100.000 Klicks geknackt!

Lichtenrade im Netz:
Website und Internetzeitung sind eine Institution!

100.000 mal innerhalb von knapp 6 Jahren wurde die Website www.lichtenrade-berlin.de, ein Informationsportal des Ortsteiles Lichtenrade, aufgerufen (strenge Zählung!). Nicht gezählt sind die unzähligen Klicks in der „Lichtenrader Internetzeitung.“

Der Internetauftritt hat sich seit Beginn erheblich ausgeweitet. Hinzugekommen sind Berichte von vielen ehemaligen Lichtenradern, die über ihren Ortsteil berichteten. Ganz aktuell ist eine Künstlerseite eingerichtet worden.

...diese Mitteilung ist auch als Presseerklärung in eigener Sache veröffentlicht worden...

Ich danke allen Leserinnen und Lesern! Wir machen weiter und ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus! Ihr Thomas Moser
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Auszug: Newsletter März 2011

...

Was ist neu auf der Lichtenrade-Website www.lichtenrade-berlin.de ?

· Eine Künstler-Seite wurde eingerichtet bei „Kunst&Kultur“. Neu aufgenommen wurde Charlotte Kirschstein mit ihren wundervollen naiven Lichtenrade und Berlin-Bildern (die Bilder sind im Fotoalbum zu bewundern). Außerdem gibt der Künstler Sebastian Stoll von Vanek einen Einblick in sein Leben und in das künstlerischen Schaffen.

· Bei „Berichten und Gesichten“ (Weitere Berichte) hat jetzt endlich der Buddelkastentreff von der Wünsdorfer Straße einen festen Platz bekommen!

· Und der aktuelle Lichtenrade-Kommentar „Lichte meent“ ist soeben erschienen.

Was ist neu in der „Internetzeitung“ von Lichtenrade http://weblog.lichtenrade-berlin.de ?

In der Internetzeitung musste ich jetzt endlich über Japan etwas persönliches schrieben: (http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/27/wir-trauern-mit-japan---fukushima-ist--berall.htm) Vielen Dank an Andreas Schulz, der mir den Anstoß gab.

Außerdem will die Ökumenische Umweltgruppe das Haus Buhr bzw. das Landhaus Lichtenrade unter Denkmalschutz stellen lassen: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/24/pressemitteilung-und-aufruf--landhaus-lichtenrade-nicht-abrei-en.htm

Zur geplanten Drogenfachabteilung in Lichtenrade haben wir mit dem Geschäftsführer des Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V., Horst Brömer, ein Interview geführt: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/03/15/drogenfachabteilung-der-jugendstrafanstalt-nach-lichtenrade---interview-mit-dem-.htm

Bericht über die kommende Montagsdemo folgt…

Was gibt es noch…Immer wieder mal nachschauen:

Aktuelle Lichtenrade-Tipps: http://weblog.thomasmoser.de

Nachbarn-News: http://weblog.thomasmoser-berlin.de (zum Beispiel immer wieder Berichte aus der ufa-Fabrik in Tempelhof oder über die Neuköllner Oper

Berlin-News: neu…Kurt-Mühlenhaupt-Ausstellung und Anti-AKW-Kundgebung

WER INTERESSE AM NEWSLETTER HAT: MAIL an postmaster@lichtenrade-berlin.de

 

„Glück auf – Lichtenrade!“ – Fluglärmkommission hat getagt: Gerade Abflugroute!

Bezirksbürgermeister Band berichtet auf der 14. Montagsdemo gegen Fluglärm in Lichtenrade …und eine Klarstellung zum „Info-Büro“

Berlin-Lichtenrade, 28. März 2011 Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ hat zur 14. Montagsdemonstration gegen die abknickenden Flugrouten aufgerufen. Der Platz vor der Lichtenrader Salvator-Kirche erstrahlte im Sonnenlicht. Endlich eine Montagsdemo im Hellen und bei freundlichem Frühlingswetter. Etwas 1.500 Demonstranten mögen es heute gewesen sein, die gespannt waren, was der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Ekkehard Band (SPD) von der heutigen Fluglärmkommission in Schönefeld zu berichten hatte.
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Band konnte die Mitteilung machen, dass die Fluglärmkommission für die Nordbahn in Richtung Westen den Geradeaus-Abflug beschlossen hat. Die Ergebnisse der Fluglärmkommission haben jedoch nur empfehlenden Charakter. Die Forderung der BI, zur Rückkehr zu den ursprünglichen geraden Flugrouten, ist damit ein Stück realistischer geworden. Band kann sich jedoch nicht vorstellen, dass die Deutsche Flugsicherung wieder zu ihren ersten Flugroutenempfehlungen zurückkommen wird. Diese heutige Empfehlung stellt eine Bindung an die Flughöhe von 5.000 Feet (circa 1.500 Meter) da: „Das ist noch nicht so sonderlich hoch,“ erläutert Band. Danach könnten die Piloten, mit Genehmigung der Fluglotsen, auch auf abweichenden Routen weiter fliegen. Hierüber ist aber noch kein Beschluss gefasst worden. Die Zehlendorfer haben zum Beispiel ein Interesse daran, dass auch die Flugzeuge in einem größeren Bogen um Potsdam herum fliegen. Darüber soll auf der nächsten Sitzung am 11. April gesprochen werden. Es wurde somit nur ein Teilbeschluss gefasst. Ekkehard Band: „Lichtenrade kann sich an dieser Stelle freuen, und zwar richtig freuen. Lichtenrade wird nicht betroffen sein.“ Die Demonstrationsteilnehmer zeigten mir ihrem Applaus, dass sie über diese Empfehlung erleichtert sind. Band erklärte, dass er den Auftrag erfüllt hat: „Ich freue mich über die Entscheidung. Glück auf, Lichtenrade!“
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Ekkehard Band in Lichtenrade: Glück auf, Lichtenrade
Günther Haße von der BI erläutert noch, dass der BBI auch nicht „BBI“ als internationale Abkürzung für einen Flughafen tragen darf, da dieses Kürzel schon in Indien vergeben ist: „Es kann nur BBR heißen: Berlin-Brandenburg-Regional.“
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Günther Haße von der BI
Haße spielt auf die Forderung der Wirtschaft und weite Teile der Politik an, dass in Schönefeld ein internationales Drehkreuz gewünscht ist, obwohl die ursprünglich beschlossenen Planungen nur von einem regionalen Flughafen ausgegangen sind. Klageverfahren laufen in dieser Angelegenheit noch beim Bundesverwaltungsgericht.
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Pressesprecherin Martina Pohske bedankt sich noch mal ausdrücklich beim Bezirksbürgermeister, dass er den Teilerfolg persönlich hier in Lichtenrade den Demonstranten vermittelt hat. Pohske, selbst aus Mahlow-Waldblick, freut sich darüber, dass in Lichtenrade diesmal der Bürgermeister von Blankenfelde Ortwin Beier (SPD) erschienen ist. Herr Dyhr von der Bürgerinitiative macht noch darauf aufmerksam, dass das heutige Ergebnis noch längst kein Grund zum Ausruhen ist: „Frohe Botschaften, aber freuen sie sich nicht zu früh!“ Er macht besonders auf die gesundheitlichen Gefahren aufmerksam, wenn kein strenges Nachtflugverbot durchgesetzt werden kann. „Wir müssen weitermachen“, ist die Botschaft des Redners.
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Der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. begrüßt die Vorschläge der Fluglärmkommission für die Führung der Flugrouten am neuen Flughafen BBI. Dadurch wird Lichtenrade voraussichtlich nicht bzw. nur in soweit betroffen sein, wie dies aufgrund der Planfeststellungsunterlagen seit mehr als 10 Jahren bekannt bzw. erkennbar war. Um allerdings endgültig verbindlich zu sein, bedarf es nunmehr der Entscheidung der Deutschen Flugsicherung bzw. des Bundesluftfahrtamtes.
"Die Lichtenrader müssen weiter aufmerksam sein, damit im weiteren Behördenweg die Vorschläge nicht wieder zerredet werden", so Frank Behrend, 1. Vorsitzender des mit rd. 3.000 Mitglieder größten Berliner Eigentümervereins. "Da die Flugrouten jederzeit wieder geändert werden können, muss es eine Regelung geben, die diese dann verbindlich festschreiben und nicht in das Ermessen einer Behörde stellen." Außerdem sind noch weitere Forderungen offen, wie z.B. ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

Und nun zu einem nicht ganz so erfreulichen Kapitel im Kampf der Lichtenrader Bürgerinitiative um die Flugrouten.

Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ und das „Info-Büro“

Bei den Protesten gegen Fluglärm ist in Lichtenrade ein wenig Verunsicherung eingetreten. Neben der Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ hat ein sogenanntes „Info-Büro“ in der Lichtenrader Bahnhofstraße eröffnet. Dieses Büro wird aber nicht von der Bürgerinitiative betrieben! Hier fordert man den Baustopp des neuen Flughafens in Schönefeld. Die BI hat von Anfang an darauf gesetzt, dass man „nur“ zu den ursprünglich zugesagten geraden Abflugrouten zurückkehrt. Mit der Forderung nach einem Baustopp würde man sich als BI ins politische Abseits stellen, obwohl viele mit dem Standort, in der Nähe von Berlin, nicht wirklich glücklich sind.

Nun hat der Vorsitzende der BI, Simon Lietzmann, eine Erklärung (siehe hinten) abgegeben, um die Abgrenzung zum „Info-Büro“ zu verdeutlichen.

Hinweis zur 3. Großdemonstration in Schönefeld: 10. April 2011 (Sonntag), 15:00 - 17:00 Uhr
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Thomas Moser (auch Fotos) –BerLi-Press – www.berli-press.de

Erklärung der BI „Lichtenrade-Mahlow/Nord gegen Fluglärm“ zum "Info-Büro"

Die Idee ist gut:

Das Vorhaben, ein Büro zur Information und als Anlaufpunkt in Lichtenrade einzurichten, ist sinnvoll und gut. Unsere Bürgerinitiative hatte diese Idee bereits im Oktober letzten Jahres, nahm jedoch aus personellen und finanziellen Gründen Abstand von dieser Idee. Dennoch taten sich einige Mitglieder unserer Bürgerinitiative zusammen, um in eigener Regie ein solches Büro zu eröffnen und zu betreiben.

Die Aktivitäten des Info-Büros:

Die Initiatoren des „Info-Büros“ haben inzwischen eigenständig Strategien und Aktionen entwickelt und umgesetzt, die den Strategien und Aktionen unserer Bürgerinitiative zum Teil widersprachen bzw. mit diesen in Konkurrenz traten. Es wurde vom „Info-Büro“:

- ein eigener rechtlicher Weg eingeschlagen und ein eigener Anwalt beauftragt,

- Spenden gesammelt,

- ein eigener Vorstand gewählt,

- eigene Versammlungen abgehalten,

- ein eigenes Diskussionsforum in Form einer „googlegroup“ eingerichtet,

- eigene Pressemitteilungen herausgegeben.

Dies alles erfolgte ohne Abstimmung mit dem Vorstand unserer Bürgerinitiative.

Wir müssen nun feststellen, dass sich mit dem „Info-Büro“, das mittlerweile auch ein eigener Verein … ist, ein in der Struktur völlig unabhängiges Gebilde entwickelt hat, dessen Initiatoren völlig unabhängig von unserer Bürgerinitiative agieren und Mitglieder unserer Bürgerinitiative aktiv abzuwerben versuchen.

Die „BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ wollte die Einheit:

In den letzten Wochen wurden mehrfach Gespräche zwischen dem Vorstand unserer Bürgerinitiative und dem Vorstand des „Info-Büros“ geführt, um eine Annäherung zu schaffen. In diesen Gesprächen hat sich gezeigt, dass die Auffassungen beider Seiten zum Teil recht ähnlich, in sehr wichtigen Bereichen allerdings sehr unterschiedlich sind:

Gemeinsamkeiten und Trennendes:

Gemeinsamkeiten gibt es in der Forderung nach einem strikten Nachtflugverbot und nach einer Aufgabe der Drehkreuz-Visionen für Schönefeld.

Uns trennen die Forderung des „Info-Büros“ nach einem Baustopp und die Aufgabe des Ziels gerader Abflugrouten. Das „Info-Büro“ bezeichnet die Kernforderung unserer Bürgerinitiative nach den geraden Abflugrouten unter anderem in seiner Pressemitteilung vom 01.03.2011 und damit öffentlich als „völlig nutzlos“ und fordert auf seiner Homepage den „sofortigen Baustopp“. Diese Forderung wiederum lehnen wir als unrealistisch und als in der Öffentlichkeit nicht mehrheitsfähig und als somit unvertretbar ab.

Strukturelle und inhaltliche Trennung:

Mit Bedauern muss der Vorstand also feststellen, dass eine Trennung in struktureller Hinsicht schon längst vollzogen ist, und dass die inhaltlichen Auffassungen beider Seiten in wesentlichen Aspekten kaum vereinbar sind. Die Auffassungen, die im „Info-Büro“ an der Bahnhofstraße vertreten werden, kann der Vorstand unserer Bürgerinitiative zum Teil nicht mittragen. Manche dieser Auffassungen hält der Vorstand für in der Sache falsch und in der dort vorgetragenen Deutung für unsere Sache schädlich.

Angebot der Zusammenarbeit:

Wir werden uns in Zukunft weiter darum bemühen, mit dem „Info-Büro“ in den Bereichen zusammen zu arbeiten, in denen dies möglich ist, wenn es darum geht, Schaden durch den zukünftigen Flughafenbetrieb von Lichtenrade und Mahlow-Nord abzuwenden. Vorerst allerdings kann der Vorstand unserer Bürgerinitiative das „Info-Büro“ nicht als Bestandteil der Bürgerinitiative ansehen, kann sich nicht für die dort vertretenen Auffassungen verbürgen und muss sich von einigen dieser Auffassungen entschieden distanzieren, um Schaden von unseren Bemühungen abzuwenden.“

Für weitere Informationen:

BI „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“: http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de/

Info-Büro: http://gegen-fluglärm.de

 

Wir trauern mit Japan - Fukushima ist überall!

Katastrophen machen immer wieder betroffen und geraten doch immer wieder schnell in Vergessenheit. Japan wurde von einem Erdbeben und Tsunami heimgesucht, wie viele andere Gegenden dieser Welt auch. Die Katastrophe in den japanischen Atomkraftwerken hat aber diesmal eine ganz neue Qualität. Selbst ein hoch technisiertes Land ist hilflos und hat die Technik nicht im Griff. Die Nachrichten machen uns alle still, wütend und nachdenklich. Wir trauern mit Japan und den Angehörigen der Opfer.

Sogar erklärte Atomkraftwerkbefürworter halten, aus welcher Motivation auch immer, ein wenig Inne. Wir hoffen, dass Politiker ihre Positionen und Entscheidungen überdenken. Nichts ist mehr so wie vor Fukushima: „Fukushima ist überall!“…und darum sind so viele Menschen verängstigt, betroffen und gehen demonstrieren.

Was bleibt da noch für einen kleinen Website-Betreiber aus Lichtenrade zu sagen: Nichts! Ich bin zu tiefst erschüttert und ohnmächtig! Lassen sie uns alle daraus lernen, egal was wir vorher zur Atomkraft gesagt haben! Wir dürfen diesen Weg nicht weitergehen und unsere Welt, diese eine Welt, für unsere Kinder und Enkel nicht unbewohnbar machen!

Darum finde ich die Idee von Andreas Schulz so wunderbar, dass man an dieser Stelle mal an die Kirschbaum-Allee am ehemaligen Mauerstreifen zwischen Berlin-Lichterfelde und Teltow bzw. Osdorf/Heinersdorf hinweist; ganz in der Nähe von Lichtenrade. Das japanische Volk hat uns anlässlich der Mauerfalls Kirschbäume gespendet: „Aus Freude über die Vereinigung.“ Lassen Sie uns den Japanern etwas zurückgeben! Thomas Moser

Spendenkonto Aktion Deutschland hilft: http://www.aktion-deutschland-hilft.de
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Ein Bericht vom 1. Kirschblütenfest 2002 (von der Internetseite B.I.T. veröffentlicht auf der Seite http://www.natur-land-forum.de/japkirsch/feste.htm ):

„Rund 1.400 Kirschbäume und -sträucher von insgesamt 8.249 säumen den ehemaligen Grenzstreifen zwischen Berlin-Lichterfelde und Teltow bzw. Osdorf/Heinersdorf.

