Frauen an die Werkbank!

„Bildung in Berlin" - Die Lösung der Ausbildungsmisere?

Bezirksbürgermeister und Wirtschaftsstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Ekkehard Band (SPD), hat Ende Januar 2008 gemeinsam mit dem Mercedes Benz Werk Marienfelde im Rahmen des Industrie- und Wirtschaftstreff zur Diskussionsrunde zum Thema „Bildung in Berlin" eingeladen. Konkreter Diskussionsansatz sollten die Schwierigkeiten der Unternehmen sein, ausreichend viele und qualifizierte Auszubildende zu bekommen. Es sollten im Laufe der Diskussion zum Beispiel Fragen geklärt werden, wie: Welche Rolle spielt Schule für die Ausbildung? Wie bekommen junge Frauen mehr Lust auf „typische" Männerberufe? Was haben Kindergarten und Lehrermangel mit Ausbildung zu tun?

Diese Schwerpunkte sollten im Ausbildungsbereich des Mercedes Werkes, im ehemaligen Gebäude des Fritz-Werner-Werkes in der Daimlerstraße in Marienfelde, besprochen werden. Prominentester Gast und Diskussionspartner war Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner (SPD). Neben ihm waren auf dem Podium der Bezirksbürgermeister Band, Werkleiter von Mercedes Benz Thomas Uhr, Personalleiter Stefan Laier, Ausbildungsleiter Udo Asbrand, die bei Daimler für frühpädagogische Bildung zuständige Dr. Ilse Wehrmann und der Geschäftsführer der Promess Gesellschaft für Montage- und Prüfsysteme Herr Dr. Gerhard Lechler vertreten. Die Runde wurde moderiert von der Journalistin Petra Schwarz.

Geladene Gäste waren zum Beispiel Vertreter von bezirklichen Unternehmen und vom „UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.", Vertreterinnen der bezirklichen Wirtschaftsberatung, Vertreter der Polizei, von Schulen und Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU).

Die abendliche Gesprächsrunde fand in der Produktionshalle von Daimler statt. Im Hintergrund war ständig der Geräuschpegel der Maschinen und Bänder zu hören. Hier wird im Dreischichtsystem rund um die Uhr gearbeitet. Die Fabrik ist die Heimat aller Mercedes-Motoren in Deutschland. Jeder Mercedes und Smart hat Teile verbaut, die in Berlin produziert wurden. So berichtet Werksleiter Uhr stolz, dass sie mit 6.500 Beschäftigten der zweitgrößte Arbeitgeber in Berlin nach Siemens sind. Das Berliner Werk ist das älteste Mercedes-Werk in Deutschland und stellt jährlich ca. 50 Auszubildende mit einer weitreichenden Übernahmegarantie ein. Die Bewerbungszahlen sind 2007 drastisch zurückgegangen. So hat sich die Einstellungsquote bei gleichbleibenden Einstellungsvoraussetzungen von einem Jahr auf das andere von ungefähr 20:1 (20 Bewerbungen zu 1 Ausbildungsplatz) auf ungefähr 11:1 verändert. Werkleiter Uhr stellt sich die Frage: „Warum hat die Attraktivität sich zu bewerben abgenommen?" Der Anteil der im Test erfolgreichen Hauptschüler ist mit 4 Prozent im Jahr 2007 noch kleiner wie in den Vorjahren. Die Realschüler und Abiturienten können diese Voraussetzungen zumindest zu knapp 50 Prozent erfüllen. Für die Qualifizierung der durchschnittlich 49 Jahre alten Beschäftigten setzt das Unternehmen auf „Jobrotation" und mit „Training on the job" auf ein „lebenslanges Lernen". Für Uhr besteht ein „quantitativer und qualitatives Problem" in der Ausbildung. Dies bezieht sich aber nicht nur auf Daimler, die sich mit ihrer noch recht großen Auswahl an Bewerbern in einer komfortablen Situation befinden. Auch viele Unternehmen innerhalb und außerhalb von Berlin sind von der Situation betroffen. Auch das Verhältnis bei den Bewerbungen von 50 Prozent Abiturienten findet Uhr „nicht gesund!"

