Stelen für Mauertote erneut mutwillig beschädigt

Ehrenvorsitzender Harald Fiss erstattet Anzeige

Stelen für Mauertote erneut mutwillig beschädigt

Berlin, 28. Juli 2010 – Im November 2009 waren die ersten Stelen für drei Mauertote und ein Unfallopfer von Walter Momper, dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, unter reger Bürgerbeteiligung eingeweiht worden. Auf Initiative des Fördervereins der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde stellt die Stiftung Berliner Mauer in einem mehrjährigen Programm an der ehemaligen Grenze, dem jetzigen Berliner Mauerweg, Informationsstelen auf. Sie erinnern an die mindestens 136 Mauertoten, die von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer erschossen wurden oder im Zusammenhang mit einem Fluchtversuch verunglückt sind. Nun wurden drei der bereits aufgestellten Stelen mutwillig beschädigt. Harald Fiss, der Ehrenvorsitzende des Fördervereins der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, erstattete Strafanzeige. Im Dezember 2009 und im April 2010 war die Stele für Horst Kullack schon einmal beschädigt worden. Die Stiftung Berliner Mauer hatte sie daraufhin erneuern lassen.

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Foto Stiftung Berliner Mauer

Harald Fiss, der Initiator der Aktion „Stelen für Mauertote“ der Stiftung Berliner Mauer, entdeckte gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Christoph Schulze die Beschädigungen an den Stelen und erstattete Anzeige. Die Stele für Horst Kullack aus Großziethen – angeschossen am 31. Dezember 1971 im Grenzstreifen zwischen Großziethen und Lichtenrade, nördlich der Lichtenrader Chaussee, verstorben drei Wochen später im Krankenhaus Königs Wusterhausen – wurde bereits zum dritten Mal beschädigt. Auf der Gedenktafel wurde erneut das Foto des Opfers zerkratzt. Außerdem wurden die Texte mit scharfen Gegenständen durchkreuzt sowie der Lageplan beschädigt. Die Stele von Eduard Wroblewski – erschossen am 26. Juli 1966 im Grenzstreifen zwischen Mahlow und Lichtenrade, neben der S-Bahn-Trasse in Nähe der Paplitzer Straße – wurde mit Farbe und Graffiti verunstaltet. Die böswilligste Beschädigung ist bei der Stele von Herbert Kiebler aus Mahlow zu erkennen – erschossen am 27. Juni 1975 im Grenzstreifen zwischen Mahlow und Lichtenrade, ca. 200 m westlich der B 96. Auf seinem Foto ist das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit zerkratzt. Das Delikt „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ kann mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden. Die Stiftung Berliner Mauer hofft, dass die Täter gefunden werden und ruft die Bevölkerung, die die Wege am ehemaligen Grenzstreifen Berlins nutzt, zu erhöhter Wachsamkeit auf.

„Welcher Hass liegt da vor und welche menschenfeindliche Haltung, die mit ihrem zerstörerischen Tun selbst vor Symbolen der Totenehrung, die gleichzeitig auch erinnern und mahnen sollen, keinen Halt macht. Ich bin erschüttert“, empört sich Harald Fiss.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Schulze (Teltow-Fläming) ist entsetzt: „Das ist eine Schande und absolut unverständlich. Ich möchte alle Mitbürger bitten, ein Augenmerk darauf zu haben, damit man die, die so etwas machen, zur Rechenschaft ziehen kann.“

„Dass das Gedenken an die Mauertoten derart gestört wird, muss uns alle sehr nachdenklich stimmen und zeigt uns, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Die Beschädigung der Stele von Herbert Kiebler macht deutlich, dass es sich hier nicht um ziellosen Vandalismus handelt, sondern um ebenso vorsätzliche wie mutwillige Zerstörung. Die Stiftung Berliner Mauer wird sich jedoch von den Tätern nicht davon abbringen lassen, das Gedenken an die Mauertoten weiter zu pflegen“, erklärt Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer.

 

Motorradfahrer bei Verkehrsunfall schwer verletzt - Polizei sucht Zeugen

Die Berliner Polizei sucht Zeugen zu einem Verkehrsunfall, der sich am Nachmittag des 20. Juli in Lichtenrade ereignet hatte und bei dem ein Kradfahrer schwer verletzt wurde.
Gegen 17 Uhr 15 war ein 22-Jähriger mit seiner „Honda“ in der linken Spur des Lichtenrader Damms in Richtung Kirchhainer Damm unterwegs. Zwischen den Einmündungen Feldstedter Weg und Raabestraße stürzte der Mann und zog sich schwere Verletzungen an den Armen und Beinen zu, die eine stationäre Aufnahme in einer Klinik notwendig machten.
Da derzeit unterschiedliche Angaben zum genauen Unfallhergang vorliegen, bittet die Polizei Zeugen, die den Sturz des Motorradfahrers beobachtet haben, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 in der Eiswaldtstraße 18 in Lankwitz unter der Rufnummer (030) 4664 - 481 800 zu melden.
 