Am 5. Mai 2002 bildeten die leuchtend rosa strahlenden Blüten die Kulisse für das 1. Japanische Kirschblütenfest, das auf Initiative der Lichtenrader Umweltinitiative Teltower Platte (UI) unter Mitwirkung der B.I.T. und der Stadtverwaltung Teltow zelebriert wurde. In diesem Rahmen wurde ein großer Gedenkstein mit einer Bronzetafel enthüllt, der an die Spende der Kirschbäume durch das japanische Volk anlässlich des Falls der Berliner Mauer im Jahre 1989 erinnert. Diese Aktion hatte seinerzeit die TV Asahi Group initiiert, durch die für die Pflanzung der Kirschbäume spontan ca. 1 Millionen Euro zusammenkamen. Der extra angereiste Vizepräsident der Asahi TV, Herr Ozawa, sowie Angehörige der japanischen Botschaft wohnten der Enthüllung bei und konnten sich vom guten Zustand der wohl längsten Kirschbaum-Allee in Berlin-Brandenburg überzeugen.“

 

Aufschrift der Erinnerungstafel:

Kirschbäume gespendet von japanischen Bürgern

aus Freude über die Vereinigung unseres Volkes,

unterstützt vom TV Asahi Network,

gepflanzt vom Sakura-Organisationskomitee.

April 1996

 

Unter den Zweigen

der Kirschbäume in Blüte

ist keiner ein Fremder hier.

Issa

 

Bericht vom 9. Kirschblütenfest: http://weblog.thomasmoser-berlin.de/archive/2010/04/25/9-japanische-kirchbl-tenfest--hanami-2010--am-mauerweg.htm

Vorankündigung: Das 10. japanische „Hanami“ Kirschblütenfest findet am Sonntag, dem 8. Mai 2011 von 13 bis 18 Uhr statt.
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Fotos: Andreas Schulz
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Foto:ToM
Die Kirschblüte in voller Pracht: Weitere Fotos siehe LINK

 

Die Inspiration kommt von Innen!

Einblicke in das Leben des Künstlers Sebastian Stoll von Vanek

„Ich werd´ es nie wieder los,“ sagt Sebastian Stoll von Vanek über seine Kindheitserinnerungen an Korsika. „Man muss nur die Augen schließen, dann hat man den Geruch von Macchie in der Nase.“ Der Künstler Sebastian Stoll von Vanek ist fasziniert von den Gerüchen der französischen Insel und der Farbpracht der Landschaft: rote Felsen, kitschig blaues Wasser und weißer Sand. Sebastian Stoll von Vanek mag auch bei seinen eigenen Bildern den Kontrast und die Gegensätzlichkeit. Sebastian Stoll von Vanek hatte das „große Glück“ Teile seiner Kindheit in Frankreich zu verbringen und konnte so zwei Kulturen erleben und lieben lernen. Das südländische Temperament und die deutsche Gewissenhaftigkeit finden auch Ausdruck in seinen Werken.
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In der gemütlichen lichtdurchfluteten Wohnung des Künstlers in Lichtenrade haben wir uns zum Interview verabredet. Im Hintergrund spielt ruhige Musik, ein schwerer alter Schreibtisch, ein Klavier, Kerzenständer und gedeckte Farben: Alles scheint seinen Platz zu haben. Freunde von Sebastian Stoll von Vanek sagen treffend über die Wohnung, dass dort die Sonne eingefangen wurde. Mediterranes Leben mitten in Lichtenrade! Eine liebe- und stimmungsvolle Atmosphäre ist für den Besucher spürbar. Hier können Gäste einen Ort der Ruhe erspüren. Der freundliche junge Mann, Baujahr 1976, spricht lebendig von seiner Gedankenwelt und voller Liebe und Begeisterung von seinem Beruf. Der hauptberuflich arbeitende Kunsttherapeut hat sich in seiner Wohnung, die auch gleichzeitig Atelier ist, eine private Oase der Inspiration erschaffen. Wenn Stoll von Vanek malt, dann nutzt er oft die Finger und nur manchmal einen Pinsel. Der Künstler malt in der Wohnung auf dem Fußboden: „Ich brauche die Bodenhaftung!“ Gerne malt er auch auf dem Balkon.

Die erste Berührung mit der Malerei hat der Künstler bereits als Kind. „Mein Vater ist ‚schuld‘“ erzählt lächelnd Stoll von Vanek: „Er hat ein wunderbares Auge für Details.“ Sie haben kleine Ölbilder zum „gemeinsamen Erleben“ gemalt. Mittlerweile umfassen über 80 Bilder das Werk von Sebastian Soll von Vanek, obwohl er erst im Januar 2004 die Leidenschaft zum Malen wiederbelebt hat: „Ich wollte Farbe in das winterliche Zwielicht bringen.“ Die Faszination der Farb- und Formsprache war wieder da! Bis dahin haben die inneren Bilder sich eher im schriftstellerischen Bereich ausgedrückt: „Für vieles haben wir ziemlich viele Worte. Aber für sehr viele Dinge gibt es keine Worte: Dafür gibt es das Bild, den Ausdruck!“
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Seine Bilder heißen beispielsweise „Irmgards Blütentraum“, „Tanzendes Herz“, „Der verdrehte Tanz“ und „Im Traum sind alle gleich“. Stoll von Vanek malt mit Öl auf Leinwand. Er ist inspiriert von den zwanziger bis vierziger Jahren, vom naturellen Stillleben und von Abstraktion: „Ich weiß nie, was passiert und was entsteht. Ich beginne stets mit meiner eigenen Gefühlsfarbe und der passenden Kombination und lasse mich dann leiten. Für mich ist das Malen eine gewisse Möglichkeit der Tiefenentspannung…mein ganz persönliches autogenes Training.“ Dabei lässt sich der Maler dann auch nicht stören: „Der Akt des Malens ist für mich ein heiliger Moment, indem ich das ‚Ich-Sein‘ spüre.“ Er beginnt und beendet ein Bild an einem Tag. So sind die Bilder auch sein ganz „persönliches Tagebuch.“ In seinen Bildern ist auch gerne ein kleiner „versteckter Witz“ eingearbeitet, der an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll. Nach vielen ähnliche Blumen-Stillleben musste Stoll von Vanek sich selbst boykottieren und hat ein „Anti-Bild“ mit vertrockneten Blumen gemalt.
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Sebastian Stoll von Vanek mal gerne duale Bilder. Als duale Bilder bezeichnet der Maler zwei Bilder mit einem ähnlichen Motiv, die, je nachdem wie sie zueinander angeordnet aufgehängt werden, unterschiedliche Interpretationen ermöglichen. Stoll von Vanek überlässt die Interpretation der Bilder aber gerne den Betrachtern: „Ich möchte den Betrachtern nicht das Gefühl stehlen!“ Jetzt redet der Maler auch als Kunsttherapeut, der weiß, dass es viele Interpretationen, Meinungen und Stimmungen geben kann.

Durch sein Studium und seine Ausbildungen hat Sebastian Stoll von Vanek drei Dinge miteinander verwoben. Das wissenschaftliche Interesse, das Therapeutische und die eigenen kreativen Ambitionen und Impulse verschmelzen und fließen zusammen. „Andererseits entstehen auch Trennungen“, sagt Stoll von Vanek. „Es geht in der Therapie nicht um meine kreativen Impulse, sondern um das Begleiten in die Welt der Gefühle des Patienten. Es geht dort nicht um Kunst. Diesen Impuls lebe ich als Privatmensch aus. Dennoch fließt das Verständnis und die Empathie mit ein, ohne die ich nicht arbeiten könnte.“ Alles entstand separat voneinander und bekam dann fließende Übergänge, beschreibt Sebastian Stoll von Vanek seine verschiedenen „Betätigungsfelder“.

