Ein treuer Leser: Grüße aus dem Schwarzwald

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Lieben Dank an Erhard Scheffler für die Grüße...

...auch ich möchte an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern, den Lichtenradern -Nah und Fern- und allen "Mut"bürgern ein besinnliches Weihnachten, einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr wünschen! Ich danke für Ihre Treue! Ihr Thomas Moser

 

Vorgezogene Bescherung in Lichtenrade

Bezirksbürgermeister Ekkehard Band und Jugendstadträtin Angelika Schöttler sorgten auch in diesem Jahr eine gute Woche vor Heiligabend für glänzende Kinderaugen. 150 Kinder und ihre Eltern kamen am 16. Dezember 2010 ins Gemeinschaftshaus Lichtenrade, um an einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier teilzunehmen. Das Kulturprogramm vor der Bescherung wurde gelassen hingenommen, durften die Kleinen doch bei der Weihnachtsgeschichte auf der Bühne selbst mitspielen. Aber dann ging es ran an die Pakete.
Bürgermeister Ekkehard Band, Jugendstadträtin Angelika Schöttler, die stellvertretende BVV-Vorsteherin Ingrid Kühnemann, Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns und der Büroleiter des Bürgermeisters, Michael Zöpel-Brochwitz, verlasen die Namen der Kinder und nach und nach wurden die großen, schweren Pakete abgeholt und am Platz sofort geöffnet.

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Foto: Jugendstadträtin Angelika Schöttler und der Ehrenamtsbeauftragte des Jugendamtes Walter Strutz überreichen ein Paket an die zweijährige Melisa Mechelke und ihre Mutter Sabrina.
Foto: Lothar Duclos

Der Bürgermeister dankte in seiner kurzen Ansprache vor allem den Sponsoren, die es möglich gemacht haben, die Geschenke für die Kinder zu kaufen. Das Tempelhofer Unternehmen Schindler Aufzüge beteiligte sich allein mit einer Spende von 3.000 Euro. Jedes Geschenk hat einen ungefähren Wert von 50 Euro. Das bedeutet, dass 150 Geschenke eingekauft und verpackt werden müssen. Für diese immense Arbeit trifft es sich gut, dass Walter Strutz über eine große Familie verfügt. Fünf Familienmitglieder leisteten jeweils zehn Stunden ehrenamtliche Arbeit, um alle Geschenke weihnachtlich zu verpacken.
Und damit es keine Enttäuschungen bei den Geschenken gibt, verraten natürlich die Eltern vorher die Wünsche ihrer Kinder. Weihnachtsgebäck, Obst, Säfte und Kakao standen auf den Tischen im Gemeinschaftshaus Lichtenrade. Und jedes Kind erhielt zusätzlich noch eine Tüte mit Süßigkeiten. All diese schönen leckeren Sachen spendete das Unternehmen Butter Lindner.
Es wird den Familien schwer fallen, die eigene Weihnachtsfeier am 24. Dezember zu toppen, denn die Vorweihnachtsfeier am 16.12. war mehr als nur eine Generalprobe. (KiTS aktuell Nr. 450)

 

Lichtenrade: Bürgerinitiative gegen Fluglärm professionalisiert sich!

Arbeitskreis Technik präsentiert erste Ergebnisse!

Berlin-Lichtenrade, 14. Dezember 2010 Nach der gestrigen 10. Montagsdemonstration hatte die „Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ zu einer letzten Informationsveranstaltung im Jahr 2010 eingeladen. In der Aula des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums haben sich rund 200 Mitglieder und interessierte Bürger versammelt.

Bevor Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) von der gestrigen Fluglärmkommission berichtete, stellte der „Arbeitskreis technische Auswirkungen der Flugrouten“ der BI (kurz: Arbeitskreis Technik) seine ersten Ergebnisse vor. Diese Darstellung machte deutlich, dass hier technisch versierte Menschen über profundes Wissen verfügen und sich noch weiteres spezielles professionelles Wissen zum Thema Flugrouten angeeignet haben.

