Neue Bahnübergänge, Schienen und Stellwerkstechnik

Fünf größere Baumaßnahmen von der DB Netz AG finden in diesem Monat ab Ostern und im kommenden Monat Mai statt. Gebaut wird dabei vor allem an Wochenenden und Feiertagen, um den werktäglichen Berufsverkehr möglichst nicht zu beeinträchtigen.
Auf der S-Bahnlinie S 2 zwischen Marienfelde und Lichtenrade wird ab Gründonnerstag, 21. April, 22 Uhr, bis Dienstag, 26. April, 1.30 Uhr, der dringend sanierungsbedürftige Bahnübergang Buckower Chaussee erneuert. Bis zum Neubau der Dresdner Ferngleise muss er baulich erhalten werden. Zwischen Marienfelde und Lichtenrade fahren Busse im Ersatzverkehr. Ein weiterer Bahnübergang an der Säntisstraße wird am darauffolgenden Wochenende von Freitag, 29. April, 22 Uhr, bis Montag, 2. Mai, 1.30 Uhr, saniert. Des Weiteren sind Bauarbeiten im Stellwerk Marienfelde geplant. Deshalb werden auf der Strecke der S-Bahnlinie S 2 zwischen Priesterweg und Lichtenrade in diesem Zeitraum ebenfalls Busse eingesetzt.
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Foto:ToM-BerLi-Press...bei den Bauarbeiten in Lichtenrade im November 2010

 

Das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg berichtete über Aktivitäten in der Region Lichtenrade

Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit

In den Osterferien bietet das Jugendcafé am Dorfteich kreatives Osterbasteln an. Ausgepustete Eier werden künstlerisch nach sorbischer Malart verziert. Anmeldungen dringend erforderlich.

Des Weiteren veranstaltet das Jugendcafé vom 29.04. bis 30.04.2011 einen Workshop für Mädchen ab 11 Jahren. Das Thema ist Gewaltprävention und lautet: Kannst du laut und stark „NEIN“ sagen. Die Mädchen werden in Übungen fit gemacht in Selbstschutz und Selbstsicherheit.

Ab Mai 2011 finden neue Medienkompetenz-Kurse statt: Net-comp@ss - der europäische Jugendmedienschutzschein ist zu erwerben. Außerdem wird ein neuer Kochkurs mit Ernährungsberatung als Beitrag zur Verselbstständigung von Jugendlichen durchgeführt.

 Highlights in den Osterferien: Street Soccer Turnier am 20.04.2011 im Kinder- und Jugendclub Barnetstraße. Spieler aus Lichtenrade und anderen Regionen haben sich angemeldet.

Am Donnerstag, 28.04.2011 werden ab 11.00 Uhr gemeinsam die Spiele der FIFA 11 angesehen. Spätnachmittags besucht eine MädchengruppeDie Burg“ in Friedenau und übernachtet auch dort in der Stadt.

Seit dem 18.4.2011 gibt es für die Kinder ein buntes Programm: vom Kräuterbeet anlegen auf dem Gelände des Haus of fun, über Grillen und Minigolf im Dunkeln bis hin zur Übernachtung in der Einrichtung - als Abschlussveranstaltung wird ihnen einiges geboten.

Vom 18.04. bis 21.04.2011 veranstaltet der Jugendkeller Lichtenrade eine Projektwoche:

MOBBING? Nein, Danke. Mit Workshops und Filmvorführungen wollen die Pädagogen mit ihren Jugendlichen das Thema angehen. In vertrauter Umgebung lernen sie, diesem Druck entgegenzuwirken. Viele Jugendliche sind persönlich betroffen bzw. können viel dazu berichten.

 Mitteilung: Der Förderverein Jugendkeller e.V. löst sich zum 30.4.2011 auf. Der Verein hat 2009 Fördermittel von der Aktion Mensch erhalten. Mit diesen Mitteln wird eine Stelle (befristet bis Ende 2011) für die Jugendarbeit finanziert. Unklar ist, ob die restlichen Fördermittel auf das Nachbarschafts- und Familienzentrum, Träger der Einrichtung, übertragen werden können, um die pädagogische Arbeit im Jugendkeller aufrechtzuerhalten.

 Die Kita Eltern- Kinder- Spielkreis Lortzingstraße e.V. konnte nicht, wie vereinbart, zum 31.03.2011 in die Briesingstraße 30 umziehen, weil sich die Bauarbeiten verzögert haben. Die Betreiber hoffen nun, dass der 30.4.2011 der Umzugstermin sein wird.

 

CDU-UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG GEGEN DIE VERLEGUNG DES DROGENFACHBEREICHS NACH LICHTENRADE

Berlin, 15. April 2011 Seit Anfang des Jahres wird in Lichtenrade über die Verlegung der Drogenfachabteilung in die jetzige Jugenduntersuchungshaftanstalt „Kieferngrund“ am Kirchhainer Damm gesprochen. Die Bürger machen sich Sorgen. Bei unseren Gesprächen mit Bürgern wird aber auch immer wieder deutlich, dass viele Informationen zu der Situation in Lichtenrade und auch zu den Planungen der Justizverwaltung fehlen. In mehreren ausführlichen Berichten, in der Lichtenrader Internetzeitung, wurde die Sachlage kleinteilig beleuchtet.