Ein sympathischer Künstler, den man gerne öfters als interessanten Gesprächspartner hätte und, wenn es sein müsste, auch als Therapeut in Anspruch nehmen würde! ToM-BerLi-Press (auch Fotos)

Sebastian Stoll von Vanek hat einen Abschluss als Magister mit dem Schwerpunkt Medizingeschichte, Psychologie, Kunst- und Kulturwissenschaft, er ist Geschlechts- und Sexualwissenschaftler, Linguist und hat davor einige Jahre Volkswirtschaftslehre studiert. In Jüterbog hat er im Fläminghaus eine kunsttherapeutische Ausbildung absolviert. Sebastian Stoll von Vanek arbeitet für den Bereich Psychosomatik einer Klink in Kooperation mit der Charité als tiefenpsychologisch fundierter Kunst- und Bibliotherapeut.

Neben drei Veröffentlichungen im Bereich Belletristik und Lyrik hat er zum Beispiel mit Kerstin Rometsch in der Schlossruine Dahme eine Ausstellung „Augenblicke“ präsentiert und ist seit Jahren Mitwirkender beim „Lichtenrader Kunstfenster“.

Bericht vom „Lichtenrader Kunstfenster“: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/08/15/8-lichtenrader-kunstfenster-er-ffnet.htm

 

Pressemitteilung und Aufruf: Landhaus Lichtenrade nicht abreißen!

Pressemitteilung und Aufruf vom 23.03.2011 der Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade

Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade und Katholische Kirchengemeinde Salvator Berlin-Lichtenrade

Landhaus Lichtenrade nicht abreißen!

Umweltgruppe fordert Denkmalschutz

Neben dem S-Bahnhof steht auf dem Gelände des geplanten Einkaufszentrums das „Landhaus Lichtenrade“. Es war seit 1900 als „Wirthshaus Lichtenrade“ beliebte Ausflugsgaststätte und später Hotel. Nun steht es seit vielen Jahren leer. Die Gaststätte mit Tanzsaal ist in Lichtenrade noch als „Haus Buhr“ bekannt. In Sichtweite befindet sich die „Alte Mälzerei“. Auch sie liegt im Dornröschenschlaf und wartet auf den Kuss eines reichen Prinzen.
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Baustadtrat und CDU-Generalsekretär Bernd Krömer behauptet, dass das Haus völlig marode und nicht mehr zu retten sei. Dabei weist das alte Gemäuer äußerlich kaum Schäden auf. Es ist die „schönste Ruine“ im Süden von Tempelhof-Schöneberg.

Warum steht dieses Kleinod nicht unter Denkmalschutz? Könnte dann das Einkaufzentrum von Investor Dr. Harald Huth nicht gebaut werden? Das sind nur einige Fragen, um deren Beantwortung wir uns kümmern werden. Beim Landesdenkmalamt kannte man das Haus nicht, prüft den Fall aber bereits.

Dr. Dieter Hoffmann–Axthelm, bekannter Stadtplaner, hat in einer Bürgerversammlung festgestellt: „... da finde ich ein kleines Baudenkmal, nämlich das Landhaus. Eine wunderschöne Villa aus der Zeit um 1900, die eigentlich unter Denkmalschutz gehört, und die zusammen mit den Bäumen in allerhöchstem Maße ortsprägend ist. Nun wird behauptet, die Villa Haus Buhr sei nicht zu retten. Dieses Argument kenne ich seit vierzig Jahren. Ich habe seit meiner Kreuzberger Zeit an unglaublich vielen Rettungen schon teilgenommen, und immer hieß es, ob vom Stadtbauamt oder vom Investor, dass das betreffende Gebäude nicht mehr zu halten sei. Aber das ist in der Regel Unsinn und einfach nur eine Art, sich ein Problem vom Hals zu schaffen... Wenn man will, kann man das Haus ohne weiteres retten.

Und ich möchte Sie nochmals dringend auffordern zu überlegen, was Ihnen das wert ist, dass Sie ihren Wohnort noch wieder erkennen. Denn Sie werden sich wundern, was das heißt, wenn dieses Haus, mit den Bäumen davor, weg ist.“

Eine große Mehrheit der anwesenden Bürger hat sich an diesem Abend für den Erhalt des Hauses ausgesprochen. Deshalb setzt sich die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade (ÖUL), eine Gruppe von evangelischen und katholischen Umweltschützern, gegen alle Widerstände dafür ein, das „Landhaus Lichtenrade“ unter Denkmalschutz stellen zu lassen und vor dem Abriss zu bewahren.

Aufruf: Wer kann mit alten Fotos oder Erlebnissen helfen, die Geschichte des Hauses zu erzählen?

Kontaktaufnahme mit der ÖUL bitte unter 701 75 799 oder bornhagen27@alice-dsl.net.

Kontakt:

Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade,

Manfred Raß, Bornhagenweg 27, 12309 Berlin,

Tel.: 030-701 75 799, mobil: 0160 666 27 91

E-Mail: bornhagen27@alice-dsl.net

http://www.lichtenrade21.de
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Fotos: Th. Moser -BerLi-Press

 

Das Jugendamt informiert aus der Region Lichtenrade

Das Jugendcafé am Dorfteich hat ab sofort veränderte Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag ist das Jugendcafé in der Zeit von 14.00 bis 20.30 Uhr geöffnet, Dienstag und Mittwoch von 13.30 bis 19.00 Uhr und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr

Das Kinder- und Jugendhaus in der Nahariyastraße bietet jeden Dienstag und Donnerstag von 13.30 bis 15.00 Uhr ein Schülercafé an. Es werden kleine Snacks und Getränke angeboten. Ab 15.00 Uhr beginnen die offene Arbeit und Gruppenangebote.

Kick e.V. und Outreach planen für April - Osterferien - erneut das berlinweit beliebte Fußball-Turnier in Marzahn. Jedes Jahr nehmen 3 - 4 Mannschaften aus Lichtenrade erfolgreich daran teil.

In den Osterferien, am 20. April, findet ein großes Streetsoccer-Turnier auf dem Vorplatz des Kinder- und Jugendclubs Barnetstraße statt. Veranstaltet wird das Highlight von der Jugendeinrichtung mit der Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit (GSJ).

„Lortzings Mittelalter“ als Ferienspektakel im Lortzingclub. In den Osterferien, vom 26.4. bis 29.4.2011 können die Kinder erfahren, wie es sich zu Zeiten ohne PC und iPod so lebte. Die Kinder, die teilnehmen möchten, können sich im Lortzingclub anmelden.

Am 23. März und am 6. April, ab 15.30 Uhr findet ein Billard-Turnier für Kinder und Jugendliche statt. Veranstalter ist die Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit (GSJ). Austragungsort ist der Billard-Verein in Lichtenrade, Nunsdorfer Ring 25 - 27. Anmeldungen nimmt der Mitarbeiter vom Kick-Projekt entgegen.

Großer Beliebtheit bei den Jugendlichen in Lichtenrade erfreut sich der „Musik-Bus“ von Outreach. Der ehemalige BVG-Bus ist zu einem Aufnahmestudio umgebaut worden und kann so die einzelnen Einrichtungen anfahren. Die Jugendlichen können hier eigene Musik und Songs sofort aufnehmen und bearbeiten.

Die Schulstation in der Nahariya-Grundschule lädt wieder alle Eltern in das Elterncafé ein:

  • Mittwoch, 23. März 2011 von 15.00 bis 16.30 Uhr: Neue Medien - Chancen und Risiken für Kinder
  • Mittwoch, 06. April 2011 von 15.00 bis 16.30 Uhr: Gesunde Ernährung und Bewegung in Familie und Schule
  • Mittwoch, 18. Mai 2011 von 15.00 bis 16.30 Uhr: „…und raus bist du!“ - Mobbing erkennen und Kinder stärken

Außerdem wird über Angebote für Familien in Lichtenrade und Neuigkeiten aus dem Kiez informiert und weitere Aktivitäten und Projekte der Nahariya-Schule bekannt gemacht.

 

Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt nach Lichtenrade - Interview mit dem Geschäftsführer vom Tannenhof

Ein Interview mit dem Geschäftsführer des Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. Horst Brömer

Der TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V. hat seit 1979 in Lichtenrade eine Einrichtung, in der 40 suchtkranke Erwachsene zur stationären Suchttherapie aufgenommen werden können.
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Horst Brömer beim 30jährigen Jubiläum -2009- vom Tannenhof (Foto:BerLi-Press)
Im Herbst 2011 soll die Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt in den Kieferngrund nach Lichtenrade ziehen. Ausführliche Informationen, zum Beispiel ein Hintergrundbericht, sind in der „Internetzeitung“ von www.lichtenrade-berlin.de zu finden.