Bildungssenator Zöllner sieht unabhängig von irgendwelchen Zahlen die zentrale Aufgabe von Schule darin, dass Schüler „Ausbildungsreif" in das Leben entlassen werden können. Es sind aber nicht nur die Probleme in der Hauptschule zu suchen, sondern es gibt auch viele Schwierigkeiten in Schlüsselpositionen nach einem Studium. „Die Problemlösung erreicht man aber nicht nur durch eine Maßnahme" betont Prof. Zöllner. „Schule ist nicht nur für Wissen und Bildung verantwortlich, sondern wird immer mehr eine zentrale Institution der Erziehung (im Sinne von „Ausbildungsreife")". Wichtiger als Wissensvermittlung in der Schule ist die Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit von Schule.

Kern-Aussagen aus dem Input-Referat waren zum Beispiel: Frontalunterricht ist nicht geeignet für das Einüben von Teamarbeit. Schüler brauchen Erlebnisse in der Schule die Spaß machen. Projektarbeit mir Realitätsbezug ist wichtig.

„Die drei Wochen Praktikum im Betrieb langen nicht!" erläutert Zöllner. „Schule muss gemeinsam mit den Eltern als Gesamtauftrag den klassischen Bereich der Erziehung und Integration junger Menschen bewältigen." So sieht der Bildungssenator es als gesellschaftliches Problem an, dass der gesellschaftliche Wohlstand von der Industrie abhängt, aber andererseits Naturwissenschaften im gesellschaftlichen Stellenwert ausgeblendet werden.

Auf einer Nachfrage aus dem Publikum, dass die Behebung vom Lehrermangel ein wichtiger Schritt sei, erläutert der Bildungssenator ausführlich das Berliner Bemessungssystem und weiß zu berichten, dass in anderen Bundesländern auch bei weniger Lehrern nicht mehr Unterricht ausfällt. Auch in Berlin ist das tatsächliche Problem, trotz gleicher Kriterien, in den Schulen unterschiedlich. So gibt es auch nach dem Bildungssenator nicht Schlimmeres als „Modellprojekte ohne Ende", die letztlich alle überleben wollen und so die Verteilungsmasse der Lehrkräfte noch reduzieren. Das Ganze hängt teilweise auch von den Umständen in den Schulen ab. Bildungssenator Zöllner betont aber auch: „Das ist zentral mein Problem! Die Zuweisungsproblematik ist in Schritten abzuändern, damit die Personalproblematik ausgeglichen wird."

Ausbildungsleiter Asbrand sieht das Problem darin, dass die Jugendlichen „überhaupt etwas lernen wollen". Mathematik und Physik sind heute wichtige Grundlagen in der industriellen Fertigung. Wichtig sind „gute" Patenschulen. So kann Unterricht, auch in Form von Projekten, in Werksräumen stattfinden.

Diskussionsteilnehmer stellen als Anforderungen an Auszubildende zum Beispiel besondere methodische Kompetenzen, Sozialkompetenz und sich ein Leben lang beruflich „fit" zu halten in den Vordergrund. Übersetzt gehören auch Eigenschaften wie Pünktlichkeit und ein gepflegtes Äußeres dazu. Nach den Erfahrungen der betrieblichen Vertreter ist dies alles keine Selbstverständlichkeit. Das Vermitteln von Fachlichkeit im Beruf wird als geringstes Problem in der Ausbildung angesehen. Vermehrte Praktika in den letzten Schuljahren werden als sinnvolle und notwendige Ergänzung angesehen.

Ein großes Problem verbindet der Werksleiter damit, dass sich immer noch wenige Frauen für industrielle Berufe bewerben und stattdessen schlechter bezahlte Berufe wählen. Wenn Frauen eine Ausbildung beginnen, können in der Regel ausgezeichnete Ergebnisse beobachtet werden. Außerdem wird das Arbeitsklima verbessert und die Kreativität angeregt. Ein Vorschlag aus dem Publikum war dann auch, dass Daimler sich mit Geldern eine junge Frau als Hauptfigur in eine "Daily-Soup" reinschreiben lässt, die Lust und Erfolg in einem industriellen Beruf, beispielsweise Mechatronikerin, hat. Es ist immer noch „uncoll", wenn Mädchen als Mechanikerin in der Fabrikhalle stehen. Moderatorin Schwarz weiß zu berichten, dass sich damit auch schon Universitäten beschäftigen.

