Auswirkungen der geplante Unterführung auf Lichtenrade

-Veröffentlichung der Bürgerinitiative Lichtenrade - Dresdner Bahn e.V.

Sonntag, 29. November 2009

Welche Auswirkungen hat die geplante Unterführung der Bahnhofstraße und Schließung der Wolziger Zeile auf Lichtenrade?

Nachstehend wollen wir verdeutlichen, welche Auswirkungen auf Lichtenrade zu erwarten sind, wenn die Unterführung verwirklicht würde.

In unseren Einwendungen der Jahre 2000 / 2005 / 2006 und 2009 haben wir auf die entsprechenden Details hingewiesen. Lesen Sie einige Auszüge und schauen Sie sich die Skizze der Unterführung an.

 LINK zum Bild

Skizze der geplanten Unterführung am S-Bahnhof Lichtenrade. Führen Sie die Maus auf das Bild um die Durchsicht zu sehen.

Unterführung Bahnhofstraße

In der geplanten Unterführung der Bahnhofstraße unter den Gleisen sind zwei Parkbuchten für Autobushaltestellen vorgesehen. Wir lehnen diese Bauform aus folgenden Gründen ab:

  • Die Abgasbelastung durch stehende Busse ist für die wartenden Fahrgäste nicht berücksichtigt worden. Sollen diese Haltestellen als Endhaltestellen dienen? Oder sind sie als zusätzliche Haltestellen zu betrachten? Was sagt die BVG als Betreiber dazu? Hierzu keine Auskunft im Planwerk.
  • Nur je eine Fahrspur pro Richtung für den Normalverkehr ist in dieser steilsten Unterführung Berlins mit 8 Prozent Steigung/Gefälle unzumutbar. Durch die Kürze des Bushafens können nicht einmal zwei Gelenkbusse mit 18 m Länge hintereinander stehen. Ragt auch nur ein Fahrzeug in die einzige Fahrspur, ist ein Stau schon vorprogrammiert. Die vorgesehenen steilen Rampen sind für Rollstuhlfahrer fast unüberwindbar und im Winter lebensgefährlich.
  • Durch Planung von nur einer Fahrspur pro Richtung, wird der Tatsache keine Rechnung getragen, dass der Verkehr über die Wolziger Zeile, 3500 Fahrzeuge von 6 – 22 Uhr,  dann mit aufgenommen werden muss. Die Bahnhofstraße ist schon jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Kapazitätsreserven sind nicht vorhanden. Eine Verkehrszählung für die Bahnhofstraße konnte in den Unterlagen nicht gefunden werden.  
  • Die vorgesehene Regenwasserentsorgung ist falsch dimensioniert. 15 Ltr./m² in 15 Minuten. Nach Auskunft der Meteorologen ist zukünftig mit stärkeren Wetterphänomenen zu rechnen, schon heute sind in Berlin Regenwassermengen von 60Ltr/m² in kurzer Zeit am Alexanderplatz beobachtet worden.
  • Über die Schnee- und Glättebeseitigung im Bereich der Unterführung werden ebenfalls keine Angaben gemacht. Eine sofortige Behandlung mit Auftaumitteln ist bei diesen Gefällen die einzige Möglichkeit, den Verkehr aufrechtzuerhalten. Auch hier keine Aussage zur Umweltverträglichkeit.
  • Tritt dieser Fall ein, können auch Rettungsfahrzeuge diese Unterführung nicht passieren! Eine weitere Feuerwache auf der Westseite von Lichtenrade wäre erforderlich.
  • Auf der dem Planwerk beigefügten Computerzeichnung vom Brückenbauwerk sind keine Schallschutzmaßnahmen erkennbar. Erst bei der Anhörung im Jahr 2000 wurde eine gläserne Schallschutzwand vorgesehen. Nach den Beschreibungen im Antrag und in der Ergänzung von 2009 sind jetzt bis zu 5 m hohe aus Stahl bestehende Schallschutzwände vorgesehen, da die Glaswand nicht die geforderten Schallschutzwerte erbringen kann.

 Straßenübergang Wolziger Zeile

  • Wir fordern, dass der Fahrzeugübergang Wolziger Zeile erhalten bleiben soll. Die als Fußgängertunnel  vorgesehene Alternative stellt eine erhebliche Verschlechterung der Ost-West-Verbindung der Ortsteile von Lichtenrade dar.
  • Der Ringbus entfällt. Was sagt die BVG?
  • Der Schulweg der Kinder durch den Fußgängertunnel wird unsicherer.
  • Für ältere Menschen wird durch die verwinkelten Rampen der Weg auf die andere Seite beschwerlicher und gefahrvoller.
  • Es besteht eine große Unfallgefahr für Fußgänger durch die ebenfalls auf den Rampen fahrenden Radfahrer.
  • Ein Konzept für die Schnee- und Glättebeseitigung fehlt auch hier. Auch die Frage der Zuständigkeit sowie der Kosten zwischen Bahn und Bezirk ist nicht gefunden worden.
  • Der bisher über die Wolziger Zeile fließende Verkehr müsste dann weitgehend über die schon heute überlastete Hilbertstraße zur Bahnhofstraße geführt werden. Abhilfe ließe sich nur über ein Park/Halteverbot erzielen, wer aber trägt die Kosten für die Einstellplätze der Mieter?
  • Ebenfalls würde die Mozartstraße in Richtung Mahlow weiteren Verkehr aufnehmen müssen. Der Ausbauzustand der Mozartstraße lässt aber einen stärkeren Verkehr nicht zu. Diese ist als reine Anliegerstraße konzipiert.

