Patenschaft, die wir Norbert Junge zu verdanken haben, hält bis heute. Jährlich wird seit 1983 ein Weihnachtsbaum für das Tempelhofer Rathaus gespendet und kostenlos nach Berlin transportiert. Der Volksparkverein führt beinahe jährlich eine Wochenendreise in den Landkreis Cham durch.

Norbert Junge wurde im Jahr 1986 zum Vorsitzenden des Vereins gewählt und immer wieder gewählt bis zum Jahr 1996. In diesen Jahren hat er durch vielerlei Kontakte enorm zur Förderung des Volksparks Lichtenrade beigetragen, sei es durch Einwerbung von Spenden als auch die Gewinnung von Sponsoren unserer diversen Veranstaltungen. Unvergessen sind die Konzerte unter dem Motto „Lichtenrader Frühling“ zur Förderung des Volkspark Lichtenrade, für die er die Hauptsponsoren geworben hatte. Nur dank solcher Unterstützung war es möglich, einen Gunter Emmerlich mit seiner Jazzformation nach Lichtenrade zu holen.

Auch nach seiner aktiven Zeit als Vorsitzender hat er sich weiterhin für den Park und seinen ihn tragenden Verein engagiert und so auch den Bau bzw. Anschaffung eines „Vereinsheims“ mit Sanitäreinrichtung ermöglicht.

In den letzten Jahren wirkte er weiter als Kassenprüfer, hatte sich aber aus persönlichen Gründen etwas aus der Vorstands- und Beiratsarbeit zurückgezogen.

Der Verein wird seiner ehrend gedenken, unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

 

Drogenfachabteilung jetzt doch nicht nach Lichtenrade

Berlin-Lichtenrade, 21.Februar 2012 Unter der Überschrift „Justizsenator stoppt Umzug der Drogenabteilung - Aufatmen in Lichtenrade: Die Drogenabteilung des Justizvollzugs wird nun doch nicht in den Ortsteil des Bezirks Tempelhof-Schöneberg verlegt“ berichtet die Berliner Morgenpost (Online) am 20. Februar 2012 von den aktuellen Planungen. In einem Interview mit dem neuen Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) heißt es, dass man von den Überlegungen des vergangenen Senats abrückt und die Drogenfachabteilung nicht nach Lichtenrade verlegt.
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Foto: dpa-Tim Brakemeier
Diese Angaben wurden uns von der Justizpressestelle bestätigt . Als Begründung wurde angegeben: „Ausschlaggebend hierfür sind die rückläufigen Belegungszahlen der JSA Berlin.“
Die ursprüngliche Überlegung war, dass in die jetzige Untersuchungshaftanstalt Kieferngrund am Kirchhainer Damm künftig die Drogenfachabteilung einzieht. Wegen dieser Planungen gab es in Lichtenrade und bei den betroffenen Mitarbeitern der Haftanstalt große Unruhe. Wir berichteten ausführlich in der Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de .
In der aktuellen Koalitionsvereinbarung der SPD und CDU hatte man sich auf eine Prüfung der Planungen verständigt. Weiter heißt es in er Vereinbarung: „Ferner soll geprüft werden, ob die bei einer Eingliederung des Untersuchungshaftbereiches in die JSA Berlin freiwerdenden Räume des derzeitigen Untersuchungshaftbereiches in Lichtenrade für die notwendige Erweiterung der Plätze in der Jugendarrestanstalt genutzt werden können, um so einen Umbau des Gebäudes der Jugendarrestanstalt in der Lützowstraße zu vermeiden und eventuelle Einsparungen zur Verbesserung der Haftbedingungen in der JSA Berlin zu nutzen….“ Wir haben beim Justizsenator angefragt, ob schon weitere Überlegungen angestellt worden sind. Wir berichten weiter. ToM

 

 

Schulwegbeleuchtung konnte durch das Engagement vieler Beteiligter verbessert werden

10.02.12 Im Beisein des Senators für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, und der Bürgermeisterin des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, werden am heutigen Freitag vier neue LED-Leuchten für die Schulwegbeleuchtung an der Barnetstraße neben der Carl-Zeiss-Schule in Berlin Lichtenrade in Betrieb genommen.

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An Anfang stand ein Antrag des Kinder- und Jugendparlaments des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg: mehr Licht für den Schulweg zur Carl-Zeiss-Schule in Lichtenrade. Die BVV Tempelhof-Schöneberg unterstützte den Antrag der Kinder und Jugendlichen und leitete ihn an die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt weiter.
Diese bestätigte, dass die drei vorhandenen Leuchten ein hohes Alter mit einer geringen Lichtausbeute haben und fragte bei den in Tempelhof ansässigen Firmen um Unterstützung zum Wohle der Schulkinder nach. Die in Marienfelde ansässige Firma Semperlux AG, die auch eine Kooperationsvereinbarung mit der Carl-Zeiss-Schule hat, erklärte sich bereit, die Leuchten kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Ein Konzept über die Art der Ausführung wurde erarbeitet und die Selux-Leuchte Olivio mit LED-Bestückung ausgewählt. Zukünftig werden vier neue LED-Leuchten den Schulweg beleuchten. Vattenfall als Energieversorger übernahm die elektrische Anschlussleistung und die Firma Braun Lighting Solutions aus Berlin-Lankwitz die kostenlose Montage der Leuchten, sowie die Lieferung und Montage des Schaltpollers für die Funksteuerung. Der finanzielle Aufwand beträgt zusammen ca. 10.000 Euro, davon trägt die Firma Semperlux mit ca. 7.600 Euro den Hauptanteil.

