Lichtenrade im rbb-Heimatjournal - Ein Bezirksporträt
Das Heimatjournal war in Lichtenrade. Die Sendung wurde am 21. November 2009 ausgestrahlt.
Im Internet ist der Bericht jedoch auch dokumentiert: http://www.rbb-online.de/heimatjournal/archiv/heimatjournal_vom33.html
Sa 21.11.09 19:00
Lichtenrade - Ein Bezirksporträt
Mittwochs und samstags sind die Kiezgärtner im Volkspark Lichtenrade zugange. Und den umhegen sie mit allem, was sie haben. Der Lichtenrader setzt sich eben durch.
Wolfgang Spranger vom Lichtenrader Volkspark e. V. hält viel auf seinen Park.
Wolfgang Spranger: "Wir bilden uns ein, und es ist wahrscheinlich auch so, dass wir einen richtig sauberen Park haben, wo sich mancher städtischer Park hinter verstecken kann. Denn wir haben mit Müll und so haben wir kaum Probleme. Vielleicht ist das aufgefallen, wir haben keinen einzigen Mülleimer hier, keinen Papierkorb, nichts. Und trotzdem ist es sauber." Ein Dutzend Freizeitgärtner kümmern sich ums öffentliche Grün. Das ist einmalig in Europa. Die meisten sind seit der ersten Stunde mit dabei. Es war im Jahr 1979 als sie fast 50.000 Quadratmeter Bauland besetzten. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihren Weihnachtsbaum hier einzupflanzen. So entstand der erste Nadelwald.
Lichtenrade, die südlichste Sackgasse West-Berlins, war von drei Seiten her eingemauert. Das einstige Grün machten Grenzer platt. Daran erinnert nur noch ein Denkmal. Heute kann man hier spazieren gehen und dass, obwohl es damals andere Pläne gab: Asphalt, Hotels und Fastfoodketten. Doch Lichtenrade hat gekämpft, sich wieder einmal durchgesetzt. Die Vision der grünen Grenze wurde wahr. Die Öffnung der Grenze brachte Lichtenrade die erneute Teilung - zumindest sechsmal in der Stunde, wenn die S-Bahn in Richtung Mahlow fährt. Für die Bummelmeile Bahnhofstraße ist das aber gar nicht so schlimm. Hier setzt man weniger auf Tempo als auf Tradition. Was anderswo schon Retro wäre, ist hier schlicht noch nicht up-to-date. Der Tante-Emma-Läden lebt. Vertrautheit und Verschlafenheit, dass ist es, was die Eingeborenen hier schätzen - so wie Wolfgang Krueger. Er war hier mal Bürgermeister.
Wolfgang Krueger: "Nun redet jemand, der sich immer noch halb auf dem Land und auf dem Dorf fühlt - wenn es auch keins mehr ist. Und das macht für mich, und ich glaube auch für viel andere, den Charme aus." Das Alte zu bewahren, heißt hier keineswegs die Zukunft zu verspielen. Was bewährt ist, muss nicht anders sein, aber es muss gepflegt werden. Damit es weiter Wurzeln schlägt.
