Lichtenrade im rbb-Heimatjournal - Ein Bezirksporträt

Das Heimatjournal war in Lichtenrade. Die Sendung wurde am 21. November 2009 ausgestrahlt.
Im Internet ist der Bericht jedoch auch dokumentiert: http://www.rbb-online.de/heimatjournal/archiv/heimatjournal_vom33.html

Sa 21.11.09 19:00

Lichtenrade - Ein Bezirksporträt

Mittwochs und samstags sind die Kiezgärtner im Volkspark Lichtenrade zugange. Und den umhegen sie mit allem, was sie haben. Der Lichtenrader setzt sich eben durch.

Wolfgang Spranger vom Lichtenrader Volkspark e. V. hält viel auf seinen Park.

Wolfgang Spranger: "Wir bilden uns ein, und es ist wahrscheinlich auch so, dass wir einen richtig sauberen Park haben, wo sich mancher städtischer Park hinter verstecken kann. Denn wir haben mit Müll und so haben wir kaum Probleme. Vielleicht ist das aufgefallen, wir haben keinen einzigen Mülleimer hier, keinen Papierkorb, nichts. Und trotzdem ist es sauber." Ein Dutzend Freizeitgärtner kümmern sich ums öffentliche Grün. Das ist einmalig in Europa. Die meisten sind seit der ersten Stunde mit dabei. Es war im Jahr 1979 als sie fast 50.000 Quadratmeter Bauland besetzten. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihren Weihnachtsbaum hier einzupflanzen. So entstand der erste Nadelwald.

Lichtenrade, die südlichste Sackgasse West-Berlins, war von drei Seiten her eingemauert. Das einstige Grün machten Grenzer platt. Daran erinnert nur noch ein Denkmal. Heute kann man hier spazieren gehen und dass, obwohl es damals andere Pläne gab: Asphalt, Hotels und Fastfoodketten. Doch Lichtenrade hat gekämpft, sich wieder einmal durchgesetzt. Die Vision der grünen Grenze wurde wahr. Die Öffnung der Grenze brachte Lichtenrade die erneute Teilung - zumindest sechsmal in der Stunde, wenn die S-Bahn in Richtung Mahlow fährt. Für die Bummelmeile Bahnhofstraße ist das aber gar nicht so schlimm. Hier setzt man weniger auf Tempo als auf Tradition. Was anderswo schon Retro wäre, ist hier schlicht noch nicht up-to-date. Der Tante-Emma-Läden lebt. Vertrautheit und Verschlafenheit, dass ist es, was die Eingeborenen hier schätzen - so wie Wolfgang Krueger. Er war hier mal Bürgermeister.

Wolfgang Krueger: "Nun redet jemand, der sich immer noch halb auf dem Land und auf dem Dorf fühlt - wenn es auch keins mehr ist. Und das macht für mich, und ich glaube auch für viel andere, den Charme aus." Das Alte zu bewahren, heißt hier keineswegs die Zukunft zu verspielen. Was bewährt ist, muss nicht anders sein, aber es muss gepflegt werden. Damit es weiter Wurzeln schlägt.

Thomas Moser ist der Kiez-Korrespondent. Er sammelt, schreibt und setzt in Szene. Und er bringt alles aus dem Kiez ins Netz. In jedem freien Augenblick lebt er für Lichtenrade. Und auch für eine Dame. Hermione von Preuschen, Malerin und Lichtenrader Glamour-Girl. Ihr wurde nun ein ganzer Platz gewidmet, auf Thomas Mosers Initiative. In Lichtenrader Art hat er das durchgesetzt.

Thomas Moser: "Für die Lichtenrader war die Hermione was ganz Exotisches, was Besonderes, was Ulkiges. Hier lebten vorwiegend Bauern und Handwerker. Aber die Hermione, die war für sie unerreichbar."

Unerreichbar selbst für Lichtenrader - das will was heißen. Denn so leicht hält man die nicht auf. Und der Beweis: Klaus Wowereit wuchs hier heran. Der Lichtenrader setzt sich eben durch.

Stand vom 21.11.2009 / Quelle Internetseite vom rbb-Heimatjournal

Der Bericht in der Lichtenrader Internetzeitung zur Produktion des Bezirksporträt: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/11/14/heimatjournal-vom--rbb--in-lichtenrade.htm

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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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