Wahlauftakt 2011

Am 18. September 2011 wird in Berlin gewählt. In den Bezirken geht es um die Besetzung der Bezirksverordnetenversammlungen und darum, wer Bezirkbürgermeister/in wird. Für das Abgeordnetenhaus Berlin gibt es Direktkandidaten in den Wahlkreisen. Lichtenrade ist dabei aufgeteilt. Die Direktkandidaten für Marienfelde (Wahlkreis 7) decken auch Lichtenrade Nord ab. Für das restliche Lichtenrade stellen sich Kandidaten für den Wahlkreis 8. Wir werden wieder den Kandidaten Fragen mit Lichtenradebezug übermitteln. Die Fragen und die Antworten werden wir dann in der Internetzeitung veröffentlichen. Jetzt wurden jedoch erstmal die Straßenlaternen mit Plakaten gepflastert. ToM

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Plakate in der Wünsdorfer Straße in Lichtenrade (Foto: BerLi-Press)

 

Stolpersteine werden poliert!

„Sind Ihnen in Lichtenrade schon die kleinen gravierten Messingplatten aufgefallen?“, fragt Andrea Kühnemann. Sie ist SPD-Direktkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl des Wahlkreises in Lichtenrade. Es ist ein Projekt, das die Erinnerung an Vertreibung und Vernichtung der Juden und anderer Verfolgter des Nazi- Regimes lebendig hält.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS- Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort „Direkt vor der Haustür“ Gedenktafeln aus Messing in den Bürger­steig einlässt. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen Ist“.

Mit den Stolpersteinen wird die Erinnerung an die Menschen lebendig gehalten, die einst dort wohnten. An 13 Adressen kann mit Hilfe der Stolpersteine insgesamt 33 Lichtenraderinnen und Lichtenradern gedacht werden, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Der Anteil der Juden an der Bevölkerung in Lichtenrade war gering, dennoch waren die meisten der Menschen derer auf diese Art gedacht wird Juden.

Damit die Stolpersteine nicht übersehen werden, müssen sie glänzen. Die SPD-Kandidatin für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus des Wahlkreises 6 Manuela Harling und die stellvertretende Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung Ingrid Kühnemann beteiligten sich ebenfalls an der Reinigung der Steine.

Andrea Kühnemann: „Mein besonderer Dank gilt der Geschichtswerkstatt Lichtenrade, die maßgeblich an der Initiierung dieses Projektes beteiligt war und uns aktiv bei der Reinigung unterstützte.“
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Manuela Harling (Kanditatin für das Abgeordnetenhaus Wahlkreis Mariendorf Süd/Marienfelde Nord) und Andrea Kühnemann (Kandidatin für das Abgeordnetenhaus Wahlkreis Lichtenrade)

Quelle: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof Schöneberg (auch Foto)

http://www.stolpersteine.com

Wo sind die Stolpersteine?

http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/derbezirk/wissenswertes/stolperstein.html

Bericht in der Internetzeitung:

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2007/03/22/8za0ykxwy3w.htm

 

 

Die neue Mauer in Lichtenrade: Schallschutz an der B 96

Berlin-Lichtenrade, 24. Juli 2011 Es deutete sich schon seit einiger Zeit an. Bei den Baumaßnahmen zum vierspurigen Ausbau der B 96 (Kirchhainer Damm - Goltzstraße bis zur Landesgrenze) sind schon seit einigen Wochen ca. 6 Meter hohe Metallpfosten zu bestaunen. Nun kann man es sehen. Die Stahlträger wurden zur Schallschutzmauer, die sich direkt an der Ecke Kirchhainer Damm/Horstwalder Straße vor dem Marie-Juchacz-Seniorenwohnhaus befindet. Das dies ein effektiver Schallschutz sein wird, kann nicht bestritten werden. Wie jedoch solch eine Mauer wirkt, besonders wenn man direkt dahinter lebt, ist eine ganz andere Sache. An einer anderen Stelle kann man weitere Schallschutzwände noch nicht entdecken. Ob noch weitere Wände an der B 96 geplant sind, ist nicht bekannt. Jeder kann sich aber schon mal einen Eindruck machen, wie nach den Vorstellungen der Bahn beim ebenerdigen Ausbau der Dresdener Bahn die Schallschutzmaßnahmen aussehen sollen. ToM
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Fotos:Thomas Moser -BerLi-Press

 

Flugrouten und Flughafen-Diskussionen in Lichtenrade gehen weiter!