Senator Michael Müller: „Im Januar 2012 wurde die Anlage montiert und seit dem liefert sie ein brillantes weißes Licht, so dass eine angstfreie Benutzung des Weges für Schulkinder und Anlieger möglich ist. Von der neuen Beleuchtung werden auch das Gemeindehaus und die Nutzer der anliegenden Sportplätze profitieren. Ich freue mich, dass durch die Anregung des Kinder- und Jugendparlaments, über die gute Zusammenarbeit bei der Konzeptentwicklung bis hin zu der wichtigen Unterstützung von engagierten Gewerbetreibenden ein Projekt realisiert wurde, dass den Schülerinnen und Schülern, den Anliegern, aber auch der Umwelt nützt.“
Auf Grund des gerichteten Lichts gibt es kaum eine Abstrahlung in den oberen Halbraum und damit bei geringerem Lichtstrom mehr Helligkeit am Boden. Die Lichtverschmutzung wird gegenüber den alten Leuchten deutlich reduziert.

 

Antwort der BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm auf BZ-Artikel

Gunnar Schupelius, Redakteur bei der Berliner Tageszeitung BZ, lud ein, zu seinem Artikel Stellung zu nehmen, ob er Recht habe - oder auch nicht...„Lärmgegner belästigen Fluggäste“ hieß es in der Überschrift (siehe nachfolgenden Link: http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/laermgegner-belaestigten-fluggaeste-article1379754.htm

Der Artikel hat Bernd Röstel, Mitglied im Sprecherrat der BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm animiert, der Aufforderung Folge zu leisten.

Hier die Antwort von Bernd Röstel (ungekürzt):

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Foto. BerLi-Press

 

Lehrstunde in Demokratie! – oder die Welt des Herrn Schupelius

Werter Herr Schupelius!

… Der Herr Schupelius fühlt sich belästigt! Durch ein paar Hundert Demonstranten und Schreihälse, die in dem Flughafengebäude „herumhampeln“ und mit Zetteln wedeln. Die nur im Sinn haben, Berlingäste und potenzielle Wirtschaftsansiedler zu vertreiben! – Ist das wirklich so einfach, Herr Schupelius?

Worum geht es eigentlich:

Zuerst ging es um die Entscheidung, einen Flughafen in einen dicht besiedelten Lebensraum mit  wichtigen Naherholungsgebieten für die Stadt Berlin zu projektieren.

Danach ging es um versprochene gerade verlaufende Flugrouten, die in Hochglanzbroschüren, durch Infomobile und Computeranimationen in der Infobox des Flughafens verbreitet wurden, obwohl die Verantwortlichen wussten und bewusst verschwiegen, dass diese Routen tatsächlich nie so verlaufen würden.

Dann um einen Flughafen, der für den regionalen Bedarf beantragt und genehmigt wurde, jetzt aber zum internationalen Drehkreuz ausgebaut werden soll und damit wesentlich mehr Lärm verursacht als ursprünglich mitgeteilt.

Dann geht es darum, in der Nacht wenigstens für einen menschlich nachvollziehbaren Zeitraum Ruhe für die lebensnotwendige gesundheitliche Regeneration zu haben, damit Kinder wenigstens ein paar Stunden unbehelligt schlafen können. Doch diese gerichtlich erkämpfte Nachtruhe von 24:00 – 5:00 Uhr ist auch keine komplette Nachtruhe, denn es dürfen trotzdem Bundeswehr-/Regierungsmaschinen starten und landen, wie auch Nachtpostmaschinen, die ja bekanntlich zu den ‚leisesten Flugzeugen weltweit‘ gehören!

Dann geht es darum, dass die 77 genehmigten Maschinen in der Zeit von 22:00-24:00 und 5:00-6:00 Uhr bedeuten, dass rein rechnerisch alle 2,3 Minuten ein Flugzeug über die Betroffenen hinweg donnert – selbst bei einer gleichmäßigen Verteilung auf die beiden Landebahnen, sind es immerhin noch alle 5 Minuten eine Maschine.

Dann geht es auch darum, dass durch die Lage des Flughafens die Routen gar nicht so gelegt werden können, dass niemand belästigt wird – es muss immer jemand unter extremem Lärm leiden. Mit Ihrer Aussage, dass die Routen soweit es ging von den Ortschaften weggelegt wurden, wollen Sie den Eindruck erwecken, als sei damit der Fluglärm beseitigt. Mitnichten! Er wurde teilweise anderen Ortschaften zugeschoben! Glücklicherweise ist die Zahl der Betroffenen gesunken – aber es sind immer noch viel zu Viele Menschen betroffen.