BerLi-Press: Können Sie die Sorgen und Ängste einiger Bürger aus der Nähe dieser Anstalt nachvollziehen, die mit dem Umzug der Drogenfachabteilung Lärmbelästigungen und Begleitkriminalität befürchten und haben Sie, zumindest bei der Gründung des Tannenhofes, eigene Erfahrungen mit Verunsicherungen der Anwohner gemacht?

Horst Brömer, Geschäftsführer TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.: „Die Sorgen der Anwohner müssen ernst genommen werden. Es kommt auf die Gestaltung der direkten Umgebung der JVA oder der Jugendarrestanstalt an, ob dort "Platz gemacht wird" für solche Menschen, die Kontakt zu den Insassen von draußen aufnehmen wollen. Das Beispiel der JVA Plötzensee hat gezeigt, dass die Justizverwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei geeignete Maßnahmen eingeleitet hat. So können die Belästigungen der Nachbarschaft vermieden werden.“

BerLi-Press: Sieht der Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. Probleme für die eigene Arbeit, wenn die Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt sich auch in Lichtenrade befindet?

Horst Brömer: „Nein, hier sehe wir wie auch in der Existenz der Einrichtung Kieferngrund keine Beeinträchtigung. Man muss schon das menschliche Problem herausstellen: die jungen suchtkranken Menschen gehören nicht in den Knast. Für sie sollten die bestehenden Drogentherapieeinrichtungen genutzt werden.“

BerLi-Press: Sehen Sie fachliche Anknüpfungspunkte mit der Drogenfachabteilung?

Horst Brömer: Es geht um eine angemessene Behandlung der Suchtproblematik; die kann es des Strafvollzugs nicht geben. Es kommt immer auf die freie Entscheidung des Menschen an, sich für die Abstinenz zu entscheiden. Bestandteile der Suchttherapie sind nach heutigen modernen Maßstäben auch die Re-Integration, die Schulausbildung, die Anbahnung einer Berufsausbildung, die Bearbeitung der individuellen (Lebens-) Fragen, die gute Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie. Hier können wir uns Verbindung zur Drogenfachabteilung vorstellen, wenn es um Suchtinformation und um Vorbereitung des Einzelnen auf die Zeit nach dem Strafvollzug geht.“

Vielen Dank für das Interview!

 

Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt – Was erwartet Lichtenrade?

Drogenfachabteilung der Jugendstrafanstalt – Was erwartet Lichtenrade?

Hintergrundinformationen zu den aktuellen Planungen der Senatsjustizverwaltung!

Ein Bericht von Thomas Moser

Seit einigen Wochen machen sich Lichtenrader Bürger Sorgen darüber, dass ein Drogenbereich der Jugendstrafanstalt nach Lichtenrade kommen soll. Auch die Lichtenrader Internetzeitung hat schon ausführlich darüber berichtet. Die Verunsicherung ist nach wie vor groß: Was erwartet Lichtenrade nun aber wirklich?

Die Senatsjustizverwaltung und die Senatorin Gisela von der Aue (SPD) haben am 28. Februar 2011 Pressevertreter zu einer Rundfahrt eingeladen, um die Strafvollzugsanstalten in Berlin zu betrachten, die von Umstrukturierungen betroffen sind.

Die Fachverantwortlichen der Senatsverwaltung und der Einrichtungen des Berliner Justizvollzuges haben die Rundtour begleitet und den Pressevertretern Rede und Antwort gestanden. Um die Planungen verstehen zu können, ist es erst mal wichtig zu wissen, welche Bereiche des Justizvollzuges bereits seit Jahren in Lichtenrade ansässig sind und wie die Änderungen tatsächlich aussehen werden.

Was befindet sich im Kieferngrund? Seit März 1997 befindet sich der Untersuchungshaftbereich der Jugendstrafanstalt Berlin, Bereich Kieferngrund, in Lichtenrade.
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Foto: Eingang Kirchhainer Damm (U-Haftanstalt)-BerLi-Press

Der Zugang zur U-Haftanstalt ist am Kirchhainer Damm, liegt etwas nach hinten versetzt und ist mit einer hohen Mauer umgeben. Hier sind regelmäßig männliche Jugendliche von 14 bis 17 Jahren für die Dauer der Untersuchungshaft untergebracht. Die 80 Untersuchungshaftplätze sind in 4 Wohngruppen aufgeteilt. Untersuchungshaft wird dann angeordnet, wenn ein dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr besteht. Die Zahlen der Untersuchungshäftlinge sind stark rückläufig. Daher ist die Untersuchungshaftanstalt bei weitem nicht ausgelastet.
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Untersuchungshaftanstalt Kieferngrund - Foto: dpa
Was wird für den Kieferngrund geplant? Die Untersuchungshäftlinge aus Lichtenrade werden in die Anstalt nach Plötzensee verlegt. In diesen dann freien Bereich der Untersuchungshaftanstalt soll im Herbst 2011 die Drogenfachabteilung ziehen, die jetzt noch in einem alten Bau in Plötzensee untergebracht ist (Haus 8 der Jugendstrafanstalt Berlin). In der Drogenfachabteilung werden Straftäter, die selbst eine Drogenproblematik hatten, nach dem körperlichen Entzug untergebracht. Es geht hier nicht darum, dass zum Beispiel jugendliche Dealer untergebracht werden! Es kommt also darauf an, ob diese Straftäter selbst drogenabhängig waren.

Dann gibt es noch, seit 1995, davon vollkommen getrennt die Jugendarrestanstalt Berlin. Diese Arrestanstalt ist von der Lichtenrader Lützowstraße aus zugänglich. Die Lützowstraße liegt parallel zum Kirchhainer Damm und ist eine kleine Anwohnerstraße. Einige Arresträume der Jugendlichen liegen unmittelbar zur Lützowstraße. In der Vergangenheit kam es hier, nach Auskunft der Anwohner, zu Ruhestörungen.
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Kein Zugang zur Jugendarrestanstalt -Foto: dpa
Was ist nun Jugendarrest?
Jugendarrest ist nach dem Jugendstrafrecht ein sogenanntes „Zuchtmittel“, als Folge einer Straftat und keine Strafe. Jugendarrest wird dann richterlich angeordnet, wenn Erziehungsmaßregeln nicht ausreichen, aber andererseits eine Jugendstrafe (noch) nicht geboten ist. Der Arrest dauert in der Regel 14 Tage (maximal 4 Wochen). Im ehemaligen 1928 erbauten Kinderheim Kieferngrund werden einige weibliche, aber meistens männliche Arrestanten untergebracht. Die Kapazität liegt zurzeit bei 33 Plätzen und ist für den Bedarf vollkommen unzureichend. Immer wieder kommt es zu Überbelegungen und Abweisungen von Jugendlichen. Diese Situation ist besonders für einen Jugendarrest, der schnell angetreten werden soll, misslich. Daher ist jetzt geplant, dass dieser Bereich für circa 6 Millionen Euro auf 61 Plätze erweitert wird. Auch die bekannte Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die im Dezember letzten Jahres den Freitod für sich wählte, forderte immer den schnellen Vollzug von Arrest und Strafe. Damit wollte die Richterin erreichen, dass sich kriminelle Strukturen nicht noch verfestigen können.
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Foto: Jugendarrestanstalt -BerLi-Press-
Für die Zeit des Um- und Erweiterungsbaues wird diese Arrestanstalt vorübergehend in die jetzige Unterbringung der Drogenfachabteilung in Plötzensee (Haus 8) ziehen. Nach dem Umbau, man geht von einer Zeit von eineinhalb bis zwei Jahren aus, wird dieser Bereich wieder nach Lichtenrade zurückkommen. In den Teil direkt an der Lützowstraße soll aber vollständig die Verwaltung der Einrichtung ziehen. Die Arrestzellen sollen ausschließlich zum Innenhof ausgerichtet werden, damit sich die Belästigungen für die Anwohner deutlich verringern.

Um es an dieser Stelle deutlich zu sagen: Die Drogenfachabteilung wird keinen direkten Zugang von der Lützowstraße erhalten und ist separat hinter der Arrestanstalt durch hohe Mauern getrennt.