Berlin-Lichtenrade, 22. Juli 2011 An dieser Stelle drucke ich einen Leserbrief ab, der sich erbost über eine Äußerung von mir zum Thema Flugrouten in der Berliner Woche beschäftigt (Link zum Artikel der Berliner Woche: http://www.lichtenrade-berlin.de/presse/Berliner_Woche_Juli2011.jpg ). Vorne weg eine Bemerkung. Die Berliner Woche hat zu diesem Thema nicht mir gesprochen, sondern einen Artikel in der Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de verkürzt, aber im Kern durchaus richtig, wiedergegeben. Der Artikel in der Internetzeitung war aber wesentlich ausführlicher und differenzierter.

Obwohl ich die Art und Weise der Meinungsäußerung des Leserbriefes deutlich unter dem sonst üblichen Niveau in der Internetzeitung einstufe, möchte ich den Lesern die Mail zur Kenntnis geben. Sonstige Äußerungen dazu möchte ich mir an dieser Stelle verkneifen, da ich diese Art des Umgang ablehne!

Ich sehe aber durchaus (und nicht erst seit dem Leserbrief), dass die Flugroutendiskussion, oder wie sie jeder auch nennen mag, noch nicht abgeschlossen ist und Lichtenrade noch nicht endgültig aufatmen kann. Dafür gibt es noch keine endgültigen Entscheidungen (siehe auch Berichte in Tageszeitungen zu Hinweisen des Bundesumweltministeriums). Andererseits sehe ich nach wie vor die neueste Empfehlung der Deutschen Flugsicherung als Meilenstein an. Dies ist maßgeblich auf die Proteste der Lichtenrader Bürger zurückzuführen und auf die Arbeit der Bürgerinitiative. Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord e.V.“ hat sich auch entsprechend geäußert (http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de). Der Bericht in der Internetzeitung von Lichtenrade (Direktlink: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/07/05/lichtenrade-kann-aufatmen---flugrouten-geradeaus--empfiehlt-die-flugsicherung.htm ) bezog sich auf diese aktuelle Entwicklung!

Ich denke, dass sich Lichtenrader Bürger an dieser Stelle nicht zerfleischen sollten. Es gibt sicher unterschiedliche Auffassungen. Die einen wollten ganz bewusst nur eine Flugroutendiskussion (obwohl sie den Standort Schönefeld auch für mehr als unglücklich einschätzen), die anderen wollen den BBI bzw. jetzt BER in Schönefeld verhindern. Jeder mag da seine Meinung haben.

Blauäugig darf man nicht die weitere Entwicklung rund um Schönefeld betrachten, dafür sind auch weitere Themen, wie zum Beispiel das Nachtflugverbot, noch längst nicht ausgestanden. Als Internetzeitung fühle ich mich an erster Stelle für eine faire und sachliche Information verantwortlich. Darum bemühe ich mich stets.

Über das Niveau des Leserbriefes und selbstverständlich auch der Berichterstattung in der Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de mag jeder Leser selbst urteilen.

Thomas Moser

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Demonstration in Schönefeld am 7. Mai 2011 (Foto:ThomasMoser)

Der Leserbrief von Herrn Gerhardt:

Guten Tag Herr Moser,

einigermassen verwundert lese ich in der Wochenzeitung ( Artikel: Kann Lichtenrade aufatmen?), dass Sie "jubeln"  und die neuen "Flugrouten" ( richtiger wäre im Übrigen Flugkorridore, da sie mehrere Kilometer breit sind ) begrüßen.

Mit Verlaub, das ist Volksverdummung auf niedrigem Niveau. 

Ich wundere mich schon sehr, dass jemand der eigentlich informiert sein müsste was es mit den An- und Abflugverfahren auf sich hat derartig blauäugige Bemerkungen gegenüber der Presse rauslässt. Nichts, aber auch wirklich gar nichts ist entschieden und eine Entlastung ist so fern wie die Erde von der Sonne.