Zu einer Unterschriftensammlung der Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus erklärt der CDU-Wahlkreisabgeordnete aus Lichtenrade Nicolas Zimmer: „Das Votum der Lichtenrader gegen die Verlegung des Drogenfachbereichs der Jugendstrafanstalt Plötzensee nach Lichtenrade ist überwältigend. Mehr als 1.600 Bürgerinnen und Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen den Umzug ausgesprochen. Wir fordern Justizsenatorin von der Aue deshalb auf, endlich von der Verlegung abzusehen.“
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Unterschriftensammlung: CDU-Stand vor Woolworth (re. Nicolas Zimmer, lks. Hagen Kliem 1. Vors. der AG Bahnhofstraße) Foto:T.Moser-BerLi-Press
In der Presseerklärung heißt es weiter, dass das Vorhaben logistisch zu aufwendig sei und Millionen Steuergelder kostet. Hintergrundinformationen zu den Planungen gab es bei einer Presserundfahrt durch die Berliner Vollzugsanstalten, die auch ausführlich in der Internetzeitung von Lichtenrade dokumentiert wurde (einige Links dazu siehe unten!). Die Umbaukosten der Jugenduntersuchungshaftanstalt in einen Drogenfachbereich werden von der Justizsenatsverwaltung mit circa 150.000 € angegeben. Hier sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen in Lichtenrade geplant. Der Neu- bzw. Erweiterungsbau der Jugendarrestanstalt an der Lützowstraße in Lichtenrade, die vollkommen getrennt vom künftigen Drogenfachbereich ist, wird mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Während einer kürzlichen Podiumsdiskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung in Lichtenrade, bei der auch Justizsenatorin Gisela von der Aue mitdiskutiert hat, wurde über Alternativen und deren Problematiken diskutiert (siehe Bericht: Link unten). In der Diskussionsveranstaltung, an der ungefähr 20 Lichtenraderinnen und Lichtenrader teilnahmen, überrascht die Senatorin mit einer aktuellen Entscheidung, dass es im künftigen Drogenfachbereich in Lichtenrade keinerlei Ausgänge geben wird. Im Stufenmodell sind Lockerungen, unter bestimmten Bedingungen, vorgesehen. Für diese Phase der Lockerungen werden die Häftlinge dann jedoch in den Bereich nach Plötzensee verlegt.
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Foto: dpa/Tim Brakemeier - Bürgerprotest vor "Kieferngrund" - lks. von der Aue
In der aktuellen Presserklärung der CDU heißt es weiter: „Außerdem müssten die dann in Lichtenrade untergebrachten Jugendlichen täglich zu ihren Ausbildungsstätten in der Jugendstrafanstalt Charlottenburg gefahren werden, was weitere Kosten verursachen würde.“ Hierzu hat die Senatsjustizverwaltung erklärt, dass Schul- und Beschäftigungsmaßnahmen in Werkstätten auch in Lichtenrade angeboten werden sollen. Ein ständiger Transport dieser Insassen durch die Stadt ist nicht angedacht. Nicolas Zimmer sieht es jedoch als völlig unrealistisch an, dass entsprechend den in Plötzensee vorhandenen Einrichtungen auch im Kieferngrund Tischler- oder Kfz-Werkstätten eingerichtet werden, in denen ein Lehrbetrieb möglich ist: „Es wird nach Einschätzung der Mitarbeiter, mit denen ich gesprochen habe, nur eine gemeinsame Ausbildung in Plötzensee möglich sein.“ Die Gruppengröße in Lichtenrade sei zu gering. Außer Frage steht, laut Zimmer, eine Beschäftigungsmöglichkeit in Werkstätten. Zimmer erklärte in der gestrigen Plenarsitzung, dass er eine Beschäftigung als therapeutisch nicht so wertvoll ansieht, wie eine Ausbildung. Zur Beschulung erklärt Zimmer: „Eine Beschulung im Sinne des Schulgesetzes wird derzeit nicht in Lichtenrade angeboten, da Räume und Personal fehlen. Ein Schulabschluss wird weiterhin nur nach einem den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Unterricht möglich sein, den es nur in Plötzensee gibt.“
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"Kieferngrund" und Jugendarrestanstalt (hinter der Mauer) sind getrennte Bereiche (Foto dpa/Tim Brakemeier)
Weiterhin hält der CDU-Abgeordnete der Justizsenatorin vor, dass sie gegen Bundesrecht verstößt. „In § 1 Absatz 2 Satz 2 Jugendarrestvollzugsordnung ist unmissverständlich geregelt: `Jugendarrestanstalten und Freizeitarresträume dürfen nicht in Straf- oder Untersuchungshaftanstalten, auch nicht im Verwaltungsteil dieser Anstalten, eingerichtet werden.´“ Mit dieser Aussage bezieht sich Nicolas Zimmer nicht auf die Situation in Lichtenrade, sondern auf die „mehrjährige Unterbringung der Arrestanten im Haus 8 für die Dauer des Abrisses und Neubaus der Jugendarrestanstalt“. Während des Neubaus in Lichtenrade, der von Justizseite auf ungefähr eineinhalb Jahre eingegrenzt wird, soll die Jugendarrestanstalt vorübergehend in das Haus 8 ziehen. Im Haus 8 ist zurzeit der Drogenfachbereich in Plötzensee untergebracht. Das Haus 8 wurde auch bei der Presserundfahrt Ende Februar dieses Jahres besichtigt. Nach dem flüchtigen Eindruck des Autoren ist hier eine deutliche Trennung vorhanden. Inwiefern rechtlich, im Sinne des Gesetzes, aber auch die Aufteilung als ausreichend zu betrachten ist, kann von dieser Stelle aus nicht beurteilt werden. Zu den konkreten Vorwürfen von Zimmer ist eine Äußerung der Justizverwaltung noch nicht bekannt. ToM

 Hintergrundinformationen zu den aktuellen Planungen der Senatsjustizverwaltung! Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt – Was erwartet Lichtenrade?

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/13/drogenfachabteilung-der-jugendstrafanstalt---was-erwartet-lichtenrade.htm

Podiumsdiskussion mit Justizsenatorin in Lichtenrade -Strafvollzug in der Nachbarschaft-

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/04/09/podiumsdiskussion-mit-justizsenatorin-in-lichtenrade.htm

 

1.-8. Mai: Festtage +++ 75 Jahre Kath. Kirchengemeinde Salvator

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Auszug aus dem Programm:
Sonntag, 1. Mai 10 Uhr Open-air-Eröffnungsmesse auf der Wiese an der Kirche, musikalisch gestaltet von einer Bläsergruppe, anschließend musikalischer Frühschoppen im Pfarrgarten
Montag, 2. Mai 18 Uhr Dankmesse für alle Verstorbenen der Gemeinde seit ihrer Gründung
Montag, 2. Mai 19 Uhr Herr Dr.Keller (Sohn des 1. Direktors vom Christophorus-Kinderkrankenhaus -jetzt Bürgerzentrum-)und Chronistin Frau Pilar führen in die Vergangenheit der Gemeinde
Dienstag, 3. Mai 15 Uhr Maiandacht gestaltet vom Seniorenkreis; anschließend Blick in die Chronik von Dr. Keller und Frau Pilar
Mittwoch, 4. Mai 18 Uhr Emmaus-Gang (Start an der Dorfkirche, Abschluss Salvator)
Donnerstag, 5. Mai 21 Uhr Taizé-Nacht in der Salvator Kirche (Ende 23 Uhr)
Samstag, 7. Mai 15 Uhr Kinder-Musical "Damit Kinder leben können" in der Salvator-Kirche. Es sinden die Sternschnuppen unter Leitung von Frau Schek und Frau Dicker
Samstag, 7. Mai 19 Uhr Jubiläumsball im Gemeindesaal der St. Dominicus-Gemeinde Gropiusstadt, Lipschitzalle 74 (Karten im Vorverkauf sonntags vor der Kirche bzw. in der Sakristei, werktags im Pfarrbüro zu den ublichen Öffnungszeiten) 17,50 € einschl. Buffet; 21 € einschl. Rücktransport im Bus um 24 Uhr
Sonntag, 8. Mai 10 Uhr Festmesse in Salvator; musikalisch gestaltet durch den Projektchor mi der "Hauskantate"
http://www.salvator-lichtenrade.de
 