Und nun zurück zur Drogenfachabteilung: In die Drogenfachabteilung werden Gefangene erst nach dem körperlichen Entzug aufgenommen. Wie der Leiter der Drogenfachabteilung Kai Abraham erläuterte, werden hier regelmäßig bei allen Gefangenen monatlich mindestens vier Drogen- und Alkoholtests unangekündigt durchgeführt. Wenn auch nur die geringste Menge gefunden wird, kommen diese Gefangenen zurück in die Hauptanstalt. In der Drogenfachabteilung gibt es eine Art Stufenkonzept, in dem sich die Gefangenen bewähren können. Die erste mögliche Lockerung ist, dass die Insassen das Fernsehen nutzen dürfen. Von circa 80 Gefangenen verlassen durchschnittlich nicht mehr als 5 bis 6 Gefangene stundenweise die Einrichtung, die sich dann auch Tests, wie oben beschrieben, unterziehen müssen. Diese Lockerungen erhalten nur Gefangene, die über eine längere Zeit Drogenfreiheit nachgewiesen haben.

In der jetzigen Untersuchungshaftanstalt müssen, vor dem Umzug, noch einige Umbauten erfolgen. Hinter der über 5,30 Meter hohen Mauer soll noch ein hoher „Ordnungszaun“ gebaut werden. Damit sollen auch Überwürfe zum Beispiel von Handys und Drogen erschwert werden und die Gefangenen nicht direkt an die Mauer kommen. Wenn es doch zu Überwürfen kommt, wird die Gefahr dadurch begegnet, dass vor der Nutzung des Außengeländes durch Gefangene, das Grundstück von Justizbediensteten abgesucht wird. Auch sollen sogenannte Vorsatzgitter, das sind engmaschige Gitter, vor den Zellenfenstern angebracht werden. Diese zusätzlichen Gitter sollen dazu dienen, dass die Gefangenen sich keine Gegenstände „angeln“ können, die vielleicht doch mal auf dem Grundstück der Anstalt landen sollten. Für den Besuchertrakt müssen noch die Scheiben zwischen Besucher und Inhaftierten gänzlich geschlossen werden, damit eine Übergabe von Gegenständen nicht stattfinden kann. Für diese kleineren Umbauten geht die Senatsjustizverwaltung von Kosten von circa 150.000 Euro aus.

Schul- und Beschäftigungsmaßnahmen in Werkstätten sollen auch in Lichtenrade angeboten werden. Ein ständiger Transport dieser Insassen durch die Stadt ist nicht angedacht.

Offener Vollzug findet nicht in Lichtenrade statt

Wie ausdrücklich alle Verantwortlichen betonen, wird in Lichtenrade kein „Offener Vollzug“ stattfinden. Für den offenen Vollzug werden die Gefangenen weiterhin außerhalb von Lichtenrade am Standort Friedrich-Olbricht-Damm untergebracht. In den offenen Vollzug werden nur Gefangene untergebracht, bei denen keine Fluchtgefahr und keine Gefahr der Begehung neuer Straftaten bestehen. Der offene Bereich soll den Inhaftierten „die Erprobung in Belastungssituationen des täglichen Lebens“ ermöglichen.

Die Drogenfachabteilung ist im Augenblick im Haus 8 der Strafanstalt in Plötzensee, ein Haus aus dem Jahr 1878, untergebracht.
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Foto aus der JVA Tegel - Die jetzige Drofenfachabteilung hat einen ähnlichen Charme / Foto: dpa
Man kann dem Haus 8 von Innen ansehen, dass hier erhebliche Investitionen geleistet werden müssten. Vorübergehend soll hier, für die Zeit der Umbauarbeiten in Lichtenrade, die Jugendarrestanstalt einziehen. Danach soll dieses Haus nur noch als Haftplatzreserve genutzt werden. Dadurch erspart sich die Justizverwaltung erhebliche Sanierungskosten, die sonst anstehen würden.

Demonstration in Lichtenrade - Justizsenatorin nimmt Stellung

Die Senatorin wurde nach der Besichtigung des Lichtenrader Kieferngrundes von rund 30 Demonstranten zur Rede gestellt.
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Foto:dpa
Aufgebrachte Bürger hatten auch Plakate mitgebracht: „Kein Drogenknast in Lichtenrade“, „Warum Frau von der Aue?“ oder „Wer denkt an die Anwohner?“ Die Demonstranten machen sich Sorgen, dass ihre Kinder belästigt werden könnten und das auch erworbenes Eigentum weiter an Wert verliert. Bei den Demonstranten wurde der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße Hagen Kliem und einige Politiker gesichtet: Bundestagsabgeordneter Holger Krestel (FDP) und aus dem Berliner Abgeordnetenhaus Nikolas Zimmer (CDU) und Mirco Dragowski (FDP). Unruhe und Gelächter löste die Äußerung von der Aue aus, dass nach Lichtenrade nicht extra Menschen mit Drogen kommen würden. Außerdem gibt es nur wenige Insassen mit Vollzugslockerungen, erläutert die Justizsenatorin. Die beunruhigten Bürger hörten besonders interessiert dem Leiter der Drogenfachabteilung Kai Abraham zu, der konkret benennen konnte, was die Drogenfachabteilung ist und was die Lichtenrader zu erwarten haben: „Die Insassen kommen körperlich entgiftet in den Bereich. Niemand ist akut drogenabhängig. Von den bis zu 80 Inhaftierten sind fünf bis maximal zehn Freigänger, die mal am Wochenende raus dürfen, um ihre Familie zu besuchen.“ Deutlich wurde bei allen Bekundungen, dass es eine vollkommene Sicherheit und Garantie nicht geben kann. Den Bürgern vor Ort, die teilweise etwas beruhigt schienen, wurde dann das Angebot gemacht, dass sie zu einem verabredeten Termin auch mal hinter die Mauern sehen dürfen.
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Foto von der Demo (Dieter Dreher)

CDU und FDP sind gegen die Pläne der Senatsjustizverwaltung

Über den Antrag der CDU-Fraktion „Kein Umzug der jugendlichen Drogenstraftäter nach Lichtenrade – Kosten in Millionenhöhe sparen und Anwohnerinnen und Anwohner schützen! hat die Lichtenrader Internetzeitung bereits am 17. Februar 2011 berichtet (LINK: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2011/02/17/cdu-und-gewerkschaft-fordert--kein--drogenknast--nach-lichtenrade.htm). Unter der Überschrift „Kein Drogenvollzug in Lichtenrade-Endlich vernünftiges Gesamtkonzept für den Berliner Strafvollzug vorlegen!“ hat auch die FDP-Fraktion am 8. Februar 2011 einen Antrag in das Abgeordnetenhaus Berlin eingebracht. Nach einer Debatte im Abgeordnetenhaus vom 17. Februar 2011 wurden die Anträge in der 77. Sitzung an den Ausschuss für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Immunität und Geschäftsordnung überwiesen. Am Ende dieses Berichtes sind noch Auszüge der Diskussion im Abgeordnetenhaus nachzulesen.

Wer das vollständige Protokoll nachlesen möchte, kann sich die Parlamentsprotokolle ansehen unter http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/D12?OpenDocument .

Am 10. März 2011 nimmt der CDU-Wahlkreisabgeordnete aus Lichtenrade, Nicolas Zimmer, erneut Stellung: „Der Plan der Justizsenatorin von der Aue (SPD), die Jugendarrestanstalt aus Lichtenrade für mindestens zwei Jahre in das Haus 8 der Jugendstrafanstalt Plötzensee zu verlegen, um Platz für den Drogenfachbereich im Kieferngrund zu machen, verstößt gegen Bundesrecht. In § 1 Absatz 2 Satz 2 Jugendarrestvollzugsordnung ist unmissverständlich geregelt: `Jugendarrestanstalten und Freizeitarresträume dürfen nicht in Straf- oder Untersuchungshaftanstalten, auch nicht im Verwaltungsteil dieser Anstalten, eingerichtet werden. Man muss von einer Justizsenatorin erwarten können, dass sie die einschlägigen rechtlichen Regelungen kennt und auch anwendet. Zu den Vorwürfen der CDU-Fraktion erklärt der Sprecher der SPD- Fraktion für den Strafvollzug, Sven Kohlmeier: „Die CDU hat offenbar weder den Wortlaut noch den Sinn und Zweck der von ihr zitierten Norm aus der Jugendarrestvollzugsordnung verstanden. Der Jugendarrest wird zum einen vorübergehend, zum anderen in einem Gebäude vollzogen werden, das baulich und organisatorisch von der Jugendstrafanstalt getrennt sein wird.“

Gewerkschaft ist auch gegen den Umzug

Auch die Gewerkschaft Strafvollzug (BSBD) spricht sich dafür aus, dass die Drogenfachabteilung nicht verlegt wird und macht auch Alternativvorschläge. Die Gewerkschafter führen auch immer wieder finanzielle Aspekte an, die mit den Planungen der Senatsverwaltung verbunden sind.