Lassen Sie mich klarstellen:

1. Die endgültigen Routen werden erst im Januar 2012 vorgestellt. Bis dahin ist der Berliner Wahlkampf vorbei, denn man hofft ja das Thema aus dem Wahlkampf im Berliner Süden heraushalten zu können. 

2. Selbst wenn die Routen so ausfallen wie z.Z. beschrieben wird Lichtenrade keinesfalls verschont, denn es wird ausgeblendet, dass die Flieger ab 1500 m Höhe eine Freigabe bekommen und dann abkurven können wie sie wollen. Wie das aussieht haben wir auf unserer Seite www.gegen-fluglärm.de ( mit ä ist richtig ) schon mal gezeigt. ( Im Downloadbereich sind die Karten der Überflüge zu sehen ). Demnach wird Lichtenrade massiv überflogen, denn moderne Flieger erreichen diese 1500 m bereits kurz hinter Blankenfelde, andere in Höhe von Ludwigsfelde. Auch die nicht seltenen Schlechwetterlagen bringen zusätzliche Belastungen, da bei diesen Wetterlagen völlig anders geflogen wird.

3. Routen sind jederzeit änderbar und nach den "Erfordernissen" des Luftverkehrs am BER anpassbar. Eine besondere Genehmigung braucht es dann nicht mehr. Die DFS wird, egal welche "Routen" kommen nach einem halben Jahr eine "Überprüfung" vornehmen. Wundern Sie sich dann nicht wenn plötzlich ganz anders geflogen wird, da "betriebsbedingt" nun doch die Korridore verändert werden müssen.

4.Diverse Umlandgemeinden bekämpfen derzeit die vorgeschlagenen Routen. Was dabei herauskommt ist noch längst nicht klar. Das Bundesumweltamt ist gerade heute auf die Forderung aufgesprungen, die wir und andere BIs, die noch aktiv gegen den BER kämpfen, seit Monaten propagieren. Auch die jetzigen Flugkorridore stehen noch auf dem Prüfstand.

Fazit: wie man sich über Flugkorridore freuen kann, die erstens noch nicht feststehen und zweitens Lichtenrade keinesfalls verschonen, ist mir nicht klar. Korridore ist im Übrigen der bessere Begriff denn das Wort Routen vermittelt den Eindruck eines eher engen "Striches". Das sind die Flugkorridore keinesfalls, sie sind im Normalfall mehrere Kilometer breit.

Das absolute Nachflugverbot und das damit verbundene internationale Drehkreuz ist der Schlüssel den BER klein zu halten, dafür setzen sich die aktiven BIs z.Z. ein.  Gelingt das, haben wir genau den Flughafen der im Planfeststellungsverfahren genehmigt wurde. 

Ein mittelgroßer Flughafen für den regionalen Bedarf steht dort wörtlich, von einem Großflughafen mit internationaler Drehkreuzfunktion ist nicht die Rede. Das ist Träumerei der hiesigen Politiker die immer noch nicht einsehen wollen das der BER als "Großflughafen" am falschen Standort steht. Im September werden die Klagen zum Nachflugverbot vom Bundesverwaltungsgericht entschieden, warten wir mal ab was dabei herauskommt.

Klagen für Verfassungsgericht und europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind in der Vorbereitung. Wir sind gewappnet und werden nicht zulassen, dass der BER in der von Politikern angedachten Form (Großflughafen, Drehkreuz ) die Gesundheit, die Lebensplanung der Bevölkerung und die Entwicklung der Kinder in der Region nachhaltig schädigt.

Wer einen Großflughafen will muss sich einen anderen Standort suchen - ein Stadtflughafen ist dafür gänzlich ungeeignet.

Wenn Sie mehr über die einzelnen Kritikpunkte zum BER wissen wollen, stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Bitte unterlassen Sie den Unsinn den Leuten in Lichtenrade eine "heile Welt" vorzugaukeln, nur weil irgendwer einen Vorschlag gemacht hat der längst noch nicht in Stein gemeisselt ist. 