Der Aufbau der Dresdner Bahn in Berlin: ein endloses Trauerspiel

Harald Rossa berichtet in suite101.de -Ein Netzwerk der Autoren- immer mal wieder über Lichtenrade und über die Umgebung. So hat er auch über die Dresdner Bahn einige Artikel zur Historie verfasst. Im neuesten Artikel: "Der Aufbau der Dresdner Bahn in Berlin: ein endloses Trauerspiel" berichtet Rossa über den aktuellen Stand. Der Autor fragt aber auch, ob an der Dresdner Bahn bessere Berliner wohnen als an der Anhalter Bahn?

Den ganzen Artikel lesen Sie unter  http://berlin.suite101.de/article.cfm/der-aufbau-der-dresdner-bahn-in-berlin-ein-endloses-trauerspiel .

Hier finden Sie auch weitere Links zu diesem Thema!

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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press- www.berli-press.de

 

Schöneres Lichtenrade: Gartenarbeit in der Bahnhofstraße

Zehn Mitglieder des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V. rückten am vergangenen Samstag Vormittag (10.07.2010) in der Lichtenrader Bahnhofstraße mit Spaten, Haken, Scheren und Eimern den Brennnesseln und anderem Unkraut im Hochbeet an der Ecke Zescher Straße zu Leibe. Anschließend wurden von der Fa. Blumenhaus Kabisch gespendete Blumen eingepflanzt und nach zwei Stunden Arbeit bei 30 Grad im Schatten war das Beet wieder ansehnlich.

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„Wenn das eigentlich zuständige Bezirksamt nichts macht“, so der 1. Vorsitzende Frank Behrend, „dann wollen wir etwas für unseren Ortsteil unternehmen und diesen nicht verkommen lassen.“  Zahlreiche Passanten dankten den Freiwilligen für Ihre Arbeit. „Wir hoffen, dass unsere Arbeit Motivation auch für andere ist – seien es die Geschäftsinhaber oder die Hauseigentümer – die Grünanlagen in der Bahnhofstraße zu pflegen.“, so Frank Behrend.

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Die Gestaltung des Hochbeetes führte der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Berlin-Lichtenrade e.V. im Rahmen der von ihm ins Leben gerufenen Aktion „Schöneres Lichtenrade“ durch.  Alle Mitglieder, aber auch jeder Bürger soll dem Verein melden, was ihn in Lichtenrade, auf unseren Straßen und Plätzen ärgert, was nicht in Ordnung ist. Der Verein meldet dies an die zuständigen Ämter, Behörden und anderen Stellen (z.B. BSR). Und es soll nachgehalten werden, damit den Mängeln und Problemen tatsächlich nachgegangen wird  und diese abgestellt werden.

Meldungen  unter dem Stichwort „Schöneres Lichtenrade“ können gesandt werden an:

Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V.

Per Post: 12307 Berlin, Rehagener Str. 34

oder

Per Fax: 030/744 02 18

oder

Per E-Mail: info@hwgv-lichtenrade.de

In der Redaktion fragte eine besorgte Bürgerin nach, warum Menschen in der Mittagshitze arbeiten „mussten“. Sie fand die Aktion begrüßenswert, hatte aber ihre Bedenken, dass die starke Wärme nicht gut für die Aktiven ist. Nach unserer Einschätzung scheinen die fleißigen Helfer, zumindest zum Zeitpunkt der Aufnahme der Fotos, aber noch ganz glücklich zu sein. Lichtenrade freut sich sehr über engagierte Mitbürger/innen! Thomas Moser –BerLi-Press-

Fotos vom Grundeigentümerverein

 

Gewehrmunition in Dorfteich gefunden

Berlin-Lichtenrade 6. Juli 2010 Bei Reinigungsarbeiten am Dorfteich Lichtenrade fand ein 54-Jähriger heute Morgen eine Kiste mit ungewöhnlichem Inhalt. Gegen 8 Uhr 45 alarmierte der Arbeiter, der im Auftrag des Grünflächenamtes Tempelhof eingesetzt war, die Polizei zum Hermann-Wundrich-Platz. In der auf dem Wasser treibenden Kunststoffkiste fand der Mann einen Patronengurt und 45 Gewehrpatronen. Der Zustand des Behälters lässt darauf schließen, dass dieser sich schon länger im Wasser befunden hatte. Beamte des Landeskriminalamtes übernahmen den Fund zum Zwecke der Entsorgung. Die Polizisten leiteten ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz gegen Unbekannt ein.
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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press- www.berli-press.de