Es geht weiterhin darum, dass intelligente, lärmärmere Lösungen für den Flugverkehr nicht möglich sind, weil der Flughafenbetreiber auf einen unabhängigen Parallelflugbetrieb beider Landebahnen besteht – also derart, als würden zwei unabhängige Flughäfen nebeneinander bestehen. Denn das würde ja bedeuten, dass in Spitzenzeiten vielleicht drei bis fünf Maschinen weniger starten könnten, dass vielleicht 2 bis 3 Fluglotsen zusätzlich eingestellt werden müssten!

Es geht darum, dass sich die Betroffenen das einmal Beschlossene und Versprochene mühsam erkämpfen und einklagen müssen, mit viel persönlichem und finanziellem Aufwand.

Aber der Herr Schupelius fühlt sich durch das „Rumgehampel“ auf dem Flughafen belästigt! Gehören auch Sie zu den Menschen, die sich eher durch Kinderschreie belästigt fühlen, von Kindern, die von ihren Eltern verprügelt werden? Oder sollten sie sich nicht besser durch die prügelnden Eltern belästigt fühlen und dagegen einschreiten? Dies wäre Bürgersinn und menschliches Miteinander! Es wird viel zu viel weggesehen und zu wenig engagiert gehandelt.

Selbstverständlich ist die Mehrheit der 3,5 Millionen Berliner für den neuen Flughafen – auch viele der Demonstranten sind für den Flughafen! Sie sind allerdings für einen Flughafen, der durch intelligentes, rücksichtsvolles und ressourcenschonendes Planen zustande kommt und ebenso betrieben wird.

Und wenn sie eine Umfrage unter den 82 Millionen Deutschen starten, erhöht sich die Zahl der  Deutschen, die für den Flughafen BER sind noch einmal gegenüber der Zahl der Demonstranten. Und wenn Sie die Europäer fragen ……

Die Mehrheit der Berliner ist auch für Freibier für Alle (außer den Weintrinkern) und für Steuerfreiheit und für einen funktionierenden Nahverkehr und für …

Herr Schupelius, dies ist wiederum ein recht eindimensionales Verständnis von Demokratie. Ist Demokratie nicht vielmehr die konstruktive und streitfähige Auseinandersetzung um ein Problem, mit dem Ziel, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden – zumindest eine Lösung, mit der die Unterlegenen auch würdevoll leben können??? Und das können nur die Unterlegenen beurteilen und nicht – sagen wir mal – ein Regierender Bürgermeister.

Ohne das belästigende „Rumgehampel“ der Demonstranten, wären die bisher erreichten Teiländerungen und Teilentlastungen am Flughafen- und Flugroutenkonzept nie eingetreten – wären Flughafengesellschaft, Deutsche Flugsicherung und die Politik den bequemsten und einfachsten Weg, natürlich ganz im Sinne des obersten Primats der Wirtschaftlichkeit gegangen. Denn leider muss man konstatieren, dass planerisches Denken, wirtschaftliches und politisches Handeln immer noch zu oft eindimensionale Wege beschreitet.

Ich fühle mich versucht zu äußern, Herr Schupelius, dass Sie diesen Weg offensichtlich auch bevorzugen.

Auch heute noch stehen die von Ihnen erwähnten älteren Damen mit Wollmütze - wie in Ihrer Kindheit - für die von Ihnen genannten Tugenden wie  Anstand und Ordnung! Gibt Ihnen das nicht zu denken, Herr Schupelius? Haben die Beweggründe der Demonstrierenden nicht vielleicht mehr Substanz, als Ihnen bisher in den Sinn gekommen ist? Verlassen Sie sich auf Ihre Erinnerung und das Gefühl Ihrer Kindheit!

Last not but least – Herr Schupelius – Ja! Solch ein Aufmarsch ist nicht nur erlaubt – er entspricht sogar dem grundgesetzlich verankerten Recht der Meinungs- und Versammlungsfreiheit! Wer hätte das gedacht, nicht wahr Herr Schupelius? Hätte für Sie ein Leichtes sein können, dies zu recherchieren. Die Demonstranten nehmen ein verbrieftes Recht wahr, dass zu kleinen Einschränkungen Anderer führen kann. Gemessen an den zu erwartenden tiefen Einschnitten für die Fluglärmbetroffenen eher eine Kleinigkeit!

Und um auch einem weiteren, gern verbreiteten Argument zu begegnen – Ja! Die Tegeler und Reinickendorfer hatten jahrelang unter dem Fluglärm des Flughafens Tegel zu leiden. Und ich beglückwünsche die bisher Belasteten ausdrücklich, dass sie diese Last endlich los sein werden. Diese Last endet mit dem letzten Spitzenwert von 169.000 Flügen pro Jahr – Der BER beginnt mit 243.000 Flügen (also rund 45.000 Flügen mehr) und soll bei 360.000 Flügen seine Höchstkapazität erreichen. Also mehr als doppelt so viel.

Für die Tegeler und Reinickendorfer hat sich die Belästigung langsam über Jahrzehnte entwickelt und gesteigert. Sie konnten sich langfristig darauf einrichten und Konsequenzen ziehen. Für die BER-Anwohner vollzieht sich dies innerhalb eines Tages – dem 3. Juni 2012. Hier gibt es nur ‚Friss oder Stirb‘!  