Der LortzingClub führte ein selbstentwickeltes Stück auf!

Markenwahn, Mobbing und falsche Freunde… „Eigentlich bin ich ganz in Ordnung!“

Theaterspielen hat im LortzingClub Tradition. Ob im Sommer zu den bekannten „Märchenzauberwochen“ oder aber in der regelmäßig stattfindenden TheaterGuppe wird hier Kunst für Kinder und Jugendliche erlebbar und erfühlbar gemacht. Meistens werden hier alte Märchen neu interpretiert. Und das ohne großen Text auswendig zu lernen. Das (Theater)-Spielen steht immer an erster Stelle, denn das reine Text Auswendiglernen wird im LortzingClub nicht als Mittel zur Kreativität angesehen. Vielmehr soll im Theaterspielen eine kinder- und jugendgerechte Ästhetik erprobt werden, die aus der Lebenswelt der jugendlichen Schauspieler/innen entsteht. Dass sich diese Ästhetik der vorherrschenden Bildsprache der bekannten Fernsehformate widersetzt, ist gewolltes Ziel der Theaterarbeit in dieser Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung. Gerade in Zeiten, in denen künstlerische Betätigungsfelder einen immer geringeren Stellenwert im Schulkanon und vor allem im außerschulischen Bereich darstellen, scheint es wichtig zu sein, junge Menschen nicht nur im Sinne von „Deutschland sucht den Superstar“, sondern vor allem im Erkennen von eigenen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten, zu unterstützen.

Die sich im Frühjahr 2011 neu zusammengesetzte Gruppe hatte nun ein eigenes Stück entwickelt, welches von Markenwahn, falschen Freunden und Mobbing handelt. Aufgabe war es nun, ein reales Szenario mit den Elementen einer künstlerischen Bildsprache zu verbinden. Herausgekommen war ein Stück, das einen Spagat zwischen Realem und einer fast surrealistischen Theatersprache wagte. Und das mit Kindern und Jugendlichen von 8 bis 14 Jahren.

Am Freitag, dem 8.4.2011 platze der Saal des Nachbarschafts- und Familienzentrums in der Finchleystraße fast aus allen Nähten, denn fast 120 Personen wollten der Aufführung der jungen Schauspieltruppe aus dem LortzingClub beiwohnen und schauen, was sich aus  den vergangenen Probenphasen so entwickelt hat. Am Ende waren sich alle einig, dass diese Aufführung gelungen war. Auch wenn es diesmal um ein eher ernstes Thema ging und so manch einer der zuschauenden jungen Besucher/innen auch die eine oder andere Erfahrung mit diesem Thema gemacht hatten, zündeten die eingebauten Gags und das eindrucksvolle Spiel konnte begeistern.

Nach den Osterferien nimmt die Gruppe nun auch wieder neue Schauspieler/innen auf, die sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten können, ausleben und Applaus ernten wollen.

donnerstags – 17h bis 18.30h im LortzingClub

Wer das Stück aus irgendwelchen Gründen verpasst hat, kann auf der Internetseite http://www.lortzing-club.de/39.html das gezeigte Stück anschauen, alle anderen können sich verpasste Szenen nochmals ansehen und die eine oder andere szenische Feinheit begutachten… Viel Spaß dabei.

Die TheaterGruppe des LortzingClubs

 

Großdemo in Schönefeld: Mit Bürgerkrach gegen den Flugkrach

Schönefeld, 10. April 2011 Rund 10.000 Demonstranten unterstützten den Aufruf eines breiten Bündnisses von vielen Bürgerinitiativen gegen Fluglärm. Auch aus Lichtenrade kamen viele mit Fahrrad und den BVG-Bussen angereist. Protest bei schönsten Sonnenschein in Schönefeld für ein Nachflugverbot, gegen den Ausbau zum internationalen Drehkreuz und gegen den Flugroutenbetrug! Die Baustopp-Rufe nahmen einen deutlichen Anteil ein. Für die Bürgerinitiativen ist es eindeutig: Der Protest muß weitergehen! Es ist noch nichts in trockenen Tüchern! ToM
Bericht von der Veranstaltung (von der Website von http://lichtenrade-gegen-fluglaerm.de - Herrn Sobel) hinter den Fotos!

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Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press-www.berli-press.de

Bericht von A. Sobel: http://lichtenrade-gegen-fluglaerm.de

Beeindruckende Großdemonstration in Schönefeld

80 Lichtenrader machten sich bei herrlichem Frühlingswetter auf den Weg, gemeinsam mit dem Rad zur 3. Großdemonstration in Schönefeld zu fahren. Dort versammelten sich wieder etwa 10.000 - 15.000 Menschen (darunter viele Lichtenrader und Mahlower), um gegen den Flugroutenbetrug, für ein Nachtflugverbot und gegen ein internationales Drehkreuz zu demonstrieren.

Der Umzug selbst begann mit den Reden von Martin Henkel und von Bündnis-Sprecher Markus Peichl.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Zeuthen gegen Fluglärm, Martin Henkel, sagte: "Es geht längst nicht mehr allein um die Frage von Flugrouten, sondern darum, wie transparent die Politik mit Großprojekten umgeht, und ob sie diese am öffentlichen Interesse und an Gerichten vorbei planen und durchsetzen will."

