Käthe-Kollwitz-Grundschule: Der Vorlesepate aus dem Bundestag

Zum siebten Mal hatten die Stiftung Lesen und DIE ZEIT am 26. November zum bundesweiten Vorlesetag aufgerufen. Die Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor:  Die Klasse 4a der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Lichtenrade lauschte an dem Tag gespannt ihrem Vorlesepaten:  Politiker Dr. Jan-Marco Luczak las aus Cornelia Funkes Buch „Tintenherz“ vor.

Klassenleiterin Christine Letzner war es, die den Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordneten (CDU) eingeladen hatte, um ihren 28 Schülern zu zeigen, wie wichtig und auch schön es ist regelmäßig zu lesen. Der Pate aus dem Bundestag brachte es auf dem Punkt:  „Mein Lieblingsbuch war ‚Löwenherz‘ von Astrid Lindgren. Da konnte ich gar nicht aufhören zu lesen“, erzählte Luczak den 9-Jährigen. „Denn ein Buch zu lesen ist wie eine andere Welt zu betreten. Es regt das Denken und die Fantasie an. Ich kann euch nur empfehlen viele Bücher zu lesen.“
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Foto: promo
Dann tauchten er und die Klasse in die Welt von „Tintenherz“ ein, dort, wo die 12-jährige Meggie mit ihrem Vater, dem "Bücherarzt" Mo, allein auf einem alten Bauernhof lebt, bis eines Nachts ein seltsamer Fremder auftaucht ….

Nachdem das erste Buchkapitel schloss, waren sich die Schüler einig. „Gut verständlich“ und  „spannend“ lautete das Urteil der jungen Zuhörer.

Danach konnten die Viertklässler  an den CDU-Mann Fragen stellen. Zahlreiche Arme streckten sich in die Höhe: „Es soll das neue  Gesetz geben. Wenn einer eine Eins bekommt, erhält er eine Kinokarte als Belohnung. Stimmt das?“, wollte ein Schüler wissen, der von Schulsenator Zöllner und der Idee der Prämien für gute Schulleistungen gehört hatte. Andere fragten nach den neuen Flugrouten oder wie man Politiker wird.

Am Ende der Schulstunde verabschiedete sich Luczak herzlich. Er müsse schnell in den Bundestag zurück. Wenn er nicht pünktlich sei, gäbe es Ärger, genauso, als ob man zu spät in die Schule käme.

Klassenleiterin Letzner versprach den Kindern bald weiter aus dem „Tintenherz“ vorzulesen. „In der Adventszeit wird jeden Tag eine Geschichte vorgelesen“, sagte sie zur Klasse. „Dann schlagen wir bestimmt auch dieses Buch wieder auf.“

 

Tausende Demonstranten in Lichtenrade – Air-Berlin-Chef beleidigt Lärmopfer

Berlin-Lichtenrade, 29. November 2010 Bei klirrender Kälte kamen wieder Tausende Demonstranten vor die katholische Salvator-Kirche nach Lichtenrade, um gegen die vor 12 Wochen von der Deutschen Flugsicherung veröffentlichten abknickenden Flugrouten, für den neuen Flughafen BBI, zu protestieren.
Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ hat zum achten Male die Bürger, aus den von Fluglärm bedrohten Gebieten, aufgerufen, ihre Position auf der Straße lautstark öffentlich zu machen. Zu den regelmäßigen Montagsdemonstrationen in Lichtenrade waren bislang Zehntausende Bürger aus Lichtenrade, Mahlow und vielen angrenzenden Bezirken und Gemeinden gekommen. Zu der heutigen Fluglärm-Demonstration, an der weihnachtlich geschmückten Bahnhofstraße, kamen erneut rund 3.000 Teilnehmer. Alle vereinte die Forderung: „Die abknickenden Flugrouten knicken!“ Die Rufe nach einem Baustopp waren jedoch auch nicht zu überhören.

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Ein neues Gesicht in der BI begleitet die Montagsdemos...
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Sprecher Simon Lietzmann, Marela Bone-Winkel und Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak (CDU)

Der Vorsitzende der BI Simon Lietzmann erklärt, dass die Betreiber des Flughafens selbst den Standort des BBI in Frage stellen, wenn sie sich nicht eindeutig zu den ursprünglich genannten Flugrouten bekennen. Lietzmann beklagt, dass Woche um Woche vergeht und immer noch keine akzeptablen Flugrouten vorgelegt wurden.
Lietzmann appelliert an die Flughafenbetreiber: „Hören sie endlich auf zu zögern. Kehren sie im eigenen Interesse zu den Abflugrouten zurück, auf die wir uns seit Jahren verlassen haben.“

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Marela Bone-Winkel "Keine Flugrouten über Berlin"

Die Sprecherin der Berliner Initiative „Keine Flugrouten über Berlin“ Frau Dr. Marela Bone-Winkel konnte heute als Gastrednerin in Lichtenrade begrüßt werden. Bone-Winkel hat die Demonstranten gleich für sich gewonnen: „Ich sichere ihnen in Lichtenrade heute unsere uneingeschränkte Solidarität zu! Durch den Bau des BBI dürfen keine neuen Betroffenheiten entstehen. Was in den Lärmprognosen des Planfeststellungsverfahrens stand, muss Gültigkeit haben. Das heißt, zurück zu den alten Routen! Darauf haben wir uns verpflichtet und daran halten wir fest.“
Marela Bone-Winkel berichtet von dem breiten Bündnis der Bürgerinitiativen in Berlin und Brandenburg, die für rund 150.000 Menschen mit einer Stimme sprechen: „Gemeinsam fordern wir Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit, gemeinsam fordern wir politische Verlässlichkeit und gemeinsam fordern wir Planungssicherheit in unserer Region.“ Weiter erläutert sie: „Wir als Betroffene wussten nicht, dass wir betroffen waren. Niemand hat uns gesagt, dass die Flugrouten im Planfeststellungsbeschluss nur vorläufig sind. Niemand hat uns gesagt, die Lärmprognosen sind nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt sind…Über ein Jahrzehnt hat man uns getäuscht und in falscher Sicherheit gewiegt.“ Marela Bone-Winkel fragt in Richtung der Länderchefs, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, ob sie mit Gewalt ein Flughafenkonzept durchdrücken wollen, dass allein die Wünsche der Wirtschaft bedient: „Herr Wowereit und Herr Platzeck: Bitte handeln sie!“Die Rednerin merkt betroffen an, dass sich Air-Berlin-Chef Joachim Hunold über die Lärmopfer lustig macht. Im aktuellen Bord-Magazin der Fluggesellschaft November/Dezember 2010 und in anderen Presserveröffentlichungen äußert sich Hunold ironisch zu den „gut situierten Bürgern, die um den Wert ihrer Immobilien fürchten.“ Marela Bone-Winkel wirft Hunold vor, dass ihm sein Profit wichtiger ist als „unsere Gesundheit“.

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Unterstützung auch aus Neukölln, Britz, Buckow und Rudow
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Die Fluglärm-Präsentation mit dem Lärm-Mobil kam etwas zu kurz. Ein Lautsprecherwagen sollte veranschaulichen, mit welchem Lärm die Anwohner rechnen müssen, wenn von den abknickenden Flugrouten nicht abgewichen wird. Das Lärm-Mobil war aber nur wenige Augenblicke in Betrieb.
Für die nächste Montagsdemonstration haben die Veranstalter der Montagsdemo die Herausforderin des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), angekündigt. Die Ankündigung wurde mit einigen Pfiffen, aber auch durchaus wohlwollend, aufgenommen.

Also, es geht weiter in Lichtenrade: Montag ist Demonstrationstag!

Thomas Moser (auch alle Fotos)–BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

LINKS zu den Initiativen:

Keine Flugrouten über Berlin: http://www.kfberlin.de

Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm: http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

Waldblick gegen Flugrouten: http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de

 

Adventszeit in Lichtenrade - Weihnachtsmärkte ...

Am Wochenende vom 1. Advent konnten in Lichtenrade schöne Weihnachsmärkte besucht werden.
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Gabriele und Klaus-Peter Kelb veranstalteten schon zum 5. Mal einen "privaten", aber öffentlichen, Weihnachtsmarkt in der Goethestraße in Lichtenrade.  Hier wohnt die Familie. Eine wunderbare Atmosphäre, wunderbare Gastgeber, viele fleißige Helfer und ein toller Einsatz für die gute Sache. Der Erlös geht an die Suppenküche Lichtenrade. In diesem Jahr kann sich die Suppenküche über 600 € freuen.Vielen Dank Familie Kelb!
...und am Sonntag, am 1. Advent, ging es Richtung Dorfteich...
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Frau Lehne-Dannehl öffnete ihren Dorfkrug Lichtenrade für die Öffentlichkeit. Der Saal konnte besichtigt werden. Vielen Lichtenradern mag der Raum noch von Tanzveranstaltungen bekannt sein. Im schön geschmückten Saal wurden wunderbare Weihnachtssachen verkauft. Frau Lehne-Dannehl vermietet den Saal und ist für Nutzungsideen offen...
und weiter ging es zum Lichtenrader Lichtermarkt, direkt am Dorfteich, - auch ein Markt für gute Zwecke!
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Schön war es auch wieder im Jugendcafé am Dorfteich. Ein toll geschmücktes Haus, Musik, leckeres Essen und tolle Jugendliche empfingen die Gäste.
Einige hundert Meter weiter hat das Familienrestaurant Reisel, auch schon seit einigen Jahren, einen kleinen, aber feinen, Weihnachtsmarkt.
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Das war in Lichtenrade schon eine wunderbare Einstimmung in die Adventszeit!
Am 2. und 3. Adventswochenende (Samstag und Sonntag) hat dann der Weihnachtsmarkt in der Bahnhofstraße geöffnet: LINK
Alle Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press-  für www.lichtenrade-berlin.de 
 

B 96 Ausbau schreitet voran...

Der 3. Bauabschnitt beim Ausbau des Kirchhainer Dammes -B 96- hat begonnen. Die Arbeiten gehen jetzt bis zur Landesgrenze.
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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press-

 

Endlich: Neue Abwasseranschlüsse für die Franziussiedlung

Endlich ist es soweit: In dieser Woche wurde durch die von den Berliner Wasserbetrieben beauftragten Baufirma begonnen, die neuen Abwasseranschlüsse für rund 100 Einfamilienhäuser im Franziussweg, im Friedensweg, im Abendrotweg und in der Maffeistraße in Lichtenrade herzustellen. "Und das erfreuliche für die Anlieger ist, dass die Berliner Wasserbetriebe sämtliche Kosten tragen.", so Frank Behrend, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V. , der sich für die Maßnahme gemeinsam mit den Grundstückseigentümern eingesetzt hat.

Die Siedlung im Franziussweg, im Friedensweg, im Abendrotweg und in der Maffeistraße wurde in den 1920er Jahren errichtet. Dementsprechend sind die Abwasserleitungen rund 90 Jahre alt und in einem schlechten Zustand. Unüblich ist, dass die Hauptleitung auf den Grundstücken verläuft. Aufgrund des schlechten Zustandes müssen die Berliner Wasserbetriebe seit Jahren die Leitungen mehrmals monatlich spülen, und dennoch besteht die Gefahr von Verstopfungen und Rückstau. Mit der Herstellung der neuen Abwasseranschlüsse werden die Häuser an die bereits in der Straße liegende neue Hauptleitung angeschlossen; die alten Leitungen werden stillgelegt.
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Foto: hwgv
Joachim Daedlow aus dem Franziusweg: Erleichtert, dass es endlich los geht, verfolgt er aufmerksam die Bauarbeiten auf seinem Grundstück.

LINK  zum Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V.

 

Verkehrschaos beim geplanten Einkaufszentrum? Verkehrsgutachten gefordert!

Der evangelischer Pfarrer in Ruhestand, Reinhart Kraft, wohnhaft in Lichtenrade, engagiert sich in der Ökumenischen Umweltgruppe.
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Am Rande der letzten Montagsdemonstration gegen den Fluglärm erklärte Kraft: „Hier gegenüber soll bekanntlich ein großes Einkaufszentrum mit C&A, mit Kaufland und Mediamarkt entstehen. Man kann darüber denken was man will, aber man muss sich über die Folgewirkungen im Klaren sein. Wenn man genau hinschaut, dann soll dies nicht etwa ein Nahversorgungszentrum für die Kunden aus Lichtenrade werden, sondern ein Stadtteilzentrum mit über 300 kostenfreien Parkplätzen, das die Käufer aus den benachbarten Stadtbezirken und aus den Ortschaften in Brandenburg anlocken soll. So wird das Projekt im Internet beworben. Aber es kann nicht in unserem Interesse sein, mehr Autoverkehr nach Lichtenrade zu ziehen. Die Menschen, die ich spreche, wünschen sich im Gegenteil eine verkehrsberuhigte Bahnhofstraße. Man kann es drehen und wenden, wie man will: ein Zentrum dieser Größe zieht zwischen 3.000 und 5.000 Fahrzeugbewegungen täglich nach sich. Wenn das über die Bahnhofstraße gehen soll, dann ist es mit dieser Einkaufstraße zu Ende, dann will sich dort niemand mehr aufhalten, dann ist diese Straße ungenießbar, laut und gefährlich. Kommt dann auch noch die Dresdner Bahn und die Schließung des Übergangs Wolziger Zeile, dann haben wir den Verkehrsinfarkt.“

Die Umweltgruppe bat um die Unterschrift für einen offenen Brief an Bezirksbürgermeister Band, in dem ein vorgeschaltetes Verkehrsgutachten gefordert wird:

„Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, zahlreiche Bürger in Lichtenrade sorgen sich um die Auswirkungen des geplanten Einkaufszentrums insbesondere für den Autoverkehr auf der Bahnhofstraße. Wir bitten Sie daher, noch vor dem Bebauungsplanverfahren die Folgewirkungen des Projektes, auch angesichts der Dresdner Bahn, durch ein Verkehrsgutachten untersuchen zu lassen.“