Der Arbeitskreis will durch die Klärung der technischen Fragen mehr Transparenz schaffen. So kann die BI die Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) nachvollziehen und auch nachprüfen. Die momentanen Fragen sind die Bestimmung des Maximalpegels und des Dauerschallpegels (Mittelwert). Aber auch andere Maße, die zu einer Beurteilung des Fluglärm dienen, will der Arbeitskreis beurteilen können. Dazu gehört auch, dass die Zahl der Betroffenen durch den Flugbetrieb ermittelt werden soll. Für die Fragen der Schallbewertung hat der AK auf das „Integrated Noise Model“ (INM), ein anerkanntes Verfahren, zurückgegriffen. Es wurden die unterschiedlichen Auswirkungen bei der Flugroutengestaltung deutlich. Berücksichtigt wurden die Routenspreizungen, die dadurch entstehen, dass sich Piloten nicht an genaue Flugkorridore halten müssen. Die Auswirkungen bei Start und Landungen wurden plastisch gemacht. Aber auch die Unterschiede bei den Flugzeugtypen sind erheblich.
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In der ersten Phase hat sich der AK auf die Westseite vom geplanten BBI konzentriert. Als nächste Schritte der will die BI zwei eigene Messstationen einrichten, um genauere Aussagen machen zu können. Die offiziellen Werte der bisherigen Messstationen werden weiterhin genutzt. Der Arbeitskreis wird die unterschiedlichsten Modelle durchspielen und sich mit anderen Flughäfen vergleichen. Kompliziert wird die Klärung der Frage nach der Anzahl der jeweiligen Betroffenen. Eine wesentliche Beurteilungsgrundlage bei der Lärmbelastung ist, dass grundsätzlich nur die Mittelwerte genommen werden. Somit können, durch eine weitere Spreizung der Flugrouten, die Messwerte rechnerisch, mit allen damit verbunden Folgen (Lärmschutzmaßnahmen, Entschädigungen etc.), reduziert werden. Die Präsentation des Arbeitskreises ist auf der Website http://www.fluglaerm-lichtenrade.de hinterlegt (LINK zur Präsentation).
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Karte aus der Präsentation der BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm: Start einer B747-400 nach Routenvorschlag vom 6.9.2010 (Grün: -50db, Blau -60db, Rot -70db,  Gelb -80db)...danach wird Waldblick/Roter Dudel mit 80db und Lichtenrade zu großen Teilen mit 60db belastet
Ekkehard Band berichtete von der Fluglärmkommission. Kathrin Schneider, Leiterin der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, ist die neue Vorsitzende der Fluglärmkommission für den künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Kathrin Schneider hat den bisherigen Vorsitzenden Bernd Habermann abgelöst, der am 17. November sein Amt niedergelegt hatte. Band berichtete in der ersten Infoveranstaltung der BI, dass die damalige Sitzung katastrophal geleitet wurde. Den gestrigen Sitzungsverlauf beurteilte Band positiv. Es wurden alle 16 Anträge, die alten und die neuen Anträge, an die DFS weitergeleitet. Ekkehard Band sieht nicht automatisch Mehrheiten für seine und die Berliner Position. Andererseits sieht der Bezirksbürgermeister, durch den Verlauf der gestrigen Sitzung, die Chancen einer Einigung durchaus nicht mehr so pessimistisch. Band machte deutlich, dass er baldige Entscheidungen haben will: „Wir haben nicht ewig Zeit!“ Andererseits will er auch keine übereilten Beschlüsse. Bei der nächsten Sitzung der Kommission am 17.1.2011 wird die DFS ihre Stellungnahme zu den Anträgen vorstellen. Ein Arbeitskreis der Lärmkommission will Betroffenheitskriterien erarbeiten.
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Band (2. von rechts) bedauerte die Entscheidung, dass die Öffentlichkeit und die Teilnahme der Vertreter der Kommissionsmitglieder nicht zugelassen wurde. Band erklärte sich bereit, auch nach der nächsten Sitzung zu berichten. Er erhielt für seine bisherige Arbeit in der Kommission freundlichen und lautstarken Applaus.

Nach den Informationen gab es noch reichlich Gelegenheit für Fragen und Anmerkungen. Immer wieder wird auch von einigen Teilnehmern der Standort Schönefeld in Frage gestellt. Die Position der BI ist jedoch klar. Man hätte Sperenberg als Flughafen auch schöner gefunden. Jetzt geht es jedoch um eine Flugroutendiskussion.

In den letzten Tagen wurde von Dokumenten berichtet, wonach die DFS schon 1998 schriftlich darauf hingewiesen hat, dass es zumindest eine 15-Grad-Abknickung geben muss. Diese Schreiben sollen dann nicht, im Zuge der Überprüfung des Planfeststellungsverfahrens durch das Bundesverwaltungsgericht, vorgelegt worden sein. Nach den Aussagen des Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sollen diese Manipulationsvorwürfe nicht stimmen. Dafür empfehle ich folgenden Link: http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de/artikel/ministerium-widerspricht-der-darstellung .

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

LINK zur Präsentation des AK Technik

 

Perspektivwerkstatt für das Mälzerei-Einkaufszentrum!? Aber wie, wann, mit welchen Konsequenzen?

Die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade meldet sich zu Wort:
GEHT TEMPELHOF NEUE WEGE ?

BVV und Stadtplanungsausschuss diskutieren Bürgerbeteiligung beim "Lichtenrader Zentrum"

Mit den Stimmen der Grünen und der SPD hat die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg kürzlich beschlossen, bei der Planung des Geländes am S-Bahnhof Lichtenrade zwischen "Haus Buhr" und der "Alten Mälzerei" neue Wege zu gehen. Im Rahmen einer sog. "Perspektivenwerkstatt" sollen alle Interessengruppen frühzeitig zusammenkommen, um eine nachhaltige städtebauliche Konzeption für dieses Gelände zu erarbeiten. Neben dem Investor, den zuständigen Politikern und  dem Bauamt, wären hierbei der Einzelhandel, die Nutzer der Grundstücke und die Bürgerschaft von Lichtenrade angemessen zu beteiligen.

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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press