 

Geschichtswerkstatt Lichtenrade hat zur Radtour eingeladen

Berlin-Lichtenrade, 4.7.2010

Unter dem Titel „Direkt vor der Haustür, NS-Zwangsarbeit in Lichtenrade“ fand mit Startpunkt am S-Bahnhof Lichtenrade eine geführte Fahrradtour der Geschichtswerkstatt Lichtenrade in Kooperation mit dem Heimatmuseum Tempelhof-Schöneberg statt.
Seit über 25 Jahren beschäftigt sich eine Gruppe ehemaliger Jugendlicher der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade mit dem Nationalsozialismus im Ortsteil Lichtenrade. Ruth Zantow berichtet von der Motivation der Gruppe, sich anlässlich einer Gedenkstättenfahrt nach Polen auch mit der unmittelbaren Nachbarschaft zu beschäftigen. Dabei erfuhren sie, dass es in Lichtenrade ein Außenlager vom KZ-Sachsenhausen gab. Dieser Ort sollte dann im weiteren Verlauf der Radtour noch angefahren werden.
„Wir machen das alles als ehrenamtliche Arbeit am Beispiel Lichtenrade, aber nicht darum, weil Lichtenrade so einzigartig ist, sondern weil Lichtenrade so gewöhnlich ist“ betont Ruth Zastrow. Im Rahmen ihrer Arbeit, zunächst als freie Gruppe, arbeitet die Initiative nun im Rahmen der Geschichtswerkstatt Berlin e.V. und hat schon viele Zeitzeugen gesprochen.
„Zu jener Zeit war Berlin mit Holz-Baracken nur so überzogen. Groß-Berlin bildete ein einziges Lager“ zitiert Thomas Quilitzsch einen französischen Schriftsteller und ehemaligen Zwangsarbeiters. „Arbeitslager waren in Berlin also allgegenwärtig und mittendrin“ erläutert Quilitzsch.
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Bei hochsommerlichem Wetter ging es dann mit einer circa 15 köpfigen Gruppe vom S-Bahnhof Lichtenrade in die Steinstraße zur Wohnbebauung der Alexandra-Stiftung, gegenüber vom Rewe-Markt. An dieser Stelle war, vermutlich ab 1942, ein Zwangsarbeitslager der Reichspostdirektion: „Es erinnert jetzt nichts mehr daran“ berichtet Thomas Quilitzsch. Im Lager in der Steinstraße sollen 1.131 Menschen gelebt haben 1942/1943). Das Lager wurde dann am 29.12.1943 bombardiert. In Lichtenrade gab es vier Zwangsarbeitslager und das KZ-Außenlager von Sachsenhausen, nicht irgendwo, sondern mitten im Ort. Das nächste Lager grenzte direkt daran an (ehemalige Roonstraße, jetzige Mellener Straße). Thomas Quilitzsch zeigte Fotos von der Familie der Fleischerei Schrap, wo idyllisches Landleben in Lichtenrade direkt an der Grenze zum Lager „Tür an Tür“ abgelichtet wurde und die „normale Absurdität“ verdeutlicht. Nach dem Krieg war das Lager in der Steinstraße Flüchtlingslager.
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Josef Kroupa (mit freundlicher Genehmigung der Geschichtswerkstatt Lichtenrade)
Ein tschechischer Zwangsarbeiter hat an seine Schwester und Mutter Aquarelle geschickt. So kann man noch einen kleinen Eindruck von der Lagersituation bekommen, weil es kaum Fotos aus dieser Zeit gibt.
Mit den Zwangsarbeitern wurde der Arbeitskräftemangel in den Kriegszeiten ausgeglichen. Es gab in der überwiegenden Zahl Zivilarbeiter, auch Kriegsgefangene, jüdische KZ-Häftlinge und Sinti und Roma. Zwangsarbeit mussten Männer, Frauen und Kinder leisten. Es wurde unterschieden in sogenannte „Westarbeiter“ (zum Beispiel Italiener, Belgier, Franzosen und Holländer), sogenannte „Ostarbeiter“ (Russen und Ukrainer) und als eigenständige Gruppe die besonders diskriminierten Polen. Die Zwangsarbeitergruppen wurden unterschiedlich behandelt, teilweise lebten sie auch bei Handwerkern und in Betrieben. Zwangsarbeit sahen viele Menschen in der Bevölkerung nicht als Unrecht an. Thomas Quilitzsch geht nach den Unterlagen von mindestens 4.000 bis 4.500 Zwangsarbeitern in Lichtenrade aus. Im Vergleich dazu lebten in Lichtenrade circa 15.000 Einwohner.
Die Arbeitslager wurden nicht besonders bewacht, teilweise konnte sich einige Gruppen im Rahmen ihrer Zwangsrekrutierung „frei“ bewegen. So fuhren die Zwangsarbeiter teilweise in die Stadt nach Berlin, andere arbeiteten aber auch in Lichtenrade. Die Zwangsarbeiter wurden überall als Arbeitskräfte eingesetzt.
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heutige Wohnbebauung Wolziger Zeile / Ecke Hilbertstraße
Dann wurde per Rad der ehemalige Standort des Waldrestaurants Rohrmann an der Wolziger Zeile /Ecke Hilbertstraße angefahren. Das war eines der mindestens vier Saal-Gaststätten in Lichtenrade. Saalgaststätten wurden auch zur Unterbringung von Zwangsarbeitern genutzt. In der Hilbertstraße wurde die Gaststätte als Lager von Siemens & Halske genutzt. Nach der Machtergreifung war hier das SA-Sturmlokal und es fanden viele Veranstaltungen statt. Der Saal hatte Platz für 500 Personen. Am 13.7.1932 gab es einen sogenannten „Deutschen Abend“, wo auch Goebbels in Lichtenrade eine Rede hielt: „Es gibt in Deutschland zukünftig nur zwei Parteien. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei und diejenigen, die gegen uns sind.“ Die Lichtenrader Zeitung berichtete in der Zeit über das große Spektakel mit Gesang und Ansprachen: „Bis zum Dorfteich war es zu hören.“ Ab März 1933 wurden hier Regimegegner eingesperrt und gefoltert.