Als wichtiger Schritt für die gesellschaftliche Problematik wird laut Dr. Ilse Wehrmann auch die frühpädagogische Bildung gesehen. Hier werden die Grundlagen für die spätere Ausbildungsfähigkeit gelegt. Andere Länder sehen diesen Ansatzpunkt bereits seit Jahren. So will Mercedes auch in Berlin zum Sommer 2008 eine eigene betriebliche Kita einrichten.

Daimler bietet dem Unternehmensnetzwerk Motzener Straße eine verstärkte Kooperation, auch im Bereich des Kindergarten, an. Der Unternehmenszusammenschluss plant eine vergleichbare Einrichtung.

Senator Zöllner betont abschließend, dass ein „dualer Ansatz im letzten Schulabschnitt" ein wichtiger Schritt in einem Bündel von Maßnahmen wäre. Bezirksbürgermeister spricht von der gesellschaftlichen Gesamtverantwortung: „Wir werden alle jungen Leute brauchen!" In der Schlussrunde der Diskussion werden u.a. „starke Mädchen", „Begeisterung wecken", „Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft praktizieren", „Stärkung des Selbstbewusstseins und das ernst nehmen von Jugendlichen" gefordert.

Als Abschluss der Diskussionsveranstaltung führten Auszubildende die Gäste engagiert und informativ durch die laufende Produktion in der V 6-Motorenherstellung.

Thomas Moser für BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Lt. Wikipedia:
Job-Rotation (auch: Arbeitsplatz-Rotation) ist ein systematischer Arbeitsplatz- oder Aufgabenwechsel innerhalb einer Organisation.

 

Leidenschaftliche "Klimakonferenz" in Lichtenrade

Folgender Artikel und die Erklärung wurden von Pfarrer Reinhart Kraft übermittelt:

Etwa achtzig Menschen aus Lichtenrade waren am vergangenen Wochenende zur sog. " Lichtenrader Klimakonferenz" ins evangelische Gemeindehaus gekommen. Mit sichtlicher Betroffenheit nahmen die Besucher die Bilder und Zahlen aus dem Hauptvortrag des Abends auf. Wer das Abschmelzen der Polkappen auf Sattelitenfotos gesehen hat, der begreift, wie schnell die Erderwärmung um sich greift. "Wir haben nur noch einen kurzen Bremsweg. Es bleibt nicht viel Zeit, die Erderwärmung in einer grade noch erträglichen Grenze von unter 2 Grad Celsius zu halten.. Aber noch kann man etwas tun. Es ist durchaus möglich, den Energieverbrauch deutlich zu senken und doch gut zu leben. Dazu brauchen wir eine politische und persönliche Weichenstellung hin zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien." Das war im Kern die Botschaft des Referenten Jörg Haas von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Danach diskutierten die etwa achtzig Teilnehmer am Freitag und am Samstag mit Sachverständigen über Themen wie Gebäudeenergieeffizienz, das Für und Wider von Biokraftstoffen, den Einsatz von erneuerbare Energien, über Stromanbieter und eine Klimasteuer für den rasant steigenden Flugverkehr. Zum Schluss rangen die Teilnehmer der Versammlung mit Leidenschaft und Schärfe um eine Erklärung, in der zum Ausdruck kommt, was jetzt zu tun ist. Diese Erklärung wurde im Ökumenischen Gottesdienst am Sonntag in der katholischen Salvator- Kirche verabschiedet und hat folgenden Wortlaut:

 

Erklärung der "Klimakonferenz Lichtenrade" Januar 2008

Gott hat uns unsere Erde anvertraut, damit wir uns mit allen unseren Mitgeschöpfen an ihr freuen und sie pflegen wie einen schönen Garten. Wir sind vor Gott und vor den Menschen für diese Erde verantwortlich und können nicht länger die Augen davor verschließen, dass das Leben auf dieser Erde ernsthaft in Gefahr ist. Unser Klima kann den Ausstoß von Treibhausgasen nicht mehr ertragen. Mit unserem Energieverbrauch und unserem Konsum sind wir alle beteiligt an der Erderwärmung. Darum ist es Zeit für einen tiefgreifenden Wandel in unserer Lebensweise. Wir halten es für ein Gebot der Nächstenliebe, für eine entschlossene Klimapolitik einzutreten und unseren Energieverbrauch zu senken.