  • Dazu schreibt die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade:  "Die Menschen, die hier wohnen und sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzen, erwarten, dass ihre Vorstellungen angehört werden, bevor ein so zentrales Grundstück bebaut wird. Es geht ja hier nicht um ein Einkaufszentrum allein. Es geht bei diesem Projekt z.B. um die Auswirkungen auf die Bahnhofstraße und den Einzelhandel. Wird die Bahnhofstraße ein Lebensraum bleiben, in dem man sich gern aufhält, einkauft und Bekannte trifft oder wird sie vom zusätzlichen Verkehr überrollt ? Das Projekt hat mit der gesamten Verkehrsführung in Lichtenrade zu tun, es berührt das Haus Buhr und die alte Mälzerei. Das "Lichtenrader Zentrum" – wenn es denn kommt - wird das Stadtbild unseres Wohnortes nachhaltig verändern. Bei einem Projekt dieser Tragweite geht es heute nicht mehr ohne Bürgerbeteiligung."
  • In der Sitzung des Stadtplanungsausschusses vom 8. Dezember hat nun ein in solchen Planungsmethoden international erfahrener Stadtplaner, Herr Andreas von Zadow, erläutert, was es mit dem Gedanken der Perspektivenwerkstatt auf sich hat. Frühzeitige Kommunikation in der Planung zwischen allen Beteiligten kann Fehlentscheidungen vermeiden und das Verfahren beschleunigen. So wird am ehesten eine tragfähige Lösung erzielt. Insofern sei eine solche Perspektivenwerkstatt auch für den Träger des Vorhabens ein Gewinn. Das letzte Wort hat natürlich die Bezirksverordnetenversammlung im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans.
  • Im Augenblick begrüßen Die GRÜNEN  und die SPD die Perspektivenwerkstatt, während der Investor und die CDU dem Verfahren zurückhaltend oder skeptisch gegenüber stehen. Beide Seiten ringen vor allem um die Frage, ob eine solche Planungswerkstatt vor oder nach einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan stattfinden soll. Die "Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade" möchte z.B. an dieser Stelle nicht die Katze im Sack kaufen. "Wir wollen zumindest, dass vor einem Aufstellungsbeschluss die Auswirkungen des Projekts in unterschiedlichen Varianten auf den Verkehr und auf den Einzelhandel untersucht werden" erklärt die Bürgerinitiative.           
  • Der Stadtrat für Bauwesen und der Investor fragen andererseits nach der Verbindlichkeit einer Perspektivenwerkstatt und wollen erst dann daran teilnehmen, wenn das Projekt der Sache nach beschlossen ist. Auch die Frage der Kosten für eine Perspektivenwerkstatt ist noch nicht abschließend geklärt.
  • Noch ist also offen, ob Tempelhof tatsächlich bereit ist, neue Wege zu gehen.
    Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade

    R. Kraft  er@kraft-mail.de
 

Letzte Montagsdemonstration 2010 - 2011 geht es weiter!

Rede von Simon Lietzmann auf der Montagsdemo am 13.12.2010

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitstreiter aus Berlin und Brandenburg,
sollte sich bestätigen, was in der letzten Woche und heute der Presse zu entnehmen war, dann sieht das so aus:
Da bittet Herr Herberg, der Chef des Flughafens, eines Unternehmens, das zu 100 Prozent im Besitz unseres Staates ist, das Bundesverkehrsministerium um Mithilfe beim Betrug und bei wissentlicher Täuschung, um Mithilfe dabei, die Bürger ihres Rechts auf Mitsprache und ihres Rechts auf das Erheben von Einwänden zu berauben, um Mithilfe, dem Planfeststellungsverfahren wissentlich falsche Angaben zugrunde zu legen.
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Kämpferisch: Der Vorsitzende der BI Simon Lietzmann bei einer der letzten Demonstrationen
Und das Bundesverkehrsministerium reagiert entsprechend: Es nimmt offensichtlich Einfluss auf die Deutsche Flugsicherung, einer angeblich unabhängigen Behörde. Die Deutsche Flugsicherung reagiert dann genau so, wie der Flughafen-Chef es vorschlug, und verzichtet auf einen eindeutigen Hinweis auf die Notwendigkeit abknickender Abflugrouten zur Gewährleistung eines unabhängigen Flugbetriebs.
Des Weiteren lässt sich offenbar belegen, dass Briefe und Akten im Planfeststellungsverfahren gefälscht bzw. wissentlich unterschlagen worden sind, um schließlich auch das Bundesverwaltungsgericht zu täuschen, das dann den Planfeststellungsbeschluss auf der Basis gefälschter Unterlagen tatsächlich bestätigt.
Wie reagiert die Flughafengesellschaft, wie reagiert der Sprecher des BBI? Er lässt ausrichten, das sei Schnee von gestern. Er sehe das gelassen.
Diese Reaktion ist unverschämt. Sie ist eine Ohrfeige für die Bürger, die ihrer Rechte beraubt worden sind, und eine Ohrfeige für das Bundesverwaltungsgericht. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Deutschland möglich ist. Es tun sich rechtsstaatliche Abgründe auf.
Und noch immer scheinen die Verantwortlichen des BBI zu glauben, sie könnten sich irgendwie aus der Affäre ziehen. Aber das können sie nicht mehr. Wir werden das nicht zulassen!
Die Verantwortlichen des BBI selbst haben ihr Projekt durch völlig unverantwortliches Verhalten in Gefahr gebracht. Ihr Projekt, nicht das der Bürger, das, wie sie selbst immer wieder betonen, bedeutendste Infrastrukturprojekt in Berlin und Brandenburg, in das bereits über zwei Milliarden Euro an Steuergeldern geflossen sind.
Und durch ihr Zögern und durch ihr Verstecken und durch ihr fortwährendes Fehlverhalten riskieren die Verantwortlichen des BBI den Verlust dieser zwei Milliarden Euro an Steuergeldern weiterhin. Bald werden sie dieses Projekt, diese Investitionen nicht mehr retten können. Nicht, wenn sie weiterhin an dem festhalten, was sie oder ihre Vorgänger sich offenbar durch Betrug und wissentliche Täuschung erschleichen wollten und wogegen die betrogenen Bürger nun zu Recht protestieren und klagen: Die nun plötzlich anders verlaufenden, abknickenden Abflugrouten.
Die Debatte hat nun eine ganz andere Dimension erreicht: Es geht nicht mehr allein um Betroffenheiten jener oder dieser Bürger durch Flugrouten. Es geht jetzt darum, dass es Betrug und Täuschung durch Unternehmen in staatlicher Hand oder durch den Staat selbst an seinen Bürgern nicht geben darf. So eine Willkür staatlichen Handelns, so ein anmaßender Umgang mit den Rechten der Bürger und so eine Arroganz gegenüber den Bürgern und den Gerichten sind vollkommen inakzeptabel. Das können und dürfen wir nicht zulassen. Und jeder, der in Deutschland in einem Rechtsstaat leben möchte, kann und darf so etwas nicht durchgehen lassen.
Wir in Lichtenrade und Mahlow-Nord werden diesen Akt der Täuschung, der Beschneidung unserer Rechte und der Zerstörung unserer Lebensplanung nicht zulassen.
Wir werden weiter kämpfen! Solange, bis unsere Rechte wieder hergestellt sind und solange, bis wir unsere berechtigten Forderungen erfüllt bekommen.