Bündnis-Sprecher  Peichl warf den Regierungen in Berlin und Brandenburg "Täuschung, perfide Manipulation, gezielte Fehlinformationen und verlogene Beschwichtigungspolitik" vor.

Die Fluglärmkommission, in der unter Beteiligung der vom Fluglärm betroffenen Kommunen alternative Flugrouten diskutiert und gefunden werden sollen, nannte Peichl hingegen ein "pseudodemokratisches Instrument". „Es wird eine Bürgerbeteiligung vorgegaukelt, die es gar nicht gibt.“

Die eigentliche Diskussion um die Ausmaß und Funktion des Flughafens werde in diesem Gremium gar nicht behandelt. "Der Beschiss, dass sich die Betreiber einen kleinen Regional-Flughafen haben genehmigen lassen und jetzt ein internationales Drehkreuz entsteht, wird dort eiskalt ignoriert", sagte Peichl.

"Wenn die Politik nicht zur Vernunft kommt, wird der Protest ausufern." Die ganze Diskussion sei ein Ablenkungsmanöver "von den Planungen des Flughafens als internationales Drehkreuz".  „Wir sind eine breite, entschlossene Bürgerbewegung, die erst ihren Anfang nimmt. Es geht um Vertrauensschutz und Rechtssicherheit.“

"Wenn der Flughafen, so wie er jetzt entstehen soll, vom Bundesverwaltungsgericht durchgewunken wird, dann gute Nacht Rechtsstaat."

Anschließend zogen die Demonstranten auf der B 96 am Flughafen vorbei. Insgesamt war es ein beieindruckender Aufzug, von dem sogar in der Tagesschau mit einem Filmbeitrag berichtet wurde. Sie können diesen Bericht und weitere Pressemeldungen unter "Presseschau" auf dieser Homepage finden.

Bitte vormerken: Die nächste Grossdemonstration in Schönefeld findet am 7. MAI 2011 (Samstag) um 15.00 - 17.00 Uhr statt.

A. Sobel


 

 

Podiumsdiskussion mit Justizsenatorin in Lichtenrade

Strafvollzug in der Nachbarschaft

Berlin-Lichtenrade, 8. April 2011 In Lichtenrade sorgte vor einiger Zeit die Mitteilung, dass ein „Drogenknast“ in den Kiez kommen sollte, für viel Unruhe. Die „Friedrich-Naumann-Stiftung - Für die Freiheit“ nahm dieses Thema auf und lud zu einer Podiumsdiskussion „Strafvollzug in der Nachbarschaft - Gefahr oder Chance?“ in den Süden von Berlin ein. In einem Restaurant in der Buckower Chaussee versammelten sich circa 60 Zuhörer, davon rund 20 betroffene Einwohner. Anne Wellingerhof vom Regionalbüro der FDPnahen Stiftung begrüßte die Teilnehmer des Podiums.

Am Podium befragte die Berliner Morgenpost Redakteurin Christina Brüning die Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD), Thomas Bestmann (stellvertretenden Berliner Landesvorsitzenden des Bundes Strafvollzugsbediensteten-BSBD) und die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin Dr. Sebastian Kluckert (FDP) und Sven Kohlmeier (SPD).
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v.lksn.re: Kohlmeier, Bestmann, Brüning, von der Aue, Dr. Kluckert
Die Diskussion brachte kaum neue Erkenntnisse. Eine große Sorge konnte die Justizsenatorin dann doch den Bürgern nehmen: Vollzugslockerungen mit stunden- oder tageweisen Ausgängen werden in Lichtenrade nicht stattfinden! Aktuell hat man entschieden, dass diese Insassen in das Haupthaus verlegt werden. Der anfängliche Drogenentzug findet auch in der Hauptanstalt statt. Die Freigänger waren sowieso nicht für den Aufenthalt in Lichtenrade geplant.

Die „Internetzeitung“ von Lichtenrade berichtete schon einige Male ausführlich über das Thema und hat die Hintergründe und Überlegungen im Detail dokumentiert. Bei den Nachfragen von den Zuhörern wurde deutlich, dass die Zusammenhänge teilweise nicht nachvollzogen werden können und immer wieder verwechselt werden. Am Ende des Artikels sind die Fakten noch mal kurz zusammengetragen.

„Die Unruhe in Lichtenrade habe ich nicht erwartet“, erklärt die Justizsenatorin. Die Justizverwaltung sei davon ausgegangen, da es in Lichtenrade schon langjährige Einrichtungen der Justiz gab, dass hier kein Konfliktpotential auf die Politik zukommt. Gisela von der Aue kann die Sorgen der Bürger jedoch nachvollziehen.

Die Lichtenrader sind mittlerweile bei jedem Eingriff in ihre gewohnten Strukturen hellhörig, teils wütend, aber zumindest skeptisch und sorgen sich um die Wohnqualität ihres Ortsteils. Dies wurde bei den Nachfragen deutlich. Die Lichtenrader fühlen sich zum Beispiel durch die Flugroutendiskussionen und den Ausbau der "B96" mit finanzieller Anliegerbeteiligung benachteiligt, übergangen und nicht informiert. Es wurde offensichtlich, dass bei der Diskussion rund um die Drogenfachabteilung die späte Information der Anwohner das größte Problem darstellt. Die Justizverwaltung hatte kürzlich die Presse zu einer Rundfahrt durch die Justizeinrichtungen eingeladen, um fehlende Informationen besser vermitteln zu können.

Sven Kohlmeier (SPD), der auf ähnliche Erfahrungen in Lichtenberg zurückblicken kann, formuliert offen, dass die späte Information der Bürger der kritische Punkt ist.

Zu den Planungen für den Drogenfachbereich erläuterte von der Aue die Sicherheitsaspekte, die vor dem Umzug noch umgesetzt werden sollen. So werden engmaschige Vorsatzgitter vor den Fenstern der Zellen angebracht, die das „Angeln“ von möglicherweise übergeworfenen Sachen verhindern. Ein sogenannter Ordnungszaun soll den direkten Zugang zur Anstaltsmauer einschränken, da hier am ehesten übergeworfene Gegenstände (zum Beispiel Drogen und Handys) landen können. Weiter sollen die Außenbereiche ständig abgesucht werden. Auch der Besucherbereich wird im Zuge der Anpassungen sicherer gegen das Einschmuggeln von Gegenständen werden. Klar ist allen Beteiligten, dass man eine hundertprozentige Sicherheit nie haben wird. Gisela von der Aue erklärt: „Erfahrungsgemäß ist die Kriminalität im Umfeld von Vollzugsanstalten geringer.“ Die Senatorin sieht keinen Ansatzpunkt, dass sich in Lichtenrade, rund um den Kieferngrund, eine Drogenszene etablieren könnte.
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Untersuchungshaftanstalt Kieferngrund - Foto: dpa-Tim Brakemeier
Der FDP-Mann Dr. Sebastian Kluckert nimmt einleitend Stellung: „Strafvollzug in der Nachbarschaft ist grundsätzlich keine Chance, sondern eine Gefahr in der Stadt“ und sprach sich für eine Entlastung der Lichtenrader aus.