Für unser eigenes Leben machen wir uns folgende Schritte ganz oder teilweise zu eigen:

  • Wir prüfen beim Kauf von Geräten und Fahrzeugen, ob wir sie wirklich brauchen, und achten auf deren Energieverbrauch und Langlebigkeit.
  • Beim Kauf von Lebensmitteln bevorzugen wir Bioprodukte mit kurzen Transportwegen.
  • Als Hausbesitzer lassen wir uns auf eine Gebäudeenergieberatung ein.
  • Wir wählen einen Stromlieferanten aus, der überwiegend Strom aus erneuerbaren
    Energien anbietet und zu deren Ausbau beiträgt.
  • Wir fragen uns bei jeder Reise, ob wir sie wirklich antreten wollen, und nutzen bei Fernreisen, wo immer möglich die Bahn.
  • Bei Fahrten in der Stadt lassen wir das Auto stehen und nehmen Bahn, Bus oder das Fahrrad.

Unsere Vertreter im Deutschen Bundestag fordern wir auf,

  • die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien verstärkt zu fördern,
  • ein generelles Tempolimit auf Autobahnen einzuführen,
  • die KFZ-Steuer am CO2 Ausstoß zu bemessen,
  • den Flugverkehr mit einer spürbaren Klimasteuer zu belegen
  • sowie den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu bringen.

Den Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin fordern wir auf,

  • bei der BVG für eine preislich attraktive Familien-Umweltkarte zu sorgen.

Wir bitten die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof - Schöneberg,

  • die verkehrstechnischen und klimarelevanten Konsequenzen einer Straßenbahn zwischen Alt-Mariendorf und Lichtenrade zu prüfen,
  • die großen Wohnungsgesellschaften in Lichtenrade bei einem "runden Tisch" zu Maßnahmen der Kraft-Wärme-Kopplung zu gewinnen.

Unsere Kirchengemeinden bitten wir,

  • für alle ihre Gebäude eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen,
  • konsequent Recyclingpapier zu verwenden,
  • ein Solardach zur Stromerzeugung als Demonstrationsobjekt zu installieren.

Salvator Kirche Berlin-Lichtenrade am 27. Januar 2008

 

Bahntunnel in Lichtenrade?

„2008 - Das Jahr der Entscheidung!"


Die Bürgerinitiative (BI) Lichtenrade Dresdner-Bahn e.V. lud am 22. Januar 2008 zur Zwischenbilanz nach 10 Jahre BI-Arbeit in das Gemeinschaftshaus Lichtenrade ein. Der Saal war mit ca. 280 Besuchern fast bis zum letzten Stuhl besetzt.

„Nich bei uns sowat!" stand als Begrüßung auf der Leinwand im großen Saal. Das dazugehörige Bild zeigt eine Schallschutzwand, die wohl die wenigsten Lichtenrader in ihrem Ortsteil sehen wollen.

Die Vereinsvorsitzenden Boto Mertins und Manfred Beck begrüßten besonders die zahlreichen Gäste aus der Politik. So waren die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD), Hellmut Königshaus (FDP), die Vertreter aus dem Abgeordnetenhaus Nicolas Zimmer (CDU), Rainer Ueckert (CDU) und Albert Weingärtner (FDP), der Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) und die stellvertretende Bezirksverordnetenvorsteherin Ingrid Kühnemann (SPD) mit der politisch aktiven Tochter Andrea Kühnemann (ebenfalls SPD) vertreten. Die Parteien sind neben der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße und dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein auch Mitglied in der BI. Die Bürgerinitiative ist eine parteiübergreifende Interessenvertretung der Lichtenrader Bürger.