Die Gewerkschaft vertritt hier naturgemäß stark die Interessen der Beschäftigten, für die die geplanten Änderungen sicherlich auch erhebliche Einschnitte und Umstellungen mit sich bringen würden. Inwiefern interbetriebliche Diskussionen geführt worden sind und Entscheidungen transparent vermittelt wurden, kann von dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Und wie geht es weiter?

Die Besichtigungen der Vollzugsanstalten konnten beeindruckend die Situation verdeutlichen. Die Überlegungen der Senatsverwaltung für Justiz kann man durchaus nachvollziehen. Inwiefern aber auch alle Möglichkeiten geprüft und abgewogen worden sind, ist sicherlich noch im parlamentarischen Raum zu beleuchten. Den Lichtenradern hat Senatorin von der Aue zugesagt, dass sie sich der Diskussion stellen will. Eine Einladung des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Lichtenrade e.V. liegt der Senatorin schon vor.

Eines scheint deutlich zu sein, dass der Berliner Wahlkampf, auch in Lichtenrade, so richtig losgegangen ist. Nach der Flugroutendiskussion gilt dies wohl auch für die „Drogenknast-Diskussion.“ Für die Bürgerinnen und Bürger dürfte es aber das Wichtigste sein, dass die Ängste und Sorgen ernst genommen werden und andererseits alle Fakten auf den Tisch kommen müssen. Panikmache und Abwieglung sind sicher die schlechtesten Ratgeber! Dieser Bericht soll zur Versachlichung beitragen, kann aber auch nur ein kleiner Anfang sein. Aus Sicht des Lichtenrader Autoren ist es wichtig, dass die Bürger zeitnah, umfassend und sachlich über die Planungen informiert werden und das ihre bisherigen Erfahrungen auch ernst genommen werden.

ToM (BerLi-Press) www.berli-press.de

Fotos Tim Brakemeier-DPA; Thomas Moser-BerLi-Press und letztes Foto im Bericht von Dieter Dreher

 

 

Aus Diskussion im Abgeordnetenhaus (Auszüge) am 17. Februar 2011

Dr. Sebastian Kluckert (FDP) zum Antrag: „Die Lichtenrader sollen nach dem Willen der Justizsenatorin neue Nachbarn bekommen, nämlich die Insassen des Drogenhauses der Jugendstrafanstalt. Um es hier schon ganz klar zu sagen: Wir lehnen einen Drogenvollzug im Lichtenrader Wohngebiet strikt ab…Die Anstaltsleitung hat gegen den Senatsplan vorgeschlagen, lieber den Kieferngrund in Lichtenrade stillzulegen und nur noch als Haftplatzreserve zu nutzen… Alternativ wurde vorgeschlagen, im bisherigen Untersuchungshaftbereich auch die schon in Lichtenrade gelegene benachbarte Jugendarrestanstalt unterzubringen.“

Zu den vorliegenden Anträgen äußert sich auch die Justizsenatorin Gisela von der Aue: „Derzeit sind die Inhaftierten mit einer Drogenproblematik – was nicht damit verwechselt werden darf, dass sie jeden Tag Drogen konsumieren –, getrennt von den anderen Inhaftierten im ältesten und sanierungsbedürftigsten Bereich der Hauptanstalt, dem Haus 8, mit 88 Haftplätzen untergebracht. Ein im Rahmen der Substanz- und Werterhaltung ermittelter Grundinstandsetzungsbedarf würde nach Schätzung der BIM etwa 3,5 Millionen Euro erfordern und vorübergehend zu einem eingeschränkten Betrieb mit Teilschließung bestimmter Vollzugsbereiche führen. Das würde auch bedeuten, dass die bisherige strikte Trennung der dort untergebrachten Inhaftierten jedenfalls vorübergehend nicht möglich wäre. Deshalb halte ich es für sachgerecht, den Jugendstrafvollzug für Gefangene mit einer Drogenproblematik in den bisherigen Untersuchungshaftbereich Kieferngrund in Lichtenrade zu verlagern, statt das schon in der Kaiserzeit gebaute Haus 8 mit mehreren Millionen Euro zu sanieren. Bei dem Bereich Kieferngrund handelt es sich um eine 1997 in Betrieb genommene moderne Haftanstalt.“ Weiter erläutert von der Aue zu den Anwohnerbefürchtungen: „Im Übrigen ist es gesicherte Erfahrung, dass Straftaten von gelockerten Gefangenen so gut wie nie in der Nähe von Justizvollzugsanstalten begangen werden. Aber selbstverständlich werden wir auch das Gespräch mit den besorgten Anwohnerinnen und Anwohnern führen und ihre Fragen beantworten.

Es wäre sehr schön, wenn Sie mich unterstützten. Gesellschaftliche Probleme dürfen nicht nach dem Sankt-Florian-Prinzip immer nur den anderen überlassen werden.“ Weiter führt von der Aue aus: „Worüber reden wir heute eigentlich? – Wir reden über eine Umstrukturierung im Berliner Jungendstrafvollzug, der, mit Verlaub, – hier muss ich die zwei Fraktionen ansprechen, die die Anträge eingereicht haben – nicht ernsthaft diskutiert werden soll, sondern populistisch ausgeschlachtet wird. „Kein Drogenvollzug in Lichtenrade!“ steht in der Überschrift zu dem CDU-Antrag. Was ist denn bitte ein Drogenvollzug? – Es gibt in der Jugendstrafanstalt eine Drogenfachabteilung, die durch die Arbeit der Mitarbeiter einen hervorragenden Ruf hat und die Sie diskreditieren. „Kein Drogenvollzug in Lichtenrade!“ – das suggeriert, dass in Lichtenrade bisher überhaupt noch kein Vollzug war. Das ist falsch. Bereits heute gibt es in Lichtenrade die Haftanstalt Kieferngrund, das hat die Senatorin eben ausgeführt. Es handelt sich um eine Untersuchungshaftanstalt für 14- bis 17-jährige männliche Untersuchungsgefangene, die 1997 eröffnet wurde. Es ist also nicht so, dass die Anwohner dort bisher nicht auch schon mit einer Vollzugseinrichtung gelebt haben.“

Der Abgeordnete der CDU Nicolas Zimmer äußert sich gegen die Pläne der Justizverwaltung: „Zu der Verlagerung der Haftplätze muss man sagen, es gibt gute Gründe dagegen, Frau Senatorin! Fangen wir einmal mit den notwendigen Umbaukosten an! Zweiter Punkt: Sie brauchen Besucherräume. Diese haben Sie in der Untersuchungshaftanstalt bislang nur in geringem Umfang, denn Untersuchungshäftlinge haben in der Regel Kontakteinschränkungen… Sie haben im Drogenfachbereich Inhaftierte, die in der Regel ein pathologisches Befundbild haben, entweder weil sie drogenabhängig sind oder es waren oder entsprechende Begleitkrankheiten haben. Sie haben in Plötzensee das Haftkrankenhaus um die Ecke. In Lichtenrade haben Sie gerade mal eine Krankenstation, die halbtags besetzt ist. Auch das führt doch dazu, dass Sie das Problem bekommen, beispielsweise bei der Verabreichung von Substitutionsstoffen, dass Sie die dort vor Ort ohne die entsprechenden Änderungen nicht sicherstellen können. Dritter Punkt: Die Inhaftierten müssen geschult werden und zur Ausbildung. In Lichtenrade ist es im Augenblick so, da findet keine richtige Schulung bei den Untersuchungshäftlingen statt.“