Dr. Kluckert und der Gewerkschaftsvertreter Thomas Bestmann sehen Alternativmöglichkeiten, nach denen der Drogenfachbereich nicht nach Lichtenrade kommen würde. Eine angesprochene Alternative ist, dass die Jugendarrestanstalt, die jetzt auf dem Nachbargrundstück ist, in die jetzige Untersuchungshaftanstalt „Kieferngrund“ umzieht. Dann würde die Verwaltung den Erweiterungsbau der Arrestanstalt für circa 6 Millionen Euro sparen und der jetzige Standort der Drogenfachabteilung kann für 3,5 Millionen Euro saniert werden. Nach der Rechnung von Kluckert sei dann noch genug Geld für einen „Rückbau“ der jetzigen U-Haftanstalt in eine Arrestanstalt vorhanden.

Engagiert äußert sich der Anstaltsleiter der Jugendarrestanstalt, Thomas Hirsch, und gab einen kleinen Einblick über das Leben in der Einrichtung. Hirsch zeigte auf, dass die jungen Menschen anders als Strafgefangene behandelt werden müssen und daher die bisherige Untersuchungshaftanstalt ungeeignet ist.
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Eingang Jugendarrestanstalt - Lützwostraße
Kohlmeier erklärte deutlich zu den Vorschlägen, dass es dem Steuerzahler im hoch verschuldeten Land Berlin nicht erklärbar gemacht werden kann, wenn eine nur 14 Jahre alte Anstalt für viel Geld zurückgebaut werden muss.

Beim geplanten Neubau der Arrestanstalt wurden die Anwohnerinteressen besonders berücksichtigt. In einer Information der Justizverwaltung heißt es dazu: „Bei den Planungen war es wichtig, dass alle Arresträume im inneren Bereich der Anstalt gelegen sind, damit Geräuschbelästigungen, die von den Arrestanten ausgehen und die leider nicht gänzlich abgestellt werden können, für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden sollen. Der ausgewählte Architektenentwurf hat diese Vorgabe umgesetzt und wird zu einer Umfeldverbesserung der Anwohner führen, weil kein Arrest- oder Freizeitraum in Zukunft mehr zur Lützowstraße hin gelegen sein wird.“

Arrestanstaltsleiter Hirsch bot ergänzend allen Bürgern den schnellen telefonischen Kontakt an. Man wird besonderen Belästigungen nachgehen und sanktionieren, versprach der Thomas Hirsch. „Tage der offenen Tür“ wurden in der Vergangenheit regelmäßig für die Nachbarn durchgeführt.

Die Nachfragen der Bürger haben gezeigt, dass die Begrifflichkeiten und Fakten rund um die Drogenfachabteilung und die Jugendarrestanstalt nicht bekannt sind und oft durcheinandergebracht werden. Selbst die Therapieeinrichtung vom Tannenhof Berlin-Brandenburg in der Lichtenrader Mozartstraße, die nichts mit Strafvollzug zu tun hat, wurde mit den Einrichtungen der Justiz verwechselt.

Eine weitere und breit angelegte Information scheint wichtig und notwendig zu sein, wenn man Ängsten und Sorgen der Anwohner ernsthaft begegnen will.

Thomas Moser / auch Foto 1 und 3 –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Was gibt es in Lichtenrade für Einrichtungen der Justiz? Was ist geplant?

Seit 1997 gibt es am Kirchhainer Damm den Untersuchungshaftbereich „Kieferngrund“ für jugendliche männliche Gefangene. Die Belegungszahlen sind hier stark rückläufig. Daher soll jetzt der Drogenfachbereich, der sich zurzeit in einem stark sanierungsbedürftigen Haus der Hauptanstalt befindet, nach Lichtenrade kommen. Davon vollkommen getrennt gibt es auf dem Nachbargrundstück die „Jugendarrestanstalt Berlin“, von der Lützowstraße aus zugänglich. Die Jugendarrestanstalt in keine Strafanstalt. Hier soll Jugendlichen in Vorfeld einer möglichen Strafe, mit einer maximalen Dauer von vier Wochen, die Folgen ihrer Handlungen deutlich gemacht werden. Dieser Bereich ist zu klein und muss von den Belegungszahlen ausgeweitet werden. Die Justizverwaltung plant daher einen Erweiterungsbau auf dem Grundstück.

Hintergrundberichte in der Internetzeitung (Auswahl):

Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt – Was erwartet Lichtenrade?

Hintergrundinformationen zu den aktuellen Planungen der Senatsjustizverwaltung!

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/13/drogenfachabteilung-der-jugendstrafanstalt---was-erwartet-lichtenrade.htm

Drogenhaftanstalt in Lichtenrade: „Neues Ungemach in Lichtenrade“

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/02/08/drogenhaftanstalt-in-lichtenrade---neues-ungemach-in-lichtenrade-.htm

Neu in Lichtenrade: 1.) Drogenhaftanstalt! 2.) Asylantenheim?

Unruhe bei vielen Bewohnern in Lichtenrade!