Kraft betont, dass das Grundstück, um das es sich handelt, ein Filetstück für Lichtenrade ist und es sich als „organischer öffentlicher Platz“ anbietet: „Da genügt es nicht, schnell mal Kaufhäuser und Parkplätze hinzusetzen. Wir denken, dass ein solches Projekt nicht ohne Bürgerbeteiligung auskommt. Es ist sinnvoll und notwendig, im Vorfeld alle Interessengruppen in einer Zukunftswerkstatt zusammenzuführen. Über den BVV-Antrag für eine Perspektivwerkstatt von Grünen und der SPD wurde in der „Internetzeitung“ bereits berichtet (Direktlink: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/11/18/perspektivwerkstatt-f-r-m-lzerei-einkaufszentrum.htm )

ToM –BerLi-Press (auch Fotos)
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Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit!?-SPD-Diskussion in Lichtenrade

„Flughafen in Tempelhof-Nord geschlossen und dann in Tempelhof-Süd eröffnet?!“…oder die Forderung nach einer Umweltplakette für Flugzeuge…

Berlin-Lichtenrade, 23.11.2010 Im vollbesetzten Saal im Gemeinschaftshaus Lichtenrade fand eine hitzige Diskussion unter der Überschrift: "Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit!" statt. Eingeladen hatte die SPD Tempelhof-Schöneberg und die Abteilung Lichtenrade-Marienfelde. Die SPD-Bezirksvorsitzende Dilek Kolat begrüßte die Besucher und die Podiumsgäste.
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Auf der Bühne haben Platz genommen (von links nach rechts), Ekkehard Band (Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg), die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer, Dilek Kolat, auch Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus, und Prof. Dr. Rainer Schwarz, der Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen.
Die Diskussionsteilnehmer verdeutlichten ihre Standpunkte. Dr. Rainer Schwarz erläuterte einleitend, dass sich ein Flughafen in einer Region niemals gegen die Bürger, sondern immer nur mit den Bürgern, entwickeln kann. An dieser Stelle gab es noch verhaltenen Applaus. Schwarz machte aber zu keiner Zeit einen Hehl daraus, dass die Wirtschaftlichkeit des Flughafens BBI, der als letzte große Infrastrukturmaßnahme der Region nach der Wiedervereinigung gilt, als unabdingbar eingestuft wird. Erstaunt war man auch bei den Flughäfen über den Vorschlag der Deutschen Flugsicherung (DFS) mit der Extension der Flugrouten (mehr als 15 Grad). Andererseits war aber laut Schwarz auch klar, dass trotz des Planfeststellungsverfahrens die Flugrouten vor Inbetriebnahme noch einmal angepasst werden mussten. Bei der Frage der Wirtschaftlichkeit wurde die Notwendigkeit von Parallelstarts erläutert. Rainer Schwarz machte deutlich, dass Parallelstarts aus seiner Sicht notwendig sind. Einschränkend machte er aber auch geltend, dass dies zum Zeitpunkt der Eröffnung nur für zwei Stunden pro Tag notwendig sein wird.
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Prof. Schwarz nahm noch dazu Stellung, dass der Flughafen durch eine Bündelung des Verkehrs eher Chancen für mehr Langstreckenverkehr sieht. Schwarz erläutert noch, dass nach dem Planfeststellungsverfahren 360.000 Flugbewegungen genehmigt wurden (Flugbewegung: jeder Start und jede Landung zählen extra). Hier ist aber nicht die Kapazität bzw. Größe der Flugzeuge, und damit die individuelle Lärmbelastung je Flugzeugtyp, berücksichtigt. Zurzeit gibt es bereits Anträge für 240.000 Flugbewegungen.
Der Flughafen rechnet im gesamten Umfeld des BBI mit circa 40.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Die Stadtentwicklungssenatorin brachte in klaren Worten ihre Position und die Position des Senates zum Ausdruck. Diese Worte sorgten nicht an jeder Stelle für Wohlgefallen im Saal, aber die Äußerungen machten mit eindeutigen Klarstellungen auch die politische Verantwortung deutlich. Auf der anderen Seite sieht sie den Senat mit „informellem Einfluss“ als Koordinationsstelle für die Bezirke, die durch die veränderten Flugroutenvorschläge möglicherweise zu den Hauptbetroffenen beim Fluglärm durch den BBI zählen werden. Junge-Reyer findet es wichtig, dass man von Berliner Seite geschlossen und mit einheitlichen Anträgen in die Fluglärmkommission geht. Sie unterstützt die Anträge von Bezirksbürgermeister Band.
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Junge-Reyer erläutert, dass es selbst bei festgelegten Flugrouten beim tatsächlichen Flugbetrieb, auch bei niedrigen Höhen, zu Abweichungen in der Flugbahn kommen wird. Somit können undefinierte und nicht einschätzbare Lärmbelastungen entstehen. Daher möchte die Senatorin, dass die Höhenbegrenzung für diese erlaubten Abweichungen (z.Zt. 5.000 Feet, circa 1.500 Meter) hochgesetzt werden. Es wurde deutlich, dass es auch bei genehmigten Flugrouten später immer wieder zu Änderungen kommen kann.
Besonders betont die Stadtentwicklungssenatorin nach Gesprächen mit den Vertretern aus Brandenburg, dass man sich nicht auseinanderdividieren lassen darf: „Dann würden wir uns nicht durchsetzen, wenn wir nur die Haltung des eigenen Landes hätten. Und deshalb ist es mir wichtig, dass in der Fluglärmkommission, soweit wie möglich, die Menschen, die dort ihre Gemeinden und Bezirke aus Brandenburg und Berlin vertreten, zu einheitlichen Prinzipien kommen…nämlich dem Dreiklang: zuerst Sicherheit, dann Lärmschutz und dann Wirtschaftlichkeit…Erst wenn man eine gewisse Übereinstimmung bei bevorzugten Flugrouten erreicht hat, kann man sich gegenüber der DFS auch durchsetzten.“
Senatorin Junge-Reyer sieht sich einig mit Bundesminister Ramsauer, dass es wichtig ist, dass man „auf den Anfang der Diskussion zurückkommt.“ Dafür zieht sie auch die Einbeziehung von eigenen Experten in Betracht. Ingeborg Junge-Reyer macht deutlich, dass sich die Flugroutenplanung der DFS, vom 6. September diesen Jahres, „nicht durchsetzen kann!“ Daran will der Senat mit aller Kraft arbeiten.

Die Position von Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD), der seit Kurzem auch in der Fluglärmkommission vertreten ist, ist schon an anderer Stelle verdeutlicht worden (siehe „Internetzeitung“ Direktlink: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/11/11/b-rgerinitiative--lichtenrade-mahlow-nord-gegen-flugl-rm--jetzt-verein.htm). Einige Anwohner aus Mahlow-Waldblick bedankten sich bei Band, dass wenigstens er ihre Interessen vertritt.

Weitere Aspekte der Diskussion waren die Belastungen durch die Anflugrouten, die in den meisten Diskussionen noch keine Rolle spielen, dem Nachtflugverkehr bzw. –verbot und die anderen Lösungsmöglichkeiten, wie in Frankfurt oder Heathrow. Immer wieder wurde auch ein Baustopp im Saal gefordert und Sperenberg als Standort ins Spiel gebracht. Diese Stimmen haben bei den Zuhörern den meisten Applaus ausgelöst.

Bei der teils sehr hitzigen Diskussion ging es weniger um den Ärger mit der Flugsicherung, sondern mehr um das Gefühl, dass sich die Anwohner mit ihren Ängsten und Befürchtungen von den politisch Verantwortlichen nicht richtig vertreten fühlen.
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In vielen Redebeiträgen an diesem Abend wurde gefordert, dass das gesamte Verfahren wiederholt werden muss. Diese Aussagen bezogen sich darauf, dass bei der Planung des BBI Anwohner von Mahlow-Nord und Lichtenrade als nicht betroffen eingestuft worden sein sollen. Dies würde sich nach den neuen Planungen mit abknickenden Flugrouten gravierend ändern und diese Gebiete würden Hauptbetroffene werden.

Eine Bürgerin fragte dann auch, wie es sein kann, dass ein Flughafen in Tempelhof-Nord geschlossen wird und ein anderer in Tempelhof-Süd (gemeint ist Schönefeld) eröffnet wird. Ironisch wurde auch angemerkt, dass in der Stadt für die Autos die Umweltplakette gilt und das dies dann auch für die Flugzeuge gelten müsste.

Die Hauptforderung der Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ ist die nach den „alten“, nicht abknickenden, Abflugrouten. Im Augenblick ist nicht einschätzbar, ob diese Forderung, die den Hauptaspekt des Vertrauensschutzes beinhaltet, wegen der immer lauter werdenden Rufe nach einem Baustopp untergeht. Im Moment hat man den Eindruck, dass der Ärger und die Wut alles überdeckt. Ein stiller Beobachter meinte nach Ende der Diskussion, dass trotz dieser emotional verständlichen Aspekte gut und klug überlegt werden sollte, ob nicht die ursprüngliche Forderung der BI nach wie vor viele gute Gründe hat und weiter Bestand haben sollte. Die Bürgerinitiative wird schon in der nächsten Mitgliederversammlung am 3.12. über die weitere strategische Ausrichtung der BI diskutieren.

Senatorin Ingeborg Junge-Reyer forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, Bezirksbürgermeister Band mit der Hauptforderung nach den geraden Abflugrouten zu unterstützen: „Wir brauchen Verbündete!“

Thomas Moser (auch Fotos) –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Hinweis : Die airportworld bbi, das Besucherzentrum der Berliner Flughäfen, hat aus betriebsbedingten Gründen am 25. und 30. November, sowie zwischen Heiligabend und Neujahr geschlossen.

Der BBI-Infotower ist im Dezember täglich – außer an den Feiertagen – von 10 bis 16 Uhr geöffnet. An folgenden Tagen lockt der Infotower zudem mit freiem Eintritt:

29. bis 30. November 2010, 20. bis 23. Dezember 2010, 27. bis 30. Dezember 2010.

 

Montagsdemo in Lichtenrade: Der Unmut wird lauter!

Berlin-Lichtenrade, 22. November 2010 Der Unmut in Lichtenrade wird lauter! Man hat den Eindruck, dass die Demonstranten auf der 7. Lichtenrader Montagsdemonstration bald die Nase voll haben. Sie haben die Nase aber nicht vom demonstrieren voll (da scheint man, im sonst so beschaulichen Lichtenrade, eher so richtig in Fahrt gekommen zu sein), sondern davon, dass man den vielen Worten der Politiker zum Thema „Fluglärm und Wirtschaftlichkeit“ nicht mehr so glauben mag.
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Die Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ hat gerufen und es kam wieder eine beachtliche Zahl von Demonstranten zusammen. Diesmal waren es vielleicht circa 2.500 Demonstranten, die trotz des ungemütlichen Regenwetters den Weg auf den Parkplatz beim S-Bahnhof Lichtenrade gefunden haben.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Simon Lietzmann begrüßte die vielen Unterstützer aus dem Umland: „Auch heute ist Lichtenrade und Mahlow-Nord nicht allein. Wir alle fühlen uns betrogen. Uns allen reicht die bisherige Reaktion der Verantwortlichen nicht!“
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Lietzmann geht auf das Bündnis der Bürgerinitiativen ein und betont, dass es keine Unterscheidung zwischen Ost und West kennt und auch keine Unterscheidung von Menschen erster und zweiter Klasse. Die Hauptforderung der BI ist auf die geraden Flugrouten ausgerichtet. Simon Lietzmann betont aber auch: „Die Rufe nach einem Baustopp des BBI werden von Mal zu Mal lauter…Wenn die Gesellschafter des BBI nicht endlich unmissverständlich alles dransetzen, dass zu den alten Abflugrouten zurückgekehrt wird, wird die Wut der Bürger größer und die Rufe nach einem Baustopp werden überhand gewinnen. Niemand wird dann mehr den stetig wachsenden Protest gegen den Standort des BBI aufhalten können.“ Lietzmann unterstreicht, dass die Gesellschafter des Flughafens (Bund, Berlin und Brandenburg) durch ihre Äußerungen selbst den Standort des BBI gefährden. Der frisch gewählte Vorsitzende der BI ärgert sich über Äußerungen des Ministerpräsidenten Platzeck, dass es sich (nur) um ein Kommunikationsproblem handelt. Lietzmann betont für die Bürgerinitiative, dass auch leicht abgeknickte Flugrouten nicht akzeptiert werden. „Wenn die Verantwortlichen nicht ihr eigenes Projekt gefährden wollen, dann müssen sie endlich gemeinsam ein klares Zeichen setzen. Sie müssen endlich in klaren Worten und in klaren Taten, unmissverständlich, deutlich machen, dass ihnen das Wohlergehen ihrer Bürger wichtiger ist, als das Wohlergehen eines Unternehmens!“ Lietzmann hat mit diesen Worten den Ärger der Bürger auf den Punkt gebracht.
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Das kleine gallische Dorf Lichtenrade wehrt sich weiter. Am nächsten Montag geht es weiter. Zur Veranschaulichung des drohenden Fluglärms wird dann ein „Lärmfahrzeug“ erwartet.

Thomas Moser (auch Fotos)–BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

Lichtenrade: Wie laut wird der Fluglärm in Ihrer Straße? ... und mehr...

Fluglärm-Terrormeter Lichtenrade

Wie laut wird es in Ihrer Wohnstraße in Lichtenrade?

Bisher haben es weder die DFS, noch der Lärmschutzbeauftragte des Landes Brandenburg noch die Flughafengesellschaft geschafft, eine Karte mit der Lärmbelastung für Lichtenrade und Mahlow-Nord vorzulegen. Und die neuen Flugrouten liegen seit über 2 Monaten vor!

Abhilfe hat Herr Jürgen Färber geschaffen, indem er ein Fluglärm-Terrormeter Lichtenrade entwickelt hat. Hier kann man sich ansehen, wie laut es in Ihrer Straße wird. Natürlich ist die Karte nicht präzise, aber sie gibt gute Orientierungswerte:

LINK: http://www.bbi-flugrouten.de/Fluglaerm_Lichtenrade.html

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Lichtenrade oder/und Potsdam?

