Barrierefreier Weg zur BVG und zum S-Bahnhof Lichtenrade

Mitteilung zur Kenntnisnahme aus der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Bezirksamt

Drucks. Nr: 0454/XVIII

Der Bereich der Busendhaltestelle am Pfarrer-Lütkehaus-Platz sowie um den S-Bahnhof Lichtenrade ist aufgrund des laufenden Planfeststellungsverfahrens zur Dresdner Bahn planungsbefangen und soll erheblich umgestaltet werden. Hier ist zukünftig eine Unterführungder Straße vorgesehen. Solange zu der Lage/Höhenlage der Unterführung keine Angaben vorliegen, ist es nicht sinnvoll hier eine größere Änderung an den Bordhöhen vorzunehmen.

Bei einem Ortstermin mit der Behindertenbeauftragten Frau Schneider wurde festgestellt, dass die Briesingstraße bei Nutzung der Gehwegüberfahrt Hausnummer 13/13a barrierefrei zu überqueren und der Zugang zum Bürgerbüro gewährleistet ist. Weiter nördlich können dann die vorhandenen Absenkungen zum Erreichen der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden.

An der Busendhaltestelle ist ein barrierefreies Verlassen der Mittelinsel nicht möglich. Es wird angestrebt unter Wegfall von 2 Parkhäfen den Gehweg vorzustrecken und abzusenken. Somit kann die Bahnhofstraße erreicht werden.

Ausweichparkplätze sind auf den P+R Parkplatz Steinstraße in ausreichender Zahl vorhanden.

Berlin, den 29.09.2009

Herr Band, Ekkehard                                      Herr Schworck, Oliver

Bezirksamt

Ursprung ist ein Antrag der Fraktion der CDU

 

Neues aus dem Jugendamt und Bericht von einer Kiezbegehung

Die Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement, Angelika Schöttler, teilte den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses am 21. Oktober 2009 folgendes mit:

Region Lichtenrade

Über den Kiezrundgang der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Lichtenrade vom 8. Juli 2009 mit anschließendem Sommerfest wurde bereits berichtet. Die angekündigte Dokumentation liegt inzwischen vor und wird gesondert veröffentlicht (siehe unten).

Die Ergebnisse der Expedition Lichtenrade am 16. und 17. Juli 2009 sind ebenfalls dokumentiert und unter www.kinderstadtplan-ts.de hinterlegt. Unter dem Motto: „Kreuz und Quer durch Tempelhof-Schöneberg“ haben die Kinder und Jugendlichen in Gruppen, bei 30° Hitze - also unter erschwerten Bedingungen, abe r mit Begeisterung - ihre Spielplätze und Treffpunkte in der Region Lichtenrade nach verschiedenen Fragestellungen untersucht, geprüft und bewertet. Sie haben ihren Auftrag, alles Wissenswerte für einen Kinder und Jugendstadtplan zusammenzutragen, was Kindern und Jugendlichen Spaß bringt und freizeitrelevant ist, ernst genommen.

Am 17. November 2009 feiert das Judo Projekt (TSV Rudow) im Saal des Gemeinschaftshauses in einem feierlichen Rahmen sein 10-jähriges Bestehen. Ursprünglich aus Mitteln der Suchtprophylaxe haben im Jahr 1999 die Trainer M. Siebert und N. Feyerabend das Projekt gestartet und inzwischen sehr erfolgreich weitergeführt. Eine detaillierte Einladung, Beginn der Veranstaltung und Programm, wird noch erfolgen.

Am 30. September 2009 wurde eine erneute Kiezbegehung der beiden Fallteams Lichtenrade durchgeführt. Unter dem Motto: „Erkunden - Mobilisieren - Nutzen“ wurden verschiedene Stationen in der Region aufgesucht. Unter dem Aspekt, neue Ressourcen für die Fallarbeit zu entdecken und später zu nutzen, wurden der Weltladen in der Hilbertstraße (Kiezladen), die katholische Salvator-Gemeinde, die Freiwillige Feuerwehr (mit Jugendfeuerwehr), der Volkspark (mit Höhen und Tiefen) die „Ruine“ im Industrieviertel und der sog. „Bunker“ besucht und erkundet. Die Planung und Durchführung der Veranstaltung war dem Schwerpunktträger AHB Süd übertragen worden. Die Finanzierung erfolgte aus den FuA-Mitteln der Region Lichtenrade. Mit Hilfe von Fragebögen wurden Ressourcen festgehalten und beschrieben. Die Fragebögen werden ausgewertet und die Ergebnisse werden im Rahmen einer Dokumentation in Kürze vorliegen.

