Bewegender Besuch

Ein Häftling des Außenlagers Sachsenhausen kommt nach Lichtenrade

 

Die meisten Bewohner von Lichtenrade werden wissen, dass es vom August 1943 bis Kriegsende südlich des heutigen Bornhagenweges ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen gab. Ungefähr 500 in der Mehrheit politische Häftlinge aus Deutschland, der Sowjetunion, Polen, der Tschechoslowakei, Norwegen, den Niederlanden waren in den neun Baracken des Lagers inhaftiert. Sie wurden zu Arbeiten außerhalb des Lagers, in Neuköllner Rüstungsbetrieben, beim Bau von Luftschutzkellern und bei Aufräumungsarbeiten nach Bombenangriffen, aber auch in Gärtnereien und auf den Feldern der Bauern eingesetzt. Ein kleines Denkmal am Bornhagenweg erinnert an diesen Ort.

Ein Häftling dieses Lagers kommt nun nach Lichtenrade und besucht den Ort, an dem er als Jugendlicher geschunden wurde. Es handelt sich um den heute 78-jährigen Ingenieur Dr. Werner Neugroschl. Herr Dr. N. ist Jude, er stammt aus der Slowakei und lebt in den Vereinigten Staaten.

Sein Besuch steht im Zusammenhang mit der „Initiative Stolpersteine Lichtenrade“. Eine Gruppe aus Bürgern und Zeitzeugen aus Kultur, Kirche und Politik hat sich zusammengefunden, um an die Nachbarn zu erinnern, die unter dem Nationalsozialismus aus Lichtenrade verschleppt und ermordet wurden. Die Geschichtswerkstatt Lichtenrade hat gründlich recherchiert und die Namen, die Schicksale und die Adressen zusammengetragen. Nun sollen am Mittwoch 21. März 33 Messingtafeln mit den Namen der Opfer vor den Hauseingängen auf dem Bürgersteig verlegt werden.

Die Initiative Stolpersteine lädt Nachbarn aus Lichtenrade ausdrücklich ein, sich hierbei zu beteiligen. An mindestens drei Stationen wird man sich zu kleinen Gedenkfeiern am Straßenrand versammeln: um 13:00 vor der Beethovenstr. 29, um 17:00 Uhr vor dem Franziusweg 63 und um 18:00 Bahnhofstr. / Ecke Mellener Str.

     Am Abend des 21. März um findet dann um 19:30 im Gemeinschaftshaus Lichtenrade eine öffentliche Gedenkfeier statt, bei der Dr. Neugroschl aus seinem Leben berichten wird. Wir sind unserem Gast dankbar, dass er die Einladung angenommen hat und wünschen uns eine gute Begegnung.   

Reinhart Kraft

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