Urteilen Sie selbst, Herr Schupelius, ob es der Weisheit letzter Schluss ist, 100.000de zu entlasten, um zugleich mehrere andere 100.000de zu belasten? Nach welchen Kriterien werden Entscheidungen von gewählten Volksvertretern getroffen? Geht es um „Verschlimmbesserung“ oder sollte politisches und gesetzliches Handeln nicht daran ausgerichtet sein, für ALLE eine Lösung zu erzielen, die der menschlichen Vernunftbegabung gerecht wird?

By the way – Herr Schupelius, wo wohnen Sie eigentlich?

 Mit den besten Wünschen für eine ausgewogenere Meinungsbildung.

Bernd Röstel
Mitglied des Sprecherrates
BI Lichtenrade/Mahlow-Nord
gegen Fluglärm e.V.

www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de

 

Erhaltung des Naturdenkmals Winterlinde Lützowstraße 25 in Berlin-Lichtenrade

Das Naturdenkmal steht in einem kleinen waldartigen Bestand, der vor einigen Jahren eingezäunt wurde, um Spaziergänger aus dem Gefahrenbereich des bruchgefährdeten Baumes fern zu halten.

In der Vergangenheit musste der Baum bereits stark eingekürzt werden. Inzwischen haben die langen Hauptäste des Baumes ein so hohes Eigengewicht erreicht, dass akute Bruchgefahr besteht. Stamm und Hauptäste sind weitestgehend hohl.
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Obwohl das Naturdenkmal eingezäunt ist und damit eine Gefährdung von Spaziergängern weitestgehend auszuschließen ist, sind folgende Maßnahmen zur längerfristigen Erhaltung des Naturdenkmals erforderlich:

1.  Moderate Einkürzung der Hauptäste, um Starkastausbrüchen vorzubeugen.

2.  Die starke Bildung von Wasserreisern zeigt noch eine ausreichende Vitalität des Baumes. Allerdings stellt die Häufung dieser Triebe durch das große Eigengewicht ein Bruchrisiko dar. Hier müssen  einige dieser aufrechten Ständertriebe entnommen und verbleibende Triebe eingekürzt werden.

3.  Die vorhandene Verseilung ist unvollständig und muss durch einen Ringverbund ergänzt werden

4.  Im waldartigen Bestand im näheren Umfelde des Naturdenkmales sollen einige Gehölze und Jungbäume entfernt werden. Mit dieser Maßnahme wird das Naturdenkmal für seine weitere Entwicklung wieder frei gestellt.

Eine Genehmigung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 3 der Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen in Berlin wurde vom Umwelt- und Naturschutzamt (Untere Naturschutzbehörde) erteilt.

Die Arbeiten sollen im Einvernehmen der beiden beteiligten Ämter durch eine Fachfirma ausgeführt werden.
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Dies ist eine Mitteilung vom Leiter der Abteilung Bauwesen im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Bezirksstadtrat Daniel Krüger (CDU).
Foto (Anfang März 2012) nach der Astkürzung:
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Fotos: BerLi-Press

 

Luczak ruft zum Mitmachen beim Schülerwettbewerb gegen Rechtsextremismus auf

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak ruft die Schülerinnen und Schüler seines Wahlkreises Tempelhof-Schöneberg dazu auf, am Schülerwettbewerb gegen Rechtsextremismus teilzunehmen. Der Wettbewerb wurde angesichts der erschütternden rechtsterroristischen Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ins Leben gerufen.

Die jugendlichen Teilnehmer sollen mit Hilfe des Wettbewerbs gestärkt werden, sich ein eigenes Urteil über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Freiheit und Toleranz zu bilden. Dabei geht es um Fragen wie: Was können Schülerinnen und Schüler in ihrem Freundeskreis, an der Schule oder in ihrer Stadt gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Diskriminierung unternehmen? Welche Möglichkeiten gibt es im Internet, sich gegen rechts stark zu machen? Wie kann man im Alltag deutlich machen, dass sich Toleranz im Handeln zeigt?

Luczak begrüßt diesen Ansatz sehr: "Selbstständiges Denken und kritisches Diskutieren sind die Grundlage einer eigenen Meinungsbildung. Es ist immens wichtig, dass sich gerade junge Menschen, die sich noch im Prozess ihrer Persönlichkeitsbildung befinden,  immer wieder aufs Neue darin üben. Denn gegen rechtsradikale Indoktrinierung hilft nichts mehr als kritisches und reflektiertes Denken."

Mitmachen können alle Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren, einzeln oder als Schulklasse. Der Wettbewerbsbeitrag kann in Form eines Videos, einer Fotoreportage, Webseite oder anderen künstlerisch-kreativen Arbeiten erstellt werden. Ausgezeichnet werden die besten Ideen, Konzepte und Kreationen.

Zu gewinnen gibt es unter anderem Gruppen- und Klassenreisen nach Brüssel, Berlin oder München. Einsendeschluss ist der 30. April 2012.

Weitere Informationen rund um den Wettbewerb gibt es unter www.gerechte-sache.de.