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Aufzeichnungen und Pläne der Baracken an der heutigen Barnetstraße
An der Barnetstraße (ehemalige Marienfelder Straße) war das so genannte „Polenlager“ der Deutschen Reichsbahn, dass im Gegensatz zu anderen Zwangslagern auch eingezäunt und bewacht war. Zu diesem Lager konnte die Geschichtswerkstatt im Landesarchiv umfängliche Unterlagen einsehen. Es gab erhebliche Ausgrenzungen, Regeln, Bestrafungen und Kennzeichnungen von Polen. „Haltet das deutsche Blut rein“ stand in Flugblättern, die auch in Lichtenrade verteilt wurden. Das Lager existierte von Anfang der 40iger Jahre, möglicherweise schon seit 1939. Die Belegungsstärke war mit 500 Personen geplant. Die höchste Angabe zur Belegung gab es im Oktober 1942 mit 771 Personen. Auch dieses Lager wurde von Bomben getroffen. Die Bombentreffer auf Lager dürften jedoch darauf zurückzuführen sein, dass sie in der Nähe der Bahnstrecke lagen. Die Lichtenrader Zeitung berichtet, dass am 1.3.1943 das Reichsbahnlager durch „Feindangriffe größtenteils vernichtet wurde.“ Nach der Zerstörung müssen an dieser Stelle auch Steinbaracken gestanden haben. Welche und wie viele Menschen dann dort untergebracht waren, ist nicht bekannt.
Auch wurde von einem Lager am Töpchiner Weg mit 8 bis 10 Baracken berichtet, wo nach Aussagen von Leuten offensichtlich Kriegsgefangene untergebracht waren, die auch teilweise in den Lichtenrader Gärten gearbeitet haben. Einige Steinbaracken stehen noch heute dort.
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Dann wurde der Ort besucht, an dem von 1943 bis 1945 ein Außenlager des KZ-Sachsenhausens existierte. Dieses Außenlager war auch Anstoß für die Lichtenrader Jugendlichen, sich intensiver mit der Aufarbeitung der Nazizeit in Lichtenrade zu beschäftigen. Am Mahnmal mit den Eisenbahnschienen am Bornhagenweg, errichtet zur 750 Jahrfeier von Berlin, berichtete Ruth Zantow, wie die Gruppe der evangelischen Jugend Fritz Reuter, einen ehemaligen Häftling des Lagers, getroffen hatte und viele weitere Unterlagen aus den verschiedensten Archiven gesichtet und ausgewertet hat. Ein Außenlager war ein Lager, wo Menschen waren, damit ihre Arbeitskraft ausgenutzt werden konnte. Im Vergleich zu einem KZ ging es hier den Menschen etwas „besser“. Die Belegungsstärke lag bei ungefähr 500 Personen. Die junge antifaschistische Gruppe hat dann in Lichtenrade über 100 Zeitzeugen befragt. Im Laufe der Jahre traf die Lichtenrader Geschichtswerkstatt noch weitere ehemalige, auch jüdische, Lagerinsassen. Die Wachmannschaft des Außenlagers bestand aus einer Person von der SS; ansonsten waren die Bewacher ehemalige Polizisten aus Berlin-Spandau. Diese Wachleute erfüllten manchmal auch kleine Wünsche der Gefangenen. In den Baracken im ehemaligen KZ-Außenlager fand nach dem Krieg Schulunterricht statt; auch wurden hier Flüchtlinge untergebracht.
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Die letzte Station war dann der evangelische Friedhof in der Paplitzer Straße. Hier ist es der Geschichtswerkstatt besonders wichtig, dass nicht nur den Kriegsgefallenen beim „knienden Soldaten“ gedacht wird, sondern auch allen Opfern der Nazi-Diktatur. Hier wurde, auch auf Initiative der Lichtenrader Geschichtswerkstatt, bei den Kriegsgräbern, überwiegend Opfer von Bombenangriffen und teilweise auch Zwangsarbeiter, ein Mahnmal im Jahr 1996 errichtet.
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Die Inschrift lautet: Gewidmet allen Opfern des Nationalsozialismus in und aus Berlin-Lichtenrade, denen, die bekannt geworden, sowie denen, die weiterhin unbekannt sind - der jüdischen Bevölkerung, Männern und Frauen aus vielen Nationen, die in Lichtenrader Lagern Zwangsarbeit leisten mussten, sowie den Kindern, politisch Verfolgten, Euthanasieopfern...
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Die Führungen der Geschichtswerkstatt Lichtenrade lassen die Vergangenheit nicht vergessen und zeigen „beeindruckend“ das dunkle Kapitel (auch) in Lichtenrade. Eine sehr wichtige Arbeit im und für den Ortsteil Lichtenrade, eine wichtige Arbeit für die Bürger und für die Opfer und besonders für junge Menschen! Es werden im Jahr ungefähr drei bis vier Führungen mit teilweise unterschiedlichen Schwerpunkten durchgeführt. Der Gruppe geht es dabei nicht darum, nur zur historisieren, sondern aufzuzeigen, welche Gefahren von Leuten, wie zum Beispiel den Neonazis, noch heute ausgehen kann.