Seit dem Jahr 2000 unterstützt der Lesezirkel Weißgerber alljährlich die pädagogische Arbeit der kommunalen Freizeiteinrichtungen in Lichtenrade. Die auf dem Wein- und Winzerfest gesammelten Spenden werden am 3. November um 17.00 Uhr in einer symbolischen Scheckübergabe der Leiterin des Jugendcafés am Dorfteich, Rosa Martins Samuel, übergeben. Die Freizeiteinrichtung möchte das Geld für die Erneuerung des Bodens im Tanzraum verwenden.

Die im März 2009 gestartete Inhouse-Schulung zum Thema „Sozialräumliche Kooperation zwischen Sozialpädagogischem Dienst und Freizeiteinrichtungen“ wurde am 14.10.2009 im Kinder- und Jugendclub Barnetstraße fortgesetzt. Die Veranstaltung richtete sich an Mitarbeiter/innen vom RSD, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und Projekte. Als Ergebnis der ersten Inhouse-Schulung im März 2009 wurden jetzt auch die Helferinnen und Helfer der Schwerpunktträger eingeladen, um die verstärkte Nutzung der Ressourcen der Einrichtungen und Angebote der Jugendsozialarbeit zu nutzen und um sich über Fragen der Zusammenarbeit auszutauschen und zu verständigen. Die Kosten der Moderation werden von SFBB übernommen.

 

Dokumentation der Kiezbegehung am 8. Juli 2009 in Lichtenrade

Sprecherin: Annette Engler, Check Up (ehem. JOBMOBIL)

Tel. 7500 89712, e-Mail: engler@checkup-info.de

Sprecherin: Beatrix Veenhoven, Jugendamt,

Tel. 90277– 6012, Fax 90277 – 8150, e-Mail: Beatrix.Veenhoven@ba-ts.berlin.de

Seit mehreren Jahren veranstalten die Mitglieder der RAG Mariendorf ein Sommerfest, das dem informellen Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der verschiedenen Einrichtungen und Institutionen dient. Überzeugt von den positiven Erfahrungen Mariendorfs legte die RAG Lichtenrade den 8. Juli 2009 für ein Sommerfest in ihrer Region fest.

Da die letzte Kiezerkundung schon lange Zeit zurück liegt, sollte dem Fest ein Spaziergang durch den Sozialraum vorangehen. Unter dem Motto: „Auffällige Plätze und Treffpunkte in Lichtenrade“ wurde die Kiezbegehung von Rosa Martins Samuel (Jugendcafé am Dorfteich) und Frank Dengel (AHB Süd) vorbereitet. Die Route wurde nach den Angaben der Polizei festgelegt, da diese Orte in die Kategorie „auffällig“ eingestuft werden und so in den Focus der Polizei getreten sind. Diese Orte werden immer wieder von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgesucht, die gemeinschaftlich Alkohol und/ oder Drogen konsumieren. Die Zusammensetzung der Gruppen ist unterschiedlich und die jeweiligen Gruppierungen sind auch nicht immer identisch. Regelmäßige Razzien durch die Polizei oder das Ordnungsamt und dem zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes für Jugendschutz werden hier durchgeführt. Es wird berichtet, dass es hin und wieder auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen oder zu Gewaltandrohung kommt.

Treffpunkt für den Rundgang war das Nachbarschafts- und Familienzentrum des AHB Süd in der Finchleystraße 10 und führte die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der RAG zu folgenden Plätzen

• Skater- und BMX–Bahn im Grünstreifen (Finchleystraße 11)

• Kinderspielplatz im Grünstreifen (John-Locke-Straße)

• Fahrradunterstand (Rewe) Steinstraße/Gersterweg

• Busschleife; Pfarrer-Lütkehaus-Platz

• Pocketpark Bahnhofstraße; hinter S-Bahn, vor Hilbertstraße

• Vorplatz (Steinplatz) bei Obergfell; Alt-Lichtenrade/Im Domstift

• Wiese am Dorfteich

• Liegewiese im Volkpark

• „Roseneck“ eine Anhöhe im Volkpark

• Vorplatz (Senke bei Edeka) Nahariyastraße/Scarbinastraße

Bei den Stopps an den verschiedenen Plätzen gab es kurze Hinweise, besondere Merkmale oder Anekdoten von der Polizei oder anderen Anwesenden.