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Mechthild Rawert, Hellmut Königshaus und Nicolas Zimmer machten der Bürgerinitiative Mut weiter zu machen. Zimmer unterstreicht, dass an sich das 10jährige Jubiläum kein Anlass zum Feiern ist und ihn eher traurig als glücklich stimmt.

Boto Mertins stellt die Geschichte rund um die Aktivitäten des Vereins dar. Er erinnert nochmals an die Zusage für eine Tunnellösung.

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Manfred Beck, Boto Mertins, Dr. jur. Franz Cromme (v.l.n.r.)

Die Zusage ist im Bundesrat als Kompromiss erfolgt, nachdem Berlin für die LKW-Maut gestimmt hat. Die Politik, besonders auf Bundesebene, und die Bahn will davon jedoch nichts mehr wissen. Er verweist auch auf die extremen Verkehrsverschiebungen auf den Umgehungsstraßen, wenn durch die Sperrung des Übergangs in der Wolziger Zeile sich täglich 3.500 Fahrzeuge andere Wege suchen müssen. Mertens berichtet, dass die Kosten bei einer möglichen Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig durch das eingerichtete Rechtshilfekonto weitestgehend gedeckt sind. Manfred Beck erläutert die verschiedenen Varianten für die Führung der Gleise der Dresdner Bahn durch Lichtenrade. Die BI plädiert für die sogenannte „Variante-E", die einen Tunnel im Schildvortrieb bevorzugt und sich über eine Länge von insgesamt 2,5 Kilometer erstreckt.

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Der Rechtsanwalt des Vereins Dr. jur. Franz Cromme erläutert die weiteren rechtlichen Schritte. So rechnet man für 2008, eventuell schon im ersten Quartal, mit einer Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes über die Planfeststellung. Wenn, wie wohl zu erwarten ist, die ebenerdige Planung der Bahn beschieden wird, werden drei Musterklagen eingereicht. Verbunden ist damit auch, dass ein Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung gut begründet innerhalb von vier Wochen eingereicht werden muss. Ansonsten könnte die Bahn mit ihren Arbeiten gleich, auch vor einem Urteil, anfangen.

Die BI will die Klage auf drei wichtige argumentative Säulen stellen:

  1. Der Lärmschutz ist nicht gewährleistet. Nach den rechnerisch vermuteten Lärmemissionen müsste sogar eine 8 Meter hohe Lärmschutzwand erstellt werden, die natürlich ernsthaft keiner will.
  2. Die Erschütterungen von 100 bis 200 Häusern werden in Kauf genommen, ohne dass die Bahn sagt, welche Häuser davon betroffen sein werden.
  3. Die Durchschneidung eines Ortsteils ist zu verhindern, weil sie städtebaulich vielerlei Probleme bringt.

Die BI wirft der Bahn vor, dass nicht alle Gutachten in die Planungen einbezogen wurden und eine umfassende Abwägung der Rechtsgüter nicht stattgefunden hat.

Der Senat von Berlin hat im Anhörungsverfahren die BI mit hoher Sachkunde unterstützt. Mit diesen Argumenten erhofft man sich eine erhebliche Stärkung der Position vor dem Gericht.

Vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit wurde ein Grußwort verlesen, indem er eine „Tieflage" der Dresdner Bahn unterstützt und der Bahn eine finanzielle Beteiligung des Landes Berlin anbietet, wenn sie ihre Planung im Vorfeld einer Gerichtsentscheidung revidiert. Wowereit wünscht der BI viel Erfolg!

Weitere Informationen auf der Website der Bürgerinitiative: www.dresdner-bahn.de

 

Thomas Moser (BerLi-Press - www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de (auch Fotos)

 

Bericht im Tagesspiegel:  http://www.tagesspiegel.de/berlin/Schoenefeld-Verkehr-BBI-Lichtenrade;art270,2462362

Bericht der BI: http://www.dresdner-bahn.de/index.php?option=com_content&task=view&id=61&Itemid=10 

 

 

 

Tödlicher Unfall in Lichtenrade - Polizei sucht weiterhin Zeugen

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen zu einem Unfall in Lichtenrade, bei dem am 3. Januar eine 15-Jährige so schwer verletzt worden war, dass sie einen Tag später starb. Der Autofahrer (20) stand unter dem Einfluss von Drogen, als er gegen 19.20 Uhr das Mädchen am Töpchiner Weg erfasste, als dieses gerade die Straße überquerte. Hinweise unter Tel. 46 64-48 18 00.
 