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Ansonsten sprach für die BI aus Mahlow-Nord Martina Pohske.
http://www.fluglaerm-lichtenrade.de/

Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press

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Fluglärm-Demo Nummer 9: Der „Gang nach Canossa“ in Lichtenrade

Renate Künast: „Es kann doch nicht sein, dass Bürger ihren Lärmschutz auf Knien einwerben müssen!“

Berlin-Lichtenrade, 6. Dezember 2010 Bei der heutigen Montagsdemonstration mussten die Demonstranten in Lichtenrade noch etwas durch den Schnee stampfen. Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ hatte zum 9. Mal zu einer Demonstration gegen die veränderten, abknickenden Flugrouten aufgerufen und eine beeindruckende Zahl von gut 5.000 Teilnehmern kamen zum S-Bahnhof Lichtenrade.
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Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Simon Lietzmann legte in seiner Eingangsrede seinen Schwerpunkt auf die Belastungen in Mahlow: „Wer von den Politikern erhebt endlich seine Stimme für Mahlow? Die Mahlower sind keine Menschen 2. Klasse.“ Weiter betonte Lietzmann, dass endlich zu den ursprünglichen Flugrouten zurückgekehrt werden muss.
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v.lks.n.re.: Landtagsabgeordneter Christoph Schule, Simon Lietzmann und Günther Haße von der BI
Als erster politischer Gastredner kam der Landtagsabgeordnete von Brandenburg Christoph Schulze (SPD) zu Wort. Der Arzt legte den besonderen Schwerpunkt auf die gesundheitlichen Belastungen durch Fluglärm: „Der Fluglärm ist der eigentliche Fluch, der von diesem Flughafen ausgeht. Die Bürger wurden mit Absicht getäuscht.“ Schulze fordert ein absolutes Nachtflugverbot und forderte die Demonstranten auf, die Politik weiter unter Druck zu setzen. Christoph Schulze erbat auch die Solidarität für die Nachbargemeinden von Lichtenrade.
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Als heutige Hauptrednerin kam die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast, nach Lichtenrade. Renate Künast hat ihre Kandidatur gegen Klaus Wowereit, als Regierenden Bürgermeister, bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl 2011 angekündigt. Umso kritischer und neugieriger warteten die Lichtenrader mit Spannung auf die Rede der grünen Spitzenkandidatin. Bei den ersten Worten traten die Demonstranten der Gastrednerin offen, aber durchaus kritisch, entgegen. Die Enttäuschungen von anderen Aussagen aus der Politik sitzen bei diesem Süd-Berliner Völkchen tief.
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Renate Künast ist beeindruckt von den regelmäßigen Demonstrationen von tausenden Menschen. Künast unterstreicht das Recht der Bürger zu fragen, was am BBI passieren soll: „Wir leben im 21. Jahrhundert und wir fragen auch kritisch nach.“ Künast forderte die Verlässlichkeit von Planungen für einen Flughafen. Sie betont, dass für die Organisation von verlässlichen Flugrouten eindeutig die Politik zuständig ist. Künast stellt „als Grüne“ nicht die Frage nach dem Standort Schönefeld, weil „diese Entscheidung gefallen ist.“
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Foto: Holger Laube
Die Fraktionsvorsitzende betont, dass es unpräzise ist, wenn Politiker davon reden, dass Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit geht: „Die Jungs trennen zwischen der Wirtschaftlichkeit der Flughafen-Gesellschaft und der Fluggesellschaften.“ Künast fordert die Verlässlichkeit der alten Planungsdaten und insbesondere eine transparente Debatte über das Wie beim Betrieb des Flughafens. Künast beansprucht eine offene Diskussion, welche Flugbewegungen man sich vorstellt und wie sie in der Praxis mit welchen Belastungen umgesetzt werden sollen. Dabei will Künast auch nicht auf die Vorschläge der Deutschen Flugsicherung warten. „Es kann doch nicht sein, dass Bürger ihren Lärmschutz, quasi auf den Knien, als wenn sie nach Canossa gingen, einwerben müssen!“
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Künast will den Handlungsrahmen für die Flugsicherheit klar benannt haben. „Bei Stuttgart 21 haben wir es gelernt: Die Fakten müssen alle auf den Tisch!“ betont die Rednerin. Künast lässt keinen Zweifel dran, dass sie für ein Nachtflugverbot ist. Renate Künast will eine offene Diskussion und will diese Fragen nicht nur bei der Fluglärmkommission beraten lassen: „Was wir jetzt brauchen, ist eine öffentliche Plattform für eine Diskussion.“ Renate Künast stellt sich dafür eine unabhängige Person vor, die dafür birgt, dass die Diskussion auch wirklich offen und transparent geführt wird: „Dafür will ich mich einsetzen!“ schließt sie ihren Beitrag, der überwiegend positiv von den Demonstranten aufgenommen wurde. Renate Künast ging, umringt von einer Vielzahl von Fotografen und Fernsehleuten, an der Spitze des Demonstrationszuges, bis zum Ende der Kundgebung mit.
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Weitere Informationen:
Bei der 2. Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative, am letzten Freitag, wurde die bisherige strategische Ausrichtung des Vereins bestätigt. Somit lautet weiterhin die Hauptforderung, dass es bei den ursprünglich vorgesehenen geraden Abflugrouten bleibt. Hierauf haben die Bürger vertraut und dafür will die BI auch weiter kämpfen. Die weiterhin gültige Ausrichtung wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Die Forderung nach einem Baustopp des BBI, des neuen Großflughafens in Schönefeld, fand nur wenige Befürworter. Eine weitere Kernforderung der BI lautet: „Erst die Menschen, dann die Wirtschaft: Der Lärmschutz der Bürgerinnen und Bürger ist wichtiger als das Wirtschaftsinteresse der Flughafenbetreiber und der Fluggesellschaften.“
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Ein Kurzbericht der lebhaften Mitgliederversammlung, an der circa 300 (von insgesamt 450) Mitgliedern teilnahmen, kann auf der Website der BI http://www.fluglaerm-lichtenrade.de nachgelesen werden.
Letzte Woche wurde auch die Forderung der Bündnis-Grünen im Brandenburger Landtag bekannt, die zum Schutz der Anwohner ein achtstündiges Nachflugverbot, von 22 bis 6 Uhr, durchsetzen wollen.
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Am 23. Januar (Sonntag) rufen die Fluglärm-Bürgerinitiativen zu einer gemeinsamen Demonstration vor dem Flughafen Schönefeld auf.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Fotos: Thomas Moser, Foto 5: Holger Laube