Verwunderlich war, dass die meisten Plätze, die im Allgemeinen stark frequentiert sind, an diesem Morgen, wie „leergefegt“ waren. Es wurden überhaupt keine Personen angetroffen. Auf allen Plätzen war es ungewöhnlich sauber: kein Unrat, keine leeren Flaschen, Rasen gemäht und zusammen gekehrt, Mülleimer geleert!

Nach einer kleinen Stippvisite im Waschhaus, begleitet von einem kurzen Regenguss, führte der Rundgang zurück über die Groß-Ziethener-Straße und endete im Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße 10, mit dem Beginn des geplanten Sommerfestes der RAG Lichtenrade. Hier hatte das Wirtschaftspersonal schon die Essenstafel vorbereitet und die ersten Würstchen brutzelten bereits. Allerdings boten die aufgestellten Sonnenschirme mehr Schutz vor dem erneut einsetzenden Regen als vor Sonnenschein. Dennoch fand ein reger fachlicher Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Insgesamt eine gelungene Aktion, die jedenfalls wiederholt werden sollte!

Der Dank gilt den beiden Organisatoren der Route, Frau Martins Samuel und Herrn Dengel und dem Wirtschaftspersonal des AHB, das für die Speisen und Getränke gesorgt hat.

Fazit: Sicherlich ist allen Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit bekannt, dass viele Jugendliche durch die bestehenden Angebote, wie z.B. Jugendfreizeiteinrichtungen, nicht erreicht werden. Allerdings bleibt selten die Zeit und Möglichkeit, die Treffpunkte dieser Jugendlichen und damit auch einen Teil ihrer Bedürfnisse und ihrer Lebensrealität zu erkunden. Bei dem Rundgang und dem Aufsuchen der Plätze ging es darum, Orte kennen zu lernen, an denen sich junge Erwachsene und Jugendliche aufhalten. Die Kiezbegehung wurde unter dem Aspekt der Sensibilisierung für den Sozialraum und der Menschen, die in diesem leben, veranstaltet. Die Aneignung eines Sozialraums und das Wissen, wo junge Menschen sich aufhalten, aber auch, wo nutzbare Ressourcen zu finden sind, dienen letztendlich einer besseren Vernetzung der Akteure im Kiez. Gespräche, die sich während des Rundgangs anbahnten, wurden beim anschließenden Fest fortgesetzt.

Beatrix Veenhoven

Annette Engler

 

Wir gratulieren: 30 Jahre Kita Nahariyastraße

Kommen sie oder kommen sie nicht??

Wir hatten sie alle eingeladen, die Politikerinnen und Politiker des Abgeordnetenhauses, die Bezirksverordneten, die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl. Es kam Herr Ohnmacht von den Grauen, es gab ein Grußwort von Frau Schöttler übermittelt vom Jugendamtsdirektor Herrn Mohns und es gab eine Entschuldigung von dem Stadtrat Herrn Schworck (zum 25. Jubiläum hatte es uns noch mit einem Scheck besucht).

Uns war schon vorher klar, dass am 19. September, mitten in der heißen Wahlkampfphase nicht alle Politikerinnen und Politiker Zeit für ein Kita-Jubiläumsfest haben würden, auch wenn es andererseits eine Möglichkeit gewesen wäre, sich unters Volk zu mischen. Dass die Vertreterinnen und Vertreter des Volkes, die ihr Bemühen um Kinder, Jugend und Bildung ständig kundtun, allerdings gar nicht reagieren würden, das hat uns doch erstaunt. So möchten wir in diesem Zusammenhang mitteilen: Kleine Geschenke, z.B. ein Besuch, ein Grußwort, eine Karte, eine Mail, wenigstens eine Absage, erhalten die Freundschaft und Wählerstimmen.