Thomas Moser ist der Kiez-Korrespondent. Er sammelt, schreibt und setzt in Szene. Und er bringt alles aus dem Kiez ins Netz. In jedem freien Augenblick lebt er für Lichtenrade. Und auch für eine Dame. Hermione von Preuschen, Malerin und Lichtenrader Glamour-Girl. Ihr wurde nun ein ganzer Platz gewidmet, auf Thomas Mosers Initiative. In Lichtenrader Art hat er das durchgesetzt.
Thomas Moser: "Für die Lichtenrader war die Hermione was ganz Exotisches, was Besonderes, was Ulkiges. Hier lebten vorwiegend Bauern und Handwerker. Aber die Hermione, die war für sie unerreichbar."
Unerreichbar selbst für Lichtenrader - das will was heißen. Denn so leicht hält man die nicht auf. Und der Beweis: Klaus Wowereit wuchs hier heran. Der Lichtenrader setzt sich eben durch.
Stand vom 21.11.2009 / Quelle Internetseite vom rbb-Heimatjournal
Der Bericht in der Lichtenrader Internetzeitung zur Produktion des Bezirksporträt: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/11/14/heimatjournal-vom--rbb--in-lichtenrade.htm
Das Nachbarschafts- und Familienzentrum in Lichtenrade sagt DANKE!
Danke!
Der Basar am 08.11.2009 im Nachbarschafts- und Familienzentrum der AHB-Berlin Süd gGmbH in der Finchleystr. 10 in Lichtenrade war wieder ein großer Erfolg. Zum 36mal boten freiwillige Helfer all die Dinge, die aus der Bevölkerung gespendet wurden, im gesamten Haus den vielen Besuchern an.
Die Einnahmen des Basars kommen dem Jugendkeller der ev. Kirchengemeinde Lichtenrade (800,-€), dem Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystr. (800,- €), der Berliner Stadtmission (700,- €) und den v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel (100,- €) zu Gute.
Von der restlichen Summe werden finanziell bedürftige Familien in Lichtenrade in unterschiedlicher Form unterstützt.
Auch für November 2010 ist wieder ein Basar geplant. Zusätzliche ehrenamtlich Engagierte werden dringend gesucht. Bei Interesse kann man sich gerne im Nachbarschafts- und Familienzentrum unter der Tel.-Nr. 70 17 64 13 bei Frau Barz melden. Ihre Hilfe ist willkommen.
WÜSTENROT unterstützt den LBC 25
Neue Partnerschaft begründet
Eine neue Partnerschaft im Sponsoringbereich haben der Lichtenrader BC 25 und der örtliche Bezirksdirektor der Wüstenrot Bausparkasse, Jürgen Hüttemann, begründet. Der Wahl-Lichtenrader, der sich in vielen Berufsjahren in der Finanzdienstleistungsbranche einen guten Namen als seriöser und kompetenter Berater gemacht hat, ist sehr erfreut, künftig als Sponsor aus dem Bereich Finanzdienstleistung, Bausparen, Versicherungen und

Jürgen Hüttemann (2.v.r.) überreicht dem 1. Vorsitzenden des LBC Reinhard Hippe (1.v.l.), dem 1. Jugendleiter Frank Schröder (2.v.l.) und dem 2. Vorsitzenden Peter Noack einen Scheck für die Jugendarbeit des LBC 25. Im Vordergrund Spieler der 2. D , die sich über die Unterstützung durch Wüstenrot freuen.
Heimatjournal vom "rbb" in Lichtenrade
Aufregung in Lichtenrade! Lichtenrade kommt ins Fernsehen! Der südlichste Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg soll in diesen Novembertagen im Fernsehen präsentiert werden. Lichtenrade wird eine halbstündige Sendung im „Heimatjournal“ vom „rbb-Fernsehen“ gewidmet.
Der schwarze Bus mit großer „Heimatjournal“-Aufschrift nähert sich seinem ersten Drehort am Volkspark Lichtenrade. Es ist Samstag und Anwohner mit Laubsäcken und Schubkarren mit Blättern kommen, fast wie am laufenden Band, zum großen Komposthaufen auf dem Lagerplatz des Volksparks. Hier haben sich schon Ehrenamtliche des Volkspark-Vereins für die notwendigen Herbstarbeiten eingefunden. Der 1. Vorsitzende des Trägervereins Wolfgang Spranger organisiert die Helfer, die aber auch so wissen, was für Arbeit auf sie wartet. Das Wetter spielt mit; der Regen hat heute pünktlich für die Dreharbeiten eine Pause eingelegt.

Es ist eine Woche vor Ausstrahlung der Sendung und das erste Fernsehteam ist nach Lichtenrade gekommen. Reporter Joachim Rüetschi kommt mit Kamera- und Tonmann in die ländliche Parkidylle von Lichtenrade. Das jüngste Mitglied von den Volksparkaktiven fährt an diesem Tag den kleinen Trecker zum ersten Einsatzort. Die älteste Aktive ist mit ihren 84 Jahren beim Laub harken. Der Vorsitzende wird interviewt und andere fleißige Helfer werden bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz befragt und gefilmt. Ein kleiner Rundgang zeigt die Helfer mit ihren kreischenden Motorsägen, die große Äste für den Abtransport zerkleinern. Glücklicherweise hat der Kameramann sich Arbeitsschuhe ausgeliehen, damit er trockenen Fußes die Dreharbeiten absolvieren kann.
Die konkreten Planungen für die Dreharbeiten fingen beim Sender vor ungefähr zwei Wochen an. Die Redakteurin des „rbb“, Manuela Wagner, recherchiert nach Sehenswertem und nach interessanten Geschichten aus dem Kiez. Warum diesmal das Los auf das oft verschlafene Lichtenrade fiel, ist nicht bekannt. Dem Lokalreporter von der Internetzeitung kann es jedoch egal sein, weil so Lichtenrade mal einem größeren Fernsehpublikum im Sendegebiet präsentiert wird.

Der "rbb" im Volkspark Lichtenrade
Der ehemaliger Tempelhofer Bezirksbürgermeister Wolfgang Krueger holte dann das Fernsehteam zum nächsten Drehort in der Bahnhofstraße ab. Hier pulsiert während der normalen Ladenöffnungszeiten, besonders am Samstagvormittag, das Leben. Das „Heimatjournal“ will Geschichten erzählen und Leben zeigen. So wird bei der Weingalerie Wolff haltgemacht und der Besucher erfährt, dass die Einzelhändler in der Bahnhofstraße einen ständigen Kampf ums Überleben führen. Wolfgang Krueger ist auch Ehrenvorsitzender der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, die sich auch für die jährlichen Weinfeste und Weihnachtsmärkte verantwortlich zeichnet. Die pulsierende „Bücherstube“ mit seiner Buchauswahl von Lichtenrade ist genau so ein Drehort wie -selbstverständlich- auch die S-Bahn.

Wolfgang Krueger in der Weingalerie Wolff & Kunst Café
Im Hintergrund die alte Mälzerei. Der S-Bahnzug nach Mahlow bremst ab, da sich der Fahrer von den Dreharbeiten wohl irritiert fühlte. Krueger erzählt an der Bahnschranke, dass der Kampf der Bürgerinitiative Dresdner Bahn für die junge Generation geführt wird. „Man will die Dresdner Bahn mit Anschluss an den neuen Flughaben BBI nicht verhindern!“ Andererseits wollen die Anwohner aber auch keine Zerschneidung des Ortsteiles mit 6 Meter hohen Schallschutzwänden und viel zu steilen Rampen für die geplante Unterfahrung der Bahn, erläutert der Alt-Bürgermeister. Darum unterstützt auch Krueger, dass die Bahn künftig die Bahnhofstraße im Tunnel queren soll.

Wolfgang Krueger erzählt an der S-Bahn über Lichtenrade
Weiter geht es mit dem sympathischen Drehteam zum ehemaligen Grenzstreifen an der "B 96" hinter dem Kirchhainer Damm. Am erst kürzlich eingeweihten imposanten Mauermonument der Künstlerin Kerstin Becker, dass die Vielfalt im Perspektivwechsel mit dem Motto „Überwinden, Durchdringen und Öffnen von Mauern“ deutlich macht, trifft man sich mit dem Landschaftsplaner Markus Mohn von der Umweltinitiative Teltower Platte. Mohn erzählt von der Aufbauarbeit am ehemaligen Grenzstreifen nach dem Fall der Mauer. Viele Tausende Bäume wurden auf dem ehemaligen Todesstreifen gepflanzt, damit nicht schnelle Investoren dieses Gebiet erobern. Mohn wollte mit seinen Helfern den alten Zustand herstellen und den von den DDR-Grenztruppen gerodeten Mauerstreifen wieder aufforsten. Der Dreh findet dann am Naturschutzgebiet des Hertha-Teiches statt. Man hört (fast) nichts…außer die Flugzeuge von naheliegenden Flughafen Schönefeld.

Markus Mohn von der Umweltinitiative Teltower Platte mit dem "rbb" unterwegs
Am erst kürzlich benannten „Hermione-von-Preuschen-Platz“ an der Hohenzollernstraße erläutert der Kiezreporter Thomas Moser, was es mit dieser Frau auf sich hat. Die Malerin, Schriftstellerin, Weltreisende und Frauenrechtlerin war um 1910 hier in diesem ehemaligen Bauern- und Handwerkerdorf eine schillernde und ungewöhnliche Dame, die auch viele prominente Freunde aus Berlin zu ihren Festen vor der Ausstellungshalle einlud. Moser zeigt dem Fernsehteam am Schluss noch seine Webside (www.lichtenrade-berlin.de), die für den Ortsteil auch ein Stück Heimatjournal ist. Hier werden historische aber auch viele aktuelle Geschichten erzählt.

Geschafft: Lichtenrade-Reporter Thomas Moser freut sich über das rbb-Team
Ein spannender Tag für die Lichtenrader. Für den Internetreporter Thomas Moser war es eine große Aufregung mit viel Spaß, dass er das Fernsehteam begleiten durfte. Im Laufe der Woche wird dann noch der Moderator Ulli Zelle nach Lichtenrade kommen. Dann wird die Dorfkirche mit dem Dorfteich und das alte Restaurant Reisel gefilmt. Auch will der „rbb“ dann noch die geplanten Beiträge zum Beispiel von der Dackelranch „in den Kasten“ kriegen.
Die Zuschauer dürfen gespannt darauf sein, was von den vielen Drehstunden dann tatsächlich in der Sendung zu sehen sein wird.
Die Lichtenrader können sich schon jetzt auf die Ausstrahlung der Sendung freuen: 21. November 2009 (19 Uhr). Die Wiederholung ist dann am Montag um 9,45 Uhr.
Lichtenrade sagt Danke an den „rbb“, an Ulli Zelle und an die anderen fleißigen Helfer vom Sender und der Produktionsfirma im Hintergrund, die der normale Zuschauer nur erahnen kann!
Thomas Moser -auch Fotos- BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de
Der weiterführende Bericht zur Sendung: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/11/21/lichtenrade-im-rbb-heimatjournal---ein-bezirksportr-t.htm
http://www.rbb-online.de/heimatjournal/archiv/heimatjournal_vom33.html
http://www.lichtenrade-berlin.de/volkspark.html
http://www.weingalerie-wolff.de
http://www.dackelranch.de/index.php?page=75
http://www.lichtenrade-berlin.de
Zum zweiten Mal besuchen europäische F.E.N.-Narren den schönen Tempelhofer Ortsteil Lichtenrade
Wie schon im Jahr 2008 hat die Föderation Europäischer Narren auch 2009 ihr alljährliches Ordenfest nach Berlin-Lichtenrade vergeben. Samstag, 14. November 2009, im Gemeinschaftshaus Lichtenrade.
Gastgeber wie schon erstmals 2008, wieder der gemeinnützigen und überaus soziale Amateur-Tanzsport-Verein für Garde- und Schautanz. die in Lichtenrade beheimatete „Tanzgarde Berlin Süd“ unter ihren Präsidenten Gerd Buggert.
Mit ihrer bekannten Lichtenrader Solotänzerin und Cheftrainerin Janina M. (ausgezeichnet mit dem europäischen Jugendorden in Silber) und den fleißigen „Engel aus Lichtenrade“, wie die Gardemädchen schon lange liebevoll genannt werden, wird die Tanzgarde Berlin Süd die angereisten Vereine, Gruppen und Akteure ein guter Gastgeber sein !
Daher.
Herzlich willkommen in Berlin-Lichtenrade“
Lichtenrade, ein schon fester bekannter Begriff in der europäischen Narrenlandschaft, denn wie man hört ist geplant, die künftigen Ordensfeste (2010, 2011 und 2012) im Lichtenrader Gemeinschaftshaus zu feiern.
Auch ein freudevoller Erfolg für die in Lichtenrade beheimatete Tanzgarde Berlin Süd..
Gerd Buggert, Präsident, Gemn. Amateur-Tanzsport-Verein für Garde- und Schautanz „TANZGARDE BERLIN SÜD“
Informationsstelen - Mauertote auch bei Lichtenrade
Am Wochenende vor den großen Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wird an der ehemaligen Grenze vor den Toren von Berlin-Lichtenrade den Mauertoten gedacht.
Auf Initiative des Fördervereins der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde stellt die Stiftung Berliner Mauer mit Unterstützung der Berliner Senatskanzlei, Informationsstelen als Erinnerung an die mindestens 136 Mauertoten auf, die von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer erschossen wurden oder im Zusammenhang mit einem Fluchtversuch verunglückt sind. Die erste Stele für Horst Kullack, der am 31.12.1971 zwischen Großziethen und Lichtenrade angeschossen wurde, wurde nun feierlich vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper enthüllt. Bei schönstem Herbstsonnenschein kamen viele Angehörige der Maueropfer von Lichtenrade, interessierte Bürger und eine beachtliche Anzahl von Pressevertretern zur Lichtenrader Chaussee/Groß-Ziethener Straße. Mitten auf dem ehemaligen Grenzstreifen, circa 100 Meter nördlich von der Straße entfernt, konnte man zwei noch verhüllte Säulen, eine hohe Säule und eine etwas kleinere Informationsstele, betrachten. Es wurde in der Feierstunde auch noch drei weiteren Mauertoten an der Grenze zu Lichtenrade gedacht, für die ebenfalls Stelen gesetzt wurden: Herbert Kiebler (erschossen am 27.6.1975 im Grenzstreifen zwischen Mahlow und Lichtenrade), Eduard Wroblewski (erschossen am 26.7.1966 auch am Grenzstreifen in Mahlow) und dem 14-jährigen Christoph-Manuel Bramböck, der in Höhe vom Schichauweg beim „Mauerpicken“ 1990 ein Unfallopfer wurde.

Ehrengäste und Besucher der Enthüllung
Harald Fiss, Ehrenvorsitzender des Fördervereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, hat das Gesamtberliner Projekt initiiert und vorangetrieben. Er begrüßte die Ehrengäste aus Teltow-Fläming und Tempelhof-Schöneberg, die interessierten Besucher und besonders die Angehörigen der Mauertoten. Fiss erläutert, dass in der ersten Phase insgesamt 9 Stelen gesetzt wurden. Harald Fiss lädt die Gäste ein, auch die anderen Stelen zu besuchen. „Wir freuen uns, dass wir durch unser Tun dazu beitragen konnten, dass die Geschichte des Mauerweges um diesen wichtigen Aspekt der Mauertoten ergänzt werden konnte. Wir sind es aber auch den Opfern schuldig, an die Unmenschlichkeit der Mauer und der Sinnlosigkeit der Morde zu erinnern.“

Harald Fiss (Ehrenvorsitzender des Fördervereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde) begrüßt Ehrengäste, Angehörige der Opfer und Bürger
Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier, sprach vom Unrechtssystem der Unterdrückung in der DDR: „Die Stelen sind in gewisserweise vertikale Stolpersteine, die helfen sollen, dass die Toten nicht vergessen werden. Sie sollen aber auch helfen darüber nachzudenken, welcher Wert die Freiheit ist.“ Axel Klausmeier dankt im Namen der Stiftung besonders Harald Fiss und den Angehörigen der Mauertoten für ihr Erscheinen.
Frank Henkel, Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU Berlin spricht in seinem Grußwort vom Glück, was er mit dem Tag des Mauerfalls verbindet: „Für Viele kam dieses glückliche Ereignis aber zu spät“. Henkel erinnert an die vielen Mauertoten an der Berliner Mauer. „Veranstaltungen wie diese, in geschichtlichen Zusammenhängen wie diesen, berühren mich vor dem Hintergrund meiner eigenen Biografie ganz besonders“ sagt Henkel. Weiter sagt Henkel: „Ich hatte große Glück, dass meine Eltern die Auseinandersetzung mit dem SED-Staat nicht gescheut haben und gegen alle Widerstände auf eine Ausreise gedrängt haben, auch wenn das mit persönlichen Risiken und Nachteilen behaftet war. So hatte ich 1981 die Chance bekommen, ein neues Leben in Freiheit anzufangen.“

Frank Henkel (Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU Berlin) beim Grußwort
Frank Henkel findet: „Jedes Opfer hat die Mauer auch brüchiger gemacht.“ Henkel bedauert, dass viele Erinnerungen an die Mauer im Glückstaumel der Wiedervereinigung vernichtet wurden: „Man darf im Bemühen der Erinnerung nicht nachlassen, damit nicht vergessen wird, dass der DDR-Staat eine Diktatur war! Es ist wichtig, dass wir angemessene und würdevolle Orte der Erinnerung wie diesen für Alle haben, für Zeitzeugen, für Touristen, für Wissenschaftler, aber auch und vor allem für junge Menschen, die die Mauer und die Teilung der Stadt nicht mehr selbst erlebt haben.“
Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, findet es wichtig an die Opfer der Mauer zu erinnern. Momper erinnert an den 13. August 1961, der Teilung von Berlin, und an die Hilflosigkeit der Menschen. „Die Mauer trennte eine Millionenstadt. Zahllose Verbindungen wurden zerschnitten.

Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, hält die Gedenkrede
Es sind immer die Einzelnen, die unter den Folgen politischer Taten zu leiden haben.“ In seiner Gedenkrede führt Momper weiter aus; „Die Teilung Europas, Deutschlands und Berlin war ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, des Krieges, der von Deutschland angezettelt wurde. Die Alliierten gaben in ihren jeweiligen Besatzungszonen die Richtlinien gemäß ihrer eigenen politischen Vorstellung vor. Mit dem Beginn des Kalten Krieges teilte sich die Welt mehr und mehr in eine östliche und eine westliche Einflusssphäre. Das wurde durch den Bau der Mauer manifest! …Beim Mauerfall war das deutsche Volk das glücklichste Volk der Welt.“ Momper verweist auch darauf, wie viele Menschen ihre Fluchversuche mit dem Leben bezahlen mussten: „Mit der Enthüllung der Gedenkstelen wollen wir den Opfern gedenken, die in diesem Bereich der Grenze bei der Flucht erschossen wurden. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist eine DDR-Nostalgie, die heute manchmal sichtbar wird, wenig und ich würde sagen für mich unverständlich! Es ist gut, dass an jedes einzelne Schicksal, an jede einzelne Person und an jedes einzelne Opfer gedacht und erinnert wird und man davon etwas lernen kann! Dafür sind Denkmäler da!“

Walter Momper enthüllt die Stele
Kranzniederlegung von Dr. Axel Klausmeier (Direktor der Stiftung Berliner Mauer), Walter Momper, Frank Henkel und Harald Fiss
Nach den Ansprachen wurden die Stelen enthüllt, Kränze niedergelegt und den Maueropfern gedacht.


Vater von Horst Kullack an der Informationsstele
Angehörige der Maueropfer im Grenzstreifen zu Lichtenrade

Das Buch zu den Todesopfern an der Berliner Mauer
Die Stelen sind eine wichtige und richtige Erinnerung an die Mauertoten an dieser Stelle, am ehemaligen Todesstreifen vor Lichtenrade, und nicht nur im Zentrum von Berlin!
Bericht und Fotos von Thomas Moser -BerLi-Press- (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de
LINK zur Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (Stiftung Berliner Mauer)
Inschrift der Informationsstele:
Horst Kullack
geboren am 20. November 1948
angeschossen am 31. Dezember 1971
gestorben am 21. Januar an den Folgen der Schussverletzung
Am Silvesterabend 1971 machte sich Horst Kullack aus Großziethen im Schutz der Dunkelheit auf den Weg zur Grenze. Vermutlich wollte er zu seinen Verwandten in West-Berlin. Obwohl die Grenztruppen schon einen Hinweis auf den Flüchtling bekommen hatten, gelang es ihm, den Hinterlandsicherungszaun zu übersteigen und bis zur Sperrmauer vorzudringen. Plötzlich stand er im gleißenden Scheinwerferlicht und Grenzposten gaben gezielte Schüsse auf ihn ab. In den Bauch getroffen, brach Horst Kullack schwer verletzt zusammen. Trotz starker Blutungen wurde er in einem Trabant „Kübel“ ins Hinterland transportiert und erst hier medizinisch versorgt.
Als sein Vater ihm im Krankenhaus besuchen wollte, wurde er erst nach lauten Protesten ans Krankenbett seines Sohnes gelassen. In fünf Operationen versuchten die Ärzte vergeblich, das Leben des jungen Mannes zu retten. Horst Kullack starb am 21. Januar 1972 im Alter von 23 Jahren.
1995 verurteilte das Landgericht Potsdam die beiden Todesschützen wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu einer Jugendstrafe von je fünfzehn Monaten auf Bewährung.
Auf West-Berliner Seite erinnert seit 1988 ein Gedenkkreuz an Horst Kullack.
Mehr zum Schicksal der Maueropfer: Die Todesopfer an der Berliner Mauer,
ISBN: 978-3-86153-517-1. 24,90 € von Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke.
20 Jahre Mauerfall – Das neue Denkmal an der B 96 vor Lichtenrade
Wenn man als Autofahrer vom Berliner Ring auf der B 96 nach Berlin fährt, sieht man seit einigen Tagen kurz vor der Stadtgrenze, wo vor 20 Jahren die Mauer Lichtenrade vom Umland abgeschnitten hatte, ein imposantes Mauerdenkmal aus Stahl.
Mit einer Höhe von 3 Metern sind die fünf gewölbten Stahlplatten schon aus der Ferne gut zu erkennen. Flüchtige und flüchtende Menschen, die aus dem Kunstwerk geschnitten und aufgesetzt wurden, suchen den Weg in die Freiheit und erklimmen die Mauerteile. Aus jeder Perspektive erschließt das Denkmal sich in unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten.
Am 6. November 2009 wurde das Denkmal mit einem Bürgerfest an dem Ort feierlich eingeweiht, wo sich nach der Maueröffnung Bürger aus Ost und West, hinter dem Kirchhainer Damm am ehemaligen Grenzübergang für Müllfahrzeuge, in den Armen lagen. Das Denkmal wurde nach den Plänen der Künstlerin Kerstin Becker vom Stahlbauunternehmen SIAG aus Finsterwalde gebaut. Das neue Kunstwerk, das sich wie ein Scherenschritt aus riesigen Stahlplatten in den Himmel reckt, zog viele Besucher aus Ost und West zum Festgelände an der Stadtgrenze.
Der 1989 frisch gewählte und noch heutige Landrat Giesecke hatte die Idee, dass vom Landkreis Teltow-Fläming ein Kunstwerk an dieser Stelle an den Mauerfall erinnern sollte. Es wurde dann ein Wettbewerb ausgelobt, den die Künstlerin Kerstin Becker mit ihrem mehrdimensionalen Kunstwerk gewann. Die Kosten für das Kunstwerk hat der Landkreis übernommen und die Festveranstaltung wurde vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg ausgerichtet.