Das transparente Jugendamt: Unterstützung, die ankommt

RTL-Jugendcoach Thomas Sonnenburg im Jugendamt in Lichtenrade

Berlin-Tempelhof-Schöneberg/Lichtenrade 20. Mai 2011 „Das Jugendamt nimmt nur Kinder weg. Wenn es drauf ankommt, macht das Jugendamt doch nichts.“ Diese oder ähnliche Äußerungen hört man öfters. Die Medien leisten oftmals noch ihren Beitrag, dass diese Klischees über das Jugendamt verstärkt werden. Die Jugendämter gehen nun mit der bundesweiten Aktion „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt“ in die Offensive und wollen mit den Vorurteilen aufräumen.
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Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin gehört zu der Speerspitze dieser Aktion. Die Bundesministerin Dr. Kristina Schröder empfing zum Auftakt der Kampagne erst kürzlich eine Delegation des Jugendamtes von Tempelhof-Schöneberg. Heute haben nun die drei dezentralen Standorte des Jugendamtes einen großen Tag der offenen Tür organisiert. Das Jugendamt präsentiert viele Veranstaltungen und lädt in seine drei Standorte im Rathaus Friedenau, der Strelitzstraße in Mariendorf und der Briesingstraße in Lichtenrade ein, um ihr vielfältiges Angebot zu zeigen.
Im Internetauftritt des Jugendamtes heißt es: „Das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg sorgt zum Beispiel für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten und Tagespflege, es fördert und unterstützt Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Kinder und Jugendliche können ihre Ideen und Probleme im Kinder- und Jugendparlament beraten. Eltern erhalten Unterhaltsvorschuss und das Elterngeld, wir bieten Hilfen zur Erziehung, und unsere Jugendgerichtshilfe ist zur Stelle, wenn es mal nicht so gut läuft. Wir kümmern uns um den Kinder- und Jugendschutz und um vieles mehr.“ Die Stadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement, Angelika Schöttler (SPD), lädt die Bürger ein: „Nicht nur während der Aktionswochen und am Informationstag, wenn auch dort in gebündelter Form, können Sie sich jederzeit an uns wenden, wenn Sie Fragen oder auch Probleme haben. Wir sind für Sie da! Unsere Unterstützung soll bei Ihnen ankommen.“ Der Standort am Rathaus Friedenau setzt den Schwerpunkt auf Erziehungsfragen. Hier hatten Eltern zum Beispiel die Möglichkeit, an der ersten Elternakademie in Tempelhof-Schöneberg teilzunehmen. Die Bundesaktion geht noch bis zum 9. Juni 2011.

