100 Jahre Lichtenrader Männerchor

Berlin-Lichtenrade, 22. Oktober 2011 Der „Lichtenrader Männerchor 1911 e.V." feiert sein 100jähriges Bestehen und hat zum Jubiläumskonzert in das Lichtenrader Gemeinschaftshaus eingeladen.
Als prominentester Ehrengast konnte der Regierende Bürgermeister und ehemalige Lichtenrader Klaus Wowereit (SPD) begrüßt werden. Er ließ es sich nicht nehmen beim gesamten fast dreistündigen Konzert dabei zu bleiben. Sicherlich keine Selbstverständlichkeit!

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Der Regierende amüsierte sich sichtlich und das Bein wippte bei einigen Weisen mit. Aus der Bezirkspolitik kam die Stadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement, Angelika Schöttler (SPD), die in den nächsten Tagen hofft als Bezirksbürgermeisterin von der Zählgemeinschaft mit den Grünen gewählt zu werden. Auch der scheidende Bildungs- und Kulturstadtrat Dieter Hapel (CDU) gab sich die Ehre.
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Der Männerchor hatte als Opener „Wir sind die alten Säcke“ einstudiert, was wohl etwas mit dem Durchschnittsalter zu tun hat. So bringt der Chor stolze 1.100 Jahre auf die Bühne. Die Sangesfreude der fröhlichen Männer sprang auf die Zuschauer über. Man sah immer wieder, wie viele Besucher die Lieder mitsangen. Die Sänger vom Männerchor bekannten ihre Vorliebe für Krimis und präsentierten „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ und den „Kriminaltango.“ Sie wagten sich an die „Völlerei“ aus den „Die 7 Todsünden“ von Kurt Weil und Bert Brecht ran und zeigten, dass sie es mit Hilfe des temperamentvollen Chorleiters Hans Joachim Straub zu Höchstleistungen bringen.
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Der erste Präsident, Dieter Rau, gab mit Gitarre zwei Soli zum Besten und verzauberte mit „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und mit einem Lied des niederländischen Liedermachers Hermann von Veen.
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Das Jubiläumskonzert wurde vom gemischten „Lichtenrader Chor“, unter Leitung von Andreas Harmjanz, bereichert.
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Der gemischte Chor, in dem auch Mitglieder des Männerchores mitsingen, begeisterte mit Liedern aus „My Fair Lady.“
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Der „Frauenchor Mahlow“ hat in diesem Jahr auch 30jähriges Bestehen gefeiert. Er beeindruckte durch seine beachtliche Qualität und sang Volksweisen und „Die Glocken von Isola Bella“ mit einem Solo von Bianca Schäche. Die Gastchöre brachten dem „Lichtenrader Männerchor“ ganz individuelle Jubiläumsgeschenke mit.
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Beim Mahlower Frauenchor ist auch Hans Joachim Straub Chorleiter, der schon selbst auf mehreren Opernbühnen gesungen hat. Einige Kostproben gab er an diesem Abend zum Besten: Eine Stimme die eine wohlige Gänsehaut hinterlässt!
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Im zweiten Teil sang der „Lichtenrader Männerchor“ zum Beispiel den „Chor der Priester“ aus der „Zauberflöte“ und den „Abendfrieden“ von Franz Schubert.
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Als krönenden Abschluss sangen alle Chöre „Jerusalem“, von F.E. Weatherley und Stephen Adams, mit einem Solo von Frederik van der Kooi. Standing Ovations, auch von den Ehrengästen, waren allen Mitwirkenden sicher.
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Wer jetzt keine Lust bekommen haben soll in einem der Chöre mitzusingen, dem ist auch nicht mehr zu helfen! Der „Lichtenrader Männerchor“ freut sich jedenfalls auf neue Mitsänger!
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Es war ein festlicher unterhaltsamer Abend, der die gute künstlerische Qualität der Chöre deutlich machte. Das Wichtigste ist aber für die Chormitglieder, dass ihnen singen Spaß macht und sie sich in der Gemeinschaft geborgen fühlen. So schmeckt nach dem Konzert das Bierchen besonders gut.
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Herzlichen Glückwunsch zum 100jährigen Bestehen und Chapeau für die künstlerische Leistung!