Autohof in der Blohmstraße - Informationsveranstaltung Teil II

Die Bürgerinitiative Rettet die Marienfelder Feldmark lädt ein:


Kommt der Autohof an der Blohmstrasse - oder kommt der Autohof nicht?

Baugenehmigung?!! Nutzungsgenehmigung!!! Stellgenehmigung!!!

Ausbau der Egestorffstraße als Zufahrtsweg? Werden alte Straßenausbaupläne wieder hervorgekramt?

Fragen über Fragen ohne konkrete Antworten, die uns als Anwohner brennend interessieren.

Wir, als Bürgerinitiative, haben recherchiert, geschrieben, nachgehakt, ...

... und unsere Ergebnisse wollen wir Ihnen auf einer 2. Informationsveranstaltung mitteilen:

Freitag, den 01.02.2008 um 19 Uhr

 

Ort: AHB (Nachbarschafts- und Familienzentrum) Finchleystraße 11 (ehemaliges evangelisches Gemeindezentrum Lichtenrade)

Da viele Antworten der Behörden nicht glaubwürdig erscheinen und sehr widersprüchlich ausfallen, haben wir eingeladen:

Herrn Bezirksbürgermeister Band

Herrn Krömer als zuständigen Baustadtrat

Herrn Schworck, Stadtrat für u.a.. Umwelt und Verkehr

Doch uns droht noch vielmehr! Hier nur einige Beispiele:

  • Versiegelung eines wertvollen Naturareals in einem Bezirk, der mit Grünfläche dramatisch unterversorgt ist
  • Ausbau von Straßen in diesem Gebiet fast bis zur Berliner Stadtgrenze mit allen dazugehörenden Tiefbauarbeiten usw.
  • Abtrennung des einzigen Naherholungsgebietes von seinen Nutzern, darunter vielen jungen Familien mit Kindern, aus den hier neu erbauten Siedlungen durch eine stark frequentierte Straße
  • Vernichtung eines alten Baumbestandes an der Egestorffstraße
  • Wertverlust der Grundstücke des umliegenden Gebietes
  • hohe Belastung des gesamten Gebietes durch Abgase, Lärm, Dreck und, wie überall im Umfeld solcher Plätze, die zu erwartenden kriminelle Aktivitäten
  • Verärgerung und mit Sicherheit zu erwartende Klagen der betroffenen Bürger gegen das Bezirksamt
  • Seit dem März 2006 gilt das Straßenausbaubeitragsgesetz in Berlin. Die Anwohner, die jetzt an den Kosten beteiligt werden, müssen oft Tausende von Euro dazuzahlen.

V.i.S.d.P.: Michael Delor, Marienfelder Strasse 85, 12309 Berlin; Ingetraud Müller, Illigstrasse 82a, 12307 Berlin; Regina Pribyl, Egestorffstrasse 21, 12307 Berlin

 

Vielfalt tut gut - Zwischenbericht 2007 für das Lichtenrade-Projekt

Das Bundesprogramm „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" startete in Tempelhof-Schöneberg im September 2007. Die geförderten Projekte haben jetzt ihre ersten Zwischenberichte vorgelegt.

Pressemitteilung:

Reaktivierung der Kiezrunde Nahariyastraße zur Gestaltung eines multikulturellen Festes - Träger: Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufafabrik e.V.

Wie beantragt hat unser Mitarbeiter, Hinrich Scheffen, Diplom-Psychologe, am 15.11.2007 seine Arbeit aufgenommen und mit der Reaktivierung der Kiezrunde Nahariyastraße begonnen. Zunächst machte Herr Scheffen sich mit dem Projekt der Reaktivierung der Kiezrunde bei einigen wichtigen Akteuren im Kiez persönlich bekannt, dazu zählen vor allem die Gewerbetreibenden, der Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Lichtenrade, die Schulleiterin, der Nahariya-Grundschule, und einige aktive Anwohner verschiedener Gruppen, wie dem Trägerverein Lichtenrader Volkspark e.V., der KiezAktivKasse Lichtenrade und anderen.