Der Himmel feierte mit uns und zeigte sich voller Sonnenschein und strahlend blau.

Am 19.9. hatten wir, auch mit einem Artikel in der „ Berliner Woche “, zum Jubiläumsfest in unsere Kita geladen.

Es wurde ein fröhliches Familienfest mit verschiedenen Spielangeboten, leckeren Speisen und Getränken, dem Bewegungsparcours der Polizei und Angeboten vom Wassermuseum e.V.

Die Mitarbeiter des Museums hatten viele spannende Utensilien dabei, die die Kinder zum aktiven Handeln ermutigten. Begleitet wurde das Ganze durch ein buntes Bühnenprogramm.

Anfangs begrüßten uns der Jugendamtsdirektor Herr Mohns, die Geschäftsleiterin Martina Castello vom Eigenbetrieb Süd-West und Frau Voss, unsere Regionalleiterin im Eigenbetrieb.

Viele Wegfährten aus alten Zeiten feierten mit uns und konnten ihre Erinnerungen auch durch die vielen Fotos aufleben lassen.

An einer Wäscheleine rund um´s Haus fanden sich Fotos aus dreißig Jahren Kita-Leben.

Um 16/00 spielte die Gitarrengruppe „Gitarrissima“ auf, drei Erzieherinnen und viele Kinder, die lange Zeit vorher geübt hatten. Um 17/00 erfreute uns das DUO GOIDON mit Clownerie, Pantomime und Jonglage. Zum Ende traten dann noch einige mutige Erzieherinnen auf und zeigten unter dem Motto „ Modenschau in der Krise“ die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten einer Herrenunterhose.

Alle, die nicht bei uns waren, haben was verpasst. Zum Glück  folgen ja aber noch weitere Jahre und sicher wieder viele schöne Feste.

 

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30 Jahre Kita Nahariyastraße

das sind auch 30 Jahre für mich in dieser Kita. „Praktikanten“ nehmen wir nicht so gerne, das waren die Worte, die ich hörte, als ich im Dezember 1979 in die Kita Nahariyastraße kam. Ich war damals noch Jahrespraktikantin, bekam trotzdem ein eigene Gruppe und am 1.4.1980 dann auch gleich einen Planstelle .Vieles durfte ich erleben, verschiedene Konzepte, altershomogene und  altersgemischte Arbeit, die Aufnahme von Integrationskindern, Alltag mit und ab 2006 leider ohne Hortkinder und schließlich die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms.

30 Jahre in einer Kita  zu sein, macht sich im Lebenslauf eher ungünstig. Die Zeit verging schnell, es gab ständig Veränderungen, oft Prozesse, die beendet werden mussten, es gab keinen Grund für mich zu gehen. Gewiss, es gab auch anstrengende Zeiten, beinahe wäre ich auch mal  „gegangen worden“, ich bildete mit den sieben Kitaleitungen, die unser Haus in all den Jahren führten, nicht immer eine Einheit. Verschiedene Stadträte prägten auch unsere Arbeit, am selbstständigsten durften wir unter Herrn Schippel arbeiten. „Meine Damen, meine Herren, Sie leiten ein  mittelständiges Unternehmen“, waren seine Worte und so schloss er Zielvereinbarungen mit uns und überließ uns viel Eigenverantwortung.

Zu dieser Zeit war ich bereits stellvertretende Kitaleiterin, vorher hatte ich mit allen Alterstufen gearbeitet, nahm an der Ergänzungsausbildung zur Vermittlungsgruppenleiterin teil, um dann einige Jahre als Vorschulerzieherin tätig zu sein. Es folgten zwölf Jahre als stellvertretende Kitaleitern an der Seite von Wolfgang Müller. Das waren Zeiten des Forderns und Förderns, ich hatte einen kompetenten, strengen und motivierenden Lehrmeister, die Kolleginnen, mit denen ich lange zusammengearbeitet hatte, sollten mich nun in einer Leitungsfunktion akzeptieren und diese Akzeptanz musste erworben werden.
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Wolfgang Müller und Sabine Ranglack (Kita-Leiterin)

