Lichtenrade: Kunst-Ausstellung im Grünen

Berlin-Lichtenrade, 4. September 2011 Kunst in Lichtenrade! Das ist schon etwas Besonderes! Die Lichtenrader kennen das „Lichtenrader Kunstfenster“ in der Bahnhofstraße, aber Kunst in einer kleinen Wohnstraße ist so noch nie dagewesen. Drei Künstler, alle wohnhaft im Rotenkruger Weg, haben sich zusammengetan und eine Kunstaktion auf die Beine gestellt: Sylvia Zeeck, Rudolf Kraus und Thomas Seemann.
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Thomas Seemann, Sylvia Zeeck und Rudolf Kraus (v.lks.n.re.)
„Wir kennen uns schon eine kleine Ewigkeit,“ sagt die Collagenkünstlerin Sylvia Zeeck. Malerei kombiniert mit Alltagsdingen, das ist ihre Passion. Entstanden sind daraus wunderbare Gesamtkunstwerke. Der Garten und die Veranda ihres Hauses stellten den Mittelpunkt der „Bilderkunst im Grünen“ dar. Zusammen mit dem Malerkollegen Rudolf Kraus und dem Photokünstler Thomas Seemann haben sie den Kunstpfad errichtet, der sich über viele Grundstücke erstreckt.
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Von der Goethestraße bis hin zum ehemaligen Güteraußenring (heute eine Kleingartenanlage) haben alle Grundstückbesitzer den Künstlern Raum in ihren Gärten für die Werke zur Verfügung gestellt. Der Rotenkruger Weg ist an diesem schönen Spätsommer richtig belebt.
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Heute war ein wenig das Problem, das der Wind die Bilder nicht umbläst. Wo sonst in Nord-Lichtenrade „tote Hose“ ist, waren überall begeisterte Gesichter zu sehen. Sie flanierten die Sackgasse entlang. Die vielen Besucher bewunderten die Fotos, Gemälde und Kollagen und fotografierten auch fleißig. So waren die Kunstwerke auch passend zu den Grundstücken und Häuser positioniert worden.
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Einige Bewohner nördlich der Goethestraße „beschwerten“ sich, dass sie nicht in die Kunstaktion einbezogen worden sind. Aber das ist nur ein Ansporn für die Künstler, die begeistert über den neuen Nachbarschaftszusammenhalt sind. Circa 120 Kunstwerke wurden präsentiert.
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Eine Nachbarin ist bezaubert von den bei ihr ausgestellten Stillleben. Sie hat schon ein Bild gekauft und würde gerne noch mehr Bilder erwerben: „…wenn ich doch mehr Platz im Haus hätte!“ Die Künstler betonen aber, dass es hier nicht hauptsächlich um den Verkauf geht. Viele Werke sind auch nur Leihgaben für diese außergewöhnliche Aktion.
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Interessanterweise hatten die Drei zeitgleich die Idee, die Kunst einmal in Gärten zu präsentieren. In nachbarschaftlichen Gesprächen tauschten sie sich darüber aus und beschlossen diese Aktion gemeinsam auf die Beine zu stellen. „So kam die ganze Sache ins rollen und wir gründeten eine Künstlergemeinschaft mit dem Namen ´Lichtpunkt49´“ erzählt Sylvia Zeeck begeistert. Die „49“ steht für die alte Postleitzahl von Lichtenrade. Die etwas älteren Lichtenrader erinnern sich noch gerne an diese einheitliche Postleitzahl für ganz Lichtenrade.
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Die Künstler malten ein großes Plakat und warben in der Nachbarschaft um Unterstützung für die Ausstellung. Von der Nachbarschaft wurde die Aktion begeistert aufgenommen. Viele wünschten sich schon länger einmal, mit den Nachbarn mehr in Kontakt zu treten. Die Künstler schwärmen: „Es ist wirklich schön zu beobachten, wie sich die Menschen durch diese geplante Veranstaltung einander näher kommen.“ Da die Künstler Grundstücke in einer Sackgasse bewohnen, ist eine richtig gute Voraussetzung für die Schaffung eines "Kunstpfades" zwischen Goethestraße und Fontanestraße vorhanden. Eingeladen wurden alle kunstinteressierten Menschen, nicht nur aus der unmittelbaren Nachbarschaft, sondern aus ganz Lichtenrade und Berlin.
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Der drahtige „Senior“ der Gruppe, Rudolf Kraus, ist Koch und Betriebswirt. Seine Liebe zur Kunst hat er schon mit 5 Jahren entdeckt, wo er einen Elefanten aus Ton modelliert hatte. Später hat er sich mit Reproduktionen von Rubens und Rembrandt beschäftigt, dann war es die impressionistische Malerei: „Mit dem Erstellen 100facher Reproduktionen konnte ich meinen eigenen Stil erarbeiten.“ Das war bei den vielen Bildern zu bewundern. So ist bei dem Smily-Bild von Rudolf Kraus „Einer ist traurig“ auch der Schalk im Nacken des Künstlers zu erahnen.
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Der Buchhalter Thomas Seemann hat das Interesse an Fotografie wohl von seinem Vater ererbt. Der Vater war ein leidenschaftlicher Sammler alter Kameras. Thomas Seemann setzt das Ganze nun in Photokunst um, die oft auch wie gemalt aussieht: „Meine Aufmerksamkeit widme ich den frühen Morgenstunden und den späten Abendstunden.“ Der Ur-Lichtenrader Seemann erzählt weiter: „Es ist das Spiel mit den Licht- und Farbkontrasten, was mich in den Bann zieht.“ Besonders liebt der Fotomeister die „martime“ Fotokunst, Architektur und Kinderwelten. Seit 2004 ist Thomas Seemann freischaffender Fotograf. So ließ er sich es auch nicht nehmen, bei der Kunstaktion viele Bilder für sein Archiv zu schießen.
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Die Diplom-Designerin Sylvia Zeeck geht in ihrer Kunst voll und ganz auf: „Kunst ist für mich wie ein Spiel. Überall lassen sich ausdrucksvolle Objekte entdecken.“ Diese Objekte zu verfremden und in eine Gesamtkomposition einzubinden, ist der besondere Reiz für sie: „Meine Collagen entstehen spielerisch, fließend, manchmal auch spontan und unerwartet.“ Seit 2008 arbeitet Sylvia Zeeck in Lichtenrade.
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Das Künstler-Trio will diese Aktion jährlich wiederkehrend inszenieren: „Dann könnten vielleicht noch andere Künstler dazukommen.“ Sie überlegen auch, ob sie eine Ausstellung unter ein spezielles Motto stellen. Die Kunstausstellung im Grünen war so gut besucht, dass den Künstlern gar nichts anderes übrigbleibt, als im nächsten Jahr weiterzumachen. Die Besucher waren begeistert und bekamen hervorragende Kunst geboten. Die Kunstausstellung kam unspektakulär daher und entwickelte sich zu einem spektakulären Lichtenrader Event. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausstellung! Eine einmalige Aktion, die hoffentlich nicht einmalig bleibt!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

Die Ankündigung zur Kunstausstellung im „Lichtenrader Magazin“: http://www.berli-press.de/Artikel/lira_ma_09_lichtpunkt.pdf

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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