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/02/04/neu-in-lichtenrade--1--drogenhaftanstalt-2--asylantenheim.htm

 

Das Reich Gottes auf der Bahnhofstraße

Proppevoll war der Gemeindesaal am 8. April bei der Ideenwerkstatt Bahnhofstraße. Zunächst überwogen die Klagen: Staus vor der Ampel, Parken im Halteverbot, Parken in der zweiten Reihe, fehlende Fahrradschutzstreifen, LKW-Verkehr, Gefahr beim Überqueren der Fahrbahn, viel zu enge Bürgersteige. Und das alles wird zunehmen, wenn die Dresdner Bahn den Übergang Lortzingstr. schließt und wenn ein neues Einkaufsparadies die Tore und die Parkplätze öffnet.
Und doch suchen die Menschen auf der Straße die Begegnung miteinander und nehmen sich Zeit dafür. Eine Geschäftsstraße ist mehr als eine Fahrstrecke für Autos. Sie ist vor allem eine Begegnungszone für Menschen. Wie kann es nun gelingen, den Verkehr so zu organisieren, dass Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer aufeinaner Acht geben ? Kann die Straße eine Begegnungszone bleiben und der Verkehr dennoch ruhig fließen ? Das war die Frage des Abends.
Martin Schlegel vom BUND zeigte mit seinen Bildern aus Berlin, aus der Schweiz und aus Holland, dass so etwas durchaus möglich ist. Die Ökumenische Umweltgruppe wird an diesem Thema bleiben und im Gespräch mit der Fachwelt und der Politik auf einen Vorschlag hinarbeiten. Dieser soll in etwa einem Jahr in einer zweiten Ideenwerkstatt diskutiert werden.
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Foto und Bericht Ökumenische Umweltgruppe http://www.lichtenrade21.de

 

Kleine Anfrage – auch zum Strafvollzug in Lichtenrade

Kleine Anfrage – auch zum Strafvollzug in Lichtenrade

Der FDP-Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses Dr. Sebastian Kluckert fragte am 08. Februar 2011 „Welche Konzepte gibt es für den Strafvollzug?“

Die Justizsenatorin Gisela von der Aue antwortete am 9. März. Teile der Kleinen Anfrage, besonders die mit Lichtenrade-Bezug, werden hier veröffentlicht:

7. Mit welchen Kosten sind die Umbauten in der JSA Berlin und der Jugendarrestanstalt verbunden:

a. Bau oder Anbau eines zusätzlichen Gebäudes der Jugendarrestanstalt in Lichtenrade?

b. Könnte die Auslastung der JAA durch organisatorische Maßnahmen verbessert werden? Trifft es zu, dass als Aufnahmetage zzt. nur der Montag u. Freitag genutzt werden?

c. Umbau des Untersuchungshaftbereiches Kieferngrund für den Drogenvollzug?

d. Trifft es zu, dass die BIM weiterhin eine komplette Sanierung von Haus 8 der JSA Berlin plant?

Zu 7.: a) Hierfür ist im Haushalt eine Summe von 6 Millionen EUR vorgesehen. Damit werden 28 neue Plätze zusätzlich zu den vorhandenen 33 Arrestplätzen geschaffen.

Über die Maßnahme wird im Rahmen der Aufstellung des Haushalts 2012/2013 sowie der Investitionsplanung 2011 - 2015 abschließend zu entscheiden sein.

b) Die JAA ist ausgelastet. Sie ist seit geraumer Zeit an die Grenze ihrer Kapazität gelangt. Wegen fehlender Arrestplätze mussten im Jahr 2008 208 Arrestanten, im Jahr 2009 197Arrestanten und im Jahr 2010 265 Arrestanten abgewiesen werden. Im Jahr 2011 kam es bereits zu 51 Abweisungen. Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Einzelbelegung und Beachtung der Trennung von weiblichen und männlichen Arrestanten lässt sich eine Erhöhung der Belegung durch organisatorische Maßnahmen nicht erreichen. Die von der JAA geübte Praxis, den Montag und Freitag als Aufnahmetage zu nutzen, hat sich bewährt. Dieses Verfahren berücksichtigt neben den unterschiedlichen Arrestformen auch die schulischen und beruflichen Belange der Arrestanten vor dem Hintergrund des pädagogisch ausgerichteten Stufenkonzepts der JAA. Montags stellen sich Arrestanten, die nicht regelmäßig zur Schule gehen, keine Arbeitsstelle haben und nicht in einer Ausbildung stehen. Der Freitag ist im Wege der Selbststellung für die Arrestanten vorgesehen, die einen regelmäßigen Schulbesuch oder einen Arbeits- bzw. Ausbildungsvertrag vorweisen können.

c) Der Bereich wird mit sicherheitsspezifischen Einrichtungen für Gefangene mit Suchtmittelproblematik ausgestattet. Zur Eindämmung von Drogenüberwürfen werden die Freiflächen im Außenbereich vom übrigen Anstaltsbereich abgetrennt und vor dem Betreten abgesucht. Die Haftraumfenster werden mit engmaschigen Vorsatzgittern versehen, um ein Hineinziehen von Drogenpäckchen in die Hafträume zu verhindern. Im Sprechzentrum werden Trennscheiben für Einzelsprechstunden eingebaut, um die Übergabe von eingeschmuggelten Drogen durch Besucherinnen und Besucher zu verhindern. Die Schließfachanlage vor der Anstalt, in der Besucherinnen und Besucher die Gegenstände deponieren können, die nicht in die Anstalt eingebracht werden dürfen, wird erweitert. Die Kosten für die Maßnahmen werden nach derzeitiger Grobschätzung etwa 150.000 EUR betragen und aus Bauunterhaltungsmitteln bestritten.

d) Nein. Eine komplette Sanierung des Hauses 8 ist aufgrund der geänderten Planungen gegenwärtig nicht mehr vorgesehen.

8. Mit welchen Kosten (ggf. Schätzungen) wären alternative Baumaßnahmen verbunden:

a. Umbau bzw. Erweiterung des Untersuchungshaftbereiches Kieferngrund zur Jugendarrestanstalt?

b. Sanierung des Hauses 8 der JSA Berlin für die weitere Unterbringung von drogenabhängigen Insassen?

c. Sanierung des Untersuchungshaftbereiches Kieferngrund als Reserve für die JSA Berlin, wenn kein Umbau zur Jugendarrestanstalt?