Klären Sie Ihre Leser besser auf was in Wahrheit, auch bei den aktuell vorgeschlagenen Korridoren, auf sie zukommt. Mit Material versorge ich Sie gern.

Eine letzte Bemerkung: Diskussionen über An-und Abflugverfahren gehören ans Ende des Prozesses, zunächst muss festgestellt werden was für eine Art Flughafen eigentlich entstehen soll, das ist noch längst nicht klar. 

Für eine Spende gegen den Fluglärmkampf, für Nachtflugverbot und für Ihre Gesundheit sind wir dankbar, das Spendenkonto finden Sie unten.

Werner Gerhardt

Pressesprecher und Vorstandsmitglied des Info-Büro Fluglärm e.V. 

Info-Büro Fluglärm e.V.

Bahnhofstr. 48

12305 Berlin

Ende des Leserbriefes

 

Bürgeramt Lichtenrade im August und September geschlossen!

Vorübergehende Schließung des Bürgeramtes Lichtenrade im August und September 2011

Abholung von Dokumenten und Briefwahl möglich!

Berlin-Lichtenrade 7. Juli 2011 Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg teilt heute mit: „Wegen des hohen personellen Aufwandes zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wird das Bürgeramt in Lichtenrade, Briesingstraße 6, für den Zeitraum 01. August 2011 bis 30. September 2011 vorübergehend geschlossen.“ Wie es heißt, liegt es auch daran, dass freie Stellen für Personal nicht ohne weiteres besetzt werden dürfen. Der Senat verlangt die Beschäftigung aus dem sogenannten Personalüberhang. Wie der Bürgerdienste-Stadtrat Oliver Schworck (SPD) in den Medien verlauten lässt, ist jedoch nicht ausreichend qualifiziertes Personal im Überhang vorhanden und Einstellungen von außerhalb werden der Verwaltung vom Senat nicht genehmigt.
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Während der Schließzeit findet die Bearbeitung aller Bürgeramtsangelegenheiten in den Standorten Rathaus Tempelhof und Rathaus Schöneberg statt. Für die Bearbeitung der Angelegenheiten sollten möglichst Termine vereinbart werden. Die Terminvergabe erfolgt telefonisch über die Einwahl 90277 – 7000 bzw. online über das Internet über www.berlin.de. Im Bürgeramt Lichtenrade bestellte Dokumente können weiterhin dort abgeholt werden. Die Möglichkeit der Briefwahl für die Abgeordnetenhauswahl / BVV und die Beteiligung am Volksbegehren „Grundschulkinder, leben und lernen in der Ganztagsschule, 1 + für Berlin“ ist ebenfalls vor Ort gegeben.

Der verwaltungsreformpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Andreas STATZKOWSKI, erklärt heute zur Situation in den Berliner Bürgerämtern:

„Die derzeitigen Probleme in den Berliner Bürgerämtern zeigen deutlich, dass es noch große Baustellen auf dem Weg zu mehr Bürgerfreundlichkeit in den Berliner Behörden gibt. Seit Anfang des Monats lesen wir jeden Tag neue Schreckensmeldungen über die chaotischen Zustände in den Berliner Bürgerämtern…Die Ursachen für das Chaos in den Bürgerämtern sind indes schnell gefunden: In vielen Bürgerämtern sind derzeit viel zu wenig Mitarbeiter im Einsatz, was nicht nur auf urlaubs- oder krankheitsbedingte Abwesenheiten zurückzuführen ist…Es ist daher dringend erforderlich, dass alle freien Stellen in den Berliner Bürgerämtern sofort besetzt werden ! Nur so kann man dem derzeitigen Ansturm auf die Berliner Bürgerämter Herr werden. Darüber hinaus fordern wir den Senat auf, den Bezirken kurzfristig mehr Geld zur Verfügung zu stellen, damit diese zusätzliches Personal einstellen können.“

ToM

Informationen zu den (anderen) bezirklichen Bürgerämtern: http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/organisationseinheit/buerger/buergeraemter.html

 

Lichtenrade kann aufatmen: „Flugrouten geradeaus“ empfiehlt die Flugsicherung

Berlin-Schönefeld, 4. Juli 2011 Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat der Fluglärmkommission (FLK) ihre Anflug- und Abflugrouten für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) „Willy-Brandt“ vorgestellt. Danach kann Lichtenrade aufatmen!
Die Abflugrouten von der Nordbahn in Richtung Westen sollen, wie in den ursprünglichen Planungen versprochen, geradeaus an Lichtenrade vorbeigeführt werden. Die abknickende Flugroute gleich nach dem Start, die die DFS wegen der Parallelstarts im Herbst letzten Jahres vorgeschlagen hatte, scheint vom Tisch zu sein.