Thomas Moser (auch Fotos) –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Nächstes Konzert: 13. November 2011 um 18 Uhr in der Salvator-Kirche.

Unter dem Motto „Musik in der Salvatorkirche“ tritt der „Lichtenrader Männerchor 1911 e.V.“ und der „Kammerchor Klassik´s.Te“ der Leo Kestenberg Musikschule unter Leitung von Hans-Joachim Straub auf.

Am Piano: Marc Timmermann und an der Orgel: Andreas Harmjanz
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Aus der Chronik vom „Lichtenrader Männerchor 1911 e.V.“
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Am 1. Oktober 1911 gründen zehn Lichtenrader Sänger das „Lichtenrader Männerquartett“.
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Die kleine Gesangsgruppe hatte großen Zulauf und schon zum 15-jährigen Bestehen zählte der Verein 25 Sänger.
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Ein sehr sorgfältig geführtes Vereinsbuch berichtet durch alle Jahrzehnte bis heute über rege musikalische Aktivitäten vor Ort und außerhalb Berlins.
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Die musikalische Leitung hatte zu Beginn der 20er Jahre der junge sehr beliebte Chorleiter Theodor Körner, der auch den Lichtenrader Frauenchor leitete, bis er 1927 in die USA ging.

Zum 15-jährigen Bestehen zählte der Chor 25 aktive Mitglieder, die in Berlin und auch im Umland musikalisch sehr rege waren.

Nachdem die Zahl der Sänger weiter gestiegen war, gab sich der Verein in der Mitgliederversammlung im November 1932 den Namen „Lichtenrader Männerchor 1911 e.V.“

In den 30er Jahren besuchten durch Probleme nur noch etwa zehn Sänger die Proben und der damalige Chorleiter Protze legte den Männerchor mit dem Frauenchor zusammen. Eine sehr hartnäckige Initiative der NSDAP, die Vereine „Lichtenrader Männerchor“ mit „Sängerlust 1880“ zusammenzulegen, wurde abgelehnt. Der Krieg beendete schließlich diese Querelen.

Nach dem 2. Weltkrieg begann der Chor 1946 unter schwierigsten Bedingungen mit neun Sängern wieder zu singen. Dank guter Werbeaktionen und fachmännischer Chorarbeit des Lichtenrader Musiklehrers Reinhold Sperling (Chorübernahme 1949) begann für den Chor eine neue Blütezeit. Man warb u. a. im „Pohlezettel“ und verteilte Werbeblätter auf der Bahnhofstraße und vor den Kirchen. Man sang am Dorfteich und beim Einfahren der Züge, um für sein Anliegen zu werben. Der Chor wuchs auf 33 Sänger. Sperling kam vom Männerchor „Sängerlust 1880“. Aus diesem Chor sind viele im Krieg gefallen. Das Vereinsgut ging in einer Bombennacht verloren. Einige Sänger dieses Chores folgten Sperling.

Reinhold Sperling leitete auch das Orchester vom „Lichtenrader Männerchor“, den „Mahlower Männerchor 1912“ und gründete 1951 den „Mahlower Frauenchor“.
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Diese 10-jährige reichhaltige Musikszene erhielt einen plötzlichen Riss durch den Bau der Berliner Mauer 1961. Als außerdem Mitte der 60er Jahre Sperling wegen Erkrankung seine musikalische Tätigkeit beendete, konnte der Männerchor lediglich auf Basis von Chorvereinigungen mit den Tempelhofer und Steglitzer Bäckern weiter arbeiten.
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1982 hatte der Vorsitzende Willi Steup den Mut, mit sieben Sängern und dem Chorleiter Bruno Fath einen Neuanfang zu machen. Bruno Fath gelang es, innerhalb von drei Jahren den Chor so aufzubauen, dass es wieder zu eigenen Konzerten kam, meistens zusammen mit dem Lichtenrader (gemischten) Chor.