Werden die Flieger doch nicht so dicht an Lichtenrade und Mahlow-Waldblick vorbeifliegen? In den letzten Tagen sind Pressemeldungen aufgetaucht, wonach die Flugrouten auf der Nordbahn (Richtung Westen) erst später, und dann nur leicht, abgeknickt werden sollen. Somit wäre auch Lichtenrade nicht so stark getroffen. Nach diesen Gerüchten wäre Potsdam vermehrt getroffen. Grundlage für diese Routenplanung ist nach BILD-Informationen ein Vorschlag aus dem Umweltministerium in Brandenburg...

Dieses wird wieder mittlerweile dementiert. In der Berliner Morgenpost vom 20.11.2010 heißt es unter der Überschrift: Staatskanzlei-BBI-Routen über Potsdam sind „grober Unfug“…Die Flugroute soll am Berliner Ring lang geführt werden. Weiter heißt es u.a.: „Das Brandenburger Umweltministerium unter Anita Tack (Die Linke) hat erstmals eigene Routenvorschläge für die Abflüge vom künftigen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) vorgelegt. Sie sollen am 13. Dezember in die Lärmschutzkommission eingebracht werden. Danach wird der Bereich Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Potsdam sowie Wannsee/Nikolasee weniger stark vom Fluglärm belastet, als nach den derzeitigen umstrittenen Plänen der Deutsche Flugsicherung geplant ist.“

Link zum gesamten Artikel Berliner Morgenpost (einschl. Abbildung möglicher Flugrouten): http://www.morgenpost.de/brandenburg/article1456809/BBI-Routen-ueber-Potsdam-sind-grober-Unfug.html

Also: Nichts genaues weiß man nicht! Es ist noch nichts entschieden. Keiner kann sich ausruhen, da auch bei der neuen Planung die Belastung für Lichtenrade nicht geklärt ist.

Vorsitz bei Fluglärmkommission: Rücktritt wegen Interessenkollisionen

Mit Wirkung vom 17. November hat der Vorsitzende der Fluglärmkommission des Flughafens Berlin-Schönefeld, der ehemalige Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Bernd Habermann, gegenüber dem Brandenburger Verkehrsministerium seinen Rücktritt erklärt. Begründet hat er diesen Schritt im Wesentlichen mit eventuellen Interessenkollisionen zwischen einer möglichst neutralen Amtsführung und der Vertretung der am schwersten betroffenen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Diese Entscheidung kann nur begrüßt werden, da jetzt die Fluglärmkommission unbefangener in die Diskussion gehen kann.

22.11.:Nächste Demonstration in Lichtenrade

Die nächste Demonstration ist wieder am Montag um 18 Uhr am S-Bahnhof Lichtenrade. Motto: Wir demonstrieren:- gegen Fluglärmterror, - gegen Nachtflüge, - für Gesundheitsschutz

http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

http://www.bbi-flugrouten.de

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Quelle: http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de/

 

 

Perspektivwerkstatt für Mälzerei-Einkaufszentrum

Wir haben über den Antrag der Grünen und der SPD berichtet, dass für das Vorhaben des „Mälzerei-Einkaufzentrum“ im Vorfeld eine sogenannte Perspektivwerkstatt eingerichtet werden soll ( Antrag: Link: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/11/12/perspektivenwerkstatt-f-r-das-einkaufszentrum-in-lichtenrade.htm) . Die  Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade informiert, paperpress kommentiert und der Betreiber dieser "Internetzeitung" gibt auch seinen Senf dazu...

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Die Idee kam von der Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade. Diese teilt aktuell mit:

Bürgerbeteiligung bei Planung für Einkaufszentrum

Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg hat am 17. November mit den Stimmen der Grünen und der SPD beschlossen, vor einem Baubeschluss für das Gelände um die alte Mälzerei, eine sog. Perspektivwerkstatt durchzuführen. Damit nimmt die BVV ein Anliegen der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade auf. Zur Begründung für diese Initiative schreibt die Umweltgruppe:

Je mehr wir uns mit dem Einkaufszentrum auseinandergesetzt haben, um so deutlicher ist uns geworden, wie komplex das ganze Vorhaben ist. Es betrifft die Aufenthaltsqualität der Bahnhofstraße, die Situation des Einzelhandels und die gesamte Verkehrsführung in Lichtenrade. Es hat mit der alten Mälzerei und mit dem Landhaus Buhr zu tun. Ein Bauvorhaben an dieser Stelle verändert das Stadtbild nachhaltig. Das betroffene Grundstück eignet sich zudem als öffentlicher Platz im Sinne eines Ortsmittelpunktes. Hier steht mehr auf dem Spiel als nur ein Einkaufszentrum.

Wir denken, dass ein Projekt dieser Tragweite nicht ohne Bürgerbeteiligung auskommt. Es scheint uns sinnvoll und notwendig, im Vorfeld alle Interessengruppen mit dem Investor, dem Bauamt und den politische Verantwortlichen zusammenzuführen, mit dem Ziel, gemeinsam ein nachhaltiges, realisierbares städtebauliches Konzept für Lichtenrade zu erarbeiten. Dies soll im Rahmen einer von einem erfahrenen Planungsbüro moderierten etwa zweitägigen Perspektivwerkstatt erfolgen. Die so erarbeitete Konzeption soll bei der Aufstellung des Bebauungsplans angemessene Beachtung finden, ohne dass dadurch die Entscheidungsbefugnis der BVV berührt wird.

Wir gehen davon aus, dass eine solche Planungswerkstatt auch für den Träger des Vorhabens einen Gewinn bedeutet, weil so am ehesten eine tragfähige und zukunftsfähige Lösung erzielt werden kann. Der Investor, Herr Dr. Huth, hat uns versichert, dass er grundsätzlich bereit sei, sich mit den Vorstellungen der Bürger in Lichtenrade auseinanderzusetzen.

Berlin, am 18.11.2010

Mit freundlichen Grüßen

Reinhart Kraft   (für die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade)
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Der Pfarrer im Ruhestand Reinhart Kraft bei der Montagsdemo am 22.11.2010
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Auch der paperpress äußert sich zum Antrag:

Auszug aus paperpress Nr. 263 O vom 18.11.2010 unter der Hauptüberschrift: Es hätte ein schöner Abend werden können :-(

Perspektiven für Lichtenrade?

Als Investitions- und Bebauungsplanbremse erleben wir die Grünen seit Jahren im Bezirk. Für die Durchsetzung eines ganz ungewöhnlichen Planes holten sich die Grünen die SPD mit ins Boot, die fleißig mitruderte. Worum geht es? Schlicht und einfach um ein Einkaufszentrum in Lichtenrade. Drei, sechs oder neun Tausend Quadratmeter groß soll es werden. Eine Einigung zwischen Anwohnern, Gewerbetreibenden der Bahnhofstraße, Bezirk und Investor ist nicht in Sicht. Eine Hälfte ist dafür, die andere dagegen. Eigentlich ist das Projekt tot, bemerkte völlig zu Recht der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Olschewski. Der Antrag von Grünen und SPD beinhaltet einen Versuch, noch vor Aufstellung des Bebauungsplanes eine „Perspektivenwerkstatt“ einzurichten, die „einerseits die Beteiligung aller Interessengruppen und andererseits interdisziplinäre Planungskompetenz in einem kooperativen Prozess zusammenführt“. Damit soll eine win-win-Situation erreicht werden. Wohl aber kaum für den Investor. Denn, wenn dieser, nicht zu Unrecht, auf eine bestimmte Quadratmeterzahl besteht, die sich für ihn und die dort einziehenden Geschäfte lohnen soll, und auf der anderen Seite man das nicht will, dann bleibt nur noch die berühmte lose-lose-Situation übrig. Also: alles bleibt wie es ist. Das nennt man moderne Stadtpolitik. Eingefordert wird die „Perspektivenwerkstatt“ übrigens von der „Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade“. Was es alles gibt…?

Noch bevor das gesamte Bebauungsplanverfahren mit allen Möglichkeiten der Ein- und Widersprüche startet, soll im Vorfeld ein „zielorientierter übergreifender Erkenntnisgewinn“ erfolgen. Das klingt alles ganz toll. Die Bürger sollen vom ersten Augenblick an mit entscheiden. Darüber kann man ja reden. Man muss dann aber auch mal über die Instrumente der repräsentativen Demokratie sprechen. Was wollen wir: Demokratie pur? Dann reichen ein paar Verwaltungsbeamte aus, die die Volksabstimmungen durchführen. Woher kommen die planerischen Ideen?

Noch von der Politik, oder von der für jedes Vorhaben zu gründenden „Perspektivenwerkstatt“? Ich erwarte von der Bezirks- und Landespolitik, dass sie gesamtstädtisch denkt und plant. „Perspektivwerkstätten“ können sich nur um die kleinteiligen Belange kümmern. Könnten bei diesem System überhaupt noch Bauvorhaben umgesetzt werden? Für Lichtenrade gibt es keine Perspektive was das Einkaufszentrum anbelangt. Der Antrag wurde von Grünen und SPD beschlossen, also wird es die „Perspektivenwerkstatt“ geben. Schauen wir, ob dies „eine besondere Chance für Lichtenrade“ bedeutet, wie es in der Begründung des Antrages heißt.

Persönliche Hinweise von Th. Moser (auch Fotos):

Ich wünsche der Perspektivwerkstatt viel Erfolg! Sie haben damit ein großes Stück Verantwortung für den gesamten Kiez übernommen. Ich hoffe, dass alle (!) Argumente auf den Tisch kommen. Viele Menschen im Kiez haben Ängste, viele Menschen wollen („nur“) bewahren, viele Menschen haben aber auch Hoffnungen auf Veränderungen. Ich gehe davon aus, dass es in Lichtenrade -in den nächsten Jahrzehnten- viele Veränderungen geben wird, so oder so (Demografischer Wandel, Sozialstruktur, Nähe zum BBI mit allen Folgen). Gestalten Sie diese Veränderungen, in Verantwortung für Lichtenrade, für die jetzigen Einwohner und für zukünftige Generationen, mit. ToM

 

Artenschutz für die Bürger von Lichtenrade und Mahlow-Nord

Montagsdemonstrationen gehen weiter!

Berlin-Lichtenrade 15. November 2010 Der letzte BVG-Bus hat die Wendeschleife am S-Bahnhof Lichtenrade verlassen. Die Parkverbotsschilder* sorgen für mehr Platz für die Demonstranten. Der Pfarrer-Lüthkehaus-Platz ist wieder gut gefüllt. Dass 18 Uhr-Glockengeläut verhalt. Die Mikrofonanlage der Volkspark-Lichtenrade-Initiative tut heute sehr gute Dienste.

Schätzungsweise 3.500 bis 4.000 Demonstranten haben sich zur 6. Demonstration in Lichtenrade, gegen die veränderten Flugrouten, eingefunden. Der Bürgerinitiative „Lichtenrade-Mahlow/Nord gegen Fluglärm“ geht es nicht um den Baustopp des BBI, sie wollen „einfach nur Vertrauensschutz.“ Vertrauensschutz heißt hier konkret: „Bleibt bei den jahrelang veröffentlichten geraden Flugrouten!“
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Traditionell eröffnet Günther Haße die Demonstration. Haße ist Sprecher der BI und ein entschlossener Kämpfer für die Sache.
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Als politischer Gastredner wurde heute Mirco Dragowski (FDP) begrüßt, der den Bezirk Tempelhof-Schöneberg im Berliner Abgeordnetenhaus für seine Partei vertritt. Der Abgeordnete Dragowski hatte keinen leichten Stand bei den Demonstranten. Die FDP fordert eine Optimierung der Flugrouten, „um alle zu entlasten.“ Die Abknickung der Flugrouten nach Lichtenrade lehnt die FDP ab. So versucht Dragowski den Demonstranten die Parteilinie glaubhaft zu machen. „Hör uff zu labern!“ –oder so ähnlich- war oft während des Redebeitrages zu hören. Dragowski betont aber auch, dass die FDP einen leistungsfähigen Flughafen BBI will. Zu den Aussagen über Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit wird auf die „Gedankensplitter“ am Ende dieser Veröffentlichung verwiesen.
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Pressesprecherin der BI Martina Pohske, die als unmittelbar Betroffene in Mahlow-Waldblick wohnt, ging kurz auf den Beitrag von Mirco Dragowski ein: „Mir hat der Hinweis von ihnen gefehlt, dass sie sich bei der Bundes-FDP, die die Bundesregierung mit stellt, auch dafür einsetzten, dass das Nachflugverbot nicht geändert wird.“ Durch die Streuung der Flugrouten befürchtet Pohske, dass die Dezibelzahlen gemittelt werden und dann durch gesetzliche Änderungen der Nachtflug kommt. „Es ist verdammt wichtig, dass sie jeden Montag einfach nur hier sind!“ ruft die Pressesprecherin in die Menge. Martina Pohske berichtet über einen Artikel in der Morgenpost, wo Ramsauer zur Wirtschaftlichkeit erklärt: Wirtschaftlichkeit ist an 3. Stelle, aber nur solange, wie Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Mit anderen Worten hat auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit die Wirtschaftlichkeit des BBI für unabdingbar erklärt. Martina Pohske sagt zum Argument der Sicherheit, die immer an erster Stelle gehandelt wird, wie es denn sein kann, dass die Flugzeuge gleich nach dem Start in Richtung Hauptstadt Berlin fliegen. Dabei denkt sie besonders an terroristische Gefahren.
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Als weitere Rednerin sprach Ingeborg Weber von der BI. Mit dem Ausruf: „Artenschutz für die Bürger von Lichtenrade und Mahlow-Nord“ erntete sie den meisten Applaus am heutigen Abend. „Ich habe das Gefühl, wir werden verschaukelt!“ sagt Weber zu den Äußerungen der Politiker. Ingeborg Weber erklärt für die BI, dass die BI für jede Hilfe dankbar ist, die sie bekommen kann.
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Als einen Fortschritt wird von der BI gewertet, dass Lichtenrade und Mahlow-Waldblick mittlerweile von Politik und Medien gekannt und wahrgenommen werden und keiner mehr vom weißen Fleck bei diesen Gebieten, wie sie noch auf der Karte der Deutschen Flugsicherung ausgewiesen waren, reden kann.
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Im Anschluss an die Kundgebung setzte sich der Demonstrationszug, wie jeden Montag, über die Bahnhofstraße bis zur Goltzstraße in Bewegung! Enkel, Eltern und Großeltern waren wieder in Lichtenrade dabei. Am nächsten Montag trifft man sich erneut…neue Demonstrationsgäste sind herzlich willkommen!
Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

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Weitere Infos und einige „Gedankensplitter“ aus den letzten Tagen:

In der Berliner Zeitung wurde in der Wochenendausgabe aus der universitären Kreativ-Werkstatt aus Potsdam berichtet. Unter der Überschrift „Vogelgezwitscher statt Düsentrieb“ wurden unkonventionelle Vorschläge mit „Humor und Perspektivwechsel“ gemacht. So sollen nach dem Slogan „Miles and Ohr“ Fluglärmgeschädigte mit Bonusmeilen entschädigt werden, die sie abfliegen können. Dafür soll dann im Garten ein „Lärmometer“ aufgestellt werden. Auch wurden Gedanken durchgespielt, wie die Betroffenen umzusiedeln (Lichtenrade nach Reinickendorf?) oder, was sicher einen gewissen Charme hätte, für Verantwortliche und Entscheider des BBI ein Zeltlager in der Einflugschneise zu organisieren…Kerosinduschen eingeschlossen. Aber zum Spaßen ist den Betroffenen wirklich nicht zumute.