Die Leitungsaufgaben wurden im Leitungsteam geteilt,  ich konnte mich Stück für Stück und immer mehr in die Leitungstätigkeit einfinden. „Prozesshaft“ war unser Lieblingswort. Viele Gespräche, Auseinandersetzungen, eine konstruktive Atmosphäre und die Bemerkung in meinem Dienstleistungsbericht, ich wäre mutig, prägten diese Zeit. Um noch besser allen Leitungsanforderungen begegnen zu können, bildete ich mich von 2003 bis 2005 zur staatlich anerkannten Sozialfachwirtin weiter. Mit dem Start der Eigenbetriebe wurde Wolfgang Müller zum Personalratsvorsitzenden, ich bewarb mich um die Leitungsstelle und wurde so die Leiterin der Kita. Nun stand ich in der ersten Reihe, vieles war wie vorher  und doch war alles anders. Jetzt mussten alle Leitungsaufgaben allein bewältigt werden und die Deckung war weg. Plötzlich war mir klar, wir beruhigend in all den Jahren davor die breite Schulter war, hinter der ich mich im Notfall hätte verstecken können.
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Mittlerweile habe ich mit Petra Trantow eine engagierte Stellvertreterin, ein ebenso engagiertes Kitateam und viele Aufgaben zu bewältigen. Kolleginnen kommen und gehen, eine große Stütze unseres Hauses - Frau Bojahr - ließen wir schweren Herzens in den Albulaweg gehen, andere Kolleginnen durften wegen ihrer Zeitverträge nicht bleiben. Es ist wie es ist - Anforderungen erweitern und verändern sich in jeder Beziehung, unser nächstes Ziel ist die Umwandlung der Kita zu einem Familienzentrum. Das einzig Beständige - auch im Kitaleben - ist die Veränderung, ich kann da nicht weg!

Sabine Ranglack

Veröffentlicht in „KiTS-Zeitung“ vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg im Oktober 2009 und ergänzt von Sabine Ranglack

Fotos: Lothar Duclos

Link: http://kits-zeitung.de

Kita-Link: http://www.kitas-sued-west.de/content/nahariyastrasse

 

Kita vom Eigenbetrieb „Kindertagesstätten Berlin Süd-West“:
Nahariyastr. 21, 12309 Berlin Telefon: 030-290 276 120

 

6. November 2009 in Lichtenrade – Mahlow

„20 Jahre Mauerfall -

wir wollen uns gemeinsam erinnern!“
Denkmalenthüllung und Fest mit Konzert von LIVE

Begegnung zwischen Lichtenrade und dem Landkreis Teltow-Fläming

In Erinnerung an die ergreifenden Szenen, die sich vor 20 Jahren u.a. an der Grenzstelle zwischen Lichtenrade und dem Landkreis Teltow-Fläming abspielten, laden der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Ekkehard Band und der Landrat von Teltow-Fläming Peer Giesecke zu einer Freiluftveranstaltung am 6. November ein.

Eine besondere Attraktion dieser Veranstaltung ist das Kunstwerk von Kerstin Becker, die den im Landkreis Teltow-Fläming ausgelobten Wettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum“ gewann.

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Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wird das Kunstwerk mit enthüllen.

Es handelt sich hierbei um eine Stahlkonstruktion mit fünf auf einem Grundpodest gewölbten, 3 m hohen Platten, die so ausgerichtet sind, dass sich je nach Blickwinkel, beispielsweise aus Teltow-Fläming kommend, entweder die Mauer schließt, oder, von der anderen Richtung her, wieder öffnet. Entsprechend ändern sich die Bewegungsmuster der Menschen: Zum einen erklimmen sie die Mauer, zum anderen bewegen sie sich frei, symbolisiert durch die Durchlässigkeit im Raum.

Umrahmt wird die Feierlichkeit von einem kleinen Programm. Es findet ein ökumenischer Gottesdienst statt, die Musikband „Lift“ und die Musikschule des Landkreises mit der Gruppe „TrommelFieber“ und der Saxophongruppe „TonFall“ werden auftreten. Für das leibliche Wohl gibt es Stände mit Speisen und Getränken.

Im Übrigen ist die Veranstaltung ein Muss für alle Kunstinteressierten und Kunstkenner!