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Die Lichtenrader BI ist zufrieden!

Simon Lietzmann, der Vorsitzender der BI "Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm" e.V., äußert sich erleichtert: „Somit ist der eigentliche Anstoß unseres Protestes, nämlich der Flugrouten-Entwurf der DFS vom 6. September 2010, nach dem Lichtenrade und Mahlow-Nord plötzlich einer massiven Verlärmung ausgesetzt werden sollten, vom Tisch. Unsere Kernforderung nach einem geraden Verlauf der Abflugroute von der Nordbahn in Richtung Westen ist erfüllt. Und wir sind davon überzeugt, dass auch das Bundesamt für Flugsicherheit (BAF) in seiner noch ausstehenden Rechtsverordnung dem Konzept der DFS folgen und dass der Flughafen im kommenden Jahr auch tatsächlich mit dieser geraden Abflugroute in Betrieb gehen wird.“

Was sagt die Deutsche Flugsicherung?

Die Vorschläge der Fluglärmkommission wurden von der Flugsicherung aber nur teilweise gefolgt, zumal sich laut DFS einige Empfehlungen widersprachen. Die DFS betont: „In wenigen Fällen konnte den Wünschen der FLK aus Sicherheitsgründen und aus betrieblichen Gründen nicht gefolgt werden, da ansonsten die Flughafenkapazität, die sich aus dem Planfeststellungsbeschluss ergibt, nicht erreicht würde.“ Die Flugsicherung hat ihr Konzept dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) als Entscheidungsinstanz zugeleitet. Das BAF wird in den nächsten Monaten, vermutlich endgültig im Januar 2012, entscheiden.
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Der Leiter der Berliner Flugsicherung, Hans Niebergall, lobte die aus seiner Sicht intensive und konstruktive Zusammenarbeit und bedankte sich dafür bei der FLK. Die DFS habe den gesetzlichen Auftrag, den bestehenden und entstehenden Luftverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln und zugleich die Menschen vor unzumutbarem Fluglärm zu schützen. „Wir haben uns bemüht, so wenig Menschen wie möglich mit so wenig Lärm wie möglich zu belasten“, so Niebergall. „Zugleich müssen wir das im Planfeststellungsbeschluss genehmigte Verkehrsaufkommen durch entsprechende Routenführungen gewährleisten.“ Vorgestellt wurden die An- und Abflugrouten für beide Betriebsrichtungen. Sowohl bei Betriebsrichtung 25 (Westwetterlage) als auch bei Betriebsrichtung 07 (Ostwetterlage) gibt es Abflugrouten für Flugzeuge, die relativ schnell an Höhe gewinnen und für solche, die langsamer steigen, wie zum Beispiel Langstreckenflugzeuge. Die dem BAF vorgeschlagenen Routen finden Sie hier (PDF). Auf den dargestellten Karten sind sowohl die durchschnittlichen Höhen angegeben als auch die Routenbelegung, also welche Route von wie vielen Flugzeugen genutzt wird.
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Fliegerlatein der DFS

Zur sogenannten Betriebsrichtung 25 (Abflug in Richtung Westen) heißt es im „Fliegerlatein“: „Hier hat die DFS für den Anfangsteil die Alternative 4 vorgeschlagen. Danach würden die Flugzeuge nach dem Start zunächst geradeaus fliegen entlang der verlängerten Bahnachse in westlicher Richtung mit einem Kurs von 246° über die Navigationsanlage NDB MW. Danach erfolgt eine leichte Rechtskurve auf einem Kurs von 261° in westlicher Richtung zwischen Ludwigsfelde und Großbeeren hindurch bis zum Erreichen eines Abdrehpunktes, der sich circa drei Kilometer nord-nordwestlich von Ludwigsfelde befindet. Hier kann die Rechtskurve in Richtung des Navigationspunktes NOOST zwischen Berlin und Potsdam hindurch eingeleitet werden, sofern das Flugzeug in der Lage ist an diesem Punkt eine Höhe von mindestens 5.000 Fuß über NN (Normal Null) zu erreichen. Um eine möglichst hohe Spurtreue zu erzielen, wird den Piloten im Anfangsbereich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 230 Knoten (ca. 410 km/h) auferlegt.