Die Berliner Flughäfen verkünden stolz am 10.11.2010 unter der Überschrift „Luftverkehr in Berlin setzt Höhenflug fort“: Zweistelliges Verkehrswachstum im Oktober / Winterflugplan der Berliner Flughäfen: 131 Ziele in 50 Ländern / Drei neue Langstreckenziele / Frequenzerhöhung auf vielen bestehenden Strecken…Der Winterflugplan der Berliner Flughäfen gilt seit dem 31. Oktober und beweist: Noch nie war Berlin im Winter so eng mit der Welt verbunden wie in diesem Jahr. 66 Fluggesellschaften fliegen zu 131 Zielen in 50 Ländern – darunter 16 Inlandsziele, 91 Europa-Verbindungen und 24 Verbindungen zu Zielen außerhalb Europas. Damit zählen die Berliner Flughäfen durchschnittlich etwa 2.000 Starts pro Woche…der geneigte Fluglärmgeschädigte (in spe) mag sich ausrechnen, wie dieser Höhenflug weitergeht.
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Weiter heißt es von den Berliner Flughäfen bereits am 8.11.2010  Unabhängiger Parallelbetrieb für den BBI unabdingbar“: In den zurückliegenden Tagen ist in der öffentlichen Diskussion zu den BBI-Flugrouten immer wieder die Frage nach der weiteren Entwicklung des Flughafens BBI diskutiert worden, etwa auch der unabhängige Parallelbetrieb des neuen Airports. Auf Bitten von Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer haben die Berliner Flughäfen die zum Verständnis dieses Themas notwendigen Informationen noch einmal überprüft und sind dabei zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt: Ohne unabhängige Parallelstarts fiele der neue Airport in der Spitzenstunde hinter die derzeitigen Kapazitäten Tegel und Schönefelds zurück. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann der Luftverkehrsstandort Berlin-Brandenburg seinen Airline-Kunden auf den Airports Schönefeld und Tegel 50 Starts pro Stunde anbieten. 20 davon entfallen auf den Flughafen Schönefeld, 30 auf den Flughafen Tegel. Bei einem abhängigen Parallelbetrieb wären auf dem BBI in der Spitzenstunde aufgrund der in Deutschland geltenden Vorschriften (sogenannte Separationsregeln) maximal 40 Starts möglich. Damit fiele der BBI hinter die gegenwärtig verfügbaren Startkapazitäten zurück. Bereits für das BBI-Eröffnungsjahr 2012 liegen Anmeldungen vor, die nur mit unabhängigen Parallelstarts bedient werden können…sagen die Berliner Flughäfen.
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Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit…Wirtschaftlichkeit A und B ? So langsam begreifen die Bürgerinnen und Bürger aus Lichtenrade, Mahlow-Nord und anderswo: Wirtschaftlichkeit ist nicht gleich Wirtschaftlichkeit. Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit, heißt es von vielen Verantwortlichen… Aber es gibt die Wirtschaftlichkeit A), die des Flughafens (erfundene Kategorie), die „gute“ Wirtschaftlichkeit, und die Wirtschaftlichkeit B), die der Fluggesellschaften, die „schlechte“ Wirtschaftlichkeit. Die gute Wirtschaftlichkeit wird als Grundvoraussetzung für den Flughafenbetrieb angesehen und ist somit recht weit vorne gesetzt. Die Forderungen der Fluggesellschaften nach Wirtschaftlichkeit werden von vielen in der Politik klar auf die hinteren Plätze verwiesen …(immerhin ;-)…jeder muss sich jetzt seinen eigenen Reim darauf machen.

Der Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak aus Lichtenrade erklärt in der letzten Woche unter der Überschrift „Auszeichnung von Wowereit als Ehrenmitglied der Flugroutengegner ist ein schlechter Scherz: Die Steglitzer Initiative "Keine Flugrouten über Berlin" machte den Regierenden Wowereit am Mittwoch zum Ehrenmitglied. Mit einem weißen Sticker wurde Wowereit von Initiativen-Chefin Dr. Marela Bone-Winkel  zum Ehrenmitglied der Bürgerinitiative ernannt...Luczak hatte auf letzten Montagsdemonstration in Lichtenrade betont, dass die Rechtssicherheit – der Vertrauensschutz – nicht nur wesentliches Prinzip des Rechtsstaates, sondern auch für die Glaubwürdigkeit von Politik entscheidend sei. Und auf Glaubwürdigkeit in der Politik hätten die Menschen ein Anrecht. Luczak sagte nun weiter: „Angesichts des politischen Schlingerkurses von Wowereit in der Flugroutendebatte kann von bei Wowereit von glaubwürdiger Politik allerdings keine Rede sein! Eine Ehrenmitgliedschaft hat er schlichtweg nicht verdient!“

Am 23. November 2010 lädt die SPD Tempelhof-Schöneberg und die Abteilung Lichtenrade-Marienfeld zum Thema „Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit“ die Bürgerinnen und Bürger in das Gemeinschaftshaus Lichtenrade ein. Um 19 Uhr startet in der Barnetstraße 11 die Diskussionsveranstaltung mit der Senatorin Junge-Reyer; Flughafensprecher Prof. Dr. Rainer Schwarz und Ekkehard Band (Bezirksbürgermeister). Der Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium und Minister Peter Ramsauer sind eingeladen. Zusagen liegen noch nicht vor. ToM

*(Parkverbotsschilder gesponsert von der Firma LEX; daher darf auch hier mal Werbung sein)
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LINKS zum Thema

http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de

Flugbewegungen in Europa live: http://flightradar24.com

 

 

 

Die ganz persönliche Ehrung von Ehrenamtlichen

Ehrungen für ehrenamtliches Engagement

Berlin-Lichtenrade, 12.11.2010 Wann haben Sie die letzte handschriftlich geschriebene Einladung erhalten? Sie können sich nicht erinnern? Die ehrenamtlichen Helfer, die als Familienhelfer das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg in der Arbeit unterstützen, warten schon jedes Jahr auf so eine sehr persönliche Einladung von Walter Strutz, der nach seiner Pensionierung vom Jugendamt in das Nachbarschaftsheim Schöneberg gewechselt ist.

Achtzig ehrenamtliche Familienhelferinnen und -helfer sind in Tempelhof-Schöneberg tätig. 32.250 Stunden haben sie seit 2009 geleistet, um Familien zu unterstützen, die oft mit den Problemen des Alltags überfordert sind. Die Aufgabe verlangt den ganzen Einsatz eines Ehrenamtlichen und sehr häufig auch gute Nerven. Man kann den Ehrenamtlichen nicht genug für ihre Tätigkeit danken.

Einmal im Jahr lädt deshalb der Beauftragte für die Ehrenamtlichen im Bereich des Jugendamtes, Walter Strutz, die Ehrenamtlichen ein, um ihnen von höchster Stelle Dank sagen zu lassen. Und für fünf-, zehn- oder längerjähriges ehrenamtliches Engagement gibt es kleine Geschenke und einen Händedruck vom Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns.

Diesmal wurden im Gemeinschaftshaus Lichtenrade Renate Blesken, Sabine Schwarze, Wilfried Sönnichsen (ehrenamtliche Arbeit im sogenannten „Dürerkiez“), Theodora Marcus, Rainer Edelmann und Regina Rochel-Bielke für fünfjährige ehrenamtliche Arbeit geehrt.
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Jugendamtsleiter Mohns bedankt sich bei Daniela Paletta (Foto oben) für ihre fünfjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Für die fünfjährige Arbeit wurde auch Christiane Müller gedankt, die in einem evangelischen Kinderbetreuungsprojekt in Lichtenrade zuverlässig, einmal in der Woche, für das mittägliche Wohl der Kinder sorgt. Der zwanzigjährige David Hille ist auch schon fünf Jahre dabei. Er kümmert sich um die tägliche Betreuung eines kleinen Mädchens in einer großen Familie.

Seit über 10 Jahren sind Irmtraud Janda, Ursula Meyer, Christian Prutz (die sozialpädagogische „Allroundwaffe“) und Ulrike Stutz dabei. Allen gilt es, einen großen Dank auszusprechen.

Jugendstadträtin Angelika Schöttler (Foto unten) bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei allen Ehrenamtlichen und hob besonders die Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsheim Schöneberg hervor, das nach dem altersbedingten Ausscheiden von Walter Strutz diesen auf Honorarbasis weiter beschäftigt, damit er seine wichtige Aufgabe fortführen kann.
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Ein besonderer Dank geht jedes Jahr an Michael Lindner, Chef von Butter-Lindner, der für die Gäste des Abends ein Buffet mit all den Leckereien aufstellen lässt, die man in seinen 45 Filialen in Berlin kaufen kann. Es soll Menschen geben, die sich allein wegen dieses Buffets um eine Einladung für die Veranstaltung reißen. Selbst eine ganz einfache Currywurst kann, neben den anderen ausgesuchten Hochgenüssen, zu einer Delikatesse mit Gaumenschmausgarantie werden. Manchmal lohnt auch ein Ehrenamt…, obwohl ehrenamtliche Arbeit in der Regel auch so ein großer persönlicher Gewinn für die Ehrenamtler ist.

Bevor sich der Magen freuen darf, sind aber erst einmal die anderen Sinne dran. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung war wieder äußerst gelungen. Junge Musikerinnen und Musiker unterhielten die Gäste mit schwungvoller Musik.
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Traditionell gibt es bei der Veranstaltung auch eine Festrede, für die stets Persönlichkeiten gewonnen werden, die etwas zum Thema ehrenamtliches Engagement zu sagen haben. Der Geschäftsführer des Nachbarschaftsheims Schöneberg e.V., Georg Zinner (Foto unten), hatte es auf Bitten von Walter Strutz in diesem Jahr übernommen, die Festrede zu halten. Und was lag für Georg Zinner näher, als über die Nachbarschaftsheime zu berichten, die eine hohe gesellschaftliche Bedeutung für die jeweiligen Kieze haben, in denen sie sich befinden. Die freien Träger bezeichnete Zinner als Bürgerinitiativen, die entstanden sind, weil es gesellschaftliche Probleme gibt, die der Staat allein nicht lösen kann. Die Nachbarschaftsheime schauen auf ihre Umgebung und versuchen, junge und alte Menschen zu integrieren.
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Zinners Traum ist es, eines Tages zu erreichen, dass Kindertagesstätten oder Jugendfreizeiteinrichtungen Orte werden, an denen sich alle Generationen zu Hause fühlen. Die Nachbarschaft soll auch Verantwortung für die Einrichtungen übernehmen. Viele Orte müssten entstehen, wo sich Menschen treffen können. Das sei in einer Stadt wie Berlin, wo etwa die Hälfte der Einwohner in Einpersonenhaushalten leben, besonders wichtig, um der Einsamkeit vorzubeugen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist für Georg Zinner besonders wichtig. Zinner vermittelte mit einfachen Worten ein so klares Bild von Nachbarschaftsarbeit, dass er selbst mögliche Ehrenamtsmuffel mit seiner Begeisterung ansteckt.
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Walter Strutz (Foto oben), eine lebende Legende und ein ganz besonderer Mensch, geht in seiner kleinen Ansprache darauf ein, wie es Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre mit dem Ehrenamt im Jugendamt anfing. Er und seine damalige Kollegin, Ilse Busch (ein großes Vorbild für Strutz), wurden selbst von eigenen Kollegen im Jugendamt belächelt. Dieses Lächeln kann Strutz heute noch manchmal erzeugen, es ist aber stets gepaart mit großer Anerkennung, wenn man sich die „Mühe“ gibt, den Menschen Walter Strutz näher kennenzulernen. Diese besondere Art der ehrenamtlichen Betreuung ist das ganz Eigene an Walter Strutz und in dieser Form ohne Walter Strutz nicht unvorstellbar! Walter Strutz erzählte von den „Dummen“, die schon lange ehrenamtliche Arbeit machen. Dazu zählt zum Beispiel Marian Przybilla, der seit bald 40 Jahren dabei ist, und Margot Simon. Strutz führt aus: „So wie es vor drei Jahrzehnten in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft fast gar keine Aufmerksamkeit, geschweige Anerkennung, für das ehrenamtliche Engagement gab, so war auch die Bereitschaft, sich in die Gesellschaft einzubringen, gleich Null.“ Der sehr gläubige Strutz führt weiter aus: „Und auch das ist wunderbar, dass seit geraumer Zeit die Notwendigkeit von Wertschätzung und Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements voll in dem Bewusstsein der Medien und in der Mitte der Politik und Gesellschaft angekommen ist…So ist es heute mein herzlicher Wunsch und mein aufrichtiges Gebet, dass solch segensreicher Gemeinsinn in unserer großen Stadt weiter wachsen möge…“
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v.l.n.r.: Ex-Jugendamtsleiter Henning Till,Gerd Schmitt-Kiezoase,Renate Wilkening-NUSZ,Georg Zinner und Enno Skowronnek
Besonders wichtig und Ernst genommen wird in Tempelhof-Schöneberg die Arbeit von Ehrenamtlichen. Neben der Stelle von Walter Strutz, der sich um die Familienhelfer kümmert, gibt es direkt beim Bezirksbürgermeister angesiedelt, ein Büro für alle Fragen in Zusammenhang mit ehrenamtlicher Tätigkeit bis hin zu Schulungen.
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Zuständig dafür sind Enno Skowronnek und Christine Fidancan, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnahmen.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Lieber Walter Strutz, meine Anerkennung und mein ganz persönlicher Dank für Deine Dir eigene und besondere Art, Dich für die ehrenamtliche Arbeit und die Menschen, die dahinter stehen, so nachhaltig und liebevoll „aufzuopfern“.