Wettbewerbsbeiträge können unter gerechtesache@bmj.de oder ans Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums der Justiz, Mohrenstraße 37, 10117 Berlin, eingereicht werden.

 

Schnee in Lichtenrade-Ein kleiner Spaziergang...

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Die Dorfkirche in der Abendsonne
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...trägt das Eis?
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und dann geht es weiter in Richtung Bahnhofstraße...
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...wie schon Sylvester, vor Obergfell (Lichtenrader Damm/Ecke Alt-Lichtenrade) stehen "kalte" Figuren von Eisvogel...
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...schauen wir doch noch einmal nach der jetzt gerodeten freien Fläche nördlich der Alten Mälzerei...
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...werden hier schon Tatsachen für ein Einkaufszentrum geschaffen??? Keiner weiß es!?...
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...hurra, heute ist die S-Bahn gefahren (Stand 3.2.2012 16 Uhr)...
Warum weit reisen, wenn es auch in Lichtenrade so schön winterlich ist?

Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press

 

Gerhard Moses Heß – Der Lichtenrader Tausendsassa in Sachen Kultur!

Ein Porträt

Berlin-Lichtenrade, 21. Januar 2012 Ein kühler Sonntag in Lichtenrade! Der „Lichtenrader Hof“ ist zum Brunch gut besucht. Mit Fahrrad und Anhänger ist Gerhard Moses Heß angereist, um mit seinem „Kindertheater Tutmirgut“ kleinen Menschen eine große Freude zu bereiten. „Bäh, schreit das Schaf!“ heißt das Theaterstück, dass aber eher eine kindgerechte Mitspielgeschichte ist.

Die Weinstube wird zur Theaterbühne. Der Lichtenrader Gerhard Heß hat seine komplette Bühnenausrüstung mitgebracht. Ein blaues Tuch wird der Bühnenhintergrund, ein Tisch für Großvater und Großmutter ist bereit und der andere Tisch ist der Stall mit den Schäfchen und dem Hahn. Dann erhellen die Scheinwerfer die improvisierte Bühne. Vorhang auf: Das Ein-Mann-Theater ist perfekt und die Vorführung kann beginnen. Die meisten Eltern brunchen genussvoll im Restaurant, das nur einige Schritte von der Weinstube entfernt liegt.
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Wirtin Manuela Schäfer (rechts) freut sich immer, wenn der Theatermann anreist: „Gerhard Heß kommt bei den Kindern unheimlich gut an!“
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Die Kinder sitzen größtenteils auf dem Boden und gucken mit großen Augen Gerhard Heß mit seinem langen wuschigem grauen Haar erwartungsvoll an. Heß versteht es von Anfang an die Kinder in sein Spiel mit einzubeziehen. Ein Mädchen ist das Schäfchen, dass immer für die egoistischen Zwecke des Großvaters Wolle opfern muss. Ein anderes Kind ist der Hahn. Mit Hilfe der Großmutter und der Kinder kommt schließlich alles zu einem guten Ende. Gerhard Moses Heß hat die Erzählung vom Schäfchen zum Theaterstück mit Musik kindgerecht gestaltet. Mit kraftvoller Stimme singt Gerhard vom Hahn, der morgens „Kikeriki“ schreit. Bei dem Theaterpädagogen hat alles einen Hintergrund. So ist hier die Moral der Geschichte: „Sei nicht egoistisch, sondern tierlieb! Habe den Mut gegen Unrecht einzureifen!“ Die Kinder haben mitgespielt, mitgesungen und einen schönen Sonntagmittag verlebt.
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Gerhard Heß, der Tausendsassa in Sachen Kunst, ist ein Lichtenrader Unikum! Mit Fahrrad, Anhänger und Hund sieht man Gerhard Heß oft durch den Ortsteil radeln. Was für eine Geschichte versteckt sich hinter Heß?
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Gerhard Moses Heß (69) kommt ursprünglich von der Nordseeinsel Langeoog. Nachdem das Nordlicht bei der Bundeswehr nicht gemustert wurde, kam der junge Heß nach Berlin um Germanistik und Geschichte zu studieren. Als Student hat er schon eine kleine Familie mit zwei Kindern, was eine absolute Ausnahme war. Der Exot unter den Studenten ist schnell ein Kind der Achtundsechziger geworden. Gerhard Heß war politisiert von der Studentenaufbruchzeit und immer selbst dabei. So wurde damals viel diskutiert. Der junge Heß fand es als diffamierend, als für Studenten die Bezeichnung „Chaoten“ hoffähig wurde. Nach einer Kundgebung wurde Heß selbst Prügelopfer in der U-Bahn. Gerhard Heß war Student und musste als verantwortungsvoller Vater auch für seine Kinder sorgen. So hielt er seine Familie mit vielen Jobs über Wasser. Da er immer viel arbeiten musste, konnte Heß sein Studium nicht beenden.
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Gerhard Heß fühlte sich immer in der Stadtteilarbeit verwurzelt. So gründete er ein sogenanntes „Basisbüro“ in Moabit und verteilte für Bürgerinitiativen Flugblätter. In seiner späteren Heimat Tiergarten kämpfte er für den Erhalt eines Parks („Das war ein wirklicher Erfolg, dass wir das geschafft haben!“) und gegen den Abbau der Mietpreisbindung. Zwanzig Jahre leitete er verantwortlich die „Berliner Mietergemeinschaft“, die nach der Wende über 20.000 Mitglieder hatte.