Diese Route werden voraussichtlich circa 48 Flugzeuge pro Tag nutzen. Am Punkt NOOST verläuft die Route dann weiter Richtung Navigationspunkt GERGA. Zur weiteren Entlastung der Bevölkerung ist die Route über NOOST nach DEMSI für Propellerluftfahrzeuge vorgesehen.“
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Was bedeuten die Flugrouten konkret?

Konkret bedeutet dies für die Nordstartbahn mit Abflug in Richtung Westen, dass Blankenfelde neben den Landungen auch beim Geradeaus-Abflug im starken Maße belastet wird. Hinter Blankenfelde soll die Flugroute leicht nach Norden abknicken. Wenn die Flugzeuge hinter Ludwigsfelde eine Flughöhe von 1.525 Meter (5.000 Feet) erreicht haben und in Richtung Norden bzw. Nordosten fliegen, splitten sich die Flugrouten. Durch diese Spreizung der Flugrouten erhofft man sich eine gleichmäßigere Verteilung des Lärms in Kleinmachnow, Teltow und im Südwesten von Berlin. Durch diese Verteilung sieht sich Kleinmachnow und Teltow besonders belastet. Potsdam soll bei dem jetzigen Vorschlag entlastet werden, da die Flugzeuge vorher abknicken oder die wenigen schweren Maschinen Potsdam großräumig umfliegen. Aber auch die südlichen Berliner Bezirke, einschließlich Teile von Lichtenrade, werden von dieser Spreizung betroffen sein. Hier haben die Flugzeuge dann aber schon eine Höhe von circa 2.500 Meter und mehr erreicht. Bei Starts in östlicher Richtung ist zum Beispiel das Naherholungsgebiet rund um den Müggelsee stark belastet.

Berliner Politiker sind zufrieden
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Klaus Wowereit
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Frank Henkel
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Renate Künast, Simon Lietzmann und Günter Haße von der BI
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), die Grünenpolitikerin Renate Künast und der CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel, die alle auch bei den Montagsdemonstrationen in Lichtenrade angetreten waren, begrüßen als Kompromiss die Empfehlung der Flugsicherung. Für Dr. Jan-Marco Luczak, den Bundestagsabgeordneten von Tempelhof-Schöneberg, war dabei eines immer klar: „Die Menschen haben sich auf das verlassen, was bei den Flugrouten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zugrunde gelegt wurde. Dieses Vertrauen durfte nicht enttäuscht werden!“ Nach der heutigen Vorstellung der DFS-Flugrouten freut sich der Lichtenrader Luczak: „Unser Einsatz war erfolgreich; von der Nordbahn wird geradeaus gestartet und Lichtenrade von Fluglärm verschont! Auch wenn der Vorschlag formal nicht bindend ist, hat er ein sehr hohes rechtliches und politisches Gewicht; deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass er jetzt auch vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) so umgesetzt wird.“ Luczak betont weiterhin, dass dieser Erfolg nur möglich war durch ein Zusammenwirken der Menschen in Lichtenrade, der Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ und der Politik. „Das sollte Vorbild auch für andere Bereiche sein!“, so Luczak.
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Jan-Marco Luczak am Mikrofon
Zu den heute präsentierten neuen Flugrouten für den Flughafen BER erklärte der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Wahlkreisabgeordnete von Nikolassee/Wannsee, Michael Braun (CDU): Für den Südwesten Berlins bedeuten die neuen Pläne, dass nur noch bis zu 60 Flugzeuge, und zwar jene mit Ziel gen Osten oder Norden, über die Stadtgrenze in den Südwesten einfliegen, gefächert, sodass die einzelnen Ortsteile mit 10 bis 20 Flügen pro Tag belastet sind. Die Flugzeuge fliegen über den Südwesten in einer Höhe von mindestens 8.000 bis 10.000 Fuß. Die Pläne sollten jetzt sorgfältig und emotionsfrei geprüft werden. Sollten Nachjustierungen erforderlich werden, bin ich sicher, dass diese vorgenommen werden."