Thomas

Weitere Informationen zum Ehrenamt: 90277 6050. Büro Walter Strutz: 90277 3615.

Für diese Veröffentlichung wurden u.a. verwandt: Nr. 441 vom 13.11.2010 von „KiTS aktuell“, der Information des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg www.kits-zeitung.de (Bericht von Ed Koch; Fotos von Lothar Duclos –Danke für die Erlaubnis der Veröffentlichung)

Weitere Grundsätzliche Ausführungen zu Nachbarschaftszentren:

Nachbarschaftsheime und Stadtteilzentren – was sie sind und wie sie arbeiten

Von Georg Zinner – Geschäftsführer Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V.

Was sind und wie arbeiten Nachbarschaftsheime und Stadtteilzentren?

Nachbarschaftszentren sind gemeinwesenorientierte freie Träger sozial-kultureller Arbeit mit zum Teil jahrzehntelanger Tradition. Als freie Träger in der Rechtsform eingetragener Vereine sind sie unabhängige und weltanschaulich neutrale Organisationen, die im Rahmen ihrer Satzung und gemeinnützigen Vereinsziele selbst über ihre Angebote entscheiden.

In Berlin gibt es rund 30 Nachbarschaftszentren mit sehr unterschiedlicher Kultur und Ausprägung und zum Teil mit langjähriger Tradition. In vielen Ländern der Welt gehören Nachbarschaftszentren zu den wichtigsten Trägern sozialer Arbeit überhaupt (z.B. USA, England, Kanada, Frankreich, Israel, Niederlande, Finnland, etc.).

• Nachbarschaftszentren verstehen sich als Bürgerinitiative,

Netzwerk und Plattform für soziales und kulturelles Engagement im Stadtteil und sie sind Anbieter von sozialen und gesundheitlichen Dienstleistungen mit folgenden Arbeitsgrundsätzen:

- generationen- und schichtenübergreifende Angebote für alle Bürger

- verbindung von sozialer Arbeit und kultureller Betätigung

- die Förderung der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagements

- konkret-nützliche Dienstleistungen und Hilfen anzubieten

- die Arbeit lokal und nachbarschaftsorientiert auszurichten und

- die weltanschauliche Neutralität und Unabhängigkeit zu sichern.

• Nachbarschaftszentren sind Träger von Einrichtungen,

wie Selbsthilfetreffpunkten, Seniorenfreizeiteinrichtungen, Familientreffpunkten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Schülerclubs und Schulstationen, Kindertagesstätten, Sozialstationen, Integrationsprojekten, Betreuungsvereinen, Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten u. a. mehr.

• Nachbarschaftszentren sind sensibel für Probleme

Sie leisten Beratungs- und Unterstützungsarbeit beispielsweise in Bildungs- und Erziehungsfragen, in sozialrechtlichen Angelegenheiten, bei der Integration von Bürgern ausländische Herkunft und tragen dazu bei das soziale und gesundheitliche Wohlbefinden der Bevölkerung und den sozialen Ausgleich im Stadtteil zu fördern

• Nachbarschaftszentren fördern die Selbsthilfe und Selbstorganisation der Bürger

Sie schaffen Möglichkeiten der Kommunikation, der Beteiligung und des Handelns. Sie begleiten und unterstützen Personen, Gruppen, Initiativen und ermöglichen ehrenamtliche (freiwillige) Mitarbeit und bürgerschaftliches Engagement im Wohngebiet und in den Einrichtungen.

• Nachbarschaffszentren sind Orte der Kultur und Kommunikation

Sie fördern und wecken die kreativen Potentiale von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren und ermutigen zu eigenen Aktivitäten. Die Stadtteilkulturarbeit der Nachbarschaftszentren gibt subjektiven Bedürfnissen Raum, schafft kommunikative Strukturen und aktiviert soziales Leben. Kulturarbeit ist für uns aktive Beteiligung, eigene Gestaltung und Verwirklichung, aber auch neugierige Teilhabe und gewonnenes Selbstbewusstsein.

• Nachbarschaftszentren arbeiten bürgernah, öffentlich und transparent

Die Angebote der Nachbarschaftszentren stehen allen Bürgern offen und sind nicht an Mitgliedschaften, beispielsweise im Verein, gebunden. Die Einrichtungen haben bürgerfreundliche Öffnungszeiten. Ansprechpartner und Verantwortliche werden in den Veröffentlichungen benannt. Die Einrichtungen veröffentlichen ihre Angebote regelmäßig (Programmhefte, Flyer, Internet, Presse, etc.). Die Einrichtungen und Räumlichkeiten sind freundlich gestaltet und strahlen eine wohltuende Atmosphäre aus.

• Nachbarschaftszentren und ihre Mitarbeiter/innen

Die Mitarbeiter/innen sollen ihre Aufgaben weitgehend selbstständig und in eigener Verantwortung nach den hier beschriebenen Grundsätzen wahrnehmen und dazu beitragen, dass die Ziele im Interesse der Bürger des Stadtteils erfüllt werden. Jede(r) Mitarbeiter(in) ist bei uns eingeladen, seine Fähigkeiten, Ideen und Wünsche in den Arbeitsalltag und in das Programmangebot des Nachbarschaftsheims einzubringen und verpflichtet, sich fortzubilden, um den gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

• Nachbarschaftszentren suchen die Zusammenarbeit

mit den Bürgern, mit der Verwaltung, mit öffentlichen Einrichtungen, mit anderen Trägern sozialer Arbeit, mit Schulen, mit Kirchengemeinden, mit Bürgerinitiativen, Wohnungsbaugesellschaften, Geschäftsleuten und Firmen, mit den politisch Verantwortlichen und mit den Parteien, kurz: mit allen, die für ein Gemeinwesen Verantwortung tragen oder in einem Gemeinwesen aktiv sind. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Nachbarschaftszentren besonders geeignet sind, Problemen der gesellschaftlichen Individualisierung, der Entfremdung und den Zukunftsängsten zu begegnen. Sozialkulturelle Einrichtungen arbeiten bürgernah, flexibel, kostengünstig und effektiv. Sie sind in der Lage schnell und mit zeitgemäßen Mitteln auf Veränderungen im Gemeinwesen zu reagieren und so in den letzten Jahren zu immer wichtigern Partnern für die Bürger, die Politik und die Verwaltung bei der Lösung von Problemen geworden. Ihre Stärke beziehen sie letztendlich aus dem Engagement der Bürger, die ihre Einrichtungen im Stadtteil über den jeweiligen Trägerverein oder als engagierter Nutzer mitgestalten können.

Herausgeber: Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V.

www.nachbarschaftsheim-schoeneberg.de

Weitere Links zu den bezirklichen Nachbarschaftszentren:

Kiezoase Schöneberg http://www.kiezoase.de

Nachbarschaftszentrum ufaFabrik: http://www.nusz.de

Nachbarschaftszentrum in Lichtenrade: http://www.ahb-berlin.org/Finchley/index.php

 

Perspektivenwerkstatt für das Einkaufszentrum in Lichtenrade!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die SPD- Fraktion stellen in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg einen gemeinsamen Antrag zur "Herbeiführung eines Ersuchens", dass eine sogenannte "Perspektivenwerkstatt" eingerichtet werden soll. Über die bisherigen Planungen des Einkaufszentrums wurde an dieser Stelle in der "Internetzeitung" von www.lichtenrade-berlin.de schön öfters berichtet.
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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press

Das Bezirksamt wird ersucht, vor dem Aufstellungsbeschluss für das Gelände rund um die Mälzerei in Lichtenrade eine Perspektivenwerkstatt zu initiieren.

Zur Vorbereitung der Perspektivenwerkstatt und Abstimmung des Handlungsrahmens ist eine Steuerungsgruppe aus dem Kreis des Vorhabenträgers, des Bezirksamtes, der BVV, der AG Bahnhofstraße und der ökumenische Umweltgruppe in Lichtenrade zu bilden.

Die Steuerungsgruppe soll gezielt die Einbeziehung einer größeren (Fach-)Öffentlichkeit sicherstellen, ein breites Mitwirkungsangebot unterbreiten und hierfür Arbeits- und Planungsgruppen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten einsetzen. Die Ergebnisse der Arbeits- und Planungsgruppen sollen dann zu einem integrativen Konzept gebündelt werden.

Die Perspektivenwerkstatt soll von einem in diesem Bereich erfahrenen Planungsbüro moderiert werden, dass von der Steuerungsgruppe ausgesucht und vom Vorhabenträger finanziert werden soll.

Begründung:

Die Perspektivenwerkstatt – wie sie die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade zu Recht einfordert - ist eine Planungsmethode, die einerseits die Beteiligung aller Interessengruppen und andererseits interdisziplinäre Planungskompetenz in einem kooperativen Prozess zusammenführt.

Die Perspektivenwerkstatt versucht eine Interessenvermittlung zu schaffen, integrative Planungsszenarien zu entwickeln und eine win-win-Situation zu erreichen. Dabei erzeugt die Perspektivenwerkstatt schneller und zielorientierter übergreifende Erkenntnisgewinne, die den offiziellen Planungsprozess viele Konfliktpunkte im Vorweg nehmen und  das Vorhaben selbst befördern kann. Eine Perspektivenwerkstatt kann die politische und unternehmerische Entscheidung nicht ersetzen, aber fachlich vorbereiten und die notwendige Offenheit schaffen. Es ist ein modernes Instrument, dass für das Projekt eine mehrheitsfähige Akzeptanz durch Mitwirkung erzeugen und Fehlinvestitionen vermeiden kann.

Das Gelände um die Mälzerei kann für Lichtenrade der entscheidende Anziehungspunkt mit Ausstrahlung werden. Es kann eine besondere Chance für Lichtenrade bedeuten, aber nur wenn eine breite Beteiligung und eine große Fachkompetenz eingebunden werden.

Berlin Tempelhof-Schöneberg, den 08.11.2010

Oltmann, Jörn  Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Ahlhoff, Elke SPD-Fraktion                                                                                         

              

 

Bürgerinitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ jetzt Verein

„Wir müssen Lichtenrade wachküssen“ sagte Gründer und Ehrenvorsitzender Alfred Sobel

Berlin-Lichtenrade, 10. November 2010 Die Bürgerinitiative (BI) in Lichtenrade und Mahlow-Nord gegen Fluglärm hatte seine konstituierende Sitzung im Gemeinschaftshaus in Lichtenrade. Nachdem vor einigen Wochen die Deutsche Flugsicherung (DFS) veränderte Flugrouten bekannt gegeben hat, sind in vielen betroffenen Ortschaften und Bezirken von Berlin und Brandenburg Bürgerinitiativen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Jahrelang wurden in allen Veröffentlichungen die geraden Flugrouten propagiert und nun soll alles ganz anders sein.
Alfred Sobel, der Gründer der BI und jetziger Ehrenvorsitzender, erzählte eindrucksvoll, wie er und seine Frau nach dem Bekanntwerden der veränderten abgeknickten Flugrouten (wir berichten ausführlich) immer gehofft hatte, dass Einer schon eine Bürgerinitiative gründen würde. Nach einigen wenigen Tagen vergeblichen Wartens war für Sobel klar: „Wir müssen Lichtenrade wachküssen!“