Ab Herbst 1985 leitete und formte Bernhard Jahn den Chor. Sein Ziel war, alte Literatur zu überarbeiten und neues Liedgut aufzunehmen. Ein weiteres Anliegen war, alte Chorfreundschaften wieder zu beleben und dazu neue Kontakte im In- und Ausland zu knüpfen. So gab es in der Folgezeit mehrere Chorreisen mit Gegenbesuchen, u. a. war der Lichtenrader Männerchor zu Gast im schwedischen Värmland beim Männerchor „Karlskoga Sangargille“, beim Mittsommerfest im Hembygdsgard in Karlskoga oder beim Bergedorfer Männerchor. Weitere Reisen führten nach Polen, Frankreich, Schweden und Tschechien. Mit Bernhard Jahn hatte der Chor mehrere Bühnenauftritte.
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Zum internationalen Sportfest „Gymnastrada“ im ICC führte der Chor „musikalische Bilder“ aus mehreren Jahrhunderten vor.
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Im Musical „Die blauen Schwestern oder Rixdorf im Jahre 2000“ trat der Lichtenrader Männerchor in der Neuköllner Oper auf. Auch trat der Chor bei einem Benefizkonzert der AIDS-Hilfe in der Deutschen Oper auf.

1990 wurde zur Freude der Tempelhofer Bürger das neue Gemeinschaftshaus Lichtenrade eingeweiht. Der Männerchor sang bei der Einweihung. Der „Lichtenrader Chor“ gab im September 1990 dort sein erstes Konzert zusammen mit den „Lichtenrader Finken“ und dem Lichtenrader Männerchor.

Fast gleichzeitig geschah das große Ereignis im November 1989: Zwischen Lichtenrade und Mahlow wurde die Grenze eröffnet und sofort waren die alten Kontakte mit den benachbarten Chören wieder hergestellt. Es gab viele Auftritte in den Gemeinden der Mark Brandenburg. Vor allem aber lebte alljährlich zu Pfingsten die traditionelle „Sängermorgensprache“ wieder auf.

Das Gemeinschaftshaus Lichtenrade ist ein beliebtes und ständiges Heim der ortsansässigen Vereine geworden. Einige der Männer singen auch im gemischten Lichtenrader Chor und seit 22 Jahren geben die Sängerinnen und Sänger gemeinsame Konzerte, die das Publikum stets begeistern.

Fast 20 Jahre sangen die Lichtenrader Chöre unter der Leitung von Bernhard Jahn, bis der nach Frankreich in die Provence übersiedelte.
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Schnell fand der Männerchor einen jungen, sehr schwungvollen Chorleiter, Stefan Bohle, der die durch Jahn sehr geprägte Arbeit gut weiterführte.

Im Jahre 2008 übernahm dann Hans-Joachim Straub den Lichtenrader Männerchor. Chorleiter Straub, der selbst auf mehreren Opernbühnen gesungen hat, konnte seine Spielfreude schnell auf die Sänger übertragen. In den Chorproben und auch vom Publikum wird es als sehr temperamentvoll und belebend empfunden. In den Chorproben herrscht immer eine sehr gute Stimmung, das Liedgut reicht von Klassik und Romantik bis hin zur leichten Muse, Liedern der „Comedian Harmonist“ und Evergreens aus der Schlagerwelt.

Am 1. Oktober 2011 ist der Lichtenrader Männerchor 100 Jahre alt geworden. Die Sänger fühlen sich im geselligen Kreis jünger. Sie freuen sich über jeden, der zum mitsingen zu ihnen kommt. Zurzeit sind 16 Sänger beim „Lichtenrader Männerchor“ (Stand Oktober 2011).

Übungsabend: Donnerstag, 19.30 Uhr im Musiksaal der Käthe-Kollwitz-Schule, Mellener Straße 38-42, 12307 Berlin.

Kontaktadressen: Website: http://www.lmc1911.de

1.       1. Vorsitzender: Dieter Rau, Kleinweg 63, 12101 Berlin (Telefon: 789 135 48)

2.       2. Vorsitzender: Otto Bahr, Rangsdorfer Str. 37, 12307 Berlin (Telefon: 764 032 63)

     Alle Aufnahmen in der Chronik wurden vom LMC 1911 zur Verfügung gestellt. DANKE

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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