Die Inspiration kommt von Innen!

Einblicke in das Leben des Künstlers Sebastian Stoll von Vanek

„Ich werd´ es nie wieder los,“ sagt Sebastian Stoll von Vanek über seine Kindheitserinnerungen an Korsika. „Man muss nur die Augen schließen, dann hat man den Geruch von Macchie in der Nase.“ Der Künstler Sebastian Stoll von Vanek ist fasziniert von den Gerüchen der französischen Insel und der Farbpracht der Landschaft: rote Felsen, kitschig blaues Wasser und weißer Sand. Sebastian Stoll von Vanek mag auch bei seinen eigenen Bildern den Kontrast und die Gegensätzlichkeit. Sebastian Stoll von Vanek hatte das „große Glück“ Teile seiner Kindheit in Frankreich zu verbringen und konnte so zwei Kulturen erleben und lieben lernen. Das südländische Temperament und die deutsche Gewissenhaftigkeit finden auch Ausdruck in seinen Werken.
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In der gemütlichen lichtdurchfluteten Wohnung des Künstlers in Lichtenrade haben wir uns zum Interview verabredet. Im Hintergrund spielt ruhige Musik, ein schwerer alter Schreibtisch, ein Klavier, Kerzenständer und gedeckte Farben: Alles scheint seinen Platz zu haben. Freunde von Sebastian Stoll von Vanek sagen treffend über die Wohnung, dass dort die Sonne eingefangen wurde. Mediterranes Leben mitten in Lichtenrade! Eine liebe- und stimmungsvolle Atmosphäre ist für den Besucher spürbar. Hier können Gäste einen Ort der Ruhe erspüren. Der freundliche junge Mann, Baujahr 1976, spricht lebendig von seiner Gedankenwelt und voller Liebe und Begeisterung von seinem Beruf. Der hauptberuflich arbeitende Kunsttherapeut hat sich in seiner Wohnung, die auch gleichzeitig Atelier ist, eine private Oase der Inspiration erschaffen. Wenn Stoll von Vanek malt, dann nutzt er oft die Finger und nur manchmal einen Pinsel. Der Künstler malt in der Wohnung auf dem Fußboden: „Ich brauche die Bodenhaftung!“ Gerne malt er auch auf dem Balkon.

Die erste Berührung mit der Malerei hat der Künstler bereits als Kind. „Mein Vater ist ‚schuld‘“ erzählt lächelnd Stoll von Vanek: „Er hat ein wunderbares Auge für Details.“ Sie haben kleine Ölbilder zum „gemeinsamen Erleben“ gemalt. Mittlerweile umfassen über 80 Bilder das Werk von Sebastian Soll von Vanek, obwohl er erst im Januar 2004 die Leidenschaft zum Malen wiederbelebt hat: „Ich wollte Farbe in das winterliche Zwielicht bringen.“ Die Faszination der Farb- und Formsprache war wieder da! Bis dahin haben die inneren Bilder sich eher im schriftstellerischen Bereich ausgedrückt: „Für vieles haben wir ziemlich viele Worte. Aber für sehr viele Dinge gibt es keine Worte: Dafür gibt es das Bild, den Ausdruck!“
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Seine Bilder heißen beispielsweise „Irmgards Blütentraum“, „Tanzendes Herz“, „Der verdrehte Tanz“ und „Im Traum sind alle gleich“. Stoll von Vanek malt mit Öl auf Leinwand. Er ist inspiriert von den zwanziger bis vierziger Jahren, vom naturellen Stillleben und von Abstraktion: „Ich weiß nie, was passiert und was entsteht. Ich beginne stets mit meiner eigenen Gefühlsfarbe und der passenden Kombination und lasse mich dann leiten. Für mich ist das Malen eine gewisse Möglichkeit der Tiefenentspannung…mein ganz persönliches autogenes Training.“ Dabei lässt sich der Maler dann auch nicht stören: „Der Akt des Malens ist für mich ein heiliger Moment, indem ich das ‚Ich-Sein‘ spüre.“ Er beginnt und beendet ein Bild an einem Tag. So sind die Bilder auch sein ganz „persönliches Tagebuch.“ In seinen Bildern ist auch gerne ein kleiner „versteckter Witz“ eingearbeitet, der an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll. Nach vielen ähnliche Blumen-Stillleben musste Stoll von Vanek sich selbst boykottieren und hat ein „Anti-Bild“ mit vertrockneten Blumen gemalt.
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Sebastian Stoll von Vanek mal gerne duale Bilder. Als duale Bilder bezeichnet der Maler zwei Bilder mit einem ähnlichen Motiv, die, je nachdem wie sie zueinander angeordnet aufgehängt werden, unterschiedliche Interpretationen ermöglichen. Stoll von Vanek überlässt die Interpretation der Bilder aber gerne den Betrachtern: „Ich möchte den Betrachtern nicht das Gefühl stehlen!“ Jetzt redet der Maler auch als Kunsttherapeut, der weiß, dass es viele Interpretationen, Meinungen und Stimmungen geben kann.

Durch sein Studium und seine Ausbildungen hat Sebastian Stoll von Vanek drei Dinge miteinander verwoben. Das wissenschaftliche Interesse, das Therapeutische und die eigenen kreativen Ambitionen und Impulse verschmelzen und fließen zusammen. „Andererseits entstehen auch Trennungen“, sagt Stoll von Vanek. „Es geht in der Therapie nicht um meine kreativen Impulse, sondern um das Begleiten in die Welt der Gefühle des Patienten. Es geht dort nicht um Kunst. Diesen Impuls lebe ich als Privatmensch aus. Dennoch fließt das Verständnis und die Empathie mit ein, ohne die ich nicht arbeiten könnte.“ Alles entstand separat voneinander und bekam dann fließende Übergänge, beschreibt Sebastian Stoll von Vanek seine verschiedenen „Betätigungsfelder“.

Ein sympathischer Künstler, den man gerne öfters als interessanten Gesprächspartner hätte und, wenn es sein müsste, auch als Therapeut in Anspruch nehmen würde! ToM-BerLi-Press (auch Fotos)

Sebastian Stoll von Vanek hat einen Abschluss als Magister mit dem Schwerpunkt Medizingeschichte, Psychologie, Kunst- und Kulturwissenschaft, er ist Geschlechts- und Sexualwissenschaftler, Linguist und hat davor einige Jahre Volkswirtschaftslehre studiert. In Jüterbog hat er im Fläminghaus eine kunsttherapeutische Ausbildung absolviert. Sebastian Stoll von Vanek arbeitet für den Bereich Psychosomatik einer Klink in Kooperation mit der Charité als tiefenpsychologisch fundierter Kunst- und Bibliotherapeut.

Neben drei Veröffentlichungen im Bereich Belletristik und Lyrik hat er zum Beispiel mit Kerstin Rometsch in der Schlossruine Dahme eine Ausstellung „Augenblicke“ präsentiert und ist seit Jahren Mitwirkender beim „Lichtenrader Kunstfenster“.

Bericht vom „Lichtenrader Kunstfenster“: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/08/15/8-lichtenrader-kunstfenster-er-ffnet.htm

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