Was war nun los in Lichtenrade?
Die Regionalleiterinnen Annegret Cornelius (für die Region Marienfelde) und Irmgard Beckmann (für Lichtenrade) eröffneten den Informationstag. Sie bedankten sich bei der Organisatorin und der „guten Seele“ des Infotages, der pädagogischen Sachbearbeiterin Beatrix Veenhoven mit einem Blumenstrauß.
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Schon im Eingangsbereich wurden die Besucher von vielen Informationsständen des Jugendamtes, von kooperierenden Trägern und vielen bunten Luftballons empfangen. Ein Getümmel von Eltern mit Kinderwagen und Schulklassen der Nahariya-Grundschule aus Lichtenrade waren gekommen.
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Die Bauernhof-Tagesgruppe vom Tannenhof Berlin-Brandenburg hat eine vorbildliche Eltern-Kind-Aktivität organisiert.
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Aufgaben mussten gemeinsam gelöst werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes wurden interviewt und „ausgehorcht.“
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Die Sozialpädagogen des Jugendamtes freuten sich riesig über so viel Interesse für ihre schwere Arbeit. Sie antworten bereitwillig und kamen ins Gespräch mit den jungen Gästen.
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Eine Sozialarbeiterin berichtet ganz angetan, wie einige Schulkinder ihr auch, ohne dazu einen extra Anstoß bekommen zu haben, über die nicht immer so tolle häusliche Situation berichteten. Zumindest haben die Kinder jetzt ganz spielerisch gelernt, dass es nicht nur das „böse“ Jugendamt gibt, sondern das Jugendamt für die Kinder und Familien da ist!
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In der Briesingstraße präsentierten sich die Regionen Lichtenrade und Marienfelde mit einem Markt der Möglichkeiten, der Bürgerinnen und Bürgern eine breite Palette zur Unterstützung von Familien und ihrer Kinder zeigte: Beratung in Erziehungsfragen, Hilfen zur Erziehung, Freizeitbeschäftigung, Kita-Gutscheine, Elterngeld, Kindschaftsrechtliche Beratung. Drinnen und draußen fanden vielfältige Aktionen für Kinder, Jugendliche und Familien statt: Hip Hopper mit mobilem Musikstudio, Torwandschießen, Hindernisparcours, Wurfspiele, Kreativangebot „Kinderhände“, Autorennen per Videospiel und vieles mehr. Die Dancing-Kids, die sonst im Lichtenrader Gemeinschaftshaus zu Hause sind, zeigten ihre Freude am gemeinsamen Tanz.
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Der Höhepunkt war im Bürgerzentrum in Lichtenrade, dass der Erziehungswissenschaftler und Diplom Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg, der Einladung des Jugendamtes gefolgt ist. Sonnenburg, vom RTL-Format „Die Ausreißer“ bekannt, hat vor zwei Jahren eine Jugendliche begleitet, für dass das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg zuständig war. Bei den ersten Kontakten wurde damals von Seiten des Jugendamtes detailliert abgeklärt, wie die Rechte des Kindes geschützt werden und niemand „vorgeführt“ wird. Sonnenburg betont, dass er im Rahmen der Sendungen stets nur realistische und „echte Fälle“ hatte. So hat zum Beispiel keiner der Protagonisten, weder Eltern noch Jugendliche, jemals ein Honorar für seine Mitwirkung erhalten. Darauf hinzuweisen, legte Thomas Sonnenburg großen Wert.
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Einen professionellen Job und eine gute Zusammenarbeit mit den Jugendämtern ist ihm während seiner Tätigkeit für das Fernsehen ebenso wichtig gewesen, wie in seiner aktiven Zeit als Streetworker für den Verein Gangway e.V. in den Stadtbezirken Pankow und Hohenschönhausen. Thomas Sonnenburg hatte während seines Engagements für RTL die Möglichkeit jede Sendung „bis zum finalen Schnitt“ persönlich zu begleiten. Sonnenburg strahlt diese Ehrlichkeit von der er spricht in seinem Auftreten aus. Ihm ist wichtig, dass keiner der Jugendlichen oder deren Eltern durch das TV vorgeführt wird!
Gemeinsam mit der Jugendstadträtin Angelika Schöttler diskutierten Thomas Sonnenburg und andere Jugendamtsvertreterinnen über das Thema: „Transparent in den Medien?! Chancen und Grenzen für die Arbeit des Jugendamtes.“
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Stadträtin Angelika Schöttler betonte die gute und faire Zusammenarbeit mit Thomas Sonnenburg. Sie zeigte aber auch auf, dass es anfangs eine Skepsis beim Jugendamt gab. Sie sieht grundsätzlich die Gefahr, dass Familien in die Öffentlichkeit gezogen werden und nicht geschützt werden können. Andererseits brauchen die Jugendämter die positive Öffentlichkeit und das die Menschen verstehen, was hier gemacht und angeboten wird. Angelika Schöttler spricht von einer „Gratwanderung“ und findet es wichtig, dass in jedem Einzelfall entschieden wird, wie sich Öffentlichkeitsarbeit darstellt.
Thomas Sonnenburg betonte, er hätte gerne mal eine Hilfekonferenz im Jugendamt gezeigt, damit die Zuschauer sehen, wie vernetzt gearbeitet und wie professionell miteinander, im Sinne und zum Wohle des jungen Menschen, agiert und entscheiden wird. Sonnenburg macht den Jugendämtern Mut, dass sie verstärkt in die Öffentlichkeit gehen und so ihre Arbeit positiv darstellen können. Er weist darauf hin, dass man offensiv Forderungen zur Form der Veröffentlichungen stellen sollte. Thomas Sonnenburg wünscht sich von den Jugendämtern als ersten Schritt, dass die Wünsche der Medien wenigstens erstmal angehört werden.
Die Sozialpädagogin des Regionalen Sozialen Dienstes, die den gemeinsamen Fall begleitet hatte, betont die gute Absprache und Rollenaufteilung mit dem Pädagogen und Medienmenschen Sonnenburg: „Ich konnte gut den Schutzauftrag des Jugendamtes wahrnehmen.“ Die Pädagogin sieht es als Chance, dass die Arbeit des Jugendamtes deutlich wird und die vielen guten und geglückten Fälle und Beratungen in den Fokus der Öffentlichkeit kommen.
Es war eine kurzweilige und spannende Diskussion, die in den Jugendämtern zukünftig intensiver geführt werden wird!
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Besonders die jungen Gästen waren begeistert über den Besuch von Sonnenburg. Einen „Fernsehstar“ zum Anfassen, ganz sympathisch und den Kids zugewandt, irgendwie einer von ihnen. Mehrfach wurde hier der Wunsch geäußert, selbst Sozialarbeiter zu werden. Der aller größte Wunsch, besonders der Teenies, war dann aber, ein Foto mit Tommi und ein Autogramm zu bekommen. Sonnenburg, ganz der coole Fernsehmann, erfüllte gerne die Wünsche und kam schnell mit den Jugendlichen ins Gespräch. Die jungen Leute fühlten sich von Sonnenburg ernst genommen.
In Kurzvorträgen informierten Träger und das Jugendamt über Kinderschutz und den Möglichkeiten und Chancen von „Hilfe zur Erziehung.“ Die kommunale Erziehungs- und Familienberatung und die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes informierten über ihre Arbeit. Die Verwaltungsgruppe des Jugendamtes, die Wirtschaftliche Jugendhilfe, zeigten ihr Arbeitsanteil und im Filmraum wurden verschieden Arbeitsansätze im breiten Spektrum des Jugendamtes gezeigt.
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Eines wurde ganz deutlich: Jugendamt ist nicht die „Kinder-Wegnahme-Behörde“, sondern bietet ein breites Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten. Wenn eine Gefahr für das Kind und den Jugendlichen besteht, ist selbstverständlich das Jugendamt zum Eingreifen verpflichtet. Eine runde Sache, dieser Informationstag des Jugendamtes! Besonders die Aktionen mit den Schulklassen sind zum Nachmachen empfohlen!

Thomas Moser (auch Fotos)–BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

http://www.unterstuetzung-die-ankommt.de

http://www.thomas-sonnenburg.de

http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/abteilung/familie-jugend-sport

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