Viele Akteure zeigten sich erfreut, dass es wieder eine Versammlung der Kiezrunde Nahariyastraße geben sollte und folgten seiner Einladung gern. Andere frühere Teilnehmer der Kiezrunde wurden schriftlich eingeladen. An der Kiezrunde am 05.12.2007 nahmen 22 Menschen aus 16 Einrichtungen teil. Mit Freude nahmen die Teilnehmer auf, dass es im Waschhaus Lichtenrade nun wieder einen verlässlichen Ansprechpartner für die Kiezrunde gibt. Auch die Idee, ein Kiezfest zum Thema „interkulturelles Zusammenleben" wurde mit großer Zustimmung aufgenommen. Zunächst wurde der Bestand an Projekten, die im Nahariya-Kiez im interkulturellen Kontext arbeiten, erhoben. Aus 5 Institutionen meldeten sich Akteure für die Mitarbeit in der AG Vorbereitung des Kiezfestes. Für den 20.02.2008 ist die nächste Kiezrunde geplant. Damit wurde ein Teilziel (Indikator 1) unseres Gesamtprojektes bereits erreicht.

Zu Beginn des neuen Jahres sollen die Fortbildungstermine organisiert und beworben werden, sowie der Teilnehmerkreis der Kiezrunde erweitert werden. An der Kiezrunde nahmen 10 Männer und 12 Frauen teil, davon 2 Menschen mit Migrationshintergrund.

Wir freuen uns sehr, dass der Start unseres Projektes „Reaktivierung der Kiezrunde Nahariyastraße zur Gestaltung eines multikulturellen Festes" so gut gelungen ist und hoffen, dass uns auch im nächsten Jahr die Mittel zur Fortführung zur Verfügung gestellt werden.

 

Walter Strutz seit 30 Jahren hauptberuflich Ehrenamtlicher - Lichtenrade sagt DANKE

Was wie ein Widerspruch klingt, entspricht im Kern den Tatsachen. Walter Strutz ist auf den Tag genau seit 30 Jahren in Tempelhof - und seit der Bezirksfusion 2001 Tempelhof-Schöneberg - für die Ehrenamtlichen zuständig. Und das bedeutete für ihn auch immer wieder, selbst zusätzliche Zeit zu opfern, um der Aufgabe gerecht zu werden. Walter Strutz' Stelle ist seit Anbeginn beim Jugendamt angesiedelt.

Viele Ehrenamtliche sind in den letzten 30 Jahren von Walter Strutz betreut, geschult, geehrt und unterstützt worden. Vielen Familien, Kindern und Jugendlichen wurde auf direkte und mitunter unbürokratische Weise geholfen. Die Ehrenamtlichen, für die Walter Strutz verantwortlich ist, werden eingesetzt, um Familien im Bezirk zu unterstützen.

Die Höhen und Tiefen, die Veränderungen, die Tücken und die gesellschaftliche Wertschätzung über drei Jahrzehnte hat Walter Strutz hautnah erlebt und dabei den für ihn typischen und eigenen Weg gefunden. Anpassungen an neue politische Leitungen, Strukturen, an Bezirksfusionen, Verwaltungsreformen, sozialräumliche Methoden und eine veränderte Trägerlandschaft mussten vorgenommen werden.

Die treuesten Helfer von einst sind noch da und haben ihn fast über die gesamte Zeit begleitet, so wie umgekehrt er die Ehrenamtlichen begleitet hat. Auch die Bezeichnungen waren Veränderungen unterworfen: bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligen-Dienste, aktivierender Sozialstaat und letztlich Ehrenamt, der Begriff, der alles am deutlichsten ausdrückt. Die Ehrenamtlichen genießen heute eine große Anerkennung in der Gesellschaft. Viele staatliche Stellen und freie Träger bieten den Ehrenamtlichen ein Betätigungsfeld.