Anfang der Neunziger Jahre war Heß das Ganze gesundheitlich zu viel und er musste etwas ganz anderes anfangen. So machte er eine Umschulung zum „Spiel- und Theaterpädagogen“ und noch viel später lernte er sein Instrument lieben: „Akkordeon ist eine Liebe von mir!“
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Eine andere Leidenschaft war immer das Schreiben. In der Mietergemeinschaft übersetzte Heß gerne komplizierte rechtliche Zusammenhänge in eine einfache Sprache. Auch schrieb er kleine Reportagen für Stadtteilzeitungen und lernte selbst das Schriftsetzen in einer Buchdruckerei. 1996 gründete Gerhard Heß die theaterpädagogische Zeitschrift „Spielart“, die heute noch im Internet zu finden ist (http://www.spielart-berlin.de).

Vor 14 Jahren hat es den Unruhegeist dann nach Lichtenrade verschlagen. In Lichtenrade bot Heß an Schulen und in Kitas Theater mit Kindern an. Erst viel später traute sich Gerhard Heß Theater für Kinder zu machen. Mit einer inneren Ruhe und Kraft kann er jetzt Kinder begeistern und mit seinen Geschichten fesseln: „Lampenfieber kenne ich dabei nicht! Es ist wie ein Wunder und ich hätte es nie gedacht, dass ich das überhaupt kann!“
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Ganz begeistert werden immer die Waldwochen in den Schulferien angenommen, bei denen Kinder Tiere und Pflanzen näher kennenlernen. Gerhard Heß ist aber nicht nur für Kinder unterwegs. Er erzählte Geschichten auch für Erwachsene und bietet Naturprogramme zum Beispiel im Freizeitpark Marienfelde an.

Seit zwei Jahren veranstaltet Heß, der mittlerweile eine einjährige Erzählerausbildung gemacht hat, in Kooperation mit dem Förderverein EFEU auch Führungen auf dem „Alten St. Matthäus-Kirchhof“. Erst kürzlich hat Gerhard Heß zum 62. Geburtstag des verstorbenen Sängers Rio Reiser (Ton-Steine-Scherben) auf den alten Friedhof in Schöneberg eingeladen.
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Gerhard Moses Heß erzählt von Rio Reiser
Mit Wegbegleitern und Freunden hat Heß an den singenden Poeten erinnert. Auf dem historischen Friedhof haben viele Persönlichkeiten, wie beispielsweise Rudolf Virchow und Jacob und Wilhelm Grimm, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ein Bericht mit Fotos ist auf der Lichtenrade-Website www.lichtenrade-berlin.de (Nachbarn-News) nachzulesen. Auch im Februar findet wieder eine interessante Führung statt (siehe gesonderte Hinweise unter "Aktuelle Tipps" und "Nachbarn-News").

Bei den ganzen Aktivitäten konnte sich der aktive Geist jung halten. Gerhard Heß ist Vater von insgesamt vier Kindern und wollte immer ganz bewusst seine Vaterrolle wahrnehmen. Seine jüngste Tochter ist jetzt vierzehn Jahre alt und hält den Vater auf Trapp.

Wir fragen Gerhard Moses Heß nach seinen aktuellen Plänen und Ideen: „Ich will ein Stück über Käthe Kollwitz schreiben, die auch oft in Lichtenrade war!“ Wir sind gespannt, womit Gerhard Heß die Lichtenrader noch in Zukunft verwöhnen wird und wünschen ihm viel Kraft und Gesundheit!

Thomas Moser –BerLi-Press-(auch alle Fotos)

http://www.spielart-berlin.de

http://www.spielart-berlin.de/2010/02/08/kindertheater-tutmirgut-marinella-superstar

http://www.efeu-ev.de/index.html

http://www.lichtenraderhof.de

Bericht im Lichtenrader Magazin 02/2012

KINDERTHEATER TUTMIRGUT zum Brunch im Lichtenrader Hof

sonntags, 12 Uhr

Eintritt 4,-/3,- €, für Brunch-Gäste Eintritt frei (Bitte vorbestellen unter: Tel. 7610 59 30):

19. Februar:  „Mummenschanz und Geistertanz“
Faschingsfest im Pferdestall - Kostüme können mitgebracht oder mit uns gebastelt werden

25. März: „Osterhäschen Flummi und der Kettenhund Bello“
Vorösterliches Mitspieltheater 

Der kleine Hase Flummi überlistet den Kettenhund Bello, der vor dem Hühnerstall Wache hält: Er tanzt und schlägt Purzelbäume, bis Bello, der nie frei herumtollen darf, zu träumen beginnt.

Als aber der Bauer sieht, dass alle Eier stibitzt sind, soll Bello den Dieb fangen. Doch Flummi entkommt, weil sein vom Malen bekleckertes Fell auf der Wiese unsichtbar ist!

Der Bauer aber prügelt wütend auf Bello ein, bis der sich losreißt...