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Alfred Sobel, Ehrenvorsitzender
So fing alles Mitte September an. Nach nunmehr fünf sehr erfolgreichen Montagsdemonstrationen, mit einer Teilnehmerzahl, die sich keiner vorher erträumt hatte, war auch der Entschluss für eine Vereinsgründung fast zwingend.
Die Stimmzettelvergabe für die Mitglieder (insgesamt 325; circa 25 Menschen sind noch an diesem Abend eingetreten) war am Eingang, wie bei „Profi-Vereinen“, nahezu perfekt organisiert. Die neuen Aufkleber und Plakate, mit dem neuen BI-Logo, wurden den ehrenamtlichen Verkäuferinnen nur so aus der Hand gerissen. Nach und nach baut die BI somit eine finanzielle Grundlage für den vermutlich noch langen Weg des Kampfes für ein ruhiges Lichtenrade.
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v.lks.n.re: Martina Pohske, Claudia Prümper, Günther Haße, Rene Sorge, Bez.Bürgermeister Ekkehard Band, Saskia Au
Günther Haße, den Montagsdemonstranten durch seinen auffälligen Hut und seine Parolen bekannt, begrüßte die Mitglieder. Haße erzählte vom ersten großen Treffen der BI. Geplant war dies im Restaurant Reisel in Alt-Lichtenrade. Der pensionierte Lehrer Haße hatte es aber schon irgendwie im Gefühl, dass vielleicht doch mehr kommen würden. So hatte er schon im Gemeinschaftshaus Vorsorge getroffen, dass sie dort reinkönnen, wenn der Saal bei Reisel nicht ausreicht. So war es dann auch. Einige Hundert Menschen kamen und zogen dann in das Gemeinschaftshaus. Haße erzählt, dass sie dann für den Verdienstausfall der Lichtenrader Wirtin gesammelt haben. Es kamen 165 Euro zusammen, die man Monika Reisel übergeben konnte. Sie konnte sich dann vor lauter Rührung die Tränen in den Augen nicht unterdrücken. Die erste Sammlung für die Ausgaben für die BI an diesem Abend brachte dann 1201 Euro ein. Da hat es im Karton nur so, von den Geldscheinen, geraschelt. Haße wurde später, neben Martina Pohske, zum Pressesprecher gewählt. Er mag diese Bezeichnung nicht sonderlich und will lieber „einfach nur Redner sein.“
Die eben erwähnte Martina Pohske aus Mahlow-Waldblick, eine ehemalige Lichtenraderin, ist mit dem Mikrofon fast verwachsen, wenn sie sich engagiert zu den Belastungen mit den Flugrouten äußert: „Wir brauchen jeden Einzelnen bei der Monatsdemo!“
Die Vorschläge für die Funktionen in der BI wurden im Block abgestimmt und einstimmig, bei einer Enthaltung, bestätigt. 150 Vereinsmitglieder waren anwesend. Wie schon gesagt, wurde der Gründer Alfred Sobel Ehrenvorsitzender. Der Lichtenrader Simon Lietzmann wurde zum Vorsitzenden gewählt. Uwe Pohske wurde 1. Stellvertreter, Saskia Au wurde zur 2. Stellvertreterin gewählt. Claudia Prümper wurde kurzer Hand Schriftführerin. Weitere Funktionen: Frau Wellenbrink: Kassenwartin und Frau Sigismund und Frau Gallien Kassenprüferinnen. Die Arbeitsgruppe „Demo“ (oder auch Werbung - Kommunikation genannt) der BI wurden mit ihren bisherigen und den geplanten Aktivitäten vorgestellt. Die Arbeitsgruppe freut sich jederzeit über Zuwachs! Für die sogenannte AG „Recht“ sprach Rechtsanwalt Rene Sorge, der auch durch den Abend führte, und erläuterte, was bislang für Themen rund um Flugrouten, aber auch um die Vereinsgründung, anstanden. Sorge meldete bislang immer die Demonstrationen bei der Polizei an.
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Günther Haße links; rechts der frisch gewählte Vorsitzende Simon Lietzmann bei der Demonstration
Fließend wurde die Mitgliederversammlung zu einer offenen Diskussionsrunde, als nach einer Stunde Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) eintraf, um über seine Erlebnisse bei der Sitzung in der Fluglärmkommission, wo jetzt auch u.a. der Bezirk Tempelhof-Schöneberg vertreten ist, zu berichten.
Grundsätzlich tagt die Lärmschutzkommission, die von 17 auf 34 Teilnehmer erweitert wurde, vertraulich. Da aber mittlerweile schon alles öffentlich ist, sieht Band dafür auch nicht mehr eine Verschwiegenheitsverpflichtung. Gegen die Erweiterung versuchte u.a. die Gemeinde Blankenfelde im Rahmen einer einstweiligen Anordnung, jedoch ohne Erfolg, vorzugehen.
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Bezirksbürgermeister Ekkehard Band als Redner am vorletzen Montag
Ekkehard Band war entsetzt über Äußerungen, wie „jetzt kommen die reichen Wessis“ und ruft auf, dass es wichtig ist, dass man sich nicht auseinanderdividieren lassen darf. Band war empört über die Sitzungsleitung und erklärte, dass sich dies nachhaltig ändern muss. Letztlich wurden die Anträge, auch der Antrag von Band, nicht behandelt, da dafür eine Frist einzuhalten ist. Da die neuen Mitglieder diese Frist nicht einhalten konnten, wurden sie auf die nächste Sitzung vertagt. Die DFS sagte aber –auch ohne offiziellen Auftrag- zu, dass sie vorab die Vorschläge nach deren Machbarkeit überprüfen wollen. Die DFS lud die Mitglieder der Lärmschutzkommission ein, dass sie sich selbst ein Bild von der Erarbeitung von Flugrouten machen können. Band, der geduldig versuchte alle Fragen aus dem Plenum zu beantworten, erklärte deutlich, dass es nicht um einen Baustopp des BBI gehen kann.
Der Bezirksbürgermeister signalisierte, dass er jetzt fast ausschließlich mit Flugrouten beschäftig ist, was er für seine Pflicht ansieht. Andererseits muss sich Band jetzt erst, nach und nach, in die schwierige Problematik einarbeiten. Die neuesten Äußerungen des Bundesverkehrsministers Ramsauer sieht Ekkehard Band skeptisch, weil dieser nun immer auf die Fluglärmkommission verweist und seine Verantwortlichkeit nicht mehr genannt wird. Im Raum stand die Frage, ob Raumsauer noch andere Interessen bei dieser Diskussion hat. Die geplanten neuen Startbahnen in Frankfurt und München wurden in diesem Zusammenhang ins Gespräch gebracht.
Ekkehard Band erläuterte seinen Antrag und die Prüfvorschläge. Der Antrag ist im Anschluss an diesen Bericht veröffentlicht. Band erklärt deutlich, dass er sich für die ursprünglichen geraden Abflugrouten auf der Nordbahn einsetzten wird.
Nochmal deutlicher hat sich an diesem Abend herauskristallisiert, wie die Rangfolge bei den Flugroutenentscheidungen „Sicherheit, Lärmschutz und Wirtschaftlichkeit“ im Detail gemeint sind. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der Bezirksbürgermeister Ekkehard Band und bislang alle Politiker, die auf den Montagsdemos gesprochen haben, nennen eindeutig die Rangfolge, die sie vertreten wollen: 1. Sicherheit, 2. Lärmschutz/Schutz der Bürger und 3. Wirtschaftlichkeit. Wowereit und Band machen aber auch keinen Hehl daraus, dass sich der Flughafen „rechnen“ muss. Der Bund und die Länder Brandenburg und Berlin sind Eigentümer und daran interessiert, dass der Flughafen wirtschaftlich gut dasteht. Anderenfalls läge das Risiko beim Steuerzahler. Übersetzt heißt es offenkundig, dass es bei der Reihenfolge darum geht, dass die Wirtschaftlichkeit zum Beispiel für die Fluggesellschaften von der Priorität her hinter dem Lärmschutz anzusiedeln ist. Die Wirtschaftlichkeit des Flughafens, die in den Verlautbarungen auch mit den parallelen Starts in Verbindung gebracht wird, scheint nach den Hinweisen eine Grundvoraussetzung für den BBI zu sein.
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Weitere Themen von Teilnehmern war immer wieder die Frage eines Nachtflugbetriebes, dass jetzt schon eine deutlich größere Anzahl von Flugzeugen das Gebiet Lichtenrade und Mahlow-Nord überfliegt und die zusätzliche große Belastung von Schulen und Kindergärten. Weitere Aspekte in der Diskussion waren die Sicherheit, Warteschleifen, Abgase und Kerosin, die dauerhafte Radarstrahlung und mögliche taktische Fragen in der Diskussion um Flugrouten. Eine Teilnehmerin erzählte bildhaft, dass sie früher in Bayern in einem Tieffluggebiet gewohnt hat. Da sind 100 Meter über deren Köpfe die Düsenjäger lang gedonnert. Sie wusste zu erzählen, welchen langen Atem man bei den Kampf gegen Fluglärm braucht.
Die BI geht davon aus, dass ganz Lichtenrade (circa 50.000 Einwohner) in einem erheblichen Umfang vom Fluglärm betroffen sein wird. Bei einer gedachten Linie für eine sehr große Belastung, entlang der Bahnhof- und Prinzessinnenstraße, ist von 16.533 Menschen auszugehen.
Letztlich war deutlich, dass man sich jetzt in der Vereinssatzung nicht auf kleinteilige Ziele festlegen lassen will. Der neue Vorsitzende Simon Lietzmann betonte abschließend, dass man sich nicht verzetteln soll: Jetzt geht es erstmal darum, diese Flugrouten mit den Lärmbeeinträchtigungen zu verhindern. Wenn dieses Ziel, hoffentlich, erreicht ist, ist dafür Sorge zu tragen, dass die Bürger sich dann auf diese Errungenschaften verlassen können. Band erklärte noch, dass man für die Änderung von Flugrouten auch nie eine Garantie abgeben könnte. Ekkehard Band will nach der nächsten Sitzung der Fluglärmkommission erneut die BI besuchen.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Link zur BI: http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

Antrag von Bezirksbürgermeister Ekkehard Band gemäß § 4 Abs. 4 u. 5 der GO der Fluglärmkommission im Wortlaut:

Die Fluglärmkommission möge beschließen:

Die Deutsche Flugsicherung wird beauftragt, für folgende Alternativrouten zum Vorschlag der DFS vom 06.09.2010 eine vergleichende Bewertung im Hinblick auf technische Realisierbarkeit, Lärmbelastung und Effizienz vorzunehmen:

1.        Abflugverfahren gemäß Planfeststellung mit parallelen Abflugrouten. Zuordnung aller Startvorgänge zu einer SLB und aller Landevorgänge zu der anderen SLB.

2.        Abflugstrecke Nordbahn (Westabflugroute) gemäß Planfeststellung (bei gleichzeitiger Divergenz von der Südbahn um 15 ° gemäß DFS-Vorschlag).

Im weiteren Routenverlauf weitestmögliche Umfliegung dicht besiedelter Gebiete

Begründung:

Der überraschende Routenvorschlag der DFS vom 06.09.2010, der vor allem bei Abflügen von der SLB Nord nach Westen stark von der Planfeststellung abweicht, führt zu einer flächigen Verlärmung bestehender Siedlungsflächen von Mahlow-Blankenfelde bis zur Südgrenze von Lichtenrade , da die Anflugrouten von Westen weiterhin in gerader Verlängerung der Landebahn über Mahlow-Blankenfelde geführt werden müssen. Er entwertet überdies die Wohngebiets-Erweiterungsflächen am Nordrand von Mahlow. Darüber hinaus werden umfassende Siedlungsflächen der Gemeinden Großbeeren, Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow zusätzlich vom Fluglärm betroffen.

Eine zusätzliche Lärmbelastung in derartigem Umfang gegenüber der Planfeststellung ist nicht hinnehmbar und auch nicht notwendig.

Es muss ein Abflugroutenkonzept gefunden werden, das die Lärmbelastung gegenüber dem vorgestellten Entwurf deutlich reduziert.

Die zu prüfende Alternative 1 entspricht der Planfeststellung im vollem Umfang. Um eine volle Kapazitätsnutzung bei Verkehrsspitzen zu sichern, sollen Starts und Landungen unterschiedlichen SLB zugeordnet werden („Heathrow-Verfahren“). Die Möglichkeit unterschiedlicher Betriebszustände für Spitzen- und Normallast-Zeiten ist zu prüfen.

Die zu prüfende Alternative 2 entspricht der Planfeststellung im Hinblick auf die Abflugstrecke nach Westen, folgt aber der DFS hinsichtlich der Abflugstrecke nach Westen auf der SLB Süd und vermeidet dadurch einen direkten Überflug des Südrandes von Blankenfelde (Lärmentlastung bei Abflügen). Die 15 ° Divergenz sichert einen unabhängigen Parallelbetrieb.

 