http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

Audio-Datei von der Künast-Rede bei http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de:

http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de/wp-content/uploads/2010/12/kuenast-101206.mp3

 

Einen Tag bei den Profi-Redakteuren vom Berliner Kurier

„Simon macht´s möglich“ – Ein Traum wird wahr...!

oder die Reportage „Von der Überschrift zur fertigen Zeitung!“

Simon Kober vom Frühfunk des „Berliner Rundfunk 91,4“ erfüllt Wünsche von Hörern, die man mit Geld nicht kaufen kann.

Heute wurde der Wunsch des Kiezreporters aus Lichtenrade, Thomas Moser, erfüllt. Der größte Wunsch von Thomas Moser war, einen Tag bei einer Profi-Zeitungsredaktion zu verbringen.

Hier der Exklusivbericht in eigener Sache:

Irgendwann vor einigen Monaten habe ich mal, nur so zum Spaß, an den Berliner Rundfunk meinen Wunsch geschrieben und es schon fast vergessen. Ich habe eine Website für Lichtenrade und schreibe in meiner Freizeit viel über das Leben im Kiez. Lust hatte ich aber immer schon mal zu sehen, wie die Profis bei der „großen“ Zeitung arbeiten. Vor zwei Wochen bekam ich ganz überraschend einen Anruf vom Berliner Rundfunk. Simon Kober wollte meinen Wunsch erfüllen. Beim Berliner Kurier fand Simon Kober Gehör und mir wurde ein Tag in der Redaktion geschenkt. Aufregend waren schon die ersten Radiointerviews und komisch war es die eigene Stimme im Rundfunk zu hören. Fast hätte ich mich nicht wiedererkannt.

Endlich war es dann soweit und der große Tag beim Berliner Kurier war gekommen. Bei eisiger Kälte und Schneefall stapfte ich, ganz aufgeregt, zum Verlagshaus des Berliner Kurier am Alexanderplatz. Eine Redakteurin des Berliner Rundfunks begleitete mich durch den Tag, um Eindrücke für die Rundfunkhörer festzuhalten.
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Das Verlagshaus. Die Redaktion vom Berliner Kurier residiert im 15. Stock.
9.15 Uhr: Der Pförtner schickte mich in den 15. Stock. Der Lokal-Chef empfängt mich in den Büroräumen des Verlagshauses. Im Großraumbüro der Lokalredaktion finden sich langsam die weiteren Redakteure ein.

9.45 Uhr: Mit schnellen Schritten liefen die Redaktionsmitglieder zum Sitzungsraum. Bei der morgendlichen Lokal-Konferenz wird die aktuelle Lage, kurz und knapp, erläutert. Was war in der Nacht los? Wie ist die Straßen- und Verkehrslage zu bewerten? Welche Promis sind in der Stadt? Welche Storys könnten den Leser interessieren?

Die Themen werden grob geplant und der vorläufige Platz in der Zeitung freigehalten. Die Platzierung der Anzeigen steht als Erstes bei dieser Planung fest. Um diese wichtige Einnahmequelle herum wird die ganze Zeitung gebaut. Wie zu erwarten war, wird im Lokalteil die Schneesituation, mit den Problemen bei der S-Bahn, eine wichtige Rolle spielen.

Viele kleine Konferenzen, Planungen und Absprachen folgen. Die ersten Recherchen beginnen. Jeder scheint, ohne viele Worte, zu wissen, was zu machen ist. Ein Rad greift ins andere. Kurze knappe Infos werden immer wieder im Großraumbüro, über Schreibtische hinweg, durch den Raum gerufen. Ansonsten herrscht eher eine ruhige und entspannte Atmosphäre.
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Das noch fast leere Büro. Der stellv. Ressortleiter entwickelt den Tagesplan.
Jetzt stehen auf einmal acht Seiten mehr zur Verfügung, die zu füllen sind. Der Umfang der Zeitung wird durch die geschalteten Werbeaufträge bestimmt. Viele drucktechnische Aspekte müssen beachtet werden. Da müssen dann, möglichst immer tagesaktuell, neue Storys her.