Zu 8.: a) Der Untersuchungshaftbereich Kieferngrund ist nicht als „Erweiterung“ für die Jugendarrestanstalt geeignet. Das Gebäude verfügt über 80 Haftplätze und ist damit für den Arrestvollzug überdimensioniert, da dessen Raumbedarf mit 61 Haftplätzen angemessen, aber auch ausreichend abgedeckt ist. Der bisherige Untersuchungshaftbereich Kieferngrund der Jugendstrafanstalt ist für den Vollzug von Untersuchungshaft konzipiert und daher mit einem hohen und kostenaufwändigen Sicherheitsstandard ausgestattet. Seine Nutzung als Jugendarrestanstalt wäre unwirtschaftlich und würde im Übrigen auch nicht den Erfordernissen eines pädagogisch ausgerichteten Jugendarrestvollzuges gerecht werden. Er wird künftig zur Unterbringung der Drogenfachabteilung dienen.

b) Für die Grundsanierung des Hauses 8 wären vom Land Berlin nach vorläufiger Schätzung etwa 3,5 Mio. EUR aufzubringen.

c) Es ist nicht vertretbar, den im Jahre 1997 fertig gestellten, nicht sanierungsbedürftigen modernen Bereich Kieferngrund als Haftraumreserve vorzuhalten. Als Haftraumreserve ist nach vorübergehender Aufnahme der Jugendarrestanstalt bis zur Fertigstellung der baulichen Erweiterung das Anfang der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts errichtete Haus 8 der JSA prädestiniert.

9. In welchem Umfang wären Transporte der Insassen zwischen dem künftigen Drogenvollzug im Untersuchungshaftbereich Kieferngrund und der JSA Berlin notwendig und mit welchen Kosten wären diese verbunden? Es wird um Unterteilung nach Schulbesuch, Ausbildung, Arbeit, medizinische, psychiatrische und psychologische Betreuung und sonstiges gebeten? Ist dazu die bauliche Ausweitung der Warteräume in der JSA Berlin notwendig und wenn ja zu welchen Kosten?

Zu 9.: Der Standort Kieferngrund verfügt über ausreichende Einrichtungen und Räumlichkeiten zur Beschäftigung und Qualifizierung. Die Einzelheiten des diesbezüglichen Konzepts werden zurzeit von der Anstalt erarbeitet. Dabei sollen die Transporte von Gefangenen möglichst vermieden werden. Allerdings werden zukünftig die Transporte, die bislang im Untersuchungshaftbereich Kieferngrund für die Vorführung bei Gericht notwendig waren, entfallen. Der Bereich Kieferngrund hat für Transportzwecke ein Standortfahrzeug, das mit eigenem Personal betrieben wird.

10. Welche weiteren Umstrukturierungen und Konzepte plant der Senat im Bereich des Strafvollzugs noch vor der Wahl im September 2011?

Zu 10.: Der Senat richtet seine Planungen und Konzepte nach sachlicher Notwendigkeit aus. Er hat seine Vorhaben für das Jahr 2011 im Bereich des Justizvollzugs im Abgeordnetenhaus und im Ausschuss für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten vorgestellt.

(Drucksache 16/15 183 Abgeordnetenhaus von Berlin)

Ein ausführlicher Bericht zur Drogenfachabteilung ist in der „Internetzeitung“ von www.lichtenrade-berlin.de nachzulesen (http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/13/drogenfachabteilung-der-jugendstrafanstalt---was-erwartet-lichtenrade.htm)

 

Wirtschaft kontra Nachtflugverbot – Demonstrationen vor der IHK-Berlin

Die Wirtschaft sagt: „Tagesrandzeiten“ ein Muss für den neuen Flughafen!

Schönefeld ein „Hybrid-Airport“?

Berlin-Mitte, 30. März 2011 Die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) und die Handwerkskammer Berlin haben zum Thema: „Fliegen am Tagesrand - Warum Berlin die Randzeiten braucht“ in den IHK-Sitz in der Fasanenstraße eingeladen.

Vor dem Gebäude erwartete die Teilnehmer eine kleine bunte Demonstration von Nachfluggegnern zum Beispiel aus Lichtenrade, Wannsee, Kladow, Stahnsdorf und Werder. Die circa 50 Demonstranten brachten lautstark ihren Unmut zum Ausdruck und wurden vom Lärm-Mobil akustisch unterstützt. Schätzungsweise zwanzig Nachtfluggegner, teils auch Unternehmer, hatten sich für die Konferenz angemeldet und erwarteten die Podiumsdiskussion im Konferenzzentrum. Nicht alle Anmeldungen wurden nach unseren Informationen berücksichtigt. Der Konferenzsaal war zumindest gut gefüllt.
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Einleitend gab der IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer die Taktrichtung an. Schweitzer stellte klar, dass Berlin mit der hohen Arbeitslosigkeit und geringen Kaufkraft einen leistungsfähigen Drehkreuz-Flughafen mit Flügen am Tagesrand braucht: „Flugroutendiskussion ja, Flughafendiskussion nein!“ Dr. Erich Schweitzer erläuterte, dass nach den bisherigen Festlegungen in der Tagesrandzeit, das heißt von 22 bis 24 Uhr und von 5 bis 6 Uhr, 77 Flugbewegungen zulässig sind und davon zweidrittel in der Zeit von 22 bis 23 Uhr erfolgen. Die Entscheidung über ein Nachflugverbot bzw. über die Randzeiten wird vom Bundesverwaltungsgericht im Sommer erwartet.

Als Referent zum Thema war Karl-Friedrich Müller von Aviation Consult eingeladen worden. Müller erläuterte das multiple Einsatzgebiet für den neuen Flughafen in Schönefeld. Berlin-Schönefeld wird Hub*- und Feeder-Airport* sein, im Low Cost-Bereich* arbeiten, sowie Touristik- und Frachtflüge gewährleisten. Müller sprach, wegen dieses breiten Spektrums von einem „Hybrid-Airport*“: „Von allem etwas!“

Karl-Friedrich Müller erläuterte, dass Schönefeld nicht so wie Frankfurt sein wird. Für Berlin sprach er von einem „Sekundär-Hub“, wo Flugzeuge für Europaverbindungen stationiert werden. Er vermutet, dass die Lufthansa es aber Air Berlin nachmachen wird und das die Fluggesellschaft ihre Präsens in Berlin ausbauen wird. Müller erklärte die Begrifflichkeiten. So ist die „Kernnacht“ von 0 bis 5 Uhr zu sehen. Nach den bisherigen Regelungen sind in dieser Zeit „alte Genehmigungslagen, Rettungsflüge, Notlandungen und der Regierungsverkehr“ vom Nachtflugverbot ausgenommen. Die, wie es laut Müller juristisch heißt „Nachtrandzeiten“ sind auch gesondert geregelt. So darf in den halben Stunden vor und nach der Kernnacht kein Planverkehr erfolgen. Hier wären zum Beispiel Landungen von verspäteten Fliegern möglich. Die Randzeiten sind kontingentiert, wobei man in der Prognose davon ausgeht, dass 2023 der Rahmen dafür erschöpft sein wird. Die Randzeiten findet Müller unerlässlich, um Geschäftsleuten Tagesaufenthalte an anderen Orten zu ermöglichen, den Gewohnheiten von Reisenden entgegen zu kommen und Umsteigeoptionen leichter zu ermöglichen. Auch plädiert er dafür, dass im Touristikbereich Verspätungen geregelt werden müssen und alles andere nur zu größeren Belastungen der Umwelt beitragen würde (z.B. Buszubringerverkehr von anderen Flughäfen). Auch wenn die Fracht in Berlin keine große Bedeutung hat, spricht Karl-Friedrich Müller von einem besonders sensiblen Bereich der Berliner Wirtschaft.

