„Das Wunder von Tempelhof" - Ehrung von Ehrenamtlichen in Lichtenrade

Nein, der Flughafen wird nicht wieder eröffnet. Die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin und frühere Integrationsbeauftragte des Senats, Prof. Barbara John, meinte mit ihrer Äußerung im Gemeinschaftshaus Lichtenrade etwas anderes. Als Wunder bezeichnete sie die Tatsache, dass es in Tempelhof seit 45 Jahren die Stelle eines Ehrenamtlichenbeauftragten gibt. Das ist nicht in jedem Bezirk der Fall.
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Seit der Fusion Tempelhofs mit Schöneberg 2001 ist Walter Strutz auch für die Ehrenamtlichen des hinzugekommenen Teilbezirks zuständig. Strutz, der sich seit 30 Jahren um die Ehrenamtlichen kümmert,  hat sein Büro im Rathaus Friedenau und gehört zum Jugendamt. Darüber hinaus hat ihn Bürgermeister Ekkehard Band vor einigen Jahren zum Ehrenamtsbeauftragten für den Bezirk ernannt.
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95 Einladungen hat Walter Strutz, wie es seine ganz persönliche Art ist, handschriftlich verfasst und an die ehrenamtlichen Familienhelfer in Tempelhof-Schöneberg gesandt. Denn einmal im Jahr soll ihnen von ganz offizieller Seite für ihre Tätigkeit gedankt werden. Dazu traf man sich im Gemeinschaftshaus Lichtenrade zu einem geselligen Beisammensein mit einem exquisiten Buffet von Butter Lindner, das Firmenchef Michael Lindner, auch in diesem Jahr, zum stark ermäßigten Preis zur Verfügung stellte.

In Anwesenheit des Vorstehers der Bezirksverordnetenversammlung Rainer Kotecki, Bezirksbürgermeister Ekkehard Band und Jugendstadträtin Angelika Schöttler, wurden die Ehrenamtlichen nicht nur gelobt, sondern auch einige von ihnen, die auf eine langjährige Tätigkeit zurückblicken können, beschenkt und mit dem Freiwilligenpass ausgestattet.

Die Ehrenamtlichen kümmern sich um Familien, die auf Hilfe angewiesen sind. Es sind unterschiedliche Problemlagen, die einen unterschiedlichen Zeitaufwand erfordern. Einigen ist mit einem Besuch einmal in der Woche gedient, andere müssen täglich betreut werden.

Zu den Ehrenamtlichen von Walter Strutz gehört auch der Hausmeister der Carl-Sonnenschein-Schule, Michael Schrul, der im Jahre 2000 den Ehrenpreis der Jugend- und Familienstiftung erhielt. Er sorgt dafür, dass auch am Wochenende der Sportplatz seiner Schule von Jugendlichen genutzt werden kann.
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Foto: Im Gespräch: Barbara John, Michael Lindner, Wolfgang Mohns, Angelika Schöttler

Bürgermeister Ekkehard Band erklärte in seinem Grußwort wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit sei, denn der Staat könne bei weitem nicht mehr all die erforderlichen Aufgaben erfüllen. Er betonte aber auch, dass ehrenamtliche Arbeit nicht staatliche Aufgaben ersetzen dürfen. Er rief die Ehrenamtlichen auf, in ihrem Bemühen um andere Menschen nicht nachzulassen. Jugendstadträtin Angelika Schöttler hob die Kontinuität in der Arbeit hervor. Es sei nicht nur so, dass man kurzzeitig mal etwas helfe, sondern dies über einen längeren Zeitraum tue. Nicht wenige der Ehrenamtlichen sind seit Jahrzehnten tätig. Frau Schöttler unterstrich, dass das Engagement der Ehrenamtlichen keineswegs selbstverständlich sei. Deshalb muss man ihnen mit Veranstaltungen wie dieser immer wieder die Wertschätzung aussprechen.

Den Festvortrag hielt Barbara John. „Ehrenamtliche reden nicht viel", sagte sie, „sie handeln." Für sie ist es das „Wunder von Tempelhof", dass der Bezirk seit 45 Jahren ehrenamtliche Helfer wirbt und einsetzt. Und Frau John weiß, wovon sie redet. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband sind 50.000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt und 39.000 Ehrenamtliche tätig. Frau John rief die Ehrenamtlichen auf, ihre Erfahrungen nicht für sich zu behalten, sondern mitzuteilen. Vor allem sollten sie auf Missstände aufmerksamen machen, wenn sie solche erkennen.

Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns und Walter Strutz verteilten kleine Geschenke und Freiwilligenpässe an einige der anwesenden Ehrenamtlichen. Zum Schluss dankte Mohns dem Mann, der im Bezirk hauptamtlich für die Ehrenamtlichen zuständig ist, und zwar weit über das Maß seiner Dienstzeit hinaus. Den lang anhaltenden Applaus nahm Walter Strutz mit bescheiden gesenktem Blick entgegen.
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Das Foto von links nach rechts: Dr. Ulrich Kümmel, Walter Strutz und Wolfgang Mohns. Der 72-jährige Ulrich Kümmel ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Familienhelfer in Tempelhof. Er hat übrigens erst kürzlich seinen Doktortitel erworben

Das musikalische Rahmenprogramm reichte von Klassik über Berliner Weisen eines Bläserensembles bis hin zu einem Gospelchor der Ev. Kirche Tempelhof. Genauso abwechselungsreich war das Buffet. Nach dem Ohrenschmaus der Dankesworte freuten sich die Ehrenamtlichen, auch etwas für Gaumen und Magen zu bekommen.
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Ed Koch - Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Fotos: Lothar Duclos

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