Thomas Moser (auch Fotos) – BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Quelle Postkarte: Mit freundlicher Genehmigung der Lichtenrader Geschichtswerkstatt

 

Weitere Informationen zur Geschichtswerkstatt Lichtenrade

Die Projektgruppe Geschichtswerkstatt Lichtenrade arbeitet im Rahmen der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.. Das Buch der Projektgruppe „Direkt vor der Haustür - Berlin-Lichtenrade im Nationalsozialismus“ ist 1990 im Steidl-Verlag (Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste9 erschienen und leider vergriffen. Eine zweite, veränderte und erweiterte Auflage befindet sich in Vorbereitung. Ein Erscheinungstermin ist jedoch noch nicht absehbar.

Weitere Informationen: www.berliner-geschichtswerkstatt.de

Tel.: 030-215 44 50

Mail-Kontakt: GeschichtswerkstattLichtenrade@t-online.de

Tipp: Es finden von der Berliner Geschichtswerkstatt noch bis September historische Stadtrundfahrten mit dem Schiff zu verschiedenen Themen statt.

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft

BLZ 100 205 00 Kto-Nr.  3037002

Stichwort "Projektgruppe Lichtenrade"

 

Lichtenrader Magazin berichtet über interessante Themen

Das "Lichtenrader Magazin" können Sie in einigen Geschäften, zum Beispiel in der Bahnhofstraße, kostenlos erhalten. Wir können diese interessante Broschüre, die in einem hochwertigen Druck monatlich erscheint, nur empfehlen.

Es werden und wurden auch Themen aufgegriffen, über die die "Internetzeitung" von Lichtenrade schon berichtet hat. Hier können Sie auch die Druckfassung einiger aktueller Artikel nachlesen:

  • 10 Jahre Jugendcafé am Dorfteich LINK
  • Dorfkrug Lichtenrade soll neues Leben eingehaucht werden LINK
  • Spende für den LortzingClub LINK
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Lichtenrader Magazin über die "Heilquelle"

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Internetzeitung von www.lichtenrade-berlin.de!
Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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