Menschen wie Walter Strutz lenken die ehrenamtliche Arbeit in die richtigen Bahnen, damit das Engagement dort ankommt, wo es dringend benötigt wird. Zu den schönsten Projekten gehört für Walter Strutz die jährliche Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder. Unermüdlich sammelt er Spenden, um die Feier ausrichten zu können.

Walter Strutz ist bekannt für seine direkten menschlichen Kontakte. Er verschickt keine E-Mails oder SMS', er ruft persönlich an und verschickt handgeschriebene Briefe. Natürlich kostet es viel Zeit, wenn er jedem seiner Ehrenamtlichen zu Weihnachten einen handgeschriebenen Brief schickt. Seine Post jedoch hebt sich erfreulich ab von all den elektronischen Mitteilungen, die heute unterwegs sind.

In ein paar Jahren wird Walter Strutz sein Büro im Rathaus Friedenau verlassen und in den wohl verdienten Ruhestand gehen. Vielleicht wird er dann ganz und gar ehrenamtlich weitermachen. Das Lebenswerk von Walter Strutz wird fortbestehen.

Walter Strutz ist telefonisch unter 7560 3615 zu erreichen.

Lichtenrade braucht weiterhin ehrenamtliche Helferinnen und Helfer! Melden Sie sich bitte! 
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Der Airport-Express durch Lichtenrade verzögert sich weiter - Regionalzüge nach Schönefeld?

Der Tagesspielgel berichtet am 4.1.2008 unter der Überschrift "Der Airport-Express steht im Stau" über den Stand der Angelegenheit zur Durchfahrung von Lichtenrade (Dresdenen Bahn) zum geplanten neuen Flughafen.

"Der Ausbau der Dresdner Bahn wird nicht bis zur BBI-Eröffnung fertig. Auch auf der Strecke über das Ostkreuz gibt es vorerst keine Schnellverbindung.
Der Ausbau der Dresdner Bahn durch Marienfelde und Lichtenrade - und damit der direkte Anschluss des neuen BBI-Flughafens in Schönefeld an den Hauptbahnhof - verzögert sich weiter. Gegen die Pläne der Bahn, die Gleise oberirdisch zu legen, hat es nach Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes rund 4000 Einwendungen gegeben. Deren Bearbeitung werde noch einen „erheblichen Zeitraum" erfordern, sagte gestern die Sprecherin der Genehmigungsbehörde, Bettina Baader."
Weiteres ist nachzulesen:Siehe Link

Welt-Online berichtet am 10.1.2008, dass geprüft werden soll, ob die Regionalbahn den Verkehr zum Flughafen erstmal ersetzen soll. Die auführliche Berichterstatttung: Siehe Link

 

Polizeiticker vom 3.1.2008

Schwerer Verkehrsunfall
Eine 15-Jährige kam gestern Abend mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus, nachdem sie in Lichtenrade von einem Pkw erfasst wurde. Die Jugendliche überquerte gegen 19 Uhr 20 den Töpchiner Weg, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten. Der 20-Jährige Autofahrer konnte sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Die 15-Jährige wurde notoperiert. Nach 2 Tagen ist die Jugendliche an den Folgen des Unfalls verstorben. Da der Autofahrer offensichtlich unter Drogeneinfluss stand, brachten ihn die Polizisten zur Blutentnahme in ein Krankenhaus und beschlagnahmten seinen Führerschein.
Der Töpchiner Weg war für zwei Stunden für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Unfallzeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 unter der Telefonnummer (030) 4664- 481 800 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Busfahrer geschlagen
Nach einem Faustschlag kam ein 41-jähriger Busfahrer in der vergangenen Nacht zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Als der BVG-Busfahrer der Linie 172 gegen 22 Uhr 50 in der John-Locke-Straße in Lichtenrade hielt, traten drei Unbekannte an den Bus heran und kratzten in die Fensterscheibe so genannte „Tags". Der Busfahrer forderte die Unbekannten auf, dies zu unterlassen, worauf einer der Täter ihm mit der Faust ins Gesicht schlug. Danach flüchteten die drei Jugendlichen unerkannt.
 
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Hier wird jetzt in lockerer Folge von aktuellen Lichtenrader Geschehnissen berichtet. Eine Art "AKTUELLE INTERNETZEITUNG" könnte man auch sagen...
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