Sicherheitsforum tagte in Lichtenrade
Circa 100 Bürger versammelten sich im Großen Saal des an der Barnetstraße gelegenen Gemeinschaftshauses. Vertreter der Polizei, des Ordnungsamtes, des Jugendamtes, von einigen Wohnungsbaugesellschaften, der stellvertretende Bezirksbürgermeister Dieter Hapel, der Bezirksstadtrat Oliver Schworck, Vertreter der BVV und von den Parteien waren anwesend.
Unmut brachten einige Bürgerinnen und Bürger über die Information über diese Bürgerversammlung zum Ausdruck. Einige haben nur zufällig und andere sehr spät von der Versammlung erfahren. Ekkehard Band erklärte, dass 3.000 Zettel verteilt worden sind, was natürlich nicht für alle Lichtenrader Haushalte gereicht hat. Die Presse, bis auf das Internetportal www.lichtenrade-berlin.de, hat über die Veranstaltung nicht informiert. Er versprach, dass bei künftigen vergleichbaren Anlässen der Informations- und Verteilschlüssel überdacht und sicherlich verbessert wird.
Es wurden viele Themen rund um die Polizei angesprochen.
Neben der knappen Personalausstattung und damit geringeren Präsens auf der
Straße, wurde aber auch über unfreundliches und überreagiertes Verhalten von
Kontaktbereichsbeamten berichtet. Besondere Sorgen bereitet den Lichtenradern
aber die Sicherheit im Ortsteil. Es wurde deutlich, dass es sich hier um das subjektive
Gefühl der Bürger handelt, dass keinesfalls die tatsächliche Sicherheitslage
wiederspiegelt. Es wurde in der Diskussion klar, dass es auch in Lichtenrade,
wie überall, Kriminalität gibt. Die tatsächliche Gefährdungslage ist jedoch
unauffällig.
Die meisten Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass der
Mord in der letzten Woche im Einkaufszentrum der John-Locke-Siedlung eine
grausame Beziehungstat war, die aber nichts mit einer Situation in Lichtenrade
zu tun hat. Dieter Hapel betont dies auch für die Gewaltaktion vor dem
Georg-Büchner-Gymnasium. „Der Kriminalitätsschwerpunkt liegt bei Fahrrad- und
Navigationsgerätediebstählen“, weiß der Vertreter der Polizei vom Abschnitt 47
zu berichten.
Weitere Themen im Zusammenhang mit der Polizei waren die
nächtlichen Auto-Rennstrecken in der Bahnhofstraße und am Lichtenrader Damm.
Zum Thema Verschmutzung und Vermüllung, besonders am ehemaligen Grenzstreifen,
konnte die Vertreterin des Ordnungsamtes berichten, dass sie auf Hinweisen von
Bürgern schnell tätig werden. Ekkehard Band versprach auch: „Ich werde mich in
dieser Angelegenheit an den Landrat in Brandenburg wenden.“ Einer anderen
Bürgerin versprach Band seine Unterstützung bei der Wohnungsbaugesellschaft zur
der Klärung der Schmutzsituation in der Nahariyasiedlung in der Nähe vom
Einkaufsmarkt Edeka.
Die monatelange provisorische „Baustellenampel“ auf der Bahnhofstraße vor dem Supermarkt Netto berührte auch die Gemüter vieler Anwesenden. Bezirksstadtrat Oliver Schworck erläutert, dass man schon seit Wochen mit der Straßenverkehrsbehörde um Klärung bemüht ist: „Ich bitte noch um etwas Geduld.“
Vereinzelte Diskussionsbeiträge kann man, bei allem Verständnis für die individuellen Empfindungen und Störungen, jedoch als problematisch einstufen. „Das Jugendliche sich auf einem Spielplatz oder anderen Schwerpunkten aufhalten und auch mal lauter sind, ist nun mal keine Straftat und auch in Lichtenrade ganz normal. „Wo sollen denn die Kinder hingehen?“ fragte ein Teilnehmerin und betonte auch die Verantwortung der Eltern. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde von einem Bürger betont „Es ist auch Zivilcourage von allen Bürgern notwendig. Man muss sich auch mal einmischen! Die Polizei alleine kann die Probleme nicht lösen.“
Die Vertreterin des Jugendamtes Antonia Volk erläuterte die
örtliche Anbindung und Vernetzung mit anderen Institutionen im Ortsteil im
Rahmen der „Sozialraumorientierung“. Vielleicht ist dies auch ein Ansatzpunkt
für ein gefordertes gemeinsames Konzept für Lichtenrade? Ansonsten waren die
Gesprächsbeiträge nicht sehr optimistisch und in die Zukunft gerichtet. So
wurde nicht über Aktionen zur Stärkung der Identifikation der Lichtenrader mit
ihrem Ortsteil gesprochen. Ein Bürger nach der Veranstaltung: „Straßenfeste zum
Beispiel in der Bahnhofstraße sind sehr positiv! Hier sollte aber der Charakter
von rein kommerziellen Veranstaltungen hin zu Treffpunkten von
bürgerschaftlichen Engagement gestärkt werden.“
Die Versammlung war ein erster guter Ansatz für die
Einbeziehung von Bürgerinteressen, auch wenn einige Teilnehmer solche Foren
gerne zur Selbstdarstellung nutzen. Lichtenrade wünscht sich die Fortführung
des Dialoges!
Thomas Moser
-BerLi-Press-Pressedienst Lichtenrade- für www.lichtenrade-berlin.de , 20.
April 2007
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