Klaus-Peter von Lüdeke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher, und Christoph Meyer, Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion Berlin, erklären zu den vorgestellten Flugrouten: „Die heute vorgestellten Flugrouten für den BER sind als erster Teilerfolg zu werten. Der Einsatz der Bürgerinitiativen hat sich hier ausgezahlt. Die Vorschläge der Deutschen Flugsicherung können aber sicherlich nicht alle Betroffenen zufrieden stellen…Die endgültigen Flugrouten werden erst kurz vor Eröffnung des BER festgelegt, bis dahin hat die Flugsicherung Zeit eine optimale Lösung für alle zu finden. Bei aller Kritik darf aber nicht vergessen werden, dass ein zukunftsfähiger BER ein notwendiger Garant für eine wirtschaftlich starke Region Berlin-Brandenburg ist.“

Unter der Überschrift „Flugroutendiskussion: Ja! Flughafenhysterie: Nein Danke!“ meldeten sich jetzt auch die Betriebsräte und die Jugend- und Ausbildungsvertretung der Berliner Flughäfen zu Wort. In der Erklärung heißt es: „Wir hoffen auf einen Schlussstrich unter eine Diskussion, die wir zuletzt mit großem Unverständnis verfolgt haben. Der Flughafen BER ist nicht nur für uns Mitarbeiter der Flughafengesellschaft, sondern für die gesamte Region das wichtigste Zukunftsprojekt.“
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Was bleibt dann noch für die Bürgerinitiativen zu tun?

Eines scheint schon ein Tag nach der Veröffentlichung der Empfehlung der DFS klar zu sein: die Diskussionen über die Flugrouten ist noch nicht vorbei und die vielen Flughafengegner, die lautstark einen Baustopp und/oder einen neuen Standort fordern, sind nicht zufrieden. Auch steht eine endgültige Entscheidung zum geforderten absoluten Nachtflugverbot durch das Bundesverwaltungsgericht noch aus.

Aus dem Büro von Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) wurde der Bürgerinitiative Marienfelder Feldmark erklärt: „Wir treten klar für ein wirksames Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr am neuen Flughafen Willy Brandt ein. Hierzu haben wir uns immer klar, auch in unserem Wahlprogramm, geäußert. Um darüber hinaus auch einen ökonomischen Anreiz für einen anwohnerfreundlichen Flugbetrieb zu setzen, fordern wir, dass die Start- und Landegebühren tageszeitabhängig gestaffelt werden und deutlichere Anreize für lärm- und schadstoffarme Flugzeuge gesetzt werden. Auch die grüne Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, dass §29b Luftverkehrsgesetz nicht zum Nachteil der Lärmbetroffenen geändert wird, denn wir halten es für unverzichtbar, dass der Nachtflugbetrieb zum Schutz der Anwohner/innen weiterhin beschränkt werden kann.“

Viele Lichtenrader können jetzt etwas beruhigter in den Urlaub gehen. Der breite bürgerliche Protest war erfolgreich. Simon Lietzmann von der Lichtenrader Fluglärm-BI bedankt sich bei den Unterstützern merkt aber noch an: „Trotz dieses Erfolges für unsere Region und für unsere Bürgerinitiative bleiben andere Forderungen noch offen: Hierzu zählen vor allem das Nachtflugverbot von 22.00 bis 06.00 Uhr und deutlich bessere Entschädigungsleistungen und Lärmschutzmaßnahmen für die am schwersten Betroffenen. Diesen Forderungen wird unsere Bürgerinitiative auch in Zukunft mit aller Kraft nachgehen.“

Thomas Moser (auch alle Fotos)-BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

...übrigens am 11.9.2010 berichtete erstmals die Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de über die veränderten Flugrouten. Klaus Wowereit erwähnte dies anlässlich des Wein- und Winzerfestes in Lichtenrade...LINK