Wir beanstanden, dass in dem Planwerk einer Weiterentwicklung des Ortes keinerlei Rechnung getragen wird. Im Gegenteil: Die Bahnhofstraße wird eine reine Durchgangsstraße, nach Angaben der Bahn fahren nach Schließung der Wolziger Zeile mehr als 19 000 Autos pro Tag durch Lichtenrade. Ihr Flair als Einkaufsmeile geht verloren. Die Existenz des Einzelhandels ist gefährdet. Schon heute sind die Einkaufsmärkte „auf der grünen Wiese“ (Südringcenter) eine übermächtige Konkurrenz. Die mehrfach im Jahr veranstalteten Straßenfeste mit Tausenden Besuchern geben dem Einzelhandel eine Chance und locken Besucher aus dem Umland an. Diese Feste könnten nicht mehr stattfinden. Damit werde der sozialen Infrastruktur Lichtenrades ein nicht mehr gut zu machender Schaden zugefügt.

Für die Anwohner an der Bahnstrecke bedeutet die starke Zunahme der Lärm- und Erschütterungsemission eine deutliche Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Der Wertverlust ihrer Immobilien wird im Planwerk nicht berücksichtigt.

Wir verweisen darauf, dass z. B. in Neukölln die Autobahn parallel zur Silbersteinstraße zum Schutze der Menschen in einen Tunnel verlegt wurde. Die Inbetriebnahme war im Jahr 2000.

Ein Verkehrsbauwerk wie die Dresdner Bahn wird für die nächsten 100 Jahre konzipiert und darf deshalb auf keinen Fall den Planungsstand wie vor 55 Jahren wieder aufnehmen. Es sind hier die gleichen Anforderungen zum Schutz von Mensch und Umwelt anzuwenden wie beim Bau der A100 und A113.

Das von der EU erlassene Gesetz zum Schutz der Anwohner ist beim Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen.

Deshalb bleiben wir bei unserer Forderung, die Dresdner Bahn in Tunnellage zu führen, da nur in dieser Bauform der Schutz der Anwohner vor Schall und Erschütterung

gewährleistet werden kann. Lichtenrade bliebe weiter ein Ort mit Lebensqualität.

 

Aus www.dresdner-bahn.de

 

Stele für den Mauertoten Horst Kullack mutwillig beschädigt

Stele für den Mauertoten Horst Kullack mutwillig beschädigt

Berlin, 08. Dezember 2009 – Am 7. November 2009 waren die ersten Stelen für drei Mauertote und ein Unfallopfer in Lichtenrade von Walter Momper, dem Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, unter reger Bürgerbeteiligung eingeweiht worden. Auf Initiative des Fördervereins der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde stellt die Stiftung Berliner Mauer in einem mehrjährigen Programm an der ehemaligen Grenze, dem jetzigen Berliner Mauerweg, Informationsstelen auf. Sie erinnern an die mindestens 136 Mauertoten, die von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer erschossen wurden oder im Zusammenhang mit einem Fluchtversuch verunglückt sind. Nun wurde die Stele für Horst Kullack mutwillig beschädigt.

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Foto: Thomas Moser -BerLi-Press- www.berli-press.de

Horst Kullack aus Großziethen war am 31. Dezember 1971 im Grenzstreifen zwischen Großziethen und Lichtenrade angeschossen worden und drei Wochen später im Krankenhaus Königs Wusterhausen verstorben. An der Gedenkstele zu seiner Person hatte die feierliche Einweihung der Mauertotenstelen am 7. November 2009 stattgefunden. Harald Fiss, Ehrenvorsitzender des Fördervereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und Initiator der Aktion, entdeckte bei einem Spaziergang die Zerstörung. Das Foto von Horst Kullack wurde mutwillig zerkratzt. Harald Fiss zeigte sich entsetzt über diese Tat: „Mir fehlt jedes Verständnis für dieses sinnlose Vorgehen. Egal, ob bloße Zerstörungswut oder gezieltes Handeln der Anlass waren: Wir appellieren an den oder die Täter, das mit den beiden Stelen zum Ausdruck gebrachte Mitgefühl und die Erinnerung an den im Grenzstreifen erschossenen Horst Kullack zu achten. Dies sind wir auch seiner Familie schuldig.“ Die Stiftung Berliner Mauer bemüht sich, den Schaden nun möglichst schnell zu beheben.

 

Weihnachtsgrüße aus dem Schwarzwald

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