Bald ein Hermione-von-Preuschen-Platz in Lichtenrade - Ehrung einer besonderen Persönlichkeit!

Antrag

Fraktion der SPD

Drucks. Nr:

 

0740/XVIII

 

Ich hatte nämlich noch den naiven Glauben, die Männer seien unparteiisch, und wenn eine Frau wirklich einmal etwas wahrhaft Großes leiste, erkennten sie es bereitwillig an."

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, den Hohenzollernplatz in Lichtenrade nach der Malerin und Schriftstellerin Hermione von Preuschen zu umzubenennen.

Begründung:

Die Künstlerin Hermione von Preuschen (1854-1918) lebte die letzten zehn Jahre ihres Lebens in Lichtenrade. In ihrem Buch „Der Roman meines Lebens - Ein Frauenleben um die Jahrhundertwende" schreibt sie: „Ich male sehr fleißig im Winter und im ersten Frühling 1908 führte mich der Zufall nach Lichtenrade bei Berlin. Bekannte hatten mir gesagt, dort sei Grund und Boden noch erschwinglich [...] Ich fuhr also nach Lichtenrade, an dem Tag, da ich zum ersten Mal seinen Namen gehört hatte. Wir besichtigten eine Parzelle im kahlen Feld, ziemlich weit vom Bahnhof (Prinzessinnenstraße 14). Ein kleines, weißes Haus mit Säulenportikus, auf einer Anhöhe stehend, darum ein großer schlecht-gehaltener Garten. Ich war entzückt von den architektonischen Verhältnissen des Hauses, und wir traten ein, um nach seinem Hausmeister zu fragen. Ich war Feuer und Flamme, ging ganz auf in dem neuen Plan, schmolz mit meiner Villa, die Tempio Hermione heißen sollte förmlich in eins zusammen."

Im Gästebuch, das sich im Heimatmuseum Tempelhof befindet, haben sich viele Persönlichkeiten eingetragen; Lichtenrader Nachbarn sind nicht vertreten. Die Nachbarn waren der schillernden Persönlichkeit wohl zu gewöhnlich. Sie ist sicherlich die interessanteste Persönlichkeit der Geschichte aus Lichtenrade, die bis heute keine Berücksichtigung bei Straßenbenennungen fand. Herminone von Preuschen war eine Frau zwischen Erotik und altgriechischen Idealen, die als Weltbürgerin für Abwechslung im dörflichen Lichtenrade sorgte. Sie, die auch „Berlins griechische Morgengöttin" genannt wurde, war aber auch eine mutige Frau. So beklagte sie beispielsweise die schlechte Ausbildungssituation der Künstlerinnen und die Widerstände seitens der Professoren in Kunstakademien, die in jeder talentierten Künstlerin eine unliebsame Konkurrenz erblickten.

Hermione von Preuschen gilt zudem als Begründerin des so genannten »Historischen Stilllebens«. Bekannt wurde sie durch den Skandal um ihr Bild „Mors Imperator", einer Persiflage auf den altersschwachen Wilhelm I., das 1887 von der Berliner Kunstausstellung zurückgewiesen wurde. Sie wurde wegen Majestätsbeleidigung angeklagt.

Im Alter von 64 Jahren starb Hermione von Preuschen am 12. Dezember 1918 in Berlin-Lichtenrade. Durch eine Umbenennung des Hohenzollernplatzes würde diese außergewöhnliche Lichtenrader Persönlichkeit geehrt und es wären keine Anwohner betroffen.

Berlin, den 10.06.2008

Frau Ahlhoff, Elke Frau Kühnemann, Melanie

Fraktion der SPD

Bemerkung von Thomas Moser www.lichtenrade-berlin.de:

Der Antrag wurde bereits im Kulturausschuss beraten und fand die Unterstützung aller Parteien. Nunmehr hat die BVV am 17.10.2008 dem Antrag einstimmig zugestimmt.

Nach Hermione von Preuschen wird endlich, 90 Jahre nach ihrem Tod, ein angemessener Platz benannt. Die Initiative von www.lichtenrade-berlin.de hatte Erfolg. Wir, die Lichtenrader Bürger und der Websiteverantwortliche, freuen uns gemeinsam über das Ergebnis! Danke besonders an die tatkräftige Umsetzung von Melanie Kühnemann (SPD). Hermione dürfte sich sehr darüber freuen!

Presseerklärung von Thomas Moser vom 19.4.2008 (hier anklicken!)

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