12 Uhr: Die spannende große Konferenz der Ressortleiter beginnt. Diese wichtigste Sitzung im Tagesablauf der Zeitung findet im Büro des Chefredakteurs Hans-Peter Buschheuer statt. Eine Planungsübersicht über die zu füllenden Seiten wird verteilt. Nun liegen die Themen auf dem Tisch. Heute sind es nicht die ganz großen Sensationen, die in Berlin anstehen. Aber auch so muss eine interessante Zeitung „zusammengebastelt“ werden. Hier beim Chefredakteur werden, in einer äußerst kreativen Runde, die Überschriften entwickelt. Einige Überschriften stehen schon nach Sekunden fest, andere hat der Chefredakteur im Kopf und andere werden erst im „Brainstorming“ entwickelt. Das Thema Nichtraucherschutz der „Volksinitiative Frische Luft für Berlin“ nimmt einen größeren Raum in der Diskussion ein. Jeder kann zu diesem Thema, aus eigener „Betroffenheit“, etwas beisteuern. Ansonsten versteht man sich in dieser Konferenz auch ohne viele Worte.

Nach einer knappen halben Stunde geht die Arbeit in den Redaktionen weiter. Viele Telefonate werden geführt. Die BSR zögert bei den gewünschten Angaben, weil man dort über die Berichterstattung vom letzten Tag nicht gerade erfreut war. Andere Reporter machen sich auf den Weg nach draußen und hoffen, dass sie nicht im Verkehrschaos stecken bleiben. Chefreporter Sascha Langenbach fährt zur Pressekonferenz von Harald Ehlert (Miteigentümer und ehemaliger Geschäftsführer der Treberhilfe), der von der Presse auch gerne als „Maserati-Harry“ bezeichnet wird. Auch Chefredakteur Buschheuer und Art-Director Martin Geiger sind jetzt im Trubel des Großraumbüros zu finden. Sie haben ihren Arbeitsbereich am Kopfende des großen Büros.

Beeindruckend ist, dass Hans-Peter Buschheuer überall zu finden ist. Er ist immer ansprechbar und mischt überall mit. Teamarbeit steht immer ganz weit oben. Hier kann und muss jeder seine Ideen einbringen. Selbst als ich zum Thema „Schneechaos“ auf die Schweizer Bahnen verweise, wo es ja bekanntermaßen besser klappen soll, nimmt man den Hinweis gerne auf. Und sofort fingen einige Redakteurinnen an, sich bei der Schweizer Eisenbahn nach deren Erfahrungen zu erkundigen.

Lokalchef Bustorf, von einigen Kollegen auch liebevoll „Busi“ genannt, und der stellvertretende Ressortleiter Berlin/Brandenburg, Karim Mahmoud, organisieren die Arbeitsabläufe, führen viele Telefonate, geben Aufträge weiter, beraten Kollegen und redigieren die ersten Artikel. Manchmal müssen sie auch mehrere Sachen gleichzeitig machen. Sie haben kaum mal fünf Minuten Zeit, um eine kleine Pause zu machen.

Faszinierend ist es, dem Art-Director über die Schulter zu schauen. In Windeseile werden Seiten zusammengestellt, Überschriften verschoben und Bilder bearbeitet und eingestellt. Dabei ist immer zu beachten, dass Bild und Schrift im „bunten“ Wechsel erscheinen. Eine Boulevardzeitung, wie der Berliner Kurier, lebt im Wesentlichen von den Bildern, interessanten Storys und den „fetzigen“ Überschriften. So ist der Art-Director Martin Geiger eine wichtige Person im Team und hat wohl den kreativsten Job in der Redaktion. Um diese Arbeit mögen ihn wohl auch manche Layouter in den eher „bürgerlichen“ Tageszeitungen, auch wenn sie es vielleicht nicht zugeben würden, beneiden.
16 Uhr: Die heiße Phase beginnt. Wer schreibt noch einen Kommentar über das S-Bahn-Chaos? Ein Foto von Robbie Williams wird noch schnell bei einer Agentur bestellt. Gestern hatte der Sänger in Dänemark der Presse sein nacktes Hinterteil gezeigt. Diese „PO-sitive“ Nachricht von „Take That“ will die Redaktion seinen Lesern doch nicht vorenthalten.

Im Computer kann ich gut verfolgen, wie die leeren Zeitungsseiten stetig weniger werden und die Zeitung langsam Profil annimmt. Erst sind die Artikel rot unterlegt. Die gelb markierten Texte sind schon gelesen und freigegeben. Der „Trecker“, der Ticker mit den aktuellsten Meldungen aus der ganzen Welt, wirft ständig neue Meldungen aus. Im Computer können alle Beschäftigten der Zeitung die Weltentwicklung beobachten. Jetzt spricht kaum noch jemand. An anderen Tagen kann es aber, wie mir ein Reporter berichtet, hier auch schon mal laut zugehen: „Einige werden dann ganz leise, andere brüllen auch schon mal laut rum.“

17.45 Uhr: Jetzt steht auch die Aufmacherseite; die gesamte Auflage ist komplett.

18.00 Uhr: Die letzte Konferenz des Tages, die sogenannte „Schubkonferenz“ findet statt. Hier wird dann der Druck quasi angeschoben. Die Seiten liegen jetzt erstmals schwarz/weiß ausgedruckt vor. Chefredakteur Buschheuer blättert die Seiten durch. Die Verantwortlichen der Redaktionen und der Art-Director platzieren sich um und hinter dem Chef. Die letzten Auffälligkeiten und kleinen Fehler werden markiert und müssen noch schnell verändert werden.

