Der ehemalige Zwangsarbeiter Marcel Elola erzählt

Aus Die Welt.de vom 24.8.2006

Mit Witz - aber nicht heiter

Der ehemalige Zwangsarbeiter Marcel Elola erzählt

In dem Buch "Ich war in Berlin" (Foto) erzählt der Pariser Marcel Elola mit Witz und Chuzpe, was er von 1943 bis 1945 als Zwangsarbeiter in Berlin durchmacht. Der junge französische Fleischer wird im März 1943 zum Zwangsarbeitsdienst deportiert. Er arbeitet in einem Schöneberger Fleischerladen und bewohnt ein eigenes Zimmer. "Ich glaubte, in die Hölle zu gehen und befand mich auf einmal mitten im Paradies", so beschreibt er diese Monate. Später wird Elola in einer Fleischwarenfabrik angestellt, nahe dem Alexanderplatz. Er ist in einem Baracken-Lager in Lichtenrade untergebracht.

Als die Bombenangriffe zunehmen, quartiert man ihn näher an der Fabrik ein, auf einem Dachboden. Wie durch ein Wunder überlebt er die Bomben und das Feuer, rettet Berliner Kinder, erlebt Schwarzmarkt und Nazibonzen. Er wird von den Sowjets nach Odessa deportiert und flüchtet westwärts. Die Liebe zur Arbeit habe ihm im Krieg das Leben gerettet, sagt der 80-jährige Elola im Rückblick.

Herausgeber des Buches ist der Journalist Jean-Paul Picaper, langjähriger Deutschland-Korrespondent des "Le Figaro", in Zusammenarbeit mit dem Verein Berliner Unterwelten. Für Picaper sind Elolas Erinnerungen "ein packender und authentischer Bericht, der zeigt, wie der Mechanismus der Nazidiktatur im Alltag funktioniert".

Erschienen ist das Buch bei der Edition DiversGens, ISBN 3-9809641-3-2, für 10 Euro.

saf

Direktlink: http://www.welt.de/data/2006/08/24/1008546.html

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