Ein aufregendes Oster-Abenteuer, bei dem die Kinder in die Rollen von Hase, Hund und Bauer schlüpfen, ihre Sinne  schärfen und Geschicklichkeit üben können.

Familien- und Nachbarschaftzentrum Fincleystr.10:
Sonntag, 26. Februar, 11 Uhr: Der KlappPappWald

Eine außergewöhnliche Umweltgeschichte, bei der Rat und
Mithilfe der Kinder mit Farbe und Schere gefragt sind.

Alter St.-Matthäus-Kirchhof: Großgörschenstr.12-14 (U Yorckstraße, S Yorckstraße/Großgörschenstraße):

Samstag, 11. Februar 2012
Strousberg, der europäische Eisenbahnkönig

Glanz und jähes Ende einer Gründerzeitkarriere –

Führung zum Mausoleum und Lesung im Friedhofscafé

Das verfallene Mausoleum des Bethel Henry Strousberg  auf unserem Matthäus-Kirchhof konnte jetzt mit Mitteln der Stiftung Denkmalschutz restauriert werden. Strittig aber ist noch immer die Frage, ob er ein rücksichtsloser Spekulant war, der die Gelder seiner Obligationszeichner verjubelte, oder aber ein Unternehmer von europäischem Rang, dessen Leistungen für Europa, Deutschland und speziell Berlin gar nicht zu überschätzen sind.

Sonnabend, 25. Februar, 14 Uhr:
Zum Geburtstag von Wilhelm Grimm
Poetische Friedhofsführung mit dem Märchenerzähler Gerhard Moses Heß

Wilhelm Grimm war der jüngere der Brüder Grimm, die beide auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof begraben sind. Wilhelm hatte einen besonderen Anteil an der Sammlung der berühmten „Kinder- und Hausmärchen“, deren 200. Jubiläum wir in diesem Jahr feiern  wollen - nicht als Heiligen Kanon, sondern als Inspiration und Anstoß für immer neue Märchen und Geschichten.

 

Die Lichtenrader LortzingClub-Oase – „Kids, Eltern und Betreuer ziehen an einem Strang!“

Berlin-Lichtenrade, Januar 2012 „Im LortzingCub ist immer etwas los!“ So oder so ähnlich urteilen Kinder und Jugendliche über den Freizeitclub für Menschen von 6 bis 16 Jahren! Die alt eingesessene Lichtenrader Jugendeinrichtung ist jedoch keineswegs in die Jahre gekommen!
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Obwohl die Einrichtung schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern als Jugendclub eröffnet wurde, ist auch heute hier noch viel los.

Der LortzingClub eine alte Einrichtung, die inhaltlich keineswegs in die Jahre gekommen ist!

Der ehemalige Lichtenrader Erhard Scheffler, der heute im Schwarzwald lebt, erzählt begeistert von seinen Erlebnissen kurz nach der Eröffnung des Clubs im Jahr 1948: „Im 1. Obergeschoss wurde ein Werk- und Materialraum eingerichtet. Durch die Berlin-Blockade hat sich das Arbeitsthema Flugzeugmodelle von den ´Rosinenbombern´ herzustellen angeboten.“ Solche und ähnliche Erlebnisse erzählen viele ältere Lichtenrader, die alle ihren Club in der LortzingClub liebten.
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Der beliebte und mittlerweile verstorbene Fernsehkorrespondent Lothar Loewe gehörte auch zu den Jugendlichen, die die Einrichtung besuchten und über das Gelände tobten. 1953 wurde das Haus vom Bezirk Tempelhof übernommen. Besonders bekannt und geschätzt war die Kindereinrichtung am Waldesrand durch sein kleines Schwimmbad.

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Der damalige Bezirksstadtrat Dümchen gibt der Berliner Morgenpost 1953 ein Interview: „Das wertvollste ´Stück´ ist jedoch ein 8 mal 15 Meter großes Schwimmbecken. Er bietet der Lichtenrader Jugend die einzige Möglichkeit, in ihrem Ortsteil zu schwimmen.“ Das Schwimmbad musste wegen erheblicher Baumängel dann 1991 geschlossen werden. 100.000 DM sollte eine Sanierung kosten. Ein sehr großer Betrag, der auch schon damals nicht vorhanden war.

Das Haus gehört noch heute dem Jugendamt des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg und wird in Kooperation vom Träger AHB-Berlin Süd betrieben. Der anerkannte Träger der freien Jugendhilfe hat auch das Nachbarschafts- und Familienzentrum in der Finchleystraße in seiner Verantwortung.

Auch heute plagt sich diese Jugendeinrichtung mit Geldnöten. Wenn man näher an das Haus herankommt sieht man ganz deutlich, dass hier viel zur Erhaltung der Grundsubstanz getan werden müsste.