Um 19 Uhr ist dann der sogenannte Kneipenandruck fertig und kann schon verkauft werden. Für die Tagesausgabe werden vom Spätdienst, im Laufe des Abends, noch letzte Aktualisierungen eingearbeitet. So ist die Zeitung am nächsten Morgen noch topaktuell. Für Lokalchef Bustorf, dem mein besonderer Dank gilt, ist der Tag noch nicht ganz vorbei. Täglich wird er vom Berliner Rundfunk über die neuesten Nachrichten der aktuellen Ausgabe interviewt. Ich höre das Interview dann im Radio, als ich mich auf dem Heimweg befinde.

Ein wirklich aufregender Tag für mich! Ich konnte viele spannende neue Eindrücke gewinnen. Interessant war zu sehen, wie die Summe der Nachrichten langsam zu einer Zeitung zusammen wächst. Und morgen beginnt das ganze Geschäft wieder von vorne…

Ich danke insbesondere Simon Kober und dem gesamten Team des Berliner Rundfunks für die Erfüllung meines großen Wunsches. DANKE, DANKE!!! Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk schon vor Weihnachten, was will man noch mehr? Mein besonderer Dank gilt auch dem gesamten sympathischen Team vom Berliner Kurier für die Gastfreundschaft: „Schön, dass Sie es mit dem kleinen Kiezreporter ausgehalten haben und mir alle Einblicke in ihr Handwerk, ohne Vorbehalte, gegeben haben.“

Der akustische Eindruck vom Besuch beim Berliner Kurier kann in Kürze beim Frühfunk des Berliner Rundfunks angehört werden.

Thomas Moser (auch Fotos) – Der Kiezreporter aus Lichtenrade, heute als Kiebitz beim Berliner Kurier

BerLi-Press -www.berli-press.de- für www.lichtenrade-berlin.de

Artikel vom Besuch im Berliner Kurier vom 6. Dezember 2010:
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mp3-Mitschnitte (mit freundlicher Genehmigung vom Berliner Rundfunk):
Der Wunsch (Logo anklicken):default

Die Erfüllung des Wunsches: default

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Hintergrundinformationen zum „Berliner Kurier“:

Der Berliner Kurier („Die neue Zeitung für das neue Berlin“), eine Boulevard-Zeitung im Berliner Blätterwald, erscheint täglich und existiert schon seit 20 Jahren. Der größte Teil der Leserschaft befindet sich im Ostteil der Stadt. Der "Berliner Kurier" erschien erstmals am 2. Dezember 1990 mit dem Überdruck "BZ am Abend". Damit wurde deutlich gemacht, dass aus einem beliebten und viel gelesenem alten Blatt eine neue Zeitung für ein neues Berlin entstanden ist. Die erste Ausgabe der "BZ am Abend" war am 15. Juli 1949 in der Berliner Verlag GmbH erschienen, Startauflage: 200.000 Exemplare; Preis 10 Pfennige in Berlin, 15 Pfennige auswärts. 1953 wurde der Berliner Verlag und damit auch die "BZ am Abend" dem Zentralkomitee (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unterstellt.

Zunächst kam der "Berliner Kurier" als "Berliner Kurier am Abend" heraus; es folgte der "Berliner Kurier am Morgen" und die "Sonntagspost". Aus diesen drei Zeitungen ist am 3. August 1992 der heutige "Berliner Kurier" mit seiner Sonntagsausgabe hervorgegangen. Um im Wettbewerb mit den anderen Berliner Kaufzeitungen bestehen zu können, musste viel investiert werden. Ein neues redaktionelles Konzept wurde entwickelt, ein modernes Redaktionssystem eingeführt, die Arbeitsplätze wurden neu ausgerüstet und eine neue Druckerei entstand. Am 20. Februar 1996 erschien der "Berliner Kurier" in seinem neuen, heutigen Format, mit neuen Inhalten.

Der Kurier schreibt über sich: „Der Berliner KURIER steht für eine kritische aber faire Berichterstattung aus Berlin, Brandenburg und aller Welt. Seine Leser schätzen die Aktualität und Zuverlässigkeit der Meldungen und die übersichtliche, klare Darstellung.“

Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2009 wurden werktags täglich 118.982 Ausgaben verkauft. Am Wochenende wurden 182.744 Ausgaben verkauft. (Quelle: Website vom Berliner Kurier)

http://www.berlinonline.de/berliner-kurier

 

Einkaufszentrum Lichtenrade – Geht Tempelhof neue Wege?