 

Lautstarke Demonstration in Schönefeld

Berlin-Schönefeld, 12. März 2011 Das Bündnis Berlin-Brandenburg gegen die neuen Flugrouten, ein Zusammenschluss von mehreren Bürgerinitiativen, riefen zur 2. Großdemonstration nach Schönefeld auf. Aus Lichtenrade kamen einige BVG-Sonderbusse. Rund 9.000 Teilnehmer kamen diesmal bei herrlichem Frühlingswetter zur alten Dorfkirche nach Schönefeld. Hier ging der Demonstrationszug los, der über die B 96 a an der bbi-airportworld, am S-Bahnhof Schönefeld und am Zugang zum Flughafenterminal vorbeiführte. Diesmal war über eine längere Zeit die Zufahrt zum Flughafen Schönefeld blockiert. Eine kurze Abschlusskundgebung gab es im Wohngebiet, das östlich hinter der Autobahn liegt.
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Wie man am Rande der Demonstration hörte, sollen bei der Sitzung der Fluglärmkommission am folgenden Montag neue Flugrouten vorgelegt werden. Nach den bislang bekannten Angaben soll der Westabflug auf der Nordstartbahn geradeaus geführt werden. Die Bürgerinitiativen, auch die in Lichtenrade, wollen ihre Demonstrationen so lange fortsetzen, bis verlässliche Entscheidungen in ihrem Sinne getroffen sind. Vielen Demonstranten fordern jedoch auch einen neuen Standort für den Flughafen. Für den Baustopp setzt sich in Lichtenrade das sogenannte „Infobüro Fluglärm“ ein, dass nichts mit der „Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ zu tun hat. Viele Lichtenrader Bürger sind darüber verunsichert, dass hier zwei Initiativen agieren und sich „Konkurrenz“ machen. Weitere Forderungen der Demonstrationsteilnehmer bezogen sich auf ein absolutes Nachtflugverbot und gegen ein internationales Drehkreuz in Schönefeld. ToM-BerLi-Press (www.berli-press.de)
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Link zur Bürgerinitiative: http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de

Link zum Fluglärmbüro: http://gegen-fluglärm.de

 

 

51 zusätzliche Bäume werden am Kirchhainer Damm gefällt!

Wie der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. kürzlich mitteilte, werden in diesen Tagen im Zuge des vierspurigen Ausbaus des Kirchhainer Dammes (B 96) 51 zusätzliche Bäume, vor allen Dingen Linden, gefällt, obwohl diese nach den Planfeststellungsunterlagen eigentlich erhalten werden sollten. Verantwortlich hier für ist laut Eigentümerverein die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die die Baumaßnahme durchführt.
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"Warum Bäume lt. Planungsunterlagen erhalten werden sollen und dann doch gefällt werden, ist nicht nach vollziehbar", so Frank Behrend, 1. Vorsitzender  des Haus-, Wohnungs- Grundeigentümervereins  Berlin-Lichtenrade e.V. , der zahlreiche Anlieger am Kirchhainer Damm vertritt. "Auch hier ist den Bürgern offensichtlich wieder etwas vorgemacht worden, was nicht eingehalten wird." Durch den Ausbau werden die Anlieger schon erheblich belastet, die Bäume sollten daher wie ursprünglich geplant erhalten werden. Ein sofortiger Stopp der Fällmaßnahmen ist erforderlich.
Ferner scheint die Fällaktion der Senatsverwaltung nicht rechtzeitig mit dem Bezirksamt abgestimmt worden zu sein. Erst im Februar wurden umfangreiche Baumpflegearbeiten am Kirchhainer Damm ausgeführt. "Hier wird Steuergeld mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen.", so Frank Behrend.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat bereits am 23.2.2011 eine Presseerklärung veröffentlicht:

Ausbau der B 96 –Kirchhainer Damm – Verkehrsbehinderungen aufgrund von Baumfällungen

23.02.11 Im Rahmen der Straßenbaumaßnahme müssen zusätzlich ca. 51 Bäume gefällt wer­den, die gemäß Planfeststellungsunterlagen als stadtbildprägende Baumreihe im künf­tigen Mittelstreifen erhalten bleiben sollten. Derzeit stehen diese Bäume am westlichen Fahrbahnrand der vorhandenen Fahrbahn.

Neupflanzung von Straßenbäumen

Durch die Straßenbaumaßnahme sind statisch wichtige Wurzeln der Baumreihe für die spätere Standsicherheit betroffen. Die Bäume sind aus Verkehrssicherheitgründen nicht zu halten und müssen gefällt werden. Es sind hauptsächlich Bäume der Art Tilia sp. (Linde) betroffen.

Eine Reduzierung der Fahrbahnbreiten bzw. Erweiterung des Mittelstreifens zum Erhalt der Bäume ist durch die Ausweisung als Schwerlasttransportstrecke / Hauptverkehrs­straße einerseits und die planfestgestellten Grundstücksgrenzen andererseits nicht möglich.

Die Fällungen und die Ersatzpflanzungen wurden mit den Trägern öffentlicher Belange und den zu beteiligenden Naturschutzverbänden abgestimmt.

Die Baumreihe im zukünftigen Mittelstreifen wird neu nachgepflanzt. Darüber hinausge­hende Ersatzpflanzungen als Kompensationsmaßnahme wurden bereits mit dem Bezirk abgestimmt und werden zeitnah im unmittelbaren Umfeld des Kirchhainer Damms um­gesetzt.

Die Baumfällarbeiten beginnen morgen, Donnerstag, den 24. Februar und werden ca. 2 Wochen dauern. Während der Durchführung der Arbeiten ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Foto:ToM-BerLi-Press

 

Fluglärm-Demonstrationen in Lichtenrade und Schönefeld -Veränderte Termine!

Die Bürgerinitiative "Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm" hat eine Presseerklärung rausgegeben: 

Demonstrationen werden mit aller Entschlossenheit fortgesetzt - der Schwerpunkt der Demonstrationen soll nach Schönefeld verlagert werden

„Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm" wird in Zukunft schwerpunktmäßig Demonstrationen jeweils vor den Sitzungen der Lärmschutzkommission - das nächste Mal in Schönefeld am 12. März 2011 von 15:00 bis 17:00 Uhr - gemeinsam mit den Bündnispartnern „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten" durchführen.

„Um unsere Kräfte im Bündnis der Bürgerinitiativen zu bündeln und auf die Großdemonstrationen in Schönefeld zu konzentrieren, sollen die mittlerweile berlinweit bekannten Lichtenrader Montags-Demonstrationen zukünftig nur noch einmal im Monat stattfinden. Die nächste Lichtenrader Montags-Demonstration wird am 28.03.2011 stattfinden", berichtete heute der Vorstandsvorsitzende der Bürgerinitiative Simon Lietzmann.  „Wir müssen unseren Protest gemeinsam mit den Bündnispartnern direkt an den Ort der Ursache tragen. Bisher haben wir hauptsächlich in unseren Gemeinden bzw. Ortsteilen getrennt demonstriert - dies soll sich nun ändern", so Lietzmann weiter.

„Ausschlaggebend für diesen Aktionswandel sei, dass die Flughafenbetreiber weiter versuchen, den Planfeststellungsbeschluss Stück für Stück aufzuweichen. Mittlerweile fordern die Betreiber ganz unverblümt ein „internationales Drehkreuz" in Schönefeld. Ebenso wird von den planfestgestellten Nachtruhezeiten immer mehr abgerückt. Nicht nur, dass dem Planfeststellungsverfahren wissentlich falsche Flugrouten zugrunde gelegt wurden, nun wird auch noch versucht, an möglichst vielen Stellschrauben des Planfeststellungsbeschlusses zu drehen. Die Flughafenbetreiber überspannen den Bogen gewaltig. Die von allen Seiten beschworene Reihenfolge „Sicherheit vor Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit" scheint keine Gültigkeit zu haben.

Wir werden nichts anderes als schnurgerade Abflugrouten und ein striktes Nachtflugverbot von 22.00 bis 06.00 Uhr akzeptieren. Wir werden uns auch nicht durch irgendwelche unverbindliche Versprechungen oder vermeintlich positive Pressemeldungen beruhigen lassen", äußert entschlossen der Vorstandsvorsitzende.

 
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