Wowereit in Lichtenrade: „Flugrouten sind inakzeptabel!“

Berlin-Lichtenrade, 8. November 2011 Es ist mal wieder Montag, 18 Uhr, es nieselt und seit der Zeitumstellung vor einer Woche ist es um diese Uhrzeit Dunkel. Mittlerweile ist es bei vielen Menschen aus dem eher bürgerlichen Lichtenrade ein fester Termin im Kalender: Die Montagsdemonstration gegen die Änderung der Flugrouten des neuen Flughafens BBI. In Lichtenrade hat sich die Bürgerinitiative „Lichtenrade / Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ gegründet, die mit Teilen der Nachbarortschaften zusammenarbeitet. Auch haben sich kürzlich einige Bürgerinitiativen, mit ähnlicher Betroffenheit, zusammengeschlossen.
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Am heutigen Montag ist als Gastredner der ehemalige Lichtenrader, der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, angekündigt. Wie in einigen anderen Politikfelder (z.B. Stuttgart 21, Atomkraft) glauben viele Wählerinnen und Wähler, parteiübergreifend, nicht mehr ihren Politikern. So wurde hier an den letzten Montagen immer wieder vermutet, mehr oder weniger offen ausgesprochen und auf Transparenten gezeigt, dass man Versprechungen nicht mehr glaubt: „Nur Taten zählen!“, war die Parole.
Die Flugroutendiskussion hat sich als Wahlkampfauftakt für die Berliner Wahlen im September 2011 entwickelt. Mittlerweile waren die CDU, die Grünen und die SPD mit mehr oder weniger Bundes-, Landes- und Bezirksprominenz in Lichtenrade vertreten. Die Forderung der Demonstranten ist immer wieder, dass sich hier alle Parteien –parteiübergreifend- für ihre Belange einsetzen sollen und sich nicht auf Kosten des Anderen profilieren.
Letzte Woche sprach an dieser Stelle Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) deutliche Worte. 18 Uhr - das Glockengeläut der katholischen Salvator Kirche wird abgewartet. Der Buswendeplatz und Parkplatz vor der Kirche, in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofes Lichtenrade, hat sich zum fünften Mal wieder mit vielen Demonstranten gefüllt. Das rbb-Fernsehn hat diesmal einen großen Kranwagen angefordert, damit Luftbilder von der Menge der Demonstranten gemacht werden konnten. Bei der Teilnehmerzahl kann man heute erneut von mindestens 6.000 Teilnehmern ausgehen. Andere Schätzungen beliefen sich auf rund 8.000 Teilnehmer.
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Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit am Mikrofon
Eine Unmenge von Pressevertretern, Fotografen und Kameras drängten sich um das Rednerpodium. Simon Lietzmann von der BI erklärte zu Beginn der Kundgebung, dass Lichtenrade und Mahlow-Nord mit den neuen Flugrouten „völlig überraschend und ganz plötzlich die weitaus am stärksten betroffene Gegend überhaupt sein würde.“ Es wird als Hohn empfunden, wenn jetzt die Flugsicherung davon spricht, dass der Lärm „weiträumig verteilt“ werden soll. Lietzmann protestiert gegen die nachträgliche Änderung der Flugrouten, da damit der Planfeststellungsbeschluss unterlaufen wird. Simon Lietzmann erklärt dem Regierenden Bürgermeister, dass sich die Anwesenden vom Staat betrogen fühlen. Er verweist auf die drei Gesellschafter des BBI (Bund, Land Berlin, Land Brandenburg).
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit stellt sich der aufgebrachten Menge.
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Wowereit, der selbst 50 Jahre in Lichtenrade gewohnt hat, erklärt den verärgerten Demonstranten: „Ich habe hohen Respekt vor ihrem Protest, denn er ist berechtigt! Sie haben sich in den vergangenen Jahren darauf verlassen, dass die bisherigen Flugrouten Bestand haben… Die jetzt vorgeschlagenen Flugrouten sind aus Sicht des Senats inakzeptabel.“ Wowereit erklärt, immer wieder unterbrochen von Zwischenrufen und Pfiffen, dass er immer für den Alternativstandort Sperenberg war. Andererseits lässt Wowereit keinen Zweifel daran, dass jetzt Schönefeld ohne Alternative ist. „Jetzt geht es darum, die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger, egal wo sie wohnen, so gering wie möglich zu halten!“ erklärt Wowereit und will damit den möglichen Konsens aufzeigen. „Die ökonomischen Interessen der Fluggesellschaften sind nachrangig“ betont Klaus Wowereit. Weiter führt er aus, dass die Abweichung -zweimal um 15 Grad- nicht nötig ist. Eine Abknickung auf der südlichen Startbahn kann sich Wowereit gut vorstellen. Auf der Nordbahn ist die Position des Senats eindeutig, dass hier nicht von den ursprünglichen Planungen der geraden Flugrouten abgewichen werden darf: „So hätte Lichtenrade wieder den alten Zustand erreicht.“ Klaus Wowereit stellt klar, dass rechtlich der Senat, das Land Brandenburg und die Flughafengesellschaft die Flugrouten nicht festlegen kann. Die DFS macht den Vorschlag und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit legt per Rechtsverordnung diese Flugrouten fest, erläutert der Ex-Lichtenrader Senatschef: „Das ist so! Deshalb ist ihr Protest auch so wichtig…Sie unterstützen auch unsere Position damit.“ Wowereit erklärt aber auch deutlich, dass die Parallelstarts unverzichtbar sind und in Spitzenzeiten mehr werden. Auch ein Flughafen-Drehkreuz sieht Wowereit als ein Ziel an: „Wir bauen den Flughafen nicht, damit er erfolglos bleibt.“ Solche Äußerungen hörten viele Demonstranten nicht gerne und die Tröten und Trillerpfeifen kamen lautstark zum Einsatz. Zwischenrufe betonten, dass damit die Wirtschaftlichkeit doch wieder an erster Stelle steht.
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Dr. Jan-Marco Luczak, Bundestagsabgeordneter
Der Lichtenrader Bundestagsabgeordnete, Dr. Jan-Marco Luczak (CDU), erklärte im Anschluss an den Redebeitrag von Wowereit, dass er sich über den „Rückenwind“ vom Bundesverkehrsminister Ramsauer freut. Luczak betont den „Vertrauensschutz“, auf den sich der Bürger verlassen können muss. Andererseits sieht Luczak die Flughafengesellschaft, als „Besteller“ von Leistungen, für die Flugrouten als indirekt verantwortlich an. Nach einigen Klarstellungen, aus Sicht von Klaus Wowereit, setzte sich der Demonstrationszug langsam in Bewegung.
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Ex-Bürgermeister Wolfgang Krueger (rechts) und Frau (links daneben) immer dabei
Es ging wieder, lauter wie bei den bisherigen Demonstrationen, über die Bahnhofstraße Richtung „Reichelt“. Mittendrin protestiert, wie jedes Mal, der Lichtenrader und Alt-Bürgermeister aus Tempelhof, Wolfgang Krueger (CDU) und Frau. Der Demonstrationszug löste sich am Ende der Bahnhofstraße nur zögerlich auf, zumal hier auch noch Fernsehaufnahmen durchgeführt wurden.
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Die Montagsdemonstrationen gehen weiter, erklärten die Veranstalter. Am Mittwoch hat die Bürgerinitiative eine große Versammlung im Gemeinschaftshaus Lichtenrade. Neben den Wahlen für den neuen Verein soll hier Bezirksbürgermeister Band über die Sitzung der Fluglärmkommission am heutigen Tag informieren. Nach den bisherigen Presseverlautbarungen zur Fluglärmkommission kann gesagt werden, dass nur über formale Punkte diskutiert worden ist und offensichtlich keine inhaltlichen Fortschritte erzielt wurden.
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Ein Plakat, was an dieser Stelle besonders erwähnt werden soll, war so eine Art Liebeserklärung an Lichtenrade: „Lichtenrade unsere Liebe, weiterhin keine Flugbetriebe!“

Thomas Moser (auch Fotos)–BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

Arbeiten am S-Bahn-Übergang in Lichtenrade

Wochenende 6./7. November 2010 Am S-Bahnübergang Lichtenrade wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt. Für diese Zwecke war der Verkehr der S 2 von Lichtenrade bis Blankenfelde unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingesetzt. Für Autos war der Übergang gesperrt.default
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Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de
 

Feurige Kunstwerke in Käthe-Kollwitz-Grundschule

Berlin-Lichtenrade, 5. November 2011 Unter dem Motto „Was einmal gut war, sollte wiederholt werden!“ rief die Käthe-Kollwitz-Grundschule in Lichtenrade zu einem wohltätigen Kunstprojekt auf.

Diesmal war „Feuer“ das Thema der großen Versteigerungs-Kunstaktion für gute Zwecke. Die Lichtenrader Grundschule wollte, wie schon einmal erfolgreich im Jahr 2003, ein Kunstprojekt der besonderen Art durchführen.
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Der Schulleiter Ulrich Noffz und die Kunstlehrerin Bärbel Brockmeyer riefen schon im März dieses Jahres Eltern, Lehrer und Freunde der Käthe-Kollwitz-Grundschule auf, die Aktion zu unterstützen: „Seien Sie mit Ihren Ideen und Ihrer Kreativität und mit einem von Ihnen gestalteten Bild dabei.“ Ulrich Noffz rief bekannte Künstler und unbekannte Talente zur Teilnahme auf. Das Werk sollte persönlich signiert sein.
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Ulrich Noffz (Schulleiter)-rechts; links der "Auktionator" Malpricht
Bei der Kunstaktion zählte dabei nicht die „große Kunst“, nur das Mitmachen für die gute Sache war gefragt! Herausgekommen ist dabei aber sehr wohl auch „große“ Kunst. Beispielsweise haben Franz Müntefering, Wolfgang Joop und Uwe Seeler das Kunstprojekt mit eigenen Werken unterstützt. Noch am letzten Tag traf ein Bild von Johannes B. Kerner ein. 150 Bilder von  Prominenten und Künstlern sowie hunderte von Kinderbildern zierten das Schulgebäude.
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Kunstwerk von Fußballlegende Uwe Seeler
Sämtliche Arbeiten der Mitwirkenden wurden am Tag der Versteigerung in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Grundschule liebevoll an einer großen Vielzahl von Stellwänden präsentiert.
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Die Ausstellung und die Versteigerung waren sehr gut besucht. Schätzungsweise einige Hundert Menschen haben die Veranstaltung besucht. Auf der Bühne, vor dem Basketballkorb, wurden von einem Lehrer mit viel Engagement, Geschick und liebevoller Überredungskunst die Gäste zum Mitsteigern animiert.

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So kamen für einzelne Kunstwerke schon einige Hundert Euro zusammen.
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Im großen Rund der Halle wurde mit Suppen, Kuchen, kleinen Snacks und Getränken für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.
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Der Auktionator hört das 1. Gebot...
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Der Erlös  der Versteigerungs-Vernissage von 6.000 Euro geht zu gleichen Teilen an: „Schulen für Haiti“ vom Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ und wird für ein Spielgerät auf dem Schulhof der Käthe-Kollwitz-Grundschule genutzt. Das Kinderhilfswerk wird unterstützt u.a. von der Schauspielerin Alissa Jung, der Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Janin Reinhardt und dem deutscher Sänger, Songwriter und Musiker Max Mutzke.
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Da steigert die Musiklehrerin doch gerne mit
Die Kunstaktion war ein Riesenerfolg. Der große Einsatz des Schulleiters, der Lehrer, Eltern und Schüler sind hervorzuheben. In den Augen der Aktiven hat man auch die große Freude über die gelungene Veranstaltung gesehen. Dieses Kunstaktion hat aber sicher soviel Kraft und Zeit gebunden, dass sie nur in größeren Abständen wiederholt werden kann. Darauf freuen sich dann aber schon die Lichtenrader!

Thomas Moser (auch Fotos) –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de
Schulwebsite: www.kkgs-berlin.de  

 

Neueste Infos zur Fluglärmsituation

„Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“

Montagsdemo in Lichtenrade am 8.11.2010 (18 Uhr) mit Klaus Wowereit

Als Redner hat sich der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit (SPD) angekündigt. Erscheinen Sie zahlreich!

Fluglärmkommission

Nach Presseveröffentlichungen hatte die Klage der Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren und Ludwigsfelde gegen die Erweiterung der Fluglärmkommission, von 15 auf 34 Mitglieder, keinen Erfolg. In der Kommission soll künftig auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg vertreten sein. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) wird sich dort für die Belange der Bürger aus Lichtenrade einsetzen. Das nächste Treffen der Fluglärmkommission, erstmals in dieser Besetzung, wird am 8.11.2010 stattfinden.

Zusammenschluss der Bürgerinitiativen

Gestern haben sich Bürgerinitiativen, auch die aus Lichtenrade/Mahlow-Nord, zusammengeschlossen.

In der Presseerklärung heißt es:

Die folgenden Bürgerinitiativen haben sich heute zum Bündnis „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“ zusammengeschlossen:

- Flughafengemeinde Gross Ziethen
- Kleinmachnow
- kf Berlin
- Lichtenrade
- Mahlow-Nord
- Potsdam
- Rangsdorf
- Stahnsdorf
- Teltow
- Wannsee
- Zeuthen

Das gemeinsame Ziel lautet: Die alten, ursprünglichen Flugrouten, auf denen das Planfeststellungsverfahren basiert, müssen verbindliche und alleinige Grundlage aller weiteren Flugroutenplanungen sein. Es dürfen keine neuen Betroffenheiten für Gemeinden und Bürger geschaffen werden, die bei der Genehmigung des BBI nicht vorgesehen und nicht erkennbar waren.

Das Bündnis „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“ ist die größte Allianz, die seit der Auseinandersetzung um den drohenden BBI-Fluglärm gebildet wurde. Die darin vertretenen Gemeinden und Bezirke umfassen insgesamt rund 606.000 Einwohner. Damit ist zum ersten Mal sicher gestellt, dass die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger zielgerichtet und gebündelt durchgesetzt werden können.

Die Schirmherrschaft für das Bündnis hat Frau Dr. Sabine Bergmann-Pohl übernommen. Sie war die Präsidentin der einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR und ist heute Präsidentin des Berliner Roten Kreuzes.

Frau Dr. Bergmann-Pohl hat in einem Grußwort an das neue BI-Bündnis betont, dass Sie das Engagement der Bürgerinnen und Bürger „aus vollem Herzen“ unterstützt: „Die Menschen in unserem Land müssen sich darauf verlassen können, dass Zusagen und Entscheidungen staatlicher Institutionen Gültigkeit haben. Intransparenz und Winkelzüge zerstören das Vertrauen der Bürger in die Demokratie. Sie erzeugen das Gefühl von Willkür – ein Gefühl, das wir in unserem Land nie mehr haben wollen. Auch nicht bei der Planung und Festlegung von Flugrouten für einen Flughafen, auf den sich bisher die überwiegende Mehrheit der Brandenburger und Berliner gefreut hat.“

Das Bündnis „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“ wird die alleinige Gültigkeit der alten Flugrouten mit allen Mitteln durchsetzen. Es schließt nicht aus, gegebenenfalls auch rechtliche Schritte zu ergreifen, um die Flugroutenplanung wieder rechtsstaatlichen Prinzipien zu unterwerfen und dabei – wenn nötig - die Genehmigung des BBI insgesamt aufheben zu lassen.

Alle Bürgerinitiativen, die sich für das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und die Gültigkeit der alten Flugrouten einsetzen, sind herzlich eingeladen, sich dem Bündnis „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“ anzuschließen.

ToM –BerLi-Press

http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

 

S-Bahnübergang Lichtenrade gesperrt!

Ein einsames Schild weist bislang auf anstehende Bauarbeiten am S-Bahnhof Lichtenrade hin. Danach ist am gesamten Wochenende der Bahnübergang für Autos gesperrt. Was dort gearbeitet wird, ist nicht bekannt.

Das ist ja eine tolle rechtzeitige Information, zumal das Hinweisschild nur an der Bahnhofstraße/ Ecke Riedinger Straße gesichtet wurde.