Freitag, 6. November 2009, 16.30 Uhr

ehemaliger Grenzstreifen an der Stadtgrenze Berlins, B96

Die Veranstaltung ist mit dem Bus 275 zu erreichen. Ein Parkplatz wird auch eingerichtete.

In einer gut besuchten Pressekonferenz wird über die Intension zu diesem Kunstwerk berichtet.

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Landrat Giesecke, Bezirksbürgermeister Band, Kerstin Becker im Goldenen Saal im Rathaus Schöneberg

Nach dem Tag der Mauerfalls trafen sich auf dem ehemaligen Grenzstreifen bei Lichtenrade, zu einem nur kurz vorbereiteten fast spontanen und wie Bezirksbürgermeister Band meinte berauschendem Fest, circa 5.000 Berliner und Bürger aus Zossen (heute Teltow-Flämig), die sich begeistert in den Armen lagen. Der damalige Volksbildungsstadtrat und heutige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit war auch bei diesem Fest anwesend. Seit dieser Zeit gibt es auch eine gute Partnerschaft zwischen den Verwaltungsbehörden. Der 1989 frisch gewählte und noch heutige Landrat Giesecke hatte die Idee, dass vom Landkreis Teltow-Fläming ein Kunstwerk an dieser Stelle an den Mauerfall erinnern sollte. Es wurde dann ein Wettbewerb ausgelobt, den die Künstlerin Kerstin Becker mit ihrem mehrdimensionalen Kunstwerk gewann. Die Kosten für das Kunstwerk übernimmt der Landkreis und die Festveranstaltung wird vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg ausgerichtet. Peer Giesecke erinnert sich an das Fest vor 20 Jahren, dass auf der Rampe des ehemaligen Müll-Grenzübergang bei Lichtenrade stattfand: „Für mich war es eines der beeindruckensten Erlebnisse meines Lebens!“ Als ehemaliger DDR-Bürger hat er aus der Ferne immer nur die Lücke in der Mauer wahrgenommen, an der man aber nicht durchkam. Seine Kinder fragten ihn aufgeregt beim ersten möglichen Grenzübertritt, warum die Grenzer jetzt nicht schießen?

„Die Fahrt von Ost nach West und umgekehrt ist für viele schon eine Selbstverständlichkeit geworden.“ Landrat Giesecke meint, dass es gut ist sich daran zu erinnern, dass es mal ganz andere Zeiten gab, wo alle unter den Umständen gelitten hatten.

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Die Künstlerin erläutert anhand des Modells ihr vielschichtiges Kunstwerk, an dem sie 2 Monate intensiv gearbeitet hat. Wenn man zum Beispiel auf der B 96 aus dem Osten kommt und nach Berlin-Lichtenrade fährt, hat man einen geschlossenen Blick und mit den Figuren eine unterschiedliche Fern- und Nahwirkung. Wenn man aus Berlin kommt, hat man den offeneren Blick. Auch als Fußgänger und Fahrradfahrer wird man von allen Seiten einen unterschiedlichen Eindruck gewinnen können. Aber sicher werden die Betrachter des Kunstwerkes ihre eigenen Interpretationen finden.

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Das Stahlbauunternehmen SIAG aus Finsterwalde, das sonst auch große Windkraftanlagen baut, hat das große Kunstwerk nach den Entwürfen der Künstlerin gebaut.

Thomas Moser –BerLi-Press / auch Fotos (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

Weitere Berichte in der Internetzeitung von Lichtenrade:

1.) Kerstin Beckers Entwurf siegte: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/06/22/denkmal-vor-lichtenrade---20-jahre-nach-dem-fall-der-mauer.htm

2.)  Vorankündigung der Festveranstaltung: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/08/26/20-jahre-mauer-ffnung.htm

Website der Künstlerin Kerstin Becker: http://www.atelier-kerstinbecker.de

Website von LIFT: http://www.lift-rockballaden.de/home.htm

 

Trotz Wirtschaftskrise wird weiter fleißig gespendet

Viele Besucher des Wein- und Winzerfestes am 12. und 13. September 2009 hatten ein Herz für die Lichtenrader Jugend.