Für Berater Müller „darf ein Flugverbot zwischen 22 und 6 Uhr nicht sein.“ Er prognostiziert katastrophale Auswirkungen, wenn mit einem Nachflugverbot Anbindungen an andere Knotenpunkte nicht mehr so optimal möglich sind. Laut Müller war das bisherige Planfeststellungsverfahren mit den aufgezeigten Genehmigungen für die Randzeiten schon ein Kompromiss und „zähneknirschend hinzunehmen.“ Parallelstart sind für den Flughafen auf jeden Fall notwendig, meint ergänzend der Referent.

In der von Ansgar Hocke (rbb) moderierten Runde waren neben Müller noch Prof. Dr. Rainer Schwarz (Berliner Flughäfen), Hermann Lindner (Air Berlin), Oliver Wagner (Lufthansa), Christian Wiesenhütter (IHK-Hauptgeschäftsführer) und Jürgen Wittke (Hauptgeschäftsführer von der Handwerkskammer Berlin) vertreten.

Auch die Diskussionsteilnehmer sprechen von einem Kompromiss, wo schon zwischen den verschiedenen Interessen von Anwohnern und Flughafen abgewogen wurde. Erwartungsgemäß waren für alle Diskutanten die Randzeiten für die Wirtschaft unabdingbar. Lufthansa-Vertreter Wagner bekannte sich zu Berlin. Inwiefern sich die Lufthansa aber verstärkt bei den Berliner Flughäfen engagiert, wollte er nicht verraten. Er vertröstete auf Entscheidungen im Sommer 2012. Flughafenchef Dr. Schwarz sprach davon, dass die 77 kontingentierten Flugbewegungen in den Randzeiten schon „wehtun.“ IHK-Geschäftsführer Wiesenhütter betonte, dass die jetzigen Nachflüge vom bisherigen 24-Stunden-Airport in Schönefeld wegfallen und es so ja für die Anwohner besser wird. Da konnte man spüren, wie den Nachtflugverbotsbefürwortern im Saale das Lachen im Halse steckenblieb.

Lindner von Air Berlin sprach von Berlin als zentralen Punkt in Mitteleuropa und geht von neuen Strecken aus. Prof. Dr. Rainer Schwarz von den Flughäfen geht von einem Verlust von 18.000 Arbeitsplätze und einem Kaufkraftverlust von 640 Millionen Euro aus, wenn ein Nachtflugverbot kommen würde. Bei der Berechung bezog sich Schwarz auf ein Kölner Gutachten. Diese Rechnung wurde dann kritisch hinterfragt und angezweifelt. Laut Schwarz setzt sich die Rechnung so zusammen, dass, wenn zum Beispiel 1.000 Plätze im Wartungsbereich nicht kommen bzw. wegfallen, dies weitere 2.000 Arbeitsplätze in der Region, beispielsweise in der Zulieferindustrie, nach sich zieht. Bei der Rechnung geht man durchschnittlich von 36.000 Euro je Arbeitsplatz aus. Weitere Nachfragen, die meistens von den Nachtflugkritikern kamen, konnten gestellt werden. Die sachlich vorgetragenen kritischen Nachfragen waren von der Angst um die Gesundheit der Menschen und besonders der Kinder geprägt.

Für Jürgen Wittke von der Handwerkskammer ist der Flughafen eine „Jobmaschine mit Breitenwirkung“, womit er meinte, dass auch niedrig qualifizierte Arbeitsplätze entstehen werden. Der Air Berlin Vertreter erklärte, dass die Fluggesellschaft besonders in den Randzeiten alles dafür tun will, dass zum Beispiel mit leisen Flugzeugen die Situation so unproblematisch wie möglich gestaltet wird.

Für die IHK erläuterte Wiesenhütter, dass sie sich bei der ursprünglichen Flughafenentscheidung für Sperenberg eingesetzt haben. Jetzt sei aber die Entscheidung für Schönefeld getroffen worden und ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr nicht hinnehmbar. Das Sperenberg zu einem späteren Zeitpunkt doch mal Flughafenersatz werden könnte, was einige Flughafengegner erhoffen, erwähnte kein Diskussionsteilnehmer mit nur einem Wort.

Erwartungsgemäß konnten die Nachfluggegner nicht überzeugt werden, andererseits sehen die Unternehmer die „Tagesrandzeiten als Muss für die Wirtschaft“ an.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

*Erläuterungen:

Hub (Luftfahr-Drehkreuz einer oder mehrerer Fluggesellschaften/Verkehrsknotenpunkt bzw. „Umsteigeflughafen“)

Feeder (Zubringer-Airport)

Low Cost (Billigfluggesellschaften)

Hybrid bedeutet „etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Gemischtes“

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Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press
Aktueller Hinweis zu der Empfehlung der Fluglärmkommission:

Nach den aktuellen Presserverlautbarungen will die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, an dessen Spitze der Bürgermeister Ortwin Baier (der bei der letzten Montagsdemonstration auch in Lichtenrade gesichtet wurde), gegen die aktuelle Empfehlung der Fluglärmkommission vorgehen. Er ist darüber verärgert, wie die Entscheidung zustande kam. Offensichtlich stand nicht die Abstimmung der Flugrouten auf der Tagesordnung. Somit wird die empfehlende Entscheidung in ihrer Rechtmäßigkeit angezweifelt. Also: keine Entwarnung für die Süd-Berliner Bezirke! ToM

 

 
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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