Was ist heute alles los im LortzingClub?
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Maike Hoffmann und Oliver Schmidt beim Netzwerktreffen im Lichtenrader Hof
Einer der Hauptmotoren vom heutigen LortzingClub ist der rührige Einrichtungsleiter Oliver Schmidt, der zusammen mit Maike Hoffmann die Angebote lebendig werden lässt. Auf der Website heißt es einladend: „Der LortzingClub bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu einer sinnvollen und spannenden Freizeitgestaltung.“ Dahinter verbirgt sich eine ganze Menge an Aktivitäten. Im Außenbereich gibt es einen Fußballplatz, eine Feuerstelle, eine superschnelle Seilbahn und noch andere Outdoor-Vergnügungen. Im Sommer gibt es jetzt wieder einen etwas kleineren Pool zum Erfrischen, eine Sommerterrasse und eine extragroße Hängematte. Wie im Urlaub! Aber hier wird nicht nur „gechillt“ und „abgehangen“! In verschiedenen Gruppenaktivitäten geht es richtig zur Sache. Im Töpferkurs oder in der Theatergruppe wird kreativ gearbeitet. Für die Zeit nach der Schule werden ein warmes Mittagessen und eine Hausaufgabenbetreuung angeboten.
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Besondere Highlights sind die Ferienangebote vom LortzingClub. So wurde im letzten Sommer das Märchen Rotkäppchen als moderne Version eingeübt und begeistert den Eltern in einer Open-Air-Aufführung präsentiert. Andere Projekte waren „Romeo und Julia“ oder auch „Rumpelstilzchen“. Die Einrichtung wird hervorragend gut von jungen Lichtenradern angenommen. Für die vielfältigen Projekte muss man sich rechtzeitig anmelden.

Das liebe Geld und der neue Förderverein „Rückendeckung“

Es fehlt an allen Ecken und Enden Geld, selbst wenn Sponsoren wie der „Weißgerber Lesezirkel“ aus Lichtenrade und das Kinderhilfswerk den LortzingClub schon unterstützt haben. Nun wurde im September 2011 ein Förderverein gegründet, der Projekte ideell und finanziell unterstützen soll. Auch sollen ergänzende Projekte eigenverantwortlich initiiert und durchgeführt werden. Der Verein heißt „Rückendeckung-Berlin“ und will den LortzingClub und das bezirkliche Kinder-und Jugendparlament unterstützen. Einrichtungsleiter Oliver Schmidt hat als zusätzliche bezirkliche Aufgabe die Koordination für das Büro des Kinder- und Jugendparlamentes übernommen, wo der junge Nachwuchs lernt, sich in der Politik zurechtzufinden.

Der Verein ist stolz darauf, dass der ehemalige Kita-Raum während der Schließzeit in den Weihnachtsferien in Eigeninitiative renoviert und mit neuen Möbeln versehen wurde. Nun wird der Raum als Kreativraum genutzt. Die Erdgeschossräume sollen auf Initiative eines Vereinsmitglieds noch im Jahr 2012 renoviert werden. „Dafür suchen wir zur Verstärkung im Rahmen eines Wochenendeinsatzes freiwillige „Malergehilfen“, heißt es von der Einrichtungsleitung.

LortzingClub-Leiter Oliver Schmidt freut sich darüber, dass alle Ferienangebote für den Sommer ausgebucht sind: „Wir können nun mit Sicherheit sagen, dass unsere zwei Projekte, die wir mit der AHB-Berlin Süd gGmbH und dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg gemeinsam veranstalten, stattfinden werden.“ Das Osterferien- und das Pfingstprojekt muss aber dieses Jahr ausfallen. Oliver Schmidt dazu: „Uns bricht auch das Herz! Aber es gibt keine Finanzierungszusagen und in der jungen Vereinsgeschichte ist eine Bereitstellung der Kosten noch zu riskant!“

Förderverein „Rückendeckung“ lädt zur Jahreshauptversammlung:

Jeder kann gerne zur ersten großen Jahreshauptversammlung des Fördervereins in die Einrichtung kommen und mal Mäuschen spielen; dafür muss man nicht Vereinsmitglied sein. Der Verein freut sich jedoch über neue Mitglieder und über jede finanzielle Unterstützung. Spendenquittungen stellt der eingetragene Verein gerne aus! Die Versammlung findet am Dienstag, dem 21. Februar 2012 um 18 Uhr im LortzingClub, Lortzingstraße 16, 12307 Berlin statt. ToM(aktuelle Fotos BerLi-Press/historische Fotos wurden von Volker Wallbaum zur Verfügung gestellt)

Weiterführende Informationen:

LortzingClub: http://www.lortzing-club.de

Historisches (auch Fotos) von der Einrichtung auf der Lichtenrade-Website www.lichtenrade-berlin.de unter Historisches/Historische Orte/Jugendclub Lortzingstraße

Förderverein Rückendeckung: http://www.rückendeckung-berlin.de

Kinder- und Jugendparlament: http://www.kjp-ts.de

Lichtenrader Magazin 2/2012: Berichterstattung (teilweise)

 

Rodung nördlich der Lichtenrader Mälzerei

Wer weiß etwas genaueres? Wird hier schon etwas für ein Einkaufszentrum vorbereitet?
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Foto:BerLi-Press
An dieser Stelle, nördlich der Mälzerei, war ein kleines dichtes "Wäldchen", dass nun plötzlich nicht mehr da ist...oder sieht es schon länger so aus und ich war nur blind? ToM

 
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