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Seit neun Jahren hat der Weißgerber-Lesezirkel mit großer Freude 7.826,34 EUR für die Lichtenrader Jugend gespendet und auch dieses Jahr verteilten sie weit über 1.000 Lesezirkel Zeitschriften gratisund  sammelten gleichzeitig Spenden für das Jugendcafé am Dorfteich. Fleißige Unterstützung erhielten sie von Jugendlichen, die über Ihre Arbeit berichteten und Spendern erklärten, dass das Geld für einen neuen Fußboden im Tanzraum verwendet werden soll.

So sind insgesamt 326,27 EUR an Spenden zusammen gekommen.

In einem feierlichen Rahmen übergab am 3. November 2009 im Jugendcafé am Dorfteich, Alt-Lichtenrade 103, 12309 Berlin-Lichtenrade Geschäftsinhaberin Ute Weißgerber-Knop das gespendete Geld von 326,27 EUR an die Leiterin der Einrichtung Rosa Martins Samuel.

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Hermione-von-Preuschen-Platz in Berlin-Lichtenrade

Bei herbstlichem Wetter wurde am 2. Oktober 2009 feierlich die Grünanlage in Lichtenrade nach der Künstlerin Hermione von Preuschen (1854-1918) benannt, die bis zu ihrem Tod 10 Jahre in ihrem Refugium „Tempio Hermione“ in der Prinzessinnenstraße 14 in Lichtenrade gelebt hat.

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Die Malerin und Schriftstellerin erbaute sich eine eigene Ausstellungshalle auf dem exotisch gestalteten Grundstück und lud zu großen Feierlichkeiten in das ländliche Lichtenrade ein.
Die Weltreisende und Frauenrechtlerin wird nun in Lichtenrade mit der Nennung eines Platzes „Hermione-von-Preuschen-Platz“, ehemals Hohenzollernplatz, geehrt. Ein Jahr nach der Beschlussfassung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg ist es nun endlich so weit!
Zur feierlichen Umbenennung hat der Bezirksstadtrat für Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt, Oliver Schworck (SPD) eingeladen.

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Er begrüßte die Bürgerinnen und Bürger und besonders den Ehrengast Herrn Dr. Rüdiger von Preuschen, einem Verwandten der Künstlerin, der extra aus Bonn angereist kam.

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Frau Melanie Kühnemann hatte den Antrag der Namensnennung in die BVV eingebracht und erzählte beim Festakt vom Wirken der Künstlerin.

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Dr. Rüdiger von Preuschen gab einige genauere Einblicke in die besondere Persönlichkeit von Hermione. Die Rede von Dr. von Preuschen wird mit seiner freundlichen Genehmigung gesondert abgedruckt (siehe unten).
Dem Festakt wohnten auch bei: Ingrid Kühnemann (stellv. BVV-Vorsteherin / SPD), der Bezirksverordnete Jörg Kalies (CDU), der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße Herr Hagen Kliem, der Abschnittsleiter der Polizei Polizeioberrat Hans-Werner Schramm und der Verantwortliche der Lichtenrade Website ( www.lichtenrade-berlin.de ) Thomas Moser und Frau.

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Herr Dr. von Preuschen und Bezirksstadtrat Schworck enthüllten eines der Schilder.

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Bezirksbürgermeister Ekkehard Band ließ als Geschenk für den Ehrengast einen Berliner Buddy-Bären überreichen. Der feierliche Rahmen wurde wunderbar mit klassischer Musik von Musikerinnen der bezirklichen Leo Kestenberg Musikschule ausgefüllt.
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Kathrein Allenberg -Violine- www.kathreinallenberg.de / Marika Gejrot -Cello-

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Dr. Rüdiger von Preuschen, Ingrid Kühnemann, Melanie Kühnemann, Oliver Schworck (v.l.n.r.)
Hermione von Preuschen war eine Frau zwischen Erotik und altgriechischen Idealen, eine Weltbürgerin, sorgte für Abwechslung im dörflichen Lichtenrade, die auch „Berlins griechische Morgengöttin“ genannt wurde, aber sie war auch eine mutige Frau.
So beklagte sie die schlechte Ausbildungssituation der Künstlerinnen und die Widerstände seitens der Professoren in Kunstakademien, die in jeder talentierten Künstlerin eine unliebsame Konkurrenz erblickten. Hermione von Preuschen gilt als Begründerin des sogenannten „Historischen Stilllebens“. Bekannt wurde sie durch den Skandal um ihr Bild "Mors Imperator", einer Persiflage auf den altersschwachen Wilhelm I., das 1887 von der Berliner Kunstausstellung zurückgewiesen wurde. Sie wurde wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Im Alter von 64 Jahren starb Hermione von Preuschen am 12. Dezember 1918 in Berlin-Lichtenrade.