Karte: Quelle DFS / Streuung mit roten Pfeilen wurde zusätzlich von der Redaktion BerLi-Press angedeutet

Weiterführende LINKS:

Deutsche Flugsicherung/vollständige Stellungnahme/Präsentation: http://www.dfs.de/dfs/internet_2008/module/presse/deutsch/presse/presseinformation/2011/dfs_praesentiert_flugrouten_fuer_bbi_4_7/index.html

Zuständiges Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft/diverse Informationen: http://www.mil.brandenburg.de/sixcms/detail.php/468420

Lichtenrader BI gegen Fluglärm: http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de

 

Eine Pflegeeinrichtung im Grünen: Lore-Lipschitz-Haus in Lichtenrade

Berlin-Lichtenrade, 3. Juli 2011 Die Pflegeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt „Lore-Lipschitz-Haus“ in Lichtenrade hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Die Pflegeeinrichtung liegt zwar in der Nähe vom Kirchhainer Damm, aber von dem Verkehrsgewusel an der sich im Ausbau befindlichen B 96 bekommen die Anwohner nichts mit. Hier an der Horstwalder- Ecke Lützowstraße liegt die AWO-Einrichtung im Grünen und empfängt heute interessierte Menschen, die für sich selbst oder für ihre Angehörigen einen Platz suchen. So besuchten am heutigen Tag hier auch Angehörige von den Senioren die Einrichtung, die durch die Schließung des städtischen „Georg-Kriedte-Hauses“ (Schließung zum 1. September 2011, die Internetzeitung berichtete ausführlich), eine Pflegeeinrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft, betroffen sind.
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Das Lore-Lipschitz-Haus wurde erst vor wenigen Jahren gründlich umgebaut und bietet für die Anwohner ein behagliches Zuhause. So ist dieses Haus in Lichtenrade eine freundliche Einrichtung für den späten Lebensabschnitt geworden. Im Haus sind großzügige Freiflächen, alle Wände sind in freundlichen frischen Farben gehalten und die grünen Freiflächen bieten Möglichkeiten zum Verweilen in der frischen Luft. Eine schöne Cafeteria lädt zum Plausch ein, eine gute Bäderabteilung mit einem Schwimmbadbereich wartet auf Gäste, die auch nicht unbedingt im Haus wohnen müssen. Eine Besonderheit ist noch, dass durch das Berliner Modellprojekt ständig zwei Ärzte die medizinische Versorgung vor Ort gewährleisten. Auch ein Zahnarzt hat einen Behandlungsraum, damit die Patienten nicht lange Wege in eine Praxis unternehmen müssen. Im Haus wird selbst für die Anwohner gekocht.
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Die Patienten leben in vier Wohnbereichen, damit auch die Versorgung bei den unterschiedlichsten Krankheiten gewährleistet ist. Das Haus hat 80 Doppelzimmer und 8 Einzelzimmer mit schönen Balkonen und modernen Badezimmern zur Verfügung. Zurzeit sind nur zwei Plätze frei. Bei Interesse sollte man rechtzeitig ein Gespräch mit dem Sozialdienst führen. Ansonsten gibt es hier noch Angebote, die heute gute Pflegeeinrichtungen anbieten müssen: ein Friseursalon, medizinische Fußpflege im Haus und sogar ein Computer im Eingangsbereich warten auf die Nutzung durch die Senioren. Das Lore-Lipschitz-Haus erscheint nach dem Umbau erfreulich frisch und freundlich. Wünschenswert wäre es sicherlich, wenn sich das Verhältnis von Einbett- und Doppelzimmern eines Tages umkehren würde.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

http://www.awo-pflegenetz.de/lore-lipschitz-haus.0.html

Sozialdienst unter ist unter der Telefonnummer 030/740 02-510 erreichbar.

AWO Lore-Lipschitz-Haus

Horstwalder Straße 11–19 l 12307 Berlin-Lichtenrade

Tel. 0 30/740 02-0 l Fax 0 30/740 02-5 05

llh@awo-pflegenetz.de l www.awo-pflegenetz.de

 
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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