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Die S-Bahn teilt folgenden Fahrplanänderungen mit:

Lichtenrade <> Blankenfelde

 Wann:

5. November (Fr) ca. 22:00 Uhr durchgehend bis 8. November (Mo) ca. 1:30 Uhr

 Info:

Lichtenrade <> Blankenfelde Ersatzverkehr mit Bussen

 

Details

S2 fährt
Bernau <> Lichtenrade, dabei fahren die Züge am Sa und So in der Zeit von ca. 7:40 Uhr bis ca. 21:00 Uhr 
von Buckower Chaussee bis Lichtenrade 3 Minuten später

Der Zug Lichtenrade ab 0:14 Uhr nach Gesundbrunnen (an 0:47 Uhr) fährt durchweg 20 Minuten später
Dadurch entsteht zwischen 23:54 Uhr und 0:24 Uhr eine Zugpause von 30 Minuten.

letzte durchfahrende Züge am Freitag

Bernau ab 20:24 Uhr   >   Blankenfelde an 21:33 Uhr

Blankenfelde ab 21:48 Uhr   >   Bernau an 22:56 Uhr

 

Ersatzverkehr mit Bussen Lichtenrade <> Blankenfelde (SEV)

Die Fahrradmitnahme in den Bussen ist leider nicht möglich.

Haltestellen der Busse

S-Bf Lichtenrade - Bahnhofstraße, hinter dem Bahnübergang (wie BVG Bus 175, 275)

S-Bf Mahlow - Bahnhofsvorplatz (wie VTF-Bus 794)

S-Bf Blankenfelde - Mozartweg (VTF-Haltestelle „S Blankenfelde Bhf“)


Grund der Bauarbeiten
Arbeiten am Bahnübergang Lichtenrade

 

Lichtenrade wird weitermachen – Noch mehr Demonstranten gegen Fluglärm

„Wir sind nicht Stuttgart 21, aber wir sind Lichtenrade 49“

(49 ist die alte Postleitzahl von Lichtenrade)

Berlin-Lichtenrade, 1. November 2010 Die Lichtenrader Bürger gehen weiter auf die Straße und wehren sich gegen die Vorschläge, mit denen die Deutsche Flugsicherung (DFS) beim neuen Flughafen BBI den Überflug von Mahlow-Nord und Lichtenrade vorschlagen. Unterstützt werden die Lichtenrader von Rangsdorfern, Zeuthenern und anderen betroffenen Gemeinden südlich von Berlin.
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hinten links (teils verdeckt), der Gründer der BI Alfred Sobel

Bei dieser 4. Montagsdemonstration sind es wieder mehr Demonstranten geworden. Nach offiziellen Angaben sind diesmal 5.000 Menschen, immerhin 10 % aller Lichtenrader Einwohner, über die Bahnhofstraße gezogen. Die rbb-Angaben liegen bei der durchaus realistischen Angabe von rund 6.000 Teilnehmern. Dank der Beschallungsanlage vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, waren diesmal alle Reden der Kundgebung gut bis in die letzte Reihe zu hören.
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BI Vertreter: Kundgebungs"moderator" Günter Haße (links) und Sprecher Simon Lietzmann (rechts)

Schon traditionell wartet die BI „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ auf das Glockengeläut der katholischen Salvator-Kirche, bevor die Kundgebung mit einigen Losungen gegen Fluglärm eröffnet wurde. Zarte Versuche, dass man künftig aus „Montagsdemonstrationen“ vielleicht „Monatsdemonstrationen“ macht, wurden eindeutig von den Teilnehmern mit Pfiffen beantwortet. So erklärten auch gleich die Veranstalter, dass Sie an den nächsten Montagen weitermachen! Wenn die Polizei hier Auflagen machen sollte, zum Beispiel mit kostenpflichtigen Parkverboten, werden sicher die Teilnehmer gerne einen Obulus leisten, um die Kosten wieder reinzubekommen: „Davon lassen wir uns nicht kleinkriegen!“ war das eindeutige Votum der Demonstranten.
Wie bei den vergangenen Demonstrationen war die Atmosphäre geprägt von Sachlichkeit und Friedlichkeit - aber dieses Mal war noch mehr Entschlossenheit zu spüren. „Wir werden durchhalten und unser Recht nachhaltig einfordern!“ sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Simon Lietzmann in seiner Ansprache.
Der Vertreter der Bürgerinitiative, Rene Sorge, ruft die Menschen auf weiterzumachen: „Wir lassen uns auch nicht „auseinanderreden.“ Immer wieder wird von Außen eine Debatte geführt zu den „Reichen und Schönen“, zu „Ost und West“, zu Berlin und Brandenburg. Das Sankt-Florians-Prinzip wird an dieser Stelle falsch ins Feld geführt! "Verschon mein Haus, zünd andere an" ist nicht unsere Forderung! Die Häuser in Blankenfelde brennen bereits, bildlich gesprochen, und es geht uns darum, dass der Brand nicht übergreift!
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Rene Sorge von der BI

Das Motto "Nordbahn geradeaus" ist als Notwehr zu verstehen, die Menschen in Lichtenrade und Mahlow-Nord haben sich auf die bisherigen Aussagen verlassen und sind letztendlich verlassen worden. „Außen rum“ statt „oben drüber" ist vielleicht das bessere Motto!
Sehr wahrscheinlich ist der Standort Sperenberg aus heutiger Sicht der bessere Standort. Es ist jedoch illusorisch und nicht Erfolg versprechend eine Standortdiskussion zu betreiben.“

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Auch die Kinder wollen keinen Fluglärm!
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Manfred Beck (oberes Foto), unteres Foto: Boto Mertins (im Hintergrund, auch von der BI Dresdner Bahn) und Frank Behrend (rechts), Vorsitzender vom Eigentümerverein Lichtenrade

Manfred Beck von der Bürgerinitiative Dresdner Bahn und Frank Behrend vom Haus- und Grundeigentümerverein unterstützen die BI und rufen ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Montagsdemonstrationen auf.

Manfred Beck verdeutlichte, was gerne in diesem Zusammenhang vergessen wird: der BBI bringt nicht nur den Lärm startender und landender Flugzeuge mit sich, sondern zieht auch eine steigende Frequenz des an- und abführenden Verkehrs nach sich. Schon jetzt ist klar, dass der bereits im Bau befindende Zubringer Kirchhainer Damm Lichtenrade zusätzlich verlärmen wird und der geplante viergleisige Ausbau der Bahntrasse könnte, wenn er nicht rechtzeitig verhindert wird, Lichtenrade zusätzlich massiv belasten.

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Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD), der künftig in der Fluglärmkommission vertreten sein wird, sagte mit deutlichen Worten, dass es nicht geht und ihn empört, wenn die Flugrouten nach Gutsherrenart vorgelegt und vom Pressesprecher der DFS immer wieder verteidigt werden: „Als wenn man einen Flughafen in Kleinkleckersdorf planen würde und auf die Interessen der Bevölkerung gar nicht Rücksicht nimmt“ und weiter: „Das ist ein Stück aus dem Tollhaus! Das werden wir denen (der DFS) nicht durchgehen lassen!“ Band betont, dass sich die Berliner und Brandenburger nicht auseinander dividieren lassen sollen. Band verlangt mit Nachdruck, dass der Lärmschutz vor der Wirtschaftlichkeit angesiedelt wird. Der Bezirksbürgermeister gibt zur Frage der Verschwenkung bei Parallelstarts den Hinweis, dass 15 Grad notwendig sind, „aber es müssen nicht 30 oder 40 Grad sein.“ Ekkehard Band will umfassende Informationen über Starts und Landungen, bei West- und Ostwinden, und zum Beispiel über Warteschleifensituationen haben. „Wir brauchen baldige, aber keine übereiligen Entscheidungen!“ Band sagt, dass er nicht versprechen kann, die Forderungen in der Fluglärmkommission durchzusetzen. Andererseits verspricht Band, dass „ich das, was ich heute Abend gesagt habe, auch durchzusetzen versuchen werde!“

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Bei der Kundgebung und Demonstration wurden Dilek Kolat, Mitglied im Abgeordnetenhaus und SPD-Kreisvorsitzende von Tempelhof- Schöneberg, Ingrid Kühnemann (SPD), stellvertretende BVV-Vorsteherin, die Bezirksverordnete Melanie Kühnemann (SPD) und Andrea Kühnemann (SPD-Spitzenkandidatin in Lichtenrade bei der letzten Abgeordnetenhauswahl) gesichtet. Sollten weitere Vertreter, auch von anderen Parteien, da gewesen sein, freuen sich die Lichtenrader. Wegen der Menge der Demonstranten und der Dunkelheit kann schon mal jemand übersehen werden. Als Wunsch einer Teilnehmerin war zu hören: „Vielleicht können ja auch mal alle Parteien gemeinsam nach Lichtenrade kommen!“

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Sowohl Herr Bezirksbürgermeister Band als auch die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Bezirke und Gemeinden aus Berlin und Brandenburg fühlen sich durch die jüngsten Aussagen von Bundesverkehrsminister Ramsauer und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit in ihrem Anliegen und ihrem Vorgehen bestärkt. Aber das ist nicht genug. Denn, so Simon Lietzmann: „Wir haben ihr Wort, aber wir wollen ihre Taten!“
Klar ist, die Montagsdemonstrationen in Lichtenrade gehen weiter. Keiner will sich auf Aussagen von Minister Ramsauer und Co verlassen. „Wir werden sie am Ende am Ergebnis messen!“ ist die deutliche Skepsis der protestierenden Bürger.

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

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BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm: http://www.fluglaerm-lichtenrade.de

Weitergehende Info, über einen Artikel in Paper Press:

PaperPress, der Jugend- und kommunalpolitischer Pressedienst Berlin, veröffentlicht in seiner Ausgabe Nr. 463 (November 2010/Online-Ausgabe vom 31.10.2010) einen Artikel mit der Überschrift: „Auf Tour mit Klaus Wowereit“.

Auszug: …Dass er in seinem Heimatkiez keinen Stopp machte, wurde ihm natürlich auch vorgeworfen, kämpft man doch dort verbissen um die Änderung der Flugrouten. Bis hin zu Unterstellungen wie, dass Wowereit ja rechtzeitig aus Lichtenrade weggezogen sei, weil er wohl gewusst habe, worüber die Flugzeuge fliegen werden, reichen die unterschwelligen Vorwürfe. Die Lichtenrader haben sich einen Dreck darum gekümmert, ob die Menschen in Tempelhof weiterhin den Flughafen Tempelhof ertragen müssen oder nicht. Nun sind sie selbst betroffen und regen sich auf. So ist das im Leben. Das Tempelhofer Feld besuchte Wowereit übrigens am Schluss seiner Tour und sprach sich dafür aus, dass die Flugrouten nicht über Lichtenrade führen sollen.

Die Antwort vom Kiezreporter an den Herausgeber und Redakteur Ed Koch:

„…so ist das Leben…“ heißt es bei Dir, aber manchmal ist das Leben auch nicht ganz so einfach. Wir Lichtenrader sind ja vielleicht auch manchmal ein „besonderes“ (wenn auch in der Regel liebenswertes) Völkchen. Ich will auch gar nicht so bierernst und sachlich auf Deine „Spitze“ eingehen. Aber es gibt auch Lichtenrader, so auch ich, die gegen Tempelhof als Flughafen gestimmt haben. Dies hat oft zu Unverständnis im Bekannten-, Kollegen- und Freundeskreis geführt. Geschweige denn, dass man laut PaperPress doch einfach nur dafür sein musste/durfte ;-) . Aber ich fand, dass es den Tempelhofern, Neuköllnern und Schönebergern nicht zuzumuten war, dass dort Flugzeuge über ihre Dächer lang donnern (auch wenn es nur wenige waren). Außerdem fand ich es, so einfach nur als Laie, aus Sicherheitsgründen bedenklich, wenn dort Flieger ohne Not starten und landen. Ich fand es aber andererseits auch sehr spannend, dass „alte“ Tempelhofer für den Flughafen waren. Aber das war dann oft doch das „historische Gefühl“.

Ich finde aber auch, dass wir Lichtenrader Anspruch auf so etwas wie Vertrauensschutz haben. So waren noch vor wenigen Tagen in der „Airportworld-BBI“ die geraden Flugrouten, die nicht so stark Lichtenrade treffen, eingezeichnet (siehe auch Bericht http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/10/26/dies-und-das-von-der--flugl-rm-front----zum-beispiel-in-lichtenrade.htm). Worauf soll sich der Bürger bitteschön noch verlassen? Die Arroganz und Scheinheiligkeit der Deutschen Flugsicherung ist für mich unerträglich. Ich verstehe aber selbstverständlich auch die Blankenfelder Bürger und denke auch da, dass diese von der Politik und von der Flughafengesellschaft vorgeführt und verschaukelt werden. Ein „Unrecht“ kann aber mit einem anderen „Unrecht“ nicht gut gemacht werden!

Ich verstehe den Unmut schon sehr, wenn Lichtenrader Bürger „Krach“ machen und auf die Straße gehen, wenn Flugzeuge, teilweise im Minutentakt (in einer Flughöhe von 600 Meter – selbst nach der offiziellen Angabe der DFS), künftig die Häuser überfliegen sollen.

Ich versuche, zumindest einigermaßen objektiv (wenn auch betroffen), von den Entwicklungen zu berichten: siehe die „Internetzeitung“ von www.lichtenrade-berlin.de : http://weblog.lichtenrade-berlin.de. Ich hoffe, dass das durchaus menschliche Sankt-Florians-Prinzip nicht die einzige Maxime bleibt und sich Bürgerinitiativen zusammenschließen.

Wir brauchen Wowereit (auch wenn Lichtenrader manchmal über ihn meckern, sind wir auch stolz auf „unseren Wowi“), Ramsauer, Platzeck und wie sie alle heißen mögen. Mir ist es jetzt auch egal, wer von diesen Flugroutenmöglichkeiten vorher schon gewusst hat.

Ich freue mich aber auch für die Reinickendorfer und Spandauer, die künftig eine bessere Lebensqualität haben werden.

Jetzt ist es doch mehr geworden, als ich ursprünglich schreiben wollte. Aber dafür ist das Thema zu emotional.

Beste Grüße – der Lichtenrader Kiezreporter aus Leidenschaft! Thomas Moser

 
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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