Soeben erreicht uns eine Presseerklärung der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade zum geplanten Mälzerei-Einkaufszentrum, die hier ungekürzt veröffentlicht wird:
Mit den Stimmen der Grünen und der SPD hat die Bezirksverordnetenversammlung kürzlich beschlossen, die Bürger bei der Planung für das Gelände zwischen dem S-Bahnhof Lichtenrade und der alten Mälzerei zu beteiligen. Nach den Wünschen der Bürger in Lichtenrade sollen zunächst die Auswirkungen des Projekts auf den Verkehr und den Einzelhandel in einem transparenten Verfahren durch Fachleute abgeschätzt werden. Sodann sollen die verschiedenen Interessengruppen mit dem Investor und dem Stadtplanungsamt zusammenkommen, um gemeinsam eine nachhaltige und realisierbare städtebauliche Konzeption zu entwickeln. Das letzte Wort hat die Bezirksverordnetenversammlung im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans.
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Foto: Thomas Moser-BerLi-Press-
Noch ist der zuständige Stadtrat Bernd Krömer (CDU) skeptisch, ob ein solches Verfahren Vorteile bringt. In der nächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 8. Dezember um 17:00 wird deshalb ein in solcher Formen der integrierten Planung erfahrener Moderator, Herr Andreas von Zadow, diese Form der integrativen Planung erläutern und den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Auch die Frage der Kosten einer solchen Planungswerkstatt ist noch nicht abschließend geklärt. Bislang hat zudem der Investor, Dr. Harald Huth, verlauten lassen, dass er an einem solchen runden Tisch der Beteiligten erst dann teilnehmen würde, wenn durch einen Aufstellungsbeschluss verbindlich entschieden ist, dass das Bauvorhaben auch durchgeführt wird. Die Sprecher der Umweltgruppe aus Lichtenrade möchten hingegen nicht die Katze im Sack kaufen. Sie verlangen, dass die Wünsche und Vorstellungen der Menschen, die hier leben, angehört werden, bevor ein zentrales Grundstück in Lichtenrade bebaut wird. Es verspricht eine spannende Sitzung des Stadtplanungsausschusses zu werden. Noch ist offen, ob Tempelhof tatsächlich bereit ist, neue Wege zu gehen.
Für die Ökumenische Umweltgruppe
Reinhart Kraft

 

Vorlesetag 2010 – auch in der Grundschule am Dielingsgrund

Bereits zum siebten Mal riefen die Stiftung Lesen und DIE ZEIT gemeinsam mit dem Hauptpartner Deutsche Bahn zum bundesweiten Vorlesetag auf. Er fand in diesem Jahr am 26. November  statt.   Die Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen.
Zuhören kann man im Kreis, in der Reihe, im Sitzen oder im Liegen.

Auch in unserer Schule stellten sich viele Vorleserinnen und Vorleser zur Verfügung, um aus Kinderbüchern vorzutragen, die Freude am Lesen zu wecken und interessante Bücher vorzustellen. Im Vorfeld fertigte jeder ein Plakat für sein Buch an. Geordnet nach Alterstufen konnten sich die Kinder das Buch auswählen, für das sie sich am meisten interessieren. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Abenteuer, Fantasie, Humor, Nachdenkliches, Informatives.
Für die SAPH managte Herr Albrecht die Organisation der Vorlesungen. Unter der Leitung von Herrn Preiß schuf der WUV-Kurs Referate eine umfangreiche Präsentation der zur Wahl stehenden Bücher im Schulhaus. Lestipps und Zitate zum Thema Bücher runden das Bild ab. Bei der optischen Gestaltung halfen Frau Gersdorf und Frau Ide. Zwei Tage vor dem Ereignis trugen sich alle Kinder in ausgelegten Listen ein.
Wie auch zuvor wurden die Pädagogen durch Gastleser unterstützt. Ehemalige Lehrerinnen wie Frau Barlian oder Frau Kupfer beteiligten sich ebenso wie unsere Religionslehrerinnen Frau Voß und Frau Lewandowski sowie Frau Schweiger, die das Erzählprojekt leitet. Aus der Elternschaft stellte sich u.a. Frau Koppe-Haase zur Verfügung und rezitierte „An der Arche um 8“ von Ulli Hub. Zu Gast waren als Zuhörer 16 „Feldmäuse“ der gleichnamigen Kita mit ihren Erzieherinnen.
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Der Bezirksverordnete Christian Zander, der schon vor einem Jahr mit Begeisterung seine erneute Wiederbeteiligung versprochen hatte, las aus Klaus Kordons „Reise zur Wunderinsel“. Viele Zuhörer wurden auch hier zum Malen und Basteln angeregt.
Weitere prominente Unterstützung gab es diesmal durch vier Kinderbuchautoren. Silke Lambeck las für die SAPH aus „Herr Röslein“ über einen liebevollen Helden, der einem kleinen Jungen alle Probleme vom Hals schafft.
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Für die mittleren Klassenstufen präsentierte Katrin Hahnemann die Biografie von Martin Luther King, die sie kindgerecht aufgearbeitet hat.
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Jan Peter Bremer gab einen Ausschnitt aus „Mit spitzen Ohren zum Besten“, eine witzige Hundegeschichte für die ganze Familie.
Peter Freund stellte den druckfrischen dritten Band seiner Mysteria-Triologie vor.
"SINKKÂLION - Das Schwert des Schicksals", in dem die aufregenden Abenteuer von Niko Niklas, seiner Zwillingsschwester Ayani und seiner mutigen Freundin Jessie ihren absoluten Höhepunkt erreichen. Im Anschluss gab es von Peter Freund Autogrammkarten und das Versprechen eines Wiedersehens in 2011.
M. Griesche (Konrektorin der Grundschule im Dielingsgrund) – aus der Schülerzeitung)

Autoren lasen vor:

Jan Peter Bremer hat sein erstes Buch für Kinder geschrieben! Herrlich absurd, mit Witz und Fantasie erzählt er von den zwei Hündinnen Inge und Niva. Stundenlang können die beiden miteinander telefonieren. Besonders gern regen sie sich über Hunde auf — denn sie beide gehören natürlich nicht der sabbernden Spezies an. Ein Familien-Vorlese-Vergnügen!

Katrin Hahnemann studierte Literaturwissenschaft, Theaterwissen-schaft und Journalismus. Sie arbeitete beim Theater und für die Sendung Ohrenbär des rbb-Hörfunks. Sie lebt als Autorin in Berlin. Bis jetzt erschienen von ihr bei Bloomsbury „Mahatma Gandhi. Wer ist das?“, „Charles Darwin. Wer ist das?“ und „Martin Luther King. Wer ist das?“

 

 
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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