 

Thomas Moser -auch Fotos- BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

Mehr Informationen zu Hermione von Preuschen: Kiez-Informationsportal www.lichtenrade-berlin.de unter "Persönlichkeiten" oder Direktlink

Die Rede von Freiherrn Dr. Rüdiger von Preuschen:

Sehr geehrte Frau Kühnemann, sehr geehrter Herr Schworck, sehr geehrte Damen und Herren,

Dass Sie mir die Gelegenheit geben, bei der Namensgebung des „Hermione-von-Preuschen- Platzes“ im Namen der Familie von Preuschen einige Worte zu sagen, ist mir eine große Ehre. Sie, Frau Kühnemann, haben Hermione gewürdigt. Vielleicht kann ich etwas zu Hermione aus der Familienperspektive hinzufügen.

Hermione hat etwas getan, was eigentlich ganz normal ist – und was doch – auch heute noch – so schwer zu verwirklichen ist. Sie war sie selbst. Sie war offen, spontan, mitfühlend, aber auch energisch, wenn es darauf ankam, ihre Gleichberechtigung als Frau und ihre Eigenständigkeit als Individuum gegen jede Art der Fremdbestimmung zu verteidigen.  Für die damalige Gesellschaft waren ihre freizügigen Gedichte und Malereien, und ihr burschikoses Auftreten in der Öffentlichkeit, womit sie allen wilhelminischen Konventionen zuwider handelte und Skandale erzeugte, ein Schrecken. Dabei hatte sie Freunde, die sich sehen lassen können: Die Tochter der Königin Viktoria, die Kaiserin Friedrich, Lou Andrea-Salome (eine ausgewiesene femme fatale, der Nietzsche verfallen war), den Dichter Theodor Storm, den Dichter und Nobelpreisträger Paul Heyse und nicht zuletzt Rainer Maria Rilke, der in Berlin im selben Haus wie Hermione gewohnt hatte.

Sie hat als Frau die Gefahren auf sich genommen, alleine die ganze Welt zu bereisen, um Anregung für ihre Malerei und Dichtung zu erhalten. Hier in Lichtenrade wurde sie vor hundert Jahren sesshaft, mit ihrem Tempio Hermione – einer Publikumsattraktion. Sie würde sich freuen, dass in Lichtenrade ihr Andenken gewahrt bleibt.

Es gibt viele Zitate, mit denen man ihr Wesen charakterisieren könnte. Zum Schluss vielleicht diese: Zu Malerei, Dichtung, und Ehe: „Conventionen sollt’ ich malen, Conventionen sollt’ ich schreiben, sittiglich wie andre Weiber, meinem Mann die Zeit vertreiben“.

Oder zur Gleichberechtigung: „Trotzdem aber glaube ich an die Berechtigung der Frauenemanzipation – wie ich an die Sonne glaube. Sie liegt in der Luft, sie ist zeitgemäß, unaufhaltsam“.

Und schließlich: „ Wir furchtbar, durch Vornehmheit umpanzert, von allem Bunten, Zufälligen, ewig getrennt zu sein. Der Reiz und der Zauber des Lebens liegen im Wechsel, im Auf und Ab von Lebensumständen“.

Ich glaube, dass das, was Hermione ausmachte, auch heute noch aktuell ist. Darum freue ich mich, dass Hermione die Ehre zugedacht wird, die sie immer verdient hatte.

 

Thomas Moser, Webverantwortlicher für das Kiezportal www.lichtenrade-berlin.de, hat die Namensgebung nach Hermione von Preuschen angeregt. Hier freut er sich zusammen mit Dr. Rüdiger von Preuschen.

Foto: Lothar Duclos
